Fotografie zeigt eine Person vor zwei Monitoren mit Programmiercode auf einem Bildschirm, der verschiedene Funktionen und Variablen in farblich hervorgehobener Syntax darstellt. Szene vermittelt Arbeitsumgebung eines Softwareentwicklers mit Fokus auf Codierung und Softwareentwicklung.

Welche finanziellen Risiken haben IT-Unternehmen und IT-Freelancer?

Softwarefehler, Projektverzug, Cybervorfälle oder Schäden an der eigenen Betriebsausstattung können die Liquidität von IT-Unternehmen und IT-Freelancern belasten. Dieser Beitrag zeigt, welche Kosten daraus entstehen und wie sich die verschiedenen finanziellen Risiken unterscheiden.

Außerdem erfahren Sie, welche Versicherungsbausteine in der Praxis häufig kombiniert werden. Dafür werden unter anderem anonymisierte interne Hiscox Vertragsdaten ausgewertet.

Von Marc Thamm

13 Min. Lesezeit17.09.2026
Business-Mann in hellblauem Hemd sitzt am Schreibtisch und hält sein Handy in der Hand.

Kurz zusammengefasst:

  • Thema: Welche finanziellen Risiken IT-Freelancer und IT-Unternehmen besonders belasten können. 
  • Relevante Risiken: Berufliche Fehler, Projektverzug, Cybervorfälle, IT-Ausfälle, Personen- und Sachschäden sowie Schäden an der eigenen Betriebsausstattung. 
  • Ziel: Die möglichen Kosten und wirtschaftlichen Folgen der wichtigsten IT-Risiken verständlich einordnen. 
  • Orientierung: Der Beitrag zeigt anhand typischer Schadenursachen und interner Hiscox Vertragsdaten, wie IT-Unternehmen ihre Risiken in der Praxis absichern.

Warum sind finanzielle Risiken in der IT besonders kritisch?

Finanzielle Risiken können IT-Freelancer und IT-Unternehmen besonders stark treffen, weil hohe Einzelschäden, begrenzte personelle Reserven und laufende Kosten die Liquidität des Unternehmens schnell belasten können.

Warum sind IT-Freelancer besonders anfällig?

Abhängigkeit von wenigen Auftraggebern:
IT-Freelancer erzielen einen großen Teil ihres Umsatzes häufig mit wenigen Auftraggebern und einzelnen umfangreichen Projekten. Wird ein Auftrag abgebrochen, verzögert sich die Abnahme. Zahlt ein Kunde nicht, kann ein wesentlicher Teil der geplanten Einnahmen kurzfristig wegfallen.

Abhängigkeit von der eigenen Arbeitskraft:
Der Umsatz hängt unmittelbar von der persönlichen Arbeitsleistung ab. Fällt der Freelancer aus, können laufende Projekte oft nicht ohne Weiteres übernommen oder fortgeführt werden. Kosten für Software, Versicherungen, Arbeitsräume oder Finanzierungen laufen dennoch weiter.

Hohe Verantwortung in Kundenprojekten:
IT-Freelancer arbeiten häufig an Anwendungen, Datenbanken oder Systemen, die für die Geschäftsprozesse ihrer Auftraggeber wichtig sind. Fehler oder Verzögerungen können deshalb finanzielle Folgen auslösen, die deutlich über dem Wert des eigenen Auftrags hinausgehen.

Warum können finanzielle Risiken IT-Unternehmen stark belasten?

Komplexe Projektstrukturen:
IT-Unternehmen betreuen häufig mehrere Kunden und parallel laufende Projekte. Verzögerungen oder Fehler können sich deshalb auf weitere Projekte auswirken und zusätzliche Personal- oder Entwicklungskosten verursachen.

Abhängigkeit von Schlüsselpersonen:
Auch IT-Unternehmen sind häufig auf das Know-how einzelner Mitarbeiter oder externer Spezialisten angewiesen. Fällt eine Schlüsselperson kurzfristig aus, können Projekttermine gefährdet sein, während Personalkosten und andere laufende Ausgaben weiter anfallen.

