Eine Frau macht handschriftliche Notizen an einem Schreibtisch im Büro.

Welche Versicherungssumme ist für Agenturen sinnvoll?

Die Versicherungssumme legt fest, bis zu welcher Höhe ein Versicherer im Schadenfall leistet. Welche Summe für eine Agentur sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand des Jahresumsatzes oder der Unternehmensgröße beurteilen.

Entscheidend sind vor allem die betreuten Kunden, die wirtschaftliche Bedeutung der Projekte, das Leistungsangebot und die vertraglich übernommene Verantwortung. Dieser Beitrag zeigt, welche Faktoren die passende Versicherungssumme beeinflussen, wie hoch Vermögensschäden ausfallen können und wie Agenturen ihre bestehende Absicherung mit einem Praxis-Check überprüfen können.

Von Marc Thamm

14 Min. Lesezeit26.08.2026

Aktualisiert am 04.09.2026

Media-Haftpflichtversicherung von Hiscox: Kreative arbeiten zusammen

Kurz zusammengefasst:

  • Thema: Wie Agenturen die passende Versicherungssumme für ihre Berufshaftpflicht finden 
  • Einflussfaktoren: Kunden, Projekte, Leistungsangebot und vertraglich übernommene Verantwortung 
  • Praxisdaten: Ein Blick in den Hiscox Bestand zeigt, welche Versicherungssummen Agenturen verschiedener Umsatzgrößen in der Praxis vereinbaren
  • Praxis-Check: Agenturen können prüfen, ob ihre aktuelle Versicherungssumme noch zu ihrem Risikoprofil passt

Warum ist die Versicherungssumme für Agenturen so wichtig?

Die Versicherungssumme bestimmt, bis zu welcher Höhe die Haftpflichtversicherung für Agenturen einen versicherten Schaden übernimmt. Sie sollte zum individuellen Haftungsrisiko passen.

Was bedeutet Versicherungssumme?

Die Versicherungssumme, häufig auch Deckungssumme genannt, bezeichnet den maximalen Betrag, den der Versicherer im Rahmen der vereinbarten Bedingungen für einen versicherten Schaden leistet. Sie bildet damit die finanzielle Obergrenze des Versicherungsschutzes.

Ob diese Obergrenze angemessen ist, zeigt sich erst im Verhältnis zum tatsächlichen Haftungsrisiko. Entscheidend ist nicht nur, wie wahrscheinlich ein Fehler ist, sondern welche finanziellen Folgen dieser bei einem Kunden auslösen kann.

Warum die Agenturgröße allein wenig aussagt

Eine kleinere Agentur hat nicht automatisch ein geringeres Haftungsrisiko. Ausschlaggebend ist vielmehr, welche Verantwortung sie übernimmt.

Eine Ein-Personen-Agentur kann beispielsweise:

  • eine reichweitenstarke Kampagne für einen Konzern steuern
  • den Relaunch eines umsatzrelevanten Online-Shops begleiten
  • ein hohes Mediabudget verwalten
  • Marken, Texte oder Bildmaterial für internationale Märkte entwickeln
  • Zugriff auf Websites, Werbekonten oder Kundendaten erhalten

Umgekehrt kann eine größere Agentur überwiegend kleinere, klar begrenzte Projekte betreuen. Der Absicherungsbedarf lässt sich deshalb nicht ausschließlich aus der Zahl der Mitarbeiter oder dem Jahresumsatz ableiten.

Versicherungssumme und Risikoprofil müssen zusammenpassen

Die Wahl der Versicherungssumme ist ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements einer Agentur. Sie sollte das Geschäftsmodell, die Kundenstruktur, die betreuten Projekte und die vertraglich übernommene Verantwortung abbilden.

Wichtige Aspekte bei der Wahl der Versicherungssumme

Infografik zu Faktoren für das Risikoprofil eines Unternehmens.

Die Versicherungssumme setzt die Leistungsgrenze

Entsteht durch eine versicherte berufliche Tätigkeit ein Vermögensschaden, prüft der Versicherer zunächst, ob und in welcher Höhe eine Haftung besteht. Berechtigte Forderungen werden im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes übernommen, unberechtigte Forderungen werden abgewehrt.

Übersteigt ein versicherter Schaden die vereinbarte Versicherungssumme, endet die Leistung des Versicherers grundsätzlich an dieser Grenze. Den darüber hinausgehenden Betrag trägt die Agentur selbst.

Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox
Aus unserer langjährigen Erfahrung empfehlen wir Agenturen, nicht nur auf die Höhe der Versicherungssumme zu achten. Ebenso wichtig ist, ob sie je Schadenfall zur Verfügung steht oder als Höchstleistung für mehrere Schäden innerhalb eines Versicherungsjahres gilt.
Marc ThammProduct Head Technology & General Liability

Wie hoch können Vermögensschäden tatsächlich ausfallen?

Die Höhe eines Vermögensschadens hängt maßgeblich von den finanziellen Folgen eines Fehlers ab. Bei wirtschaftlich bedeutenden Projekten können Schadenersatzforderungen eine erhebliche Größenordnung erreichen.

Was beeinflusst die Schadenhöhe?

Viele Agenturleistungen wirken sich unmittelbar auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Kunden aus. Führt ein Fehler zu Umsatzeinbußen, zusätzlichen Projektkosten oder einer Verletzung von Schutzrechten, können daraus erhebliche Vermögensschäden entstehen.

Die tatsächliche Schadenhöhe richtet sich dabei unter anderem nach:

  • dem Projektvolumen 
  • dem wirtschaftlichen Wert des Projekts der Bedeutung des betroffenen Geschäftsbereichs 
  • den vertraglich vereinbarten Leistungen 
  • den konkreten finanziellen Folgen beim Kunden

Die Folgen eines Fehlers sind entscheidend

Ob ein Fehler erhebliche finanzielle Auswirkungen hat, lässt sich im Voraus oft nur schwer einschätzen. Ein identischer Fehler kann bei zwei Kunden zu völlig unterschiedlichen Schadenersatzforderungen führen.

Praxisbeispiel

  • Derselbe Fehler, unterschiedliche Folgen

    Fall 1: Bei einem Website-Relaunch richtet eine Agentur versehentlich fehlerhafte Weiterleitungen ein. Der Kunde betreibt eine kleine Unternehmenswebsite mit wenigen Unterseiten und geringer Besucherzahl. Einige Seiten sind vorübergehend nicht erreichbar und müssen nachgebessert werden. Es entstehen Kosten für die Fehlerbehebung und die Wiederherstellung der Website. Fall 2: Derselben Agentur unterläuft der gleiche Fehler bei einem anderen Kunden. Dieser betreibt jedoch einen stark frequentierten Onlineshop. Durch die fehlerhaften Weiterleitungen verlieren zahlreiche Produktseiten ihre Rankings in Suchmaschinen. Die Folge sind deutlich weniger Besucher, ausbleibende Bestellungen

Ähnlich verhält es sich bei Fehlern im Performance-Marketing, einer Markenrechtsverletzung oder einer fehlerhaften Werbekampagne. Auch hier bestimmen die wirtschaftlichen Folgen für den Auftraggeber die Höhe eines Schadens.

Hohe Schadenforderungen entstehen bei geschäftskritischen Leistungen

Agenturen übernehmen Verantwortung für geschäftskritische Prozesse, die für Umsatz, Sichtbarkeit und Marktauftritt ihrer Kunden entscheidend sind. Sie entwickeln Websites, betreuen Onlineshops, steuern Werbebudgets oder begleiten internationale Markenauftritte. Je stärker eine Leistung in geschäftskritische Abläufe eingreift, desto höher kann das mögliche Schadenpotenzial ausfallen.

Wie solche Schäden in der Praxis entstehen können, zeigen echte Schadenfälle aus der Hiscox Schadenpraxis in unserem Beitrag „Typische Schadenfälle aus Agenturen, Marketing und Kreativberufen“.

Welche Faktoren bestimmen die passende Versicherungssumme?

Die passende Versicherungssumme lässt sich nicht pauschal festlegen. Entscheidend ist, welche wirtschaftlichen Folgen ein Fehler im konkreten Geschäftsmodell einer Agentur auslösen kann.

Für die Einschätzung einer angemessenen Versicherungssumme sollten Agenturen deshalb mehrere Einflussfaktoren gemeinsam betrachten. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt ein realistisches Bild des individuellen Haftungsrisikos.

Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick

EinflussfaktorWarum er relevant ist
GeschäftsmodellDas Leistungsangebot bestimmt, welche Haftungsrisiken grundsätzlich bestehen.
KundenstrukturGröße, Branche und wirtschaftliche Bedeutung der Auftraggeber beeinflussen das mögliche Schadenpotenzial.
ProjekteUmfang, Komplexität und Budget eines Projekts wirken sich unmittelbar auf die mögliche Schadenhöhe aus.
Vertragliche VerantwortungZusätzliche Haftungsübernahmen oder Garantien können das finanzielle Risiko erhöhen.

