Herbst, Ausfahrt, Zwischenstopp: Sie stellen Ihren Oldtimer derweil auf einem Parkplatz ab – die große Gefahr: Diebe nutzen die Zeit und stehlen Ihr geliebtes Auto. Wie die Kriminellen vorgehen und welche Vorsichtsmaßnahmen gegen einen Oldtimer-Diebstahl helfen:

Oldtimer-Diebstahl verhindern68 Prozent mehr Diebstähle alter Autos als im Vorjahr! – wenn das keine Schlagzeile ist, die die Zahlen für 2015 schreiben.[1]

Entwendet werden auch mehr Oldtimer mit H-Zulassungen, die nur knapp über 30 Jahre alt sind. Sie sind aufgrund der höheren Produktionsstückzahlen häufig auf der Straße zu entdecken und in einem guten technischen Zustand.

Warum lauern Diebe ausgerechnet auf Old- und Youngtimer?

  • Eines vorweg: Das Interesse an alten Autos – ob als Liebhaberstück, Wertanlage oder sogar Spekulationsobjekt – ist groß. Und viele Old- und Youngtimer erleben einen erheblichen Wertzuwachs. Diese lukrativen Geschäfte auf dem Oldtimer-Markt locken auch Kriminelle an.
  • Old- und Youngtimer sind vielfach eine leichte Beute, weil sie anders als Neufahrzeuge kaum eingebaute Diebstahlsicherungen, gekennzeichnete Bauteile oder komplexe Elektronik besitzen.
  • Die Kriminellen zerlegen häufig ihr Diebesgut und verwerten die Old- und Youngtimer in Einzelteilen, etwa als „gebrauchte Ersatzteile“, deren Herkunft schwer nachvollziehbar ist. Noch dazu erleichtert das Internet den Kriminellen den Verkauf ihrer Beute.

Wie können Sie Ihr wertvolles Fahrzeug diebstahlsicher machen?

Leider gibt es dazu kein Pauschalrezept. Vor allem wenn Kriminelle einen Auftragsdiebstahl verüben, gehen sie planvoll vor und beobachten den Oldtimer-Besitzer und das Umfeld genau, bis sie zuschlagen. Aber gerade mit Blick auf Gelegenheitsdiebstähle können Sie mit einigen einfachen Vorsorgemaßnahmen das Diebstahlrisiko senken:

  • Wegfahrsperren: Mit einem Poller, der auf einen im Boden versenkten Sockel gesetzt und verriegelt wird, können Sie einen Diebstahl aus Ihrer (Tief-)Garage verhindern. Unterwegs sind leichter transportierbare Wegfahrsperren praktisch. Wenn Sie eine PKW-Radkralle und/oder eine zusätzliche Lenkradsperre anbringen, werden Kriminelle abgeschreckt oder am Diebstahl gehindert: Ihnen fällt es durch die Zusatzsperren schwerer, Ihren Wagen spontan zu bewegen, sie verlieren Zeit und erregen Aufmerksamkeit.
  • Parkplatzwahl: Sofern möglich, sollten Sie Ihren Oldtimer längerfristig auf Ihrem eigenen Grundstück statt in einer Garage entfernt von Ihrem Wohnsitz abstellen. Allein durch die örtliche Nähe können Sie Ihr Fahrzeug besser im Auge behalten. Und falls Sie bei Ausfahrten, während einer Veranstaltung oder einem Hotelaufenthalt Ihren Oldtimer längere Zeit abstellen, empfiehlt es sich, dass Sie – falls vorhanden – einen überwachten Parkplatz wählen. Auch können Sie das Risiko eines Oldtimer-Diebstahls reduzieren, indem Sie Ihr Auto auf einem unbefestigten Untergrund wie einer Wiese oder einem schwer zugänglichen Stellplatz parken. Denn dies erschwert oder verhindert den Einsatz von Rangierwagenhebern und Schwerlastrollen.
  • GPS-Sender: Wenn Sie Ihren Oldtimer mit einem GPS-Sender ausstatten, können Sie dessen Standort jederzeit abfragen und kontrollieren. Auch ist möglich, automatisch einen Alarm einzurichten, der entweder direkt an Sie, einen Dienstleister oder die Polizei geht. Somit kann der neue Standort Ihres Fahrzeugs anhand der Ortungsdaten ermittelt werden.

Mein Fazit

Trotz aller Vorsicht ist niemand hundertprozentig vor einem Oldtimer-Diebstahl sicher. Und selbst ein versuchter Diebstahl ist häufig mit nachhaltigen und kostenintensiven Schäden an Ihrem Liebhaberstück verbunden – wie ein aufgeschlitztes Cabrio-Verdeck, zerkratzte Türen oder eingeschlagene Scheiben. Eine Oldtimerversicherung bezahlt hierbei für Sie die Ersatzteile und Reparaturkosten oder bei einem Oldtimer-Diebstahl den versicherten Wert.

Autor: Rainer Peukert

Quelle: [1] Die Welt: „Organisierte Banden spezialisieren sich auf Oldtimer“, Stand: 27.08.2015