Mehrere Risiken können gleichzeitig eintreten:
Finanzielle Risiken treten selten isoliert auf. Ein Projektverzug kann beispielsweise die Abrechnung verzögern und zusätzliche Aufwände verursachen. Ist die Verzögerung vom IT-Unternehmen zu vertreten, kann dies zu Schadenersatzforderungen führen. Bleiben parallel Kundenzahlungen aus, kann die Liquidität erheblich unter Druck geraten.

Welche finanziellen Risiken sieht die IT-Branche?

Die Hiscox IT-Umfrage 2025 zeigt, dass IT-Freelancer und IT-Unternehmen mit unterschiedlichen finanziellen Risiken rechnen. Besonders häufig nennen die Befragten Cyberangriffe mit 81 Prozent, menschliches oder technisches Versagen mit 77 Prozent und den Ausfall der IT-Infrastruktur mit 70 Prozent. 

Jeweils 66 Prozent sehen außerdem Risiken durch Programmierfehler sowie durch Projektverzug, Projektausfall oder Projektabbruch.

Balkendiagramm zeigt größte Risiken der IT-Branche mit Prozentangaben zu Schadensarten, darunter Cyber-Angriff (81 %), menschliches oder IT-Versagen (77 %) und Ausfall der IT-Infrastruktur (70 %). Rote Balken mit Beschriftungen heben weitere Risiken wie Verletzung geistiger Eigentumsrechte, Projektverzug, Programmierfehler sowie Nutzung und Bereitstellung von KI-Lösungen hervor.
Quelle: Hiscox IT-Umfrage 2025

Diese Risiken können Schadenersatzforderungen, zusätzliche Projektkosten, Wiederherstellungsaufwand, verzögerte Einnahmen und Betriebsausfälle auslösen. Treffen mehrere Belastungen gleichzeitig aufeinander, kann die Liquidität des Unternehmens stark unter Druck geraten.

Unser Lese-Tipp: Echte Schadensfälle aus der IT-Praxis zeigen, wann Haftung entsteht und welche konkreten Kosten sie verursachen können.

Wie führen berufliche Fehler zu Vermögensschäden?

Fehler in IT-Projekten können erhebliche finanzielle Folgen haben. Softwarefehler, Projektverzug oder fehlerhafte Implementierungen können beim Auftraggeber Vermögensschäden verursachen und zu Schadenersatzforderungen führen. Gleichzeitig entstehen dem IT-Freelancer oder IT-Unternehmen zusätzliche Projektkosten, Mehraufwand und verzögerte Zahlungseingänge.

Welche finanziellen Folgen können Softwarefehler haben?

Softwarefehler können große finanzielle Schäden verursachen. Neben den Kosten für Analyse, Nachbesserung und erneute Tests können Projektverzögerungen, zusätzliche Entwicklungsaufwände und Vermögensschäden beim Auftraggeber entstehen.

SoftwarefehlerMögliche finanzielle Folgen
Ein Programmierfehler legt eine Anwendung oder ein System lahmBetriebsunterbrechung beim Kunden, Umsatzausfälle, mögliche Schadenersatzforderungen
Fehlerhafte DatenmigrationKosten für Datenwiederherstellung, Projektverzögerungen, zusätzlicher Personalaufwand
Fehlerhafte SchnittstellenManuelle Nacharbeiten, zusätzliche Entwicklungs- und Testkosten
Fehler bei Updates oder ReleasesRollback, Fehleranalyse, erneute Tests, verspätete Produktivsetzung
Sicherheitslücken in der SoftwareIncident Response, IT-Forensik, Datenschutzmaßnahmen, mögliche Ansprüche Dritter
Fehlerhafte Berechnungen oder AutomatisierungenFehlbuchungen, Produktionsfehler, Korrekturkosten und wirtschaftliche Schäden beim Auftraggeber

Warum können Projektverzug und Fristversäumnisse hohe Kosten verursachen?