Geschäftsmodell

Welche Versicherungssumme zu einer Agentur passt, entscheidet sich vor allem an ihrem Leistungsangebot. Je stärker eine Agentur in geschäftskritische Prozesse ihrer Kunden eingebunden ist, desto höher kann auch das mögliche Schadenpotenzial ausfallen.

Wer nur einzelne Gestaltungselemente liefert, übernimmt in der Regel eine geringere wirtschaftliche Verantwortung als eine Agentur, die umfassend für geschäftskritische Leistungen arbeitet.

Bedeutung für die Versicherungssumme: Je umfangreicher das Leistungsangebot und je stärker die Agentur in geschäftskritische Prozesse eingebunden ist, desto höher kann das mögliche Schadenpotenzial ausfallen.

Unser Tipp: Nicht jede Marketingleistung birgt das gleiche Haftungsrisiko. Welche Tätigkeiten besonders haftungsrelevant sind, erfahren Sie in unserem Überblick „Marketing-Leistungen mit dem größten Haftungsrisiko“.

Kundenstruktur

Für die Versicherungssumme ist relevant, welche Kunden eine Agentur betreut. Entscheidend sind insbesondere deren Größe, Branche, wirtschaftliche Bedeutung und internationale Ausrichtung.

Folgende Fragen helfen dabei, den Einfluss der Kundenstruktur auf die passende Versicherungssumme einzuschätzen:

  • Arbeiten Sie überwiegend für kleine Unternehmen, Mittelständler oder Konzerne? 
  • Betreuen Sie Kunden aus wirtschaftlich sensiblen oder stark regulierten Branchen? 
  • Hängen zentrale Geschäftsprozesse oder Umsätze Ihrer Kunden von Ihrer Leistung ab? 
  • Arbeiten Sie auch für internationale Auftraggeber? 

Einfluss auf die Versicherungssumme: Je größer die wirtschaftliche Bedeutung der betreuten Kunden und je höher mögliche finanzielle Schäden ausfallen können, desto genauer sollte die Versicherungssumme zum tatsächlichen Risiko passen.

Betreute Projekte

Auch die Art der Projekte beeinflusst den Absicherungsbedarf. Entscheidend sind vor allem der wirtschaftliche Wert eines Projekts und die damit verbundene Verantwortung. Die folgende Übersicht hilft dabei, das Projektrisiko systematisch einzuschätzen.

Was das für die Versicherungssumme bedeutet

Je höher das Projektvolumen, je größer die betreuten Budgets und je bedeutender das Projekt für den Kunden ist, desto höher kann auch eine mögliche Schadenersatzforderung ausfallen.

Infografik mit Fragen zur Einschätzung des Projektrisikos.

Vertraglich übernommene Verantwortung

Verträge können das Haftungsrisiko einer Agentur deutlich beeinflussen. Maßgeblich ist, welche Leistungen zugesagt werden und ob zusätzliche Pflichten, Garantien oder Haftungsregelungen vereinbart wurden.

Folgende Vereinbarungen können das Haftungsrisiko erhöhen:

  • vertraglich zugesicherte Ergebnisse oder Termine 
  • Garantien und Gewährleistungszusagen 
  • Vertragsstrafen oder pauschalierte Schadenersatzregelungen 
  • weitreichende Freistellungen 
  • Anforderungen des Auftraggebers an eine bestimmte Versicherungssumme 

Vor allem größere Unternehmen oder öffentliche Auftraggeber verlangen häufig bereits im Vertrag den Nachweis einer bestimmten Deckungssumme.

Unser Tipp: Prüfen Sie frühzeitig, welche Deckungssumme im Projektvertrag gefordert wird und ob Ihr bestehender Versicherungsschutz diese Anforderung erfüllt.

Ableitung für die Versicherungssumme: Je weiter die vertraglich übernommene Verantwortung reicht, desto wichtiger ist es, die vereinbarte Versicherungssumme mit den tatsächlichen Haftungsrisiken abzugleichen.

Das Zusammenspiel der Faktoren ist entscheidend

Geschäftsmodell, Kundenstruktur, Projekte und vertragliche Verantwortung bestimmen gemeinsam das individuelle Schadenpotenzial einer Agentur. Eine belastbare Einschätzung der Versicherungssumme entsteht deshalb erst, wenn alle vier Faktoren zusammen betrachtet und mit einem realistischen größeren Schadenfall abgeglichen werden.

