Die britischen Marken Morris, Rover, Triumph oder Austin verließen selten die britischen Inseln und sind heute interessant für Oldtimer-Käufer. Doch welche Hürden kommen mit dem Brexit, dem Ausstieg aus der EU? Und was ist für den Oldtimer-Import aus EU-Ländern generell zu beachten?

Warum im Ausland nach Oldtimer-Angeboten suchen?

Die Recherche auf dem Oldtimer-Markt im europäischen Ausland kann sich lohnen: Weitet man den Suchradius aus, sind die Angebote vielfältiger – vor allem wenn man in den Herkunftsländern der Marken Ausschau hält. Mit Glück findet man echte Raritäten, Fahrzeuge in Top-Zustand oder zu einem besonders günstigen Preis.

Oldtimer-Import aus EU-LändernEin Highlight ist auch der Besichtigungstermin, der sich gut mit einem kürzeren oder längeren Urlaub verbinden lässt. (Eine persönliche Besichtigung – idealerweise zu zweit – ist absolut sinnvoll. Mehr darüber auch in unserem Blogbeitrag 5 Tipps zum Oldtimer-Kauf.)

Für Oldtimer-Käufe und -Besichtigungen war ich bereits in Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Polen und Schweden unterwegs. Und 2009 bin ich extra nach Tynygraig in Wales gefahren – wohin es mich vielleicht nie verschlagen hätte, wenn dort nicht ein wunderschöner Jaguar zu verkaufen gewesen wäre.

Oldtimer-Import aus EU-Ländern

Haben Sie Ihr Traumauto gefunden, ist der Rest einfacher als gedacht. Wenn Sie den Kaufvertrag und die Originalpapiere zu dem Oldtimer in Händen haben, haben Sie in der Regel kaum Probleme mit dem Import und der Zulassung in Deutschland. Hilfreich sind auch technische Dokumentationen. Und es ist wichtig, die Einfuhr-Regelungen zu kennen und durch den Oldtimer-Import anfallende Zusatzkosten (zum Beispiel die Transportkosten) miteinzukalkulieren.

Für Importe aus EU-Ländern fallen aktuell keine Zölle oder Importsteuern an. Auch die bürokratischen Hürden sind durch die Zugehörigkeit zur EU überschaubar. Das kann sich aber für Großbritannien ändern:

Brexit-Ausblick: Oldtimer-Import aus Großbritannien

Die Brexit-Entscheidung ist zwar da, aber die Konsequenzen – auch für den Oldtimer-Import – sind noch offen: Experten rechnen damit, dass ähnliche Bedingungen wie für die Schweiz oder Norwegen ausgehandelt werden könnten. Somit würden sich Nachteile für den Oldtimer-Import ergeben, wenn auch keine gravierenden.

Ein zweites Szenario ist, dass Großbritannien den Status als Überseeland erhalten. Die Folge: Die Einfuhrhürden und -kosten steigen – etwa auf das Niveau von Oldtimer-Importen aus den USA oder Japan.

Oldtimer-Import aus europäischen Ländern ohne EU-Zugehörigkeit

Die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island sind EFTA-Staaten, die mit der EU ein Abkommen zu Handelserleichterung haben. Wenn Sie aus einem dieser Länder einen Oldtimer importieren möchten, müssen Sie nur unter einer Voraussetzung keine Zollgebühren bezahlen: der Oldtimer muss auch in einem Mitgliedsland produziert worden sein. Andernfalls – etwa bei in den USA oder Japan produzierten Fahrzeugen – fällt eine Abgabe in Höhe von 10 % an. Für die Zollbefreiung legen Sie einfach eine Bestätigung zur Herkunft Ihres Fahrzeugs vor, eine sogenannte Warenverkehrsbescheinigung „EUR.1“.

Ein Hinweis zu den Regelungen für Oldtimer-Importe aus der Schweiz: Hier fällt fast immer eine 19 %ige Einfuhrumsatzsteuer auf den Fahrzeugwert an – außer Sie können einen Nachweis vorlegen, dass Ihr Oldtimer vom deutschen Zoll als historisches Kulturgut anerkannt ist. Somit beträgt der Steuersatz lediglich 7 %.

Viel Erfolg für Sie bei Ihrem Oldtimer-Import! Wenn Sie selbst Erfahrungen gemacht und ergänzen möchten, schreiben Sie gerne einen Kommentar zu diesem Blogbeitrag.

Autor Rainer PeukertAutor dieses Beitrags:

Rainer Peukert hat sich schon in jungen Jahren in die Technik und das Design von Oldtimern verliebt – vor allem in die Schätze der Vorkriegszeit. Wenn Sie ihn persönlich kennenlernen möchten, bietet die Nürburgring Classic von 16.-18. Juni 2017 die nächste Gelegenheit.