Fotografie zeigt eine Person vor zwei Monitoren mit Programmiercode auf einem Bildschirm, der verschiedene Funktionen und Variablen in farblich hervorgehobener Syntax darstellt. Szene vermittelt Arbeitsumgebung eines Softwareentwicklers mit Fokus auf Codierung und Softwareentwicklung.

Typische Schadenfälle in IT-Projekten und ihre finanziellen Folgen

Schadenfälle in IT-Projekten können innerhalb kurzer Zeit sehr hohe Kosten verursachen. Projektverzug, Softwarefehler, Datenverlust, Sachschäden beim Kunden oder Cyber-Angriffe führen zu Schadenforderungen, Wiederherstellungskosten und Betriebsunterbrechungen.

Anhand konkreter Praxisfälle zeigt dieser Beitrag, wie typische IT-Schäden entstehen und welche finanziellen Folgen daraus resultieren können. Sie erfahren, wann eine IT-Berufshaftpflicht, IT-Betriebshaftpflicht oder Cyber-Versicherung infrage kommt und mit welchen Maßnahmen IT-Unternehmen ihre Risiken reduzieren können.

Von Marc Thamm

14 Min. Lesezeit17.09.2026
Business-Mann in hellblauem Hemd sitzt am Schreibtisch und hält sein Handy in der Hand.

Kurz zusammengefasst:

  • Praxis: Fünf echte Schadenfälle aus der IT-Praxis
  • Risiken: Projektverzug, Softwarefehler, Datenverlust, Sachschäden und Cyber-Angriffe
  • Schadenhöhen: Von 48.000 Euro bis über 1 Million Euro
  • Absicherung: Je nach Schadenfall können IT-Berufshaftpflicht, IT-Betriebshaftpflicht oder Cyber-Versicherung relevant sein

Warum können Schäden in IT-Projekten so teuer werden?

Projekten so teuer werden? 

Schäden in IT-Projekten können hohe Folgekosten verursachen, weil IT-Systeme häufig geschäftskritische Prozesse steuern und Fehler schnell zu Betriebsunterbrechungen, Datenverlust oder Schadenersatzforderungen führen können.

Forderungen wegen Schlechtleistung nehmen zu

Drei von vier IT-Dienstleistern waren bereits mit Forderungen wegen unterstellter Schlechtleistung konfrontiert. Das zeigt die Hiscox IT-Umfrage 2025. Gleichzeitig berichten 55 Prozent, dass Auftraggeber heute häufiger Schlechtleistungen unterstellen und finanzielle Ansprüche geltend machen als in den Jahren zuvor.

Warum IT-Fehler besonders hohe Folgekosten verursachen

Anders als in vielen anderen Branchen wirken sich Fehler in der IT häufig unmittelbar auf die Geschäftsabläufe der Kunden aus. Ein Programmierfehler, ein Projektverzug oder ein fehlendes Sicherheitsupdate kann ganze Prozesse unterbrechen und erhebliche Folgekosten verursachen.

Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Dienstleistungsbranchen:

  • IT ist oft geschäftskritische Infrastruktur. 
  • Ein Fehler betrifft häufig den gesamten Geschäftsbetrieb des Kunden, nicht nur ein einzelnes Arbeitsergebnis. 
  • Dadurch entstehen Kaskadeneffekte: Ausfallzeiten, Produktionsstillstände, Datenwiederherstellung, Vertragsstrafen, Umsatzausfälle und Schadenersatzforderungen.

Wie Softwarefehler, Projektverzug, Cyber-Vorfälle oder Schäden an der eigenen Betriebsausstattung die Liquidität belasten können, erfahren Sie anhand typischer finanzieller Risiken für IT-Unternehmen und Freelancer.

Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox
Fehler in KI-Systemen, Datenschutzverstöße oder Haftungsfragen können schnell zu erheblichen Schäden führen. Gerade deshalb ist ein umfassender und auch explizit auf KI-Risiken zugeschnittener Versicherungsschutz heute wichtiger denn je.
Marc ThammProduct Head Technology & General Liability

Wie sichern sich IT-Unternehmen gegen typische Risiken ab?

IT-Unternehmen kombinieren häufig mehrere Versicherungsbausteine, um unterschiedliche Haftungs-, Cyber- und Sachrisiken abzudecken. Welche Absicherung sinnvoll ist, hängt von den angebotenen Leistungen und den übernommenen Risiken ab.

Diagramm zeigt Absicherungsarten von IT-Unternehmen mit 77,5 % Nutzung mehrerer Versicherungsbausteine. Vier Kategorien mit roten Symbolen und Prozentangaben: Betriebshaftpflicht (72,7 %), Cyber-Versicherung (25,5 %), Elektronik- und Bürohaftpflicht (11,6 %) sowie IT-Berufshaftpflicht (22,5 %).
Quelle: Auswertung Hiscox Vertragsdaten (Stand: 2025)

Eine Auswertung interner Hiscox Vertragsdaten zeigt: 77,5 Prozent der IT-Unternehmen kombinieren mehrere Versicherungsbausteine. 72,7 Prozent haben zusätzlich eine Betriebshaftpflicht abgeschlossen, 25,5 Prozent eine Cyber-Versicherung und 11,6 Prozent eine Elektronik- und Büroinhaltsversicherung. 22,5 Prozent verfügen ausschließlich über eine IT-Berufshaftpflicht.

Welche Risiken sich in IT-Projekten absichern lassen und welche Versicherungsbausteine dabei relevant sein können, erfahren Sie in unserem Überblick zu versicherbaren Risiken in IT-Projekten.

Die folgenden Schadenfälle zeigen, warum viele IT-Unternehmen auf mehrere Versicherungsbausteine setzen. Je nach Ursache können unterschiedliche Risiken und damit auch unterschiedliche Versicherungen betroffen sein.

Schadenfall 1: Projektverzug verursacht hohe Folgekosten

Projektverzug zählt zu den häufigsten Schadenursachen in IT-Projekten. Verzögert sich die Einführung einer Software oder eines Systems, können Kunden Umsatzausfälle, Vertragsstrafen oder zusätzliche Projektkosten geltend machen.

Fotografie einer Geschäftspräsentation in einem modernen Konferenzraum mit sieben Personen, die an einem ovalen Tisch sitzen, auf Laptops arbeiten und einem Mann zuhören, der vor einem Bildschirm steht. Der Bildschirm zeigt eine Folie mit Text und einem Diagramm, während auf dem Tisch mehrere Geschenktüten und Wasserflaschen verteilt sind.

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Projektverzug bei einer Softwareeinführung
  • Schaden: 280.000 Euro durch Umsatzausfälle, Zusatzaufwand und Schadenersatzforderungen
  • Risiko: Vermögensschaden durch verspätete Fertigstellung eines IT-Projekts

Wie kam es zum Schaden?

Ein IT-Dienstleister hat für einen Handelsbetrieb ein neues Warenwirtschaftssystem entwickelt. Der Go-live war fest für den Beginn des Weihnachtsgeschäfts vereinbart. Kurz vor dem geplanten Start traten jedoch schwerwiegende Fehler in mehreren Schnittstellen auf. Die Software konnte nicht wie vorgesehen in Betrieb genommen werden.

Der Projektabschluss verzögerte sich um mehrere Wochen. Während dieser Zeit musste der Kunde mit dem alten System weiterarbeiten, zusätzliche personelle Ressourcen einsetzen und geplante Prozesse mehrfach umstellen.

Was war die Ursache?

Die Probleme entstanden durch Fehler in der Implementierung und durch eine unzureichende Abstimmung der Schnittstellen. Dadurch konnte das vereinbarte Projektziel nicht fristgerecht erreicht werden.

Welche Kosten sind entstanden?