IT-Projekte sind häufig an feste Meilensteine, Release-Termine oder vertraglich vereinbarte Fristen gebunden. Kommt es zu Verzögerungen, können Projekte ins Stocken geraten und zusätzliche Kosten für Auftraggeber und IT-Dienstleister entstehen.

Mögliche finanzielle Folgen von Projektverzug und Fristversäumnissen sind: 

  • zusätzliche Entwicklungs- und Personalkosten 
  • Nachbesserungen und erneute Testläufe 
  • verzögerte Projektabnahmen und Zahlungseingänge 
  • Vertragsstrafen oder Schadenersatzforderungen 
  • verschobene Folgeprojekte und entgangene Umsätze 
  • zusätzlicher Abstimmungs- und Koordinationsaufwand 

Das hilft in der Praxis: In der Praxis entstehen Verzögerungen häufig durch unklare Anforderungen, nachträgliche Änderungswünsche oder fehlende Kundenfreigaben. Eine präzise Leistungsbeschreibung, verbindliche Meilensteine und eine nachvollziehbare Projektdokumentation helfen, spätere Streitigkeiten und zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Hiscox Experten-Tipp

Aus der Schadenpraxis zeigt sich: Die meisten finanziellen Schäden entstehen nicht durch spektakuläre IT-Pannen, sondern durch wiederkehrende Fehler in Projekten. Besonders häufig sind:

  • Programmierfehler 
  • Projektverzug und Fristversäumnisse 
  • Fehlerhafte Implementierungen und Systemkonfigurationen 
  • Urheberrechtsverletzungen

 

Welche Schäden entstehen durch fehlerhafte Implementierungen und Systemkonfigurationen?

Auch fehlerfrei entwickelte Software kann finanzielle Schäden verursachen, wenn sie falsch eingerichtet oder nicht ausreichend getestet wird. Besonders kritisch sind Fehler, die erst im laufenden Betrieb auffallen und zentrale Systeme oder Geschäftsprozesse des Auftraggebers beeinträchtigen.

So entwickelt sich aus einer fehlerhaften Implementierung ein finanzieller Schaden:

1. Technischer Fehler
Eine Software wird fehlerhaft implementiert, eine Schnittstelle funktioniert nicht oder ein System ist falsch konfiguriert.

2. Zusätzlicher Aufwand
Der Fehler muss analysiert, behoben und erneut getestet werden. Projektteams bleiben länger gebunden, Mitarbeitende müssen manuell eingreifen und der Go-live verschiebt sich.

3. Finanzieller Schaden
Zusätzliche Projektkosten, Produktionsausfälle, höhere Personalkosten oder Umsatzeinbußen können die Folge sein. Unter bestimmten Voraussetzungen können daraus auch Schadenersatzforderungen entstehen.

Welche finanziellen Folgen können Urheberrechtsverletzungen haben?

Urheberrechtsverletzungen können entstehen, wenn geschützte Inhalte ohne ausreichende Nutzungsrechte in Software, Websites oder digitale Anwendungen eingebunden werden. Betroffen sein können unter anderem Quellcode, Bilder, Grafiken, Schriftarten, Datenbanken oder Open-Source-Komponenten.

Mögliche finanzielle Folgen sind:

  • Abmahn- und Anwaltskosten 
  • Unterlassungs- und Schadenersatzforderungen 
  • Kosten für die Entfernung oder den Austausch betroffener Inhalte 
  • zusätzliche Entwicklungs- und Projektkosten 
  • Verzögerungen bei Releases oder Produktstarts 
  • Vermögensschäden beim Auftraggeber 

Nicht jede Forderung ist berechtigt

Nicht jede Schadenersatzforderung ist automatisch berechtigt. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht, hängt von den rechtlichen Voraussetzungen des Einzelfalls ab. Es lohnt sich deshalb, die Forderung im Streitfall fachlich und rechtlich prüfen zu lassen, bevor Zahlungen geleistet oder Ansprüche anerkannt werden.