Wer eine Agentur neu gründet, findet in unserem Beitrag „Agentur gründen: Welche rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken kommen auf mich zu?einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Gründungsphase.

Schon gewusst?

  • Maximierung der Versicherungssumme

    Die Versicherungssumme ist die höchstmögliche Entschädigung in einem Versicherungsfall. Die Maximierung beschreibt die maximale Auszahlung in einem Jahr. Beispiel: Sie wählen eine Versicherungssumme über 1 Mio. Euro mit einer 3-fach Maximierung. In diesem Fall erhalten Sie im Schadenfall eine Entschädigung von 1 Mio. Euro. Im gesamten Jahr können jedoch bis zu 3 Mio. Euro ausgezahlt werden. Insbesondere bei geringen Versicherungssummen kann die Maximierung eine entscheidende finanzielle Rolle spielen.

Welche Versicherungssummen wählen Agenturen in der Praxis?

Die passende Versicherungssumme hängt immer vom individuellen Risikoprofil einer Agentur ab. Dennoch stellt sich vielen Agenturen die gleiche Frage: Welche Versicherungssummen wählen vergleichbare Unternehmen tatsächlich?

Exklusive Einblicke aus dem Hiscox Bestand

Ein Blick auf den Hiscox Bestand liefert hierzu eine interessante Orientierung. Die Auswertung zeigt, welche Versicherungssummen Marketing- und Werbeagenturen verschiedener Umsatzgrößen vereinbart haben. 

Sie ersetzt keine individuelle Risikoanalyse, macht aber deutlich, wie unterschiedlich Agenturen ihren Versicherungsschutz ausgestalten.

So verteilen sich die Versicherungssummen im Hiscox Bestand

Jahresumsatz in EuroAm häufigsten gewählte Versicherungssumme in EuroAnteil
bis 300.000500.00042 %
300.000–500.0001 Mio.46 %
500.000–1 Mio.2 Mio.41 %
über 1 Mio.2 Mio.36 %

Die Auswertung zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Jahresumsatz und gewählter Versicherungssumme: Mit zunehmendem Umsatz verschiebt sich der Schwerpunkt tendenziell zu höheren Deckungssummen.

In den beiden kleineren Umsatzklassen werden 500.000 Euro beziehungsweise 1 Million Euro am häufigsten gewählt. Versicherungssummen von 3 oder 5 Millionen Euro kommen dort nur vereinzelt vor. Bei umsatzstärkeren Agenturen verlieren niedrige Versicherungssummen dagegen deutlich an Bedeutung.

Interessant: Unsere Analyse des Versicherungsbestands zeigt zugleich, dass Agenturen mit vergleichbarem Umsatz ihren Versicherungsschutz unterschiedlich ausgestalten. Einige kleinere Agenturen vereinbaren bereits hohe Versicherungssummen, während einzelne größere Unternehmen weiterhin vergleichsweise niedrige Summen wählen.

Das bestätigt: Der Jahresumsatz bietet eine erste Orientierung, reicht für die endgültige Beurteilung der passenden Versicherungssumme aber nicht aus. Ob der bestehende Versicherungsschutz zum eigenen Risikoprofil passt, können Sie mit dem folgenden Selbsttest prüfen.

Reicht Ihre Versicherungssumme aus?

Der folgende Praxis-Check hilft Agenturen einzuschätzen, ob ihre bestehende Versicherungssumme noch zum eigenen Risikoprofil passt. Je mehr Kreuze Sie machen, desto eher lohnt sich eine Überprüfung Ihrer aktuellen Versicherungssumme.

Auswertung

0 bis 2 Kreuze
Wenige Hinweise auf einen aktuellen Anpassungsbedarf. Größtmöglichen realistischen Schadenfall dennoch regelmäßig mit der Versicherungssumme abgleichen.

3 bis 6 Kreuze
Mehrere Hinweise auf einen möglichen Anpassungsbedarf. Kunden, Projekte, Verträge und übernommene Verantwortung erneut prüfen.

7 oder mehr Kreuze
Deutlicher Überprüfungsbedarf. Versicherungssumme und Jahreshöchstleistung mit dem aktuellen Risikoprofil abgleichen.

Wichtig: Die Anzahl der Kreuze allein erlaubt keine Aussage darüber, welche Versicherungssumme angemessen ist. Der Praxis-Check dient ausschließlich der Orientierung.