Der Schaden setzte sich aus folgenden Positionen zusammen: 

  • Zusätzlicher Projektaufwand für Fehleranalyse und Nachbesserung: 85.000 Euro 
  • Verlängerte Nutzung und Parallelbetrieb des Altsystems: 45.000 Euro 
  • Umsatzausfälle des Kunden während der Verzögerung: 120.000 Euro 
  • Externe Beratung und zusätzliche Personalressourcen: 30.000 Euro 

Gesamtschaden: 280.000 Euro

Welche Folgen hatte der Projektverzug?

Der Kunde machte den IT-Dienstleister für die finanziellen Folgen der verspäteten Softwareeinführung verantwortlich und verlangte Ersatz für die entstandenen Mehrkosten und Umsatzausfälle.

Was übernimmt die IT-Berufshaftpflichtversicherung?

Die IT-Berufshaftpflichtversicherung hat in diesem Fall den entstandenen Vermögensschaden vollständig übernommen.

Was können IT-Unternehmen daraus lernen?

Klare Projektpläne, realistische Zeitpuffer und regelmäßige Statuskontrollen helfen, Verzögerungen frühzeitig zu erkennen. Lassen sich Termine dennoch nicht halten, sollten Kunden rechtzeitig informiert und Gegenmaßnahmen dokumentiert werden.

Schadenfall 2: Fehlerhafte Softwarelogik führt zum Fristversäumnis

Automatisierte Systeme und KI-Anwendungen können Fristen erfassen, berechnen und überwachen. Liefert die Software ein falsches Ergebnis, kann eine wichtige Frist verstreichen und beim Kunden ein erheblicher Vermögensschaden entstehen.

Fotografie zeigt Steuerunterlagen, einen Taschenrechner auf einem Smartphone, einen Stift und eine Tasse Kaffee auf dunklem Untergrund. Fokus liegt auf Formularen zur Steuerabzugs- und Erstattungsanmeldung, was auf Vorbereitung oder Bearbeitung von Steuererklärungen hinweist.

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Fehlerhafte Berechnung einer Einspruchsfrist durch eine automatisierte Software 
  • Schaden: 190.000 Euro durch eine versäumte Frist und daraus entstandene Mehrkosten 
  • Risiko: Vermögensschaden infolge eines Fehlers in der Softwarelogik 

Wie kam es zum Schaden?

Ein IT-Freelancer hatte für eine Steuerberatung eine KI-gestützte Software zur automatisierten Fristenverwaltung entwickelt. Das System sollte eingehende Bescheide auslesen, die jeweiligen Einspruchsfristen berechnen und sie in das Kanzleisystem übertragen.

Bei einem Steuerbescheid berechnete die Software das Ende der Einspruchsfrist jedoch falsch. Die Frist wurde im Kanzleisystem einen Tag zu spät angezeigt. Da die Steuerberatung auf die automatisierte Berechnung vertraute, reichte sie den Einspruch erst nach Ablauf der tatsächlichen Frist ein.

Was war die Ursache?

Ein Fehler in der Softwarelogik führte dazu, dass bestimmte Kalendertage bei der Fristenberechnung nicht korrekt berücksichtigt wurden. Dieser Sonderfall war während der Entwicklung und in den abschließenden Tests nicht erfasst worden.

Welche Kosten sind entstanden?

Die Kosten verteilten sich auf:

  • Steuerlicher Nachteil des betroffenen Mandanten: 150.000 Euro 
  • Rechts- und Beratungskosten zur Prüfung weiterer Handlungsmöglichkeiten: 20.000 Euro 
  • Technische Fehleranalyse und Korrektur der Software: 12.000 Euro 
  • Zusätzlicher Abstimmungs- und Bearbeitungsaufwand: 8.000 Euro 

Gesamtschaden: 190.000 Euro

Welche Folgen hatte das Fristversäumnis?