Welche Voraussetzungen für eine Haftung erfüllt sein müssen, erfahren Sie in unserem Überblick zu Haftungsrisiken in IT-Projekten.

Welche Kosten verursachen Cybervorfälle und IT-Ausfälle?

Cybervorfälle und IT-Ausfälle können den Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen und hohe Folgekosten verursachen. Besonders belastend wird ein Vorfall, wenn technische Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung und mögliche Ansprüche Dritter zusammenkommen.

Wie entstehen Kosten durch einen Cyberangriff?

Kosten durch einen Cyberangriff entstehen vor allem durch IT-Forensik, Krisenmanagement und die Wiederherstellung von Systemen und Daten

Führt der Vorfall zu einer Betriebsunterbrechung, kommen Arbeitsausfälle, Projektverzögerungen und Umsatzeinbußen hinzu. Je nach Schaden können außerdem Datenschutzkosten sowie Ansprüche von Kunden oder Geschäftspartnern entstehen.

Flussdiagramm zeigt Schritte von Cyberangriff bis finanziellen Schaden mit fünf roten Symbolen und Beschriftungen: Cyberangriff, Systeme und Daten beeinträchtigt, Sofortmaßnahmen und Wiederherstellung, Geschäftsbetrieb eingeschränkt, finanzielle Folgen. Diagramm verdeutlicht Zusammenhang zwischen Angriff und wirtschaftlichen Auswirkungen durch abnehmende Balken und Münzstapel mit Eurozeichen.

Welche finanziellen Folgen hat eine Betriebsunterbrechung?

Die finanziellen Folgen einer Betriebsunterbrechung entstehen vor allem durch ausbleibende Umsätze, weiterlaufende Fixkosten und zusätzlichen Aufwand für die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs. IT-Freelancer und IT-Unternehmen können ihre Leistungen während eines Ausfalls oft nicht oder nur eingeschränkt erbringen, während Gehälter, Mieten, Softwarelizenzen und Finanzierungskosten weiterlaufen.

Je nach Dauer und Ausmaß der Betriebsunterbrechung kommen weitere Kosten hinzu:

  • unproduktive Personalkosten 
  • Verzögerungen bei laufenden Projekten 
  • Kosten für externe IT-Dienstleister 
  • Vertragsstrafen oder Preisnachlässe 
  • Mehraufwand für Kundenkommunikation und Projektsteuerung 

Besonders kritisch wird eine längere Betriebsunterbrechung, wenn nur geringe finanzielle Rücklagen vorhanden sind oder mehrere Projekte gleichzeitig betroffen sind. Dann kann ein technischer Ausfall die Liquidität des Unternehmens unmittelbar belasten.

Welche Eigenschäden entstehen bei einem Cybervorfall?
Bei Cybervorfällen entstehen häufig zunächst Kosten im eigenen Unternehmen. Dazu zählen insbesondere Aufwendungen für IT-Forensik, die Wiederherstellung von Systemen und Daten, Krisenmanagement sowie Umsatzausfälle während der Betriebsunterbrechung. 

Diese Eigenschäden können die Liquidität stark belasten, auch wenn kein Kunde oder Geschäftspartner Schadenersatz fordert.

Cybervorfälle können sowohl das eigene Unternehmen als auch Kundensysteme betreffen. Welche Risiken durch die IT-Berufshaftpflicht abgedeckt werden und in welchen Fällen eine Cyber-Versicherung zum Tragen kommt, erfahren Sie in unserem Vergleich von IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung.

Welche finanziellen Folgen haben Personen- und Sachschäden?

Personenschäden und Sachschäden können für IT-Freelancer und IT-Unternehmen hohe Kosten auslösen. Dazu zählen Schadenersatzansprüche, Reparatur- oder Wiederbeschaffungskosten, Nutzungsausfälle sowie Aufwendungen für die Prüfung und Abwehr von Forderungen.

