Sind Sie verliebt in ein bestimmtes Fahrzeug oder Modell? Oder haben Sie konkret eine Anzeige in einer Oldtimer-Zeitschrift oder im Internet entdeckt, die verlockend klingt? Doch ist eine Kaufentscheidung nicht leicht. Die große Angst: der Oldtimer entpuppt sich als Fehlinvestition. Auch ich selbst bin bereits vor schweren Entscheidungen gestanden und kenne die Fallstricke beim Oldtimer-Kauf. Hier gebe ich Ihnen 5 Tipps, die Sie gut gebrauchen können, wenn Sie einen Oldtimer kaufen möchten!

1. Tipp: Recherchieren Sie die aktuellen Preise und laufenden Kosten

Oldtimer-Kauf: Tipps
Vor über 10 Jahren habe ich meinen Traum-Oldtimer – einen Ford Mustang Mach 1 – gekauft.

Haben Sie Ihr Modell und Budget gewählt, sollten Sie intensiv recherchieren, um den Kaufpreis zu verifizieren. Achten Sie dabei auf den jeweiligen Zustand und Besonderheiten des Fahrzeugs, die den Preis ausmachen, und ziehen Sie Vergleiche.

Informationen zu Oldtimer-Preisen können Sie in Datenbanken und Foren, bei Clubs, Händlerveranstaltungen und Messen sammeln. Auch finden Sie circa 1.000 Oldtimer-Preisnotierungen nach Zustandsnoten in unserem Hiscox Pocket Price Guide.

Falls Sie mit einem konkreten Angebot mit Zustandsnote 3, 4 oder gar einem Restaurationsprojekt liebäugeln – überschlagen Sie die Kosten für die Instandsetzung, die zusätzlich zu dem Kaufpreis auf Sie zukommen.

Darüber hinaus ist es wichtig, die laufenden Kosten zu kennen, die nach Ihrem Oldtimer-Kauf anfallen werden. Das sind zum einen Steuern, zum anderen Versicherungsbeiträge. Möchten Sie wissen, wie viel eine Hiscox Oldtimer-Versicherung für Ihr Traumauto kostet? Sie können unverbindlich den Beitrag berechnen.

2. Tipp: Informieren Sie sich über die Besonderheiten und Anfälligkeiten Ihres Traumwagens

Oldtimer-Kauf: Tipps
Auch an meinem Ford Mustang Mach 1 muss immer wieder geschraubt werden. Beide Bilder: © Hiscox

Arbeiten Sie sich gut in die Besonderheiten und technischen Details Ihres Wunschmodells ein, damit Sie sich leichter tun, ein bestimmtes Angebot zu prüfen. Auch sind Sie für die Fahrzeugbesichtigung und die Probefahrt gut vorbereitet, wenn Sie sich auskennen.

Vor allem ist wichtig, dass Sie sich über die Anfälligkeiten des Modells informieren. Ist die Karosserie rostanfällig? Ist bekannt, dass zum Beispiel Ölverlust bei Motoren oder Getriebe häufig ist? Sind Restaurierungen und Umbauten gemacht worden – falls ja, sachgemäß?

Prüfen Sie auch vor dem Oldtimer-Kauf, ob Ersatzteile für Ihr Liebhaberstück verfügbar sind. Gibt es Werkstätten oder Oldtimer-Clubs, die sich auf Ihr Wunsch-Fahrzeug spezialisiert haben und Ihnen bei der Ersatzteil-Suche weiterhelfen können?

Falls es viele Ersatzteile auf dem Markt gibt – idealerweise Original-Teile – können Sie zuversichtlich sein, dass Sie bei einem Schaden oder einem Verschleiß Ihren Oldtimer schnell reparieren (lassen) können. Je größer das Ersatzteil-Angebot, desto geringer sind in der Regel die Kosten.

3. Tipp zum Oldtimer-Kauf: Wunschfahrzeug besichtigen und Probefahrt machen

Nehmen Sie sich etwas Zeit für die Besichtigung: Klären Sie offene Fragen mit dem Verkäufer und sehen Sie sich das Fahrzeug genau an – von außen wie auch von innen. Und besonders wichtig: eine ausgiebige Probefahrt. Hier finden Sie heraus, ob sich Ihr Oldtimer so fährt, wie Sie es sich vorstellen. Wie klingen Getriebe, Motor, Antrieb? Macht das Fahrzeug außergewöhnliche Geräusche? Ob Sie sich im Fahrzeug wohlfühlen, können Sie bereits erkennen, wenn Sie etwas länger im Stand drinsitzen: Haben Sie eine angenehme Sitzposition? Eine gute Übersicht?

Es empfiehlt sich, für die Besichtigung immer mindestens zu zweit zu sein. Denn Ihre Begleitung behält einen kühlen Kopf, weil sie – anders als Sie – nicht so emotional bei dem Oldtimer-Kauf reagiert. So erhalten Sie eine objektive zweite Meinung. Idealerweise hat Ihre Begleitung eine Ausbildung im Kfz-Bereich oder besitzt selbst ein Fahrzeug desselben Typs.

4. Tipp: Gehen Sie mit einer Begutachtung auf Nummer sicher

Bevor Sie einen Oldtimer kaufen, sollten Sie mit einem Gutachter oder Sachverständigen über das Fahrzeug sprechen – auch darüber, ob es ein H-Kennzeichen erhalten kann. Ein Gutachter kann Ihre Einschätzung zu Preis und Zustand bestätigen und Sie haben eine objektive Grundlage für die Verhandlungen zum Oldtimer-Kauf. Idealerweise verfügt das angebotene Fahrzeug bereits über eine aktuelles Gutachten. Mehr zum Thema können Sie in unserem Blogbeitrag Wissenswertes zu Oldtimer-Gutachten nachlesen.

5. Tipp: Prüfen Sie die Papiere und den Oldtimer-Kaufvertrag genau

Um Ihren Oldtimer zulassen zu können, ist ein Eigentumsnachweis erforderlich. Kaufen Sie daher keinen Wagen ohne Fahrzeugpapiere und schriftlichen Kaufvertrag. Dies gilt besonders für Fahrzeuge aus dem Ausland, da die Wiederbeschaffung der Papiere schwierig sein kann. Hier finden Sie Tipps und Wissenswertes zum Oldtimer-Import aus EU-Ländern.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihren Oldtimer-Kauf!

PS: Das Jahr 2021 erweitert wieder den Kreis der Oldtimer, die nun erstmals mit einem H-Kennzeichen ausgestattet werden können. Damit können auch für Oldie-Freunde mit verschieden großen Geldbeuteln Träume wahr werden. Zu den „Neuen“ gehören zum Beispiel der Lancia Delta Integrale Evoluzione, die Mercedes-Benz S-Klasse (W140) und der Bugatti EB 110. Mehr über diese drei spannenden Fahrzeuge und weitere lesen Sie in unserem Blogbeitrag Oldtimer 2021.

Classic Cars Blog Autor Rainer PeukertAutor dieses Beitrags:

Rainer Peukert hat sich in jungen Jahren in die Technik und das Design von Oldtimern verliebt – vor allem in Schätze der Vorkriegszeit. Er ist passionierter Tüftler sowie Oldtimer-Sachverständiger und verbringt so viel Zeit wie möglich in der Werkstatt.