Der Mandant machte die Steuerberatung für den entstandenen finanziellen Nachteil verantwortlich. Diese wiederum nahm den IT-Freelancer in Anspruch, da die fehlerhafte Fristenberechnung auf einen Fehler der bereitgestellten Software zurückzuführen war.

Was übernimmt die IT-Berufshaftpflichtversicherung?

Den entstandenen Vermögensschaden sowie die erforderlichen Kosten für die Prüfung und Abwehr der Ansprüche hat die IT-Berufshaftpflichtversicherung bezahlt.

Was können IT-Unternehmen daraus lernen?

Fristenrelevante Anwendungen erfordern neben Tests der Standard-Anwendungen auch klar definierte Sonderfälle. Bei besonders folgenreichen Entscheidungen helfen solche zusätzlichen Prüfmechanismen, fehlerhafte automatisierte Ergebnisse rechtzeitig zu erkennen.

Nicht jedes Fristversäumnis führt automatisch zu Schadenersatzansprüchen. Wann eine Haftung greift und welche rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lesen Sie in unseren Informationen zu Haftungsfragen in IT-Projekten

Schadenfall 3: Überhitzter Server verursacht einen Brandschaden

Auch technische Geräte können Personenschäden oder Sachschäden verursachen. Entsteht durch einen fehlerhaft installierten oder betriebenen Server ein Brand, können hohe Kosten für beschädigte Räume und Einrichtung entstehen.

Fotografie eines glühenden Lagerfeuers mit Funkenflug, die dynamische Bewegung und Hitze visualisiert. Dunkler Hintergrund hebt orange-rote Funken und glühende Kohlen hervor, was lebendige Energie und Wärme vermittelt.

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Überhitzung eines neu installierten Servers 
  • Schaden: 65.000 Euro durch beschädigte Räume und Betriebsausstattung 
  • Risiko: Sachschaden am Eigentum eines Kunden 

Wie kam es zum Schaden?

Ein IT-Dienstleister hatte bei einem Kunden einen neuen Server installiert und in Betrieb genommen. Wenige Tage später kam es im Serverraum zu einem Schwelbrand. Das Feuer beschädigte den Server, weitere technische Geräte sowie Teile der Büroeinrichtung.

Was war die Ursache?

Ein Brandsachverständiger stellte fest, dass ein fehlerhaft montierter Stromanschluss zu einer Überhitzung und schließlich zum Brand geführt hatte.

Welche Kosten sind entstanden?

Folgende Kosten entstanden:

  • Sanierung des Serverraums: 25.000 Euro 
  • Ersatz beschädigter technischer Geräte: 22.000 Euro 
  • Reinigung und Erneuerung der Büroeinrichtung: 10.000 Euro 
  • Aufräum-, Entsorgungs- und Gutachterkosten: 8.000 Euro 

Gesamtschaden: 65.000 Euro

Welche Folgen hatte der Brandschaden?

Der Kunde machte den IT-Dienstleister für die Schäden an den Räumen und der Betriebsausstattung verantwortlich. Der betroffene Bereich konnte bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten nur eingeschränkt genutzt werden.

Was übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung?

Die Betriebshaftpflichtversicherung kam für die Schäden an den Räumen und der Büroausstattung sowie für die notwendigen Aufräum- und Gutachterkosten auf.

Was können IT-Unternehmen daraus lernen?

Installationsfehler können erst unter Last oder im laufenden Betrieb sichtbar werden. Eine dokumentierte Inbetriebnahme und die Überwachung der ersten Betriebsstunden helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und größere Sachschäden zu vermeiden.

Schadenfall 4: Datenverlust nach einem Software-Update

Software-Updates schließen Sicherheitslücken oder erweitern bestehende Funktionen. Werden Daten vor einem Update jedoch nicht vollständig gesichert oder treten während der Installation Probleme auf, kann dies zu Datenverlusten und erheblichen Vermögensschäden führen.