Personenschaden

Der Auslöser
Ein IT-Dienstleister installiert neue Netzwerktechnik beim Kunden. Ein Besucher übersieht ein ungesichertes Kabel, stürzt und verletzt sich.

Die Ansprüche
Die verletzte Person macht Schadenersatzansprüche geltend. Je nach Schwere der Verletzung können unter anderem Schmerzensgeld, Behandlungskosten oder Verdienstausfälle hinzukommen.

Die finanziellen Folgen
Zusätzlich können Regressforderungen von Sozialversicherungsträgern sowie Anwalts-, Gerichts- oder Gutachterkosten entstehen.

Sachschaden

Der Auslöser
Während der Installation stößt ein IT-Dienstleister versehentlich einen Server oder Monitor des Kunden um und beschädigt das Gerät.

Die Ansprüche
Der Kunde verlangt Ersatz für die Reparatur oder Wiederbeschaffung des beschädigten Geräts.

Die finanziellen Folgen
Kann der Kunde seine Systeme dadurch vorübergehend nicht nutzen, können weitere Ansprüche wegen Nutzungsausfällen oder Betriebsunterbrechungen entstehen.

Welche finanziellen Risiken entstehen bei Schäden an der eigenen Betriebsausstattung?

Werden Elektronik oder Büroeinrichtung beschädigt, entstehen Kosten für Reparatur oder Wiederbeschaffung. Für IT-Unternehmen können zusätzlich Ausgaben für die Datenwiederherstellung, Aufräumarbeiten oder eine Betriebsunterbrechung anfallen.

Die folgende Übersicht zeigt typische Schäden an der Betriebsausstattung und ihre möglichen finanziellen Folgen:

SchadenFinanzielles Risiko
Laptop oder Server beschädigtReparatur oder Ersatz sowie Kosten für die Wiederherstellung von Daten
Büro durch Wasser oder Brand beschädigtErsatz der Betriebseinrichtung sowie Kosten für Aufräum- und Wiederherstellungsmaßnahmen
Waren oder Arbeitsmittel zerstörtWiederbeschaffung und zusätzliche Ausgaben bis zur Wiederaufnahme des Betriebs
Geschäftsräume vorübergehend nicht nutzbarProjektverzögerungen, Ertragsausfälle und weiterlaufende Fixkosten

Wie sichern IT-Unternehmen ihre Risiken in der Praxis ab?

Eine Auswertung anonymisierter interner Hiscox Vertragsdaten zeigt: 77,5 Prozent der IT-Unternehmen und IT-Freelancer kombinieren ihre IT-Berufshaftpflicht mit mindestens einem weiteren Versicherungsbaustein. 

Diagramm zeigt Absicherungsstrategien von IT-Unternehmen mit Prozentangaben zu verschiedenen Versicherungsarten, wobei 77,5 % mehrere Bausteine kombinieren. Farblich hervorgehobene Icons und Zahlen verdeutlichen Betriebs­haftpflicht (72,7 %), Cyber-Versicherung (25,5 %), Elektronik- und Büro­inhalts­versicherung (11,6 %) sowie ausschließliche IT-Berufshaftpflicht (22,5 %).
Quelle: Auswertung interner Hiscox Vertragsdaten

Am häufigsten wird die IT-Berufshaftpflicht um eine Betriebshaftpflicht ergänzt. Insgesamt 72,7 Prozent der ausgewerteten Verträge enthalten diesen Baustein. Eine Cyber-Versicherung haben 25,5 Prozent zusätzlich abgeschlossen, eine Elektronik- und Büroinhaltsversicherung 11,6 Prozent. Ausschließlich auf eine IT-Berufshaftpflicht setzen 22,5 Prozent. 

Die häufigste konkrete Kombination besteht aus IT-Berufshaftpflicht und Betriebshaftpflicht. Sie macht 46,7 Prozent der ausgewerteten Verträge aus. Weitere 15,2 Prozent kombinieren beide Haftpflichtbausteine zusätzlich mit einer Cyber-Versicherung. 

