Nicht jeder Fehler oder jedes Missgeschick führt automatisch zu einem Schaden. Kommt es jedoch zu einem Vorfall, handelt es sich meist um einen Sach-, Personen- oder Vermögensschaden.
Personenschäden können hohe Kosten verursachen
Personenschäden können entstehen, wenn sich Kunden, Gäste, Models oder andere beteiligte Personen während eines Fotoshootings verletzen. Ein Sturz oder anderer Unfall kann beispielsweise Arzt- und Behandlungskosten, einen Verdienstausfall oder Schmerzensgeldforderungen nach sich ziehen.
Praxisbeispiel: Während eines Fototermins im Studio stolpert eine Kundin über ein Kabel und verletzt sich am Bein. Sie muss ärztlich behandelt werden. Neben den Behandlungskosten macht sie aufgrund des Vorfalls auch Schmerzensgeld und weitere finanzielle Ansprüche gegenüber dem Fotografen geltend.
Sachschäden an fremdem Eigentum
Fotografen arbeiten regelmäßig in fremden Räumlichkeiten und kommen dabei häufig mit hochwertiger Einrichtung, Technik oder anderen Wertgegenständen in Berührung. Wird dabei versehentlich fremdes Eigentum beschädigt, können Reparatur- oder Ersatzkosten entstehen. Je nach Wert des betroffenen Gegenstands fallen diese Kosten mitunter erheblich aus.
Praxisbeispiel: Ein Kunde lässt sich gemeinsam mit seiner Familie in seinem Haus fotografieren. Während des Termins stößt der Fotograf versehentlich eine hochwertige Designerlampe um. Die Lampe wird beschädigt und muss ersetzt werden. Der Eigentümer macht die entstandenen Kosten für den Ersatz der Lampe gegenüber dem Fotografen geltend.
Vermögensschäden entstehen durch berufliche Fehler
Nicht jeder Schaden betrifft eine verletzte Person oder einen beschädigten Gegenstand. Fehler bei der Planung, Organisation oder Durchführung eines Auftrags können auch finanzielle Nachteile für Kunden oder Auftraggeber verursachen. Solche Schäden werden als Vermögensschäden bezeichnet.
Praxisbeispiel: Ein Fotograf notiert versehentlich den falschen Termin für eine Hochzeit. Das Brautpaar muss kurzfristig einen Ersatzfotografen engagieren und dafür zusätzliche Kosten in Kauf nehmen. Diese Mehrkosten macht das Paar gegenüber dem Fotografen geltend.
Rechtliche Konflikte können finanzielle Folgen haben
Fotografen arbeiten häufig mit Bildern von Personen und veröffentlichen diese auf Webseiten, in sozialen Netzwerken oder anderen Medien. Werden dabei Persönlichkeitsrechte, Bildrechte oder vereinbarte Nutzungsrechte nicht ausreichend berücksichtigt bzw. eingehalten, können daraus rechtliche Auseinandersetzungen und finanzielle Forderungen entstehen. Neben Unterlassungsansprüchen entstehen dabei häufig auch Anwalts- und Gerichtskosten.
Praxisbeispiel: Ein Fotograf veröffentlicht ein Foto auf seiner Webseite, obwohl die abgebildete Person der Veröffentlichung nicht zugestimmt hat. Die betroffene Person fordert die Entfernung des Bildes und macht zusätzlich Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche gegenüber dem Fotografen geltend.
Die tatsächliche Schadenhöhe ist oft schwer vorhersehbar
Nach einem Schaden lässt sich häufig noch nicht abschätzen, welche finanziellen Folgen tatsächlich entstehen. Neben den unmittelbaren Kosten können weitere Forderungen, Folgekosten oder rechtliche Auseinandersetzungen hinzukommen. Dadurch kann die endgültige finanzielle Belastung deutlich höher aus als zunächst erwartet ausfallen.
Welche Fotografen-Schadenfälle in der Praxis besonders häufig vorkommen und welche Folgen sie haben können, erfahren Sie in unserem Beitrag "Wenn Fotos teuer werden: typische Schadenfälle von Fotografen".