Screenshot einer Statistikübersicht zur Anzahl der vollständig Genesenen von COVID-19, mit hervorgehobener Gesamtzahl von 636.183 in großer grüner Schrift. Links sind Länder mit jeweiligen Genesenen-Zahlen in kleinerer grüner Schrift aufgelistet, darunter Deutschland, Spanien, China und USA.

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Unzureichende Datensicherung vor einem Software-Update 
  • Schaden: 48.000 Euro durch Datenwiederherstellung, IT-Forensik und Betriebsunterbrechung 
  • Risiko: Vermögensschaden infolge verlorener Unternehmensdaten 

Wie kam es zum Schaden?

Bei einem Kunden stand die Aktualisierung einer geschäftskritischen Software an. Ein IT-Dienstleister übernahm die Durchführung des Updates. Während der Installation kam es zu einem Fehler, durch den wichtige Unternehmensdaten verloren gingen. Die zuvor erstellte Datensicherung war unvollständig, sodass die Daten nicht vollständig wiederhergestellt werden konnten.

Was war die Ursache?

Der IT-Unternehmer hatte die vorhandenen Daten vor dem Update nicht vollständig gesichert. Nach dem Fehler stand deshalb keine vollständige Sicherungskopie für die Wiederherstellung zur Verfügung.

Welche Kosten sind entstanden?

Die finanziellen Folgen umfassten:

  • IT-Forensik und Datenwiederherstellung: 15.000 Euro 
  • Zusätzlicher Arbeitsaufwand zur Rekonstruktion der Daten: 10.000 Euro 
  • Betriebsunterbrechung und eingeschränkte Geschäftsabläufe: 23.000 Euro 

Gesamtschaden: 48.000 Euro

Welche Folgen hatte der Datenverlust?

Der Kunde konnte wichtige Geschäftsprozesse zeitweise nur eingeschränkt fortführen. Um den Schaden zu begrenzen, mussten externe Spezialisten hinzugezogen und fehlende Daten teilweise manuell rekonstruiert werden. Die dadurch entstandenen Mehrkosten machte der Kunde gegenüber dem IT-Dienstleister geltend.

Was übernimmt die IT-Berufshaftpflichtversicherung?

Die IT-Berufshaftpflicht deckte den geltend gemachten Vermögensschaden und die erforderlichen Kosten für die Prüfung der Ansprüche ab.

Was können IT-Unternehmen daraus lernen?

Vor jedem Software-Update sind vollständige Datensicherungen unverzichtbar. Ebenso wichtig ist ein Wiederherstellungstest, damit sich Daten im Ernstfall vollständig und zuverlässig zurückspielen lassen.

Schadenfall 5: Cyber-Angriff nach Netzwerksicherheitsverletzung legt Online-Shop lahm

Eine Netzwerksicherheitsverletzung kann den Geschäftsbetrieb innerhalb weniger Minuten lahmlegen. Werden Systeme verschlüsselt oder wichtige Daten unzugänglich, übernimmt eine Cyber-Versicherung je nach Vertragsumfang unter anderem die Kosten für IT-Forensik, Wiederherstellung und eine Cyber-Betriebsunterbrechung.

Fotografie eines modernen, offenen Büroumfelds mit mehreren Schreibtischen, ergonomischen Stühlen und Computermonitoren. Helle Beleuchtung, neutrale Farben und Pflanzen schaffen eine produktive und angenehme Arbeitsatmosphäre.

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Netzwerksicherheitsverletzung durch einen Cyber-Angriff
  • Schaden: 1.020.000 Euro durch Betriebsunterbrechung, Wiederherstellung und IT-Forensik
  • Risiko: Cyber-Eigenschäden und Betriebsunterbrechung nach einer Netzwerksicherheitsverletzung
    Versicherung: Cyber-Versicherung

Wie kam es zum Schaden?