Praxis-Check für Agenturen

Kunden und Projekte

  • Wir betreuen Kunden, für deren Umsatz, Sichtbarkeit oder Geschäftsbetrieb unsere Leistungen eine wichtige Rolle spielen.
  • Einzelne Projekte haben einen hohen wirtschaftlichen Wert oder umfassen große Werbe-, Medien- oder Projektbudgets.
  • Ein Fehler bei unserem wichtigsten Kunden könnte zu erheblichen Umsatzeinbußen, Zusatzkosten oder Schadenersatzforderungen führen.
  • Wir arbeiten für größere Unternehmen, Konzerne oder internationale Auftraggeber.

Leistungen und Verantwortung

  • Wir übernehmen geschäftskritische Leistungen, etwa bei Websites, Kampagnen, Markenauftritten oder digitalen Vertriebsprozessen.
  • Unsere Agentur steuert Budgets, Systeme, Accounts oder Veröffentlichungsprozesse im Auftrag von Kunden.
  • Wir haben unser Leistungsangebot erweitert oder übernehmen heute mehr Verantwortung als beim Abschluss der Versicherung.

Verträge und Deckung

  • Unsere Projektverträge enthalten Garantien, Freistellungen, Vertragsstrafen oder besondere Haftungsregelungen.
  • Auftraggeber verlangen den Nachweis einer bestimmten Versicherungssumme.
  • Uns ist nicht vollständig klar, ob die Versicherungssumme je Schadenfall oder als Jahreshöchstleistung gilt.
  • Mehrere größere Forderungen innerhalb eines Versicherungsjahres könnten die verfügbare Gesamtleistung beanspruchen.

Bestehender Versicherungsschutz

  • Unsere Kunden, Projekte oder Budgets sind seit der letzten Überprüfung deutlich gewachsen.
  • Die Versicherungssumme wurde seit mehreren Jahren nicht mehr mit dem aktuellen Geschäftsmodell abgeglichen.
  • Ein realistischer größerer Schaden könnte die vereinbarte Versicherungssumme erreichen oder überschreiten.

Worauf sollten Agenturen bei der Berufshaftpflicht achten?

Eine Berufshaftpflicht für Agenturen sollte nicht nur eine passende Versicherungssumme bieten, sondern auch die typischen Tätigkeiten und Haftungsrisiken der Werbe-, Marketing- und Kommunikationsbranche abdecken.

Vermögensschäden und passiver Rechtsschutz

Wichtig ist zunächst, dass Vermögensschäden aus der beruflichen Tätigkeit versichert sind. Dazu gehören beispielsweise Schadenersatzforderungen wegen Urheber- oder Markenrechtsverletzungen, Fehlberatung, Projektverzug oder Vertragsverletzungen.

Ebenso wichtig ist der passive Rechtsschutz: Berechtigte Ansprüche werden bis zur vereinbarten Versicherungssumme reguliert, unberechtigte Forderungen werden abgewehrt. 

Typische Agenturleistungen sollten mitversichert sein

Der Versicherungsschutz sollte alle wesentlichen Leistungen Ihrer Agentur umfassen. Dazu zählen je nach Ausrichtung beispielsweise Werbe- und Marketingberatung, PR, Web- und Grafikdesign, Online-Marketing, Content Management oder Mediendesign.

Achten Sie außerdem darauf: Ansprüche Dritter aus dem Nutzen oder Bereitstellen von KI-Anwendungen sollten ebenfalls im Rahmen der Berufshaftpflicht mitversichert sein. Welche Risiken bei KI-generierten Texten, Bildern und Designs entstehen können, erfahren Sie in unserem Beitrag über KI-Haftungsrisiken für Agenturen.

Zusatzbausteine passend zum Risikoprofil wählen

Je nach Arbeitsweise und Risikoprofil können weitere Versicherungsbausteine sinnvoll sein:

  • Betriebshaftpflicht: Schutz bei Personen- und Sachschäden 
  • Cyber-Versicherung: Schutz bei Hackerangriffen und Cyber-Vorfällen 
  • Elektronik- und Büroinhaltsversicherung: Schutz bei Schäden am betrieblichen Equipment 

Flexibler Versicherungsschutz für wachsende Agenturen

Mit neuen Kunden, größeren Projekten oder zusätzlichen Leistungen verändern sich häufig auch die Haftungsrisiken. Eine Media-Haftpflichtversicherung sollte sich deshalb flexibel an die Entwicklung Ihrer Agentur anpassen lassen. 

Sie möchten prüfen, welcher Versