„Ein Gebrauchtwagen, der direkt vor Ihre Haustür geliefert wird“ – das ist das Konzept des Startups Carspring. Seit Mai 2015 segeln Max Vollenbroich und Peter Baumgart – die Gründer von Carspring – unter der Flagge von Rocket Internet. Wie es zu der Venture-Idee kam, wie der Alltag eines frischgebackenen Gründers aussieht und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt, Teil des Rocket Internet Netzwerks zu sein, hat Max Vollenbroich uns im Gespräch verraten.

Die Idee, zu gründen

Bei Carspring handelt es sich um eine Online-Plattform für den Kauf von Gebrauchtwagen. Das Besondere daran ist, dass Carspring sich um alles kümmert: von der Testfahrt über technischen Fragen bis hin zur Umtauschgarantie. Das junge Unternehmen fungiert dabei als eine Art „soziale Versicherung, bei der ich meine Hand ins Feuer halte, damit der Kauf vertrauensvoll abläuft und einen gewissen Qualitätsanspruch bietet“, so der 27-jährige Jungunternehmer.

Ein Rocket Internet Scout schlug den beiden die Idee vor, eine Online-Plattform zum Kauf gebrauchter Autos zu gründen. Die Lust auf Selbstständigkeit entwickelte sich bei Max bereits Ende 2014; die Anfrage kam also genau zur richtigen Zeit. Die ehemaligen McKinsey-Berater Max und Peter wurden Anfang des Jahres von Rocket zusammengeführt und feilten gemeinsam mit dem Venture-Unternehmen an der Umsetzung der Idee, Carspring in Europa auf den Markt zu bringen.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Nach drei Monaten in der Startup-Szene, wenig Schlaf und einem mittlerweile sehr guten Eindruck vom Leben eines Entrepreneurs lautet die wichtigste Einsicht von Max: Fragen stellen. Getreu dem Motto „Wer nicht fragt, bleibt dumm“ zieht der Unternehmer sehr viel Inspiration aus dem fachlichen Austausch mit anderen Gründern aus dem Startup-Hub in London, in dem er gegenwärtig arbeitet. „Das gilt natürlich nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitarbeiter. Das charmante an dem Umfeld (der Startup-Szene) ist, dass es noch keinen goldenen Weg gibt – darum muss man ehrlich zu sich selbst sein und viel nachfragen!“

Und noch eins muss man laut des Mühlheimers haben: Mut. Mut, für sich selbst einzustehen, Prozesse und Zustände zu hinterfragen, und kontinuierlich zu verbessern. „Glaubst du an das Modell? Glaubst du, dass du die Fähigkeit hast, das Modell zum Laufen zu bringen? Kannst du dich auf deinen Partner verlassen?“ Falls diese Fragen mit „ja“ beantwortet werden, hat das Unternehmen Zukunft.

Ungeahnte Herausforderungen

Für Max ist das interne und externe Management eine der größten Herausforderungen. Nicht nur die eigenen Mitarbeiter, die meist ähnlich motiviert und leistungsbereit sind, sondern auch das Bedienen der Außendienstler bis hin zu Vorständen von großen, oft noch sehr hierarchischen Unternehmen, muss funktionieren und kann schon mal hektisch werden.

Eine große Herausforderung, die den Jungunternehmer selbst überrascht hat, ist es, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Im Klartext bedeutet dies, dass sich Gründer insbesondere am Anfang vom Acht-bis-Siebzehn-Uhr-Job verabschieden müssen. Überwiegt jedoch das Gründer-Gen – wie auch bei Max Vollenbroich und Peter Baumgart – werden nicht die Stunden am Schreibtisch gezählt, sondern viel mehr die „Freude am Unternehmen“ als Motivation gesehen.