Ein Online-Shop wurde Ziel einer Cyber-Attacke. Die Angreifer nutzten eine ungepatchte Sicherheitslücke, verschafften sich unbefugt Zugang zum IT-System und verschlüsselten zentrale Unternehmensdaten. Der Shop konnte mehrere Tage keine Bestellungen bearbeiten.

Was war die Ursache?

Die Netzwerksicherheitsverletzung ermöglichte den unbefugten Zugriff auf das IT-System. Dadurch wurden zentrale Unternehmensdaten verschlüsselt und der Geschäftsbetrieb vollständig unterbrochen.

Welche Kosten sind entstanden?

Der Gesamtschaden setzte sich wie folgt zusammen:

  • Betriebsunterbrechung: 500.000 Euro 
  • Wiederherstellung der IT-Systeme und Daten: 350.000 Euro 
  • IT-Forensik: 150.000 Euro 
  • Sachverständigenkosten: 20.000 Euro 

Gesamtschaden: 1.020.000 Euro

Welche Folgen hatte der Cyber-Vorfall?

Der Online-Shop konnte mehrere Tage lang keine Bestellungen bearbeiten. Externe Spezialisten analysierten den Angriff, stellten die IT-Systeme und Daten wieder her und unterstützten das Unternehmen bei der Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs.

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Die Cyber-Versicherung übernahm die Kosten für IT-Forensik, die Wiederherstellung der IT-Systeme und Daten sowie den Betriebsunterbrechungsschaden. Diese Leistungen waren über die Cyber-Eigenschaden- und Cyber-Betriebsunterbrechungsdeckung abgesichert. 

Was können Unternehmen daraus lernen?

Ein wirksames Informationssicherheits- und Patchmanagement reduziert das Risiko erfolgreicher Cyber-Angriffe erheblich. Kommt es dennoch zu einer Netzwerksicherheitsverletzung, kann eine Cyber-Versicherung die finanziellen Folgen eines Cyber-Vorfalls je nach Vertragsumfang deutlich abfedern.

Lese-Tipp: Bei Cyber-Attacken können Schäden im eigenen Unternehmen und Haftungsansprüche von Kunden zusammentreffen. Welche Versicherung welche Risiken abdeckt und worauf IT-Unternehmen achten sollten, erfahren Sie in unserem Vergleich von IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung.

Welche Versicherung schützt bei welchem Schadenfall?

Je nach Schadenfall kommt ein anderer Versicherungsbaustein zum Tragen: Die IT-Berufshaftpflicht schützt vor den finanziellen Folgen beruflicher Fehler, die IT-Betriebshaftpflicht bei Personen- und Sachschäden und die Cyber-Versicherung bei Cyber-Angriffen und deren Folgen.

Diagramm zeigt verschiedene Schadensarten und passende Versicherungen mit Symbolen und kurzen Beschreibungen. Enthält fünf Kategorien: Projektverzug, Fristversäumnis durch Softwarefehler, Brandschaden beim Kunden, Datenverlust nach Update und Netzwerksicherheitsverletzung/Cyberangriff, jeweils zugeordnet zu IT-Berufshaftpflicht, IT-Betriebshaftpflicht oder Cyber-Versicherung.

Die Grafik zeigt, welche Versicherung bei den im Beitrag beschriebenen Schadenfällen typischerweise relevant ist:

  • Projektverzug: IT-Berufshaftpflicht 
  • Fristversäumnis durch Softwarefehler: IT-Berufshaftpflicht
  • Brandschaden beim Kunden: IT-Betriebshaftpflicht
  • Datenverlust nach einem Software-Update: IT-Berufshaftpflicht
  • Netzwerksicherheitsverletzung durch eine Cyber-Attacke: Cyber-Versicherung

Die IT-Berufshaftpflicht, IT-Betriebshaftpflicht und Cyber-Versicherung von Hiscox lassen sich auf die Anforderungen von IT-Unternehmen und IT-Freelancern abstimmen. 

IT-Haftungsrisiken kennen. Vermögensschäden absichern.