Wie lassen sich finanzielle Risiken absichern?

Finanzielle Risiken lassen sich durch unterschiedliche Versicherungen absichern. Für IT-Unternehmen und IT-Freelancer ist meist eine Kombination mehrerer Versicherungsbausteine sinnvoll.

  • IT-Berufshaftpflicht: schützt vor Vermögensschäden durch berufliche Fehler und übernimmt die Prüfung sowie die Abwehr unberechtigter Ansprüche. 
  • IT-Betriebshaftpflicht: schützt bei Personen- und Sachschäden, die IT-Freelancer oder IT-Unternehmen Dritten zufügen. 
  • Cyber-Versicherung: schützt vor eigenen finanziellen Schäden durch Cyberangriffe und andere Cybervorfälle. 
  • Elektronik- und Büroinhaltsversicherung: schützt die eigene Elektronik, Büroeinrichtung und das betriebliche Equipment. 

Eine ausreichend hohe Versicherungssumme (Deckung) schützt vor den finanziellen Folgen größerer Schadenfälle. Welche Versicherungssumme ein IT-Unternehmen braucht, hängt vom individuellen Risiko ab.

IT-Betriebshaftpflicht (Personen- und Sachschäden), Cyber-Versicherung (Schutz vor Hackerangriffen) und Elektronik- und Büroinhaltsversicherung (Schäden an Einrichtung und Equipment). Jede Kategorie ist durch ein rotes Symbol (Laptop, Person mit Schild, Schloss, Bildschirm mit Smartphone) und kurze Beschreibung hervorgehoben.

IT-Haftungsrisiken kennen. Vermögensschäden absichern.

Ein Fehlkonfiguration, eine fehlerhafte Beratung oder eine ausgefallene Software kann schnell hohe Kosten verursachen. Die IT-Haftpflichtversicherung von Hiscox schützt IT-Dienstleister vor den finanziellen Folgen beruflicher Fehler und unterstützt im Schadenfall mit Versicherungsschutz, der auf die Anforderungen der IT-Branche zugeschnitten ist.

Fazit: Welche finanziellen Risiken sollten IT-Unternehmen absichern?

Finanzielle Risiken gehören zum Alltag von IT-Freelancern und IT-Unternehmen.  Projektverzögerungen, Cyberangriffe, Personen- oder Sachschäden sowie Schäden an der eigenen Betriebsausstattung können hohe Kosten verursachen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden.

Welche Risiken im Einzelfall bestehen, hängt von der Tätigkeit, den betreuten Kunden und der IT-Infrastruktur ab. Deshalb ist es sinnvoll, den Versicherungsschutz an das individuelle Risikoprofil anzupassen und verschiedene Versicherungsbausteine miteinander zu kombinieren.

FAQ: Finanzielle Risiken für IT-Unternehmen und IT-Freelancer

Was sind die größten finanziellen Risiken für IT-Unternehmen?

Besonders relevant sind berufliche Fehler, Projektverzug, Cybervorfälle, IT-Ausfälle sowie Personen- und Sachschäden. Auch Schäden an der eigenen Betriebsausstattung können Reparaturkosten, Wiederbeschaffungsaufwand und Betriebsunterbrechungen auslösen. 

Warum sind IT-Freelancer finanziell besonders anfällig?

IT-Freelancer sind häufig von wenigen Auftraggebern und der eigenen Arbeitskraft abhängig. Fällt ein großes Projekt aus, verzögert sich die Abnahme oder bleibt eine Zahlung aus, kann ein wesentlicher Teil der geplanten Einnahmen kurzfristig fehlen. 

Wann wird ein Softwarefehler besonders teuer?

Hohe Kosten entstehen vor allem dann, wenn der Fehler zentrale Systeme oder Geschäftsprozesse des Auftraggebers beeinträchtigt. Neben Analyse, Nachbesserung und erneuten Tests können Betriebsunterbrechungen, Umsatzausfälle und Schadenersatzforderungen hinzukommen. 

