Agenturen können KI-Risiken wirksam reduzieren, indem sie klare Regeln für den Einsatz festlegen, Verantwortlichkeiten definieren und KI-Ergebnisse verbindlich prüfen.
1. Klare Regeln für den KI-Einsatz festlegen
Agenturen sollten definieren, welche Tools verwendet werden dürfen, welche Daten eingegeben werden dürfen und für welche Aufgaben KI eingesetzt werden kann. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Anwendungen ausdrücklich ausgeschlossen sind.
2. Verantwortlichkeiten eindeutig zuordnen
Für jedes KI-gestützte Arbeitsergebnis sollte feststehen, wer es erstellt, prüft und freigibt. Bei automatisierten Prozessen braucht es zusätzlich eine Person, die den laufenden Betrieb überwacht und bei Fehlern eingreifen kann.
3. Texte, Bilder und Quellen verbindlich prüfen
Die Prüfung sollte sich nach dem Inhalt richten. Dazu gehören je nach Projekt Fakten, Quellen, Zitate, Rechte Dritter, Marken, Persönlichkeitsrechte, Kundenvorgaben und Nutzungsbedingungen des eingesetzten Tools.
4. Kundendaten und vertrauliche Informationen schützen
Agenturen sollten festlegen, welche Inhalte nicht in externe KI-Systeme eingegeben werden dürfen. Vertrauliche und personenbezogene Daten sollten entfernt, anonymisiert oder nur in dafür freigegebenen Anwendungen verarbeitet werden.
5. Kundenvereinbarungen anpassen
Im Vertrag oder in der Leistungsbeschreibung kann geregelt werden, ob und wofür KI eingesetzt wird, welche Prüfleistungen die Agentur übernimmt und welche Freigaben der Kunde erteilen muss. Auch Zusagen zu Exklusivität oder Rechtefreiheit sollten sorgfältig formuliert werden.
6. KI-Einsatz und Freigaben dokumentieren
Bei relevanten Kundenprojekten sollte nachvollziehbar bleiben, welches Tool eingesetzt wurde, welche Quellen geprüft wurden und wer das Ergebnis freigegeben hat. Es geht nicht darum, jeden Prompt dauerhaft zu archivieren, sondern entscheidende Arbeitsschritte belegbar zu machen.
7. Automatisierung begrenzen und kontrollieren
Inhalte sollten nicht allein deshalb automatisch veröffentlicht werden, weil ein technischer Workflow dies ermöglicht. Für kritische Texte, Kampagnen und umfangreiche Ausspielungen sollten Kontrollpunkte und Möglichkeiten zum schnellen Stoppen vorgesehen werden.
8. Anbieter und Nutzungsbedingungen prüfen
Nutzungsrechte, Datenschutzoptionen und Funktionen unterscheiden sich je nach Tool und Tarif. Änderungen der Bedingungen sollten regelmäßig geprüft werden, vor allem bei Anwendungen, die dauerhaft in Kundenprozesse eingebunden sind.
9. Mitarbeitende regelmäßig schulen
Schulungen sollten nicht nur die Bedienung erklären. Entscheidend sind typische Fehlerquellen, interne Regeln, Datenschutz, Rechte Dritter und die Frage, wann eine fachliche oder rechtliche Klärung erforderlich ist.
10. Vorgehen für Fehlerfälle festlegen
Agenturen sollten vorab klären, wer bei einem fehlerhaften KI-Inhalt informiert wird, wie Veröffentlichungen gestoppt werden und wer die Kommunikation mit dem Kunden übernimmt. So lässt sich im Ernstfall schneller und geordnet reagieren.