Ein Fehlkonfiguration, eine fehlerhafte Beratung oder eine ausgefallene Software kann schnell hohe Kosten verursachen. Die IT-Haftpflichtversicherung von Hiscox schützt IT-Dienstleister vor den finanziellen Folgen beruflicher Fehler und unterstützt im Schadenfall mit Versicherungsschutz, der auf die Anforderungen der IT-Branche zugeschnitten ist.

Fazit: IT-Schäden brauchen eine passende Absicherung

IT-Schäden können erhebliche finanzielle Folgen haben. Projektverzug, fehlerhafte Software, Datenverlust, Sachschäden beim Kunden und Cyber-Angriffe betreffen jedoch unterschiedliche Risikobereiche. Entsprechend kommen je nach Schadenfall die IT-Berufshaftpflicht, die IT-Betriebshaftpflicht oder die Cyber-Versicherung zum Einsatz.

Eine passende Absicherung verbindet deshalb die Versicherungsbausteine, die zum Leistungsumfang, zu den Kundenprojekten und zu den übernommenen Verantwortlichkeiten des IT-Unternehmens passen. Klare Verträge, strukturierte Prozesse, dokumentierte Kontrollen und wirksame IT-Sicherheitsmaßnahmen reduzieren zusätzlich das Schadenrisiko.

Häufige Fragen zu Schadenfällen in IT-Projekten

Welche Schadenfälle treten in IT-Projekten besonders häufig auf?

Typische Schadenfälle entstehen durch Projektverzug, Programmier- und Implementierungsfehler, fehlerhafte Datenmigrationen, Fristversäumnisse oder Datenverluste. Hinzu kommen Sachschäden beim Kunden und Cyber-Vorfälle, etwa nach einer Netzwerksicherheitsverletzung.

Warum können kleine IT-Fehler hohe Schäden verursachen?

IT-Systeme steuern häufig zentrale Geschäftsprozesse. Bereits ein einzelner Fehler kann deshalb Bestellungen, Produktion, Abrechnung oder Kundenkommunikation beeinträchtigen und zusätzliche Kosten, Umsatzausfälle oder Schadenersatzforderungen auslösen.

Wer haftet bei einem Fehler in einem IT-Projekt?

Ob ein IT-Dienstleister haftet, hängt unter anderem vom Vertrag, der übernommenen Leistung, einer möglichen Pflichtverletzung und dem entstandenen Schaden ab. Entscheidend ist außerdem, ob sich der Schaden nachweisbar auf den Fehler des Dienstleisters zurückführen lässt.

Welche Kosten kann ein Projektverzug verursachen?

Ein Projektverzug kann Kosten für den Parallelbetrieb alter und neuer Systeme, zusätzliche Beratung, Fehleranalysen und Nacharbeiten auslösen. Kann der Kunde seine Leistungen nicht wie geplant anbieten, kommen Umsatzausfälle oder weitere betriebliche Mehrkosten hinzu.

Wann wird ein Softwarefehler zum Haftungsfall?

Ein Softwarefehler kann zum Haftungsfall werden, wenn dadurch beim Kunden ein finanzieller Schaden entsteht. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn fehlerhafte Berechnungen, Fristangaben oder Schnittstellen zu Fehlentscheidungen und zusätzlichen Kosten führen.

Wer trägt die Kosten einer Datenwiederherstellung?

Die Kostentragung richtet sich nach der Ursache des Datenverlusts und den vertraglich übernommenen Pflichten. Hat ein IT-Dienstleister den Datenverlust durch einen beruflichen Fehler verursacht, kann der Kunde die erforderlichen Wiederherstellungs- und Folgekosten geltend machen.

Ist ein Datenverlust immer ein Cyber-Vorfall?

Nein. Daten können auch durch ein fehlerhaftes Update, eine misslungene Migration, eine Fehlbedienung oder eine unzureichende Datensicherung verloren gehen. Ein Cyber-Vorfall setzt dagegen regelmäßig einen Angriff oder eine andere versicherte Netzwerksicherheitsverletzung voraus.