Welche Kosten können durch Projektverzug entstehen?

Projektverzug kann zusätzliche Entwicklungs- und Personalkosten, verspätete Abnahmen und verzögerte Zahlungseingänge verursachen. Je nach Vertrag kommen außerdem Vertragsstrafen, Schadenersatzforderungen oder verschobene Folgeprojekte infrage. 

Was kostet ein Cybervorfall ein IT-Unternehmen?

Die Kosten hängen vom Umfang des Vorfalls ab. Typisch sind Ausgaben für IT-Forensik, Daten- und Systemwiederherstellung, Krisenmanagement sowie Umsatzausfälle während einer Betriebsunterbrechung. 

Warum ist eine Betriebsunterbrechung finanziell so belastend?

Während des Ausfalls bleiben Einnahmen häufig aus, obwohl Fixkosten wie Gehälter, Miete, Softwarelizenzen oder Finanzierungskosten weiterlaufen. Zusätzliche Kosten können durch externe IT-Dienstleister, Projektverzögerungen und die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs entstehen. 

Welche finanziellen Folgen haben Urheberrechtsverletzungen in IT-Projekten?

Urheberrechtsverletzungen können Abmahn-, Anwalts- und Schadenersatzkosten auslösen. Hinzu kommen möglicherweise Kosten für die Entfernung oder den Austausch betroffener Inhalte sowie Verzögerungen bei Releases oder Produktstarts. 

Welche Versicherung schützt IT-Freelancer bei beruflichen Fehlern?

Die IT-Berufshaftpflicht schützt vor Vermögensschäden, die durch berufliche Fehler entstehen. Sie übernimmt je nach Vertrag außerdem die Prüfung von Ansprüchen und die Abwehr unberechtigter Forderungen. 

Reicht eine IT-Berufshaftpflicht für IT-Unternehmen aus?

Nicht in jedem Fall. Wer zusätzlich Personen- und Sachschäden, Cybervorfälle oder Schäden an der eigenen Betriebsausstattung absichern möchte, benötigt häufig weitere Versicherungsbausteine. 

Welche Versicherungen kombinieren IT-Unternehmen am häufigsten?

Eine Auswertung anonymisierter interner Hiscox Vertragsdaten zeigt, dass 77,5 Prozent der IT-Unternehmen und IT-Freelancer ihre IT-Berufshaftpflicht mit mindestens einem weiteren Versicherungsbaustein kombinieren. Am häufigsten wird sie um eine Betriebshaftpflicht ergänzt. 

Welche Versicherung schützt bei Schäden an eigener Technik und Büroeinrichtung?

Für Schäden an eigener Elektronik, Büroeinrichtung und betrieblichem Equipment kommt eine Elektronik- und Büroinhaltsversicherung infrage. Je nach Umfang können auch Kosten für Reparatur, Wiederbeschaffung, Datenwiederherstellung oder eine Betriebsunterbrechung abgesichert werden. 

Wie finden IT-Unternehmen den passenden Versicherungsschutz?

Entscheidend sind die eigene Tätigkeit, die betreuten Kunden, die technische Infrastruktur und die übernommenen Verantwortlichkeiten. Sinnvoll ist meist eine Kombination mehrerer Bausteine, die zum individuellen Risikoprofil passt. 

Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox

Autor: Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability

Experte für IT-Risiken & Versicherungslösungen für die Digitalwirtschaft

Marc Thamm ist seit 1992 in der Versicherungsbranche – seit 2004 mit Fokus auf IT-Risiken – tätig. Er arbeitet seit 2013 bei Hiscox. Als Product Head Technology & General Liability bei Hiscox entwickelt er Versicherungslösungen für die IT-, Media- und weitere Branchen der Digitalwirtschaft. Im Bereich Business Tipps & Insights schreibt er unter anderem über das spannende Thema Projekt-Risiken.