Kurzzeit-Kennzeichen, 07er-Kennzeichen, H-Kennzeichen oder Standard-Zulassung – der Schilderwald ist verwirrend. Wir erklären Ihnen, welche gängigen Oldtimer-Kennzeichen es gibt und welche steuerliche Vorteile bieten können.

Oldtimer-Kennzeichen1. Standard-Zulassung:

Variante 1: Reguläres Kennzeichen in Schwarz

Das reguläre Kennzeichen ist für alle StVZO-konformen Fahrzeuge möglich – und für Oldtimer mitunter steuerlich günstiger als eine H-Zulassung.

So richtet sich die monatliche Steuer für Oldtimer-Motorräder und Fahrzeuge mit Otto- und Dieselmotoren nach den Kubikzentimetern des Hubraums. Bei Wankelmotoren geht es nach dem zulässigem Gesamtgewicht des Fahrzeugs.

Daher lohnt sich ein Standard-Kennzeichen aus steuerlicher Sicht, wenn Sie einen Oldtimer mit geringem Hubraum oder ein Oldtimer-Motorrad besitzen. Auch für einen Oldtimer, der die Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen nicht erfüllt, oder einen Youngtimer mit guten Abgaswerten ist das Standard-Kennzeichen passend.

Variante 2: Saison-Kennzeichen in Schwarz und mit Zeitraum-Angabe

Ob Oldtimer, Youngtimer oder ein Oldtimer-Motorrad – wenn Sie Ihr Fahrzeug nur monatsweise, zum Beispiel im Sommer, nutzen, eignet sich ein Saison-Kennzeichen. Hier erfolgt die Zulassung für zwei bis elf Monate. Beachten Sie dabei, dass es nicht möglich ist, die saisonale Zulassung auf zwei Perioden innerhalb des gewählten Jahreszeitraums aufzuteilen – sondern sie gilt nur für zusammenhängende Monate. In der Zeit, in der Ihr Fahrzeug nicht zugelassen ist, muss es auf Privatgrund geparkt sein.

Vorteil der Saison-Zulassung ist, dass Sie nur für die definierten Monate Steuern bezahlen. Zudem ist Ihr Fahrzeug automatisch an- bzw. abgemeldet, somit sparen Sie sich einen mehrmaligen Behördengang zu Zulassungsstelle.

Variante 3: Kurzzeit-Kennzeichen in Schwarz und mit Zeitraum-Angabe auf Gelb

Ein Kurzzeit-Kennzeichen ist für jede Kfz-Klasse möglich und gilt bis maximal fünf Tage. An dem gelb eingeprägten Datum läuft das Kurzzeit-Kennzeichen aus. Somit eignet sich dieses Oldtimer-Kennzeichen, das mit Schildern rund 30 Euro kostet, wenn Sie Probe- oder Überführungsfahrten mit Ihrem Fahrzeug machen. Die Zulassung mit dem Kurzzeit-Kennzeichen erfolgt am eigenen Wohnort oder am Standort des Fahrzeugs.

Wichtig: Seit April 2016 ist auch für das Kurzzeit-Kennzeichen eine Hauptuntersuchung Pflichtvoraussetzung.

Variante 4: Wechsel-Kennzeichen mit W-Buchstaben und Fahrzeug-Nummern

Mit einem Wechsel-Kennzeichen können Sie zwei Oldtimer (oder zwei Oldtimer-Motorräder) auf eine Kennzeichennummer zulassen – nur einen dürfen Sie mit dem Nummernschild versehen und fahren, während der andere auf Privatgrund abgestellt ist. Hier bezahlen Sie für beide Fahrzeuge Steuern, mitunter erhalten Sie aber einen Rabatt für die Haftpflicht (Mehr zur Oldtimerversicherung).

2. Spezielle Oldtimer-Zulassung / Oldtimer-Kennzeichen:

H-Kennzeichen und 07er-Kennzeichen haben die Besonderheit, dass ein Pauschalsteuersatz von 191,73 Euro für Oldtimer und 46,02 Euro für Oldtimer-Motorräder anfällt. Auch können Sie mit einem solchen Oldtimer-Kennzeichen in Umweltzonen hineinfahren, auch wenn Ihr Fahrzeug eine gelbe oder rote Plakette hätte. Allerdings ist das H-Kennzeichen steuerlich nicht immer die günstigste Zulassungsform – informieren Sie sich genauer, wenn Sie ein Kennzeichen für einen Oldtimer mit großem Hubraum oder ein Oldtimer-Motorrad brauchen.

Variante 1: H-Kennzeichen – in Schwarz und mit H-Buchstaben

Ihr Fahrzeug muss bestimmte Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen erfüllen: So muss es vor mehr als 30 Jahren zum ersten Mal zugelassen worden sein – hier gilt der Monat der Erstzulassung Ihres Oldtimers. Außerdem sollte Ihr Fahrzeug möglichst im Originalzustand erhalten sein und größere Umbaumaßnahmen sollten den Geist der Entstehungszeit widerspiegeln. Über eine Hauptuntersuchung hinaus benötigen Sie eine Gutachter-Abnahme, die das Fahrzeug als Oldtimer einstuft.

Neu seit Februar 2017: H-Kennzeichen und Saison-Kennzeichen in Kombination

Bislang galt ein Entweder-oder bei H- und Saison-Kennzeichen. Durch eine Änderung in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung können Sie aber künftig diese Kennzeichen kombinieren.

So sparen Sie erheblich an Steuern, wenn Ihr Fahrzeug die Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen erfüllt und Sie es nicht ganzjährig zulassen möchten, sondern zum Beispiel nur in den Sommermonaten.

Variante 2: 07er-Kennzeichen – in Rot

Anders als für das H-Kennzeichen können die Regelungen der jeweiligen Zulassungsstelle für die Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen mit rotem Kennzeichen sein: Mitunter ist sie lediglich für den Ersteintrag nötig, dennoch ist sie auf freiwilliger Basis zu empfehlen. Das Mindestalter des Fahrzeuges muss aber dennoch 30 Jahre betragen. Sie können Ihr Fahrzeug mit diesem Oldtimer-Kennzeichen nur eingeschränkt nutzen, zum Beispiel für Probe- und Überführungsfahrten sowie für Oldtimer-Veranstaltungen. Private Fahrten, wie zum Beispiel Hochzeitsfahrten, sind nicht möglich.

Der große Vorteil ist: Sie können mehrere Fahrzeuge unter einer Kennzeichennummer zulassen. An den Oldtimer, den Sie fahren möchten, bringen Sie das Kennzeichen an; alle Fahrzeuge müssen auf Privatgrund geparkt sein.

Gut zu wissen: Die Kennzeichen-Vergünstigungen des H-Kennzeichens und des 07er-Kennzeichen können nicht kombiniert werden. Machen Sie sich deshalb vor der Oldtimer-Zulassung Gedanken und entscheiden Sie sich für eine Lösung.

Autorin Barbara SchweigertAutorin dieses Beitrags:

Barbara Schinko arbeitet seit 2016 bei Hiscox und schreibt für den Classic Cars Blog. Sie schreibt besonders gern über Rallyes und Messen, die sie besucht hat – etwa die Techno Classica, Mille Miglia oder Ennstal Classic. Mit dabei sind aber hilfreiche Service-Artikel für Oldtimer-Besitzer – wie hier zu Oldtimer-Kennzeichen.