Wann ist bei einem Cyber-Angriff die Cyber-Versicherung relevant?

Die Cyber-Versicherung ist insbesondere bei versicherten Cyber-Eigenschäden relevant. Dazu können je nach Vertrag IT-Forensik, Krisenunterstützung, Daten- und Systemwiederherstellung sowie Schäden aus einer Cyber-Betriebsunterbrechung zählen.

Welche Versicherung ist bei einem Sachschaden beim Kunden relevant?

Beschädigt ein IT-Dienstleister im Rahmen seiner Tätigkeit Eigentum des Kunden, kann die IT-Betriebshaftpflicht relevant sein. Das gilt beispielsweise, wenn ein fehlerhaft installierter Server überhitzt und einen Brand- oder Rauchschaden verursacht.

Warum ist die Dokumentation bei IT-Schadenfällen wichtig?

Eine vollständige Dokumentation macht Projektabläufe, Entscheidungen, Freigaben und Zuständigkeiten nachvollziehbar. Im Schadenfall erleichtert sie die Prüfung, ob eine Pflichtverletzung vorliegt und welche Ursache zu den geltend gemachten Kosten geführt hat.

Was passiert nach einer Schadenersatzforderung des Kunden?

Zunächst werden der Sachverhalt, die vertraglichen Pflichten und die Schadenhöhe geprüft. Eine Haftpflichtversicherung kann im versicherten Umfang berechtigte Ansprüche regulieren und unbegründete oder überhöhte Forderungen abwehren.

Wie lassen sich Schadenfälle in IT-Projekten reduzieren?

Klare Leistungsbeschreibungen, realistische Zeitpläne, definierte Zuständigkeiten und dokumentierte Tests schaffen eine belastbare Projektgrundlage. Ergänzend reduzieren funktionierende Backups, Wiederherstellungstests, ein verlässliches Patchmanagement und verbindliche Freigabeprozesse das Schadenrisiko.

Können mehrere Versicherungen bei einem IT-Schadenfall relevant sein?

Ja. Eine Cyber-Attacke kann beispielsweise Eigenschäden beim betroffenen Unternehmen und gleichzeitig Haftungsansprüche gegen einen IT-Dienstleister auslösen. Welche Versicherung welche Kosten übernimmt, richtet sich nach Schadenursache, Anspruchsgrundlage und vereinbartem Versicherungsumfang.

Was müssen IT-Dienstleister bei externen Partnern beachten?

Leistungen, Verantwortlichkeiten, Termine und Haftungsregelungen müssen auch bei Subunternehmern und Freelancern eindeutig geregelt sein. Gegenüber dem Kunden bleibt der beauftragte IT-Dienstleister je nach Vertragsgestaltung häufig für die ordnungsgemäße Gesamtleistung verantwortlich.

Welche Unterlagen werden für die Prüfung eines IT-Schadens benötigt?

Relevant sind insbesondere Verträge, Leistungsbeschreibungen, Projektpläne, Protokolle, Freigaben, Tickets, E-Mails und technische Auswertungen. Bei Cyber-Vorfällen kommen unter anderem Logdateien, forensische Berichte und Nachweise über Sicherheitsmaßnahmen hinzu.

Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox

Autor: Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability

Experte für IT-Risiken & Versicherungslösungen für die Digitalwirtschaft

Marc Thamm ist seit 1992 in der Versicherungsbranche – seit 2004 mit Fokus auf IT-Risiken – tätig. Er arbeitet seit 2013 bei Hiscox. Als Product Head Technology & General Liability bei Hiscox entwickelt er Versicherungslösungen für die IT-, Media- und weitere Branchen der Digitalwirtschaft. Im Bereich Business Tipps & Insights schreibt er unter anderem über das spannende Thema Projekt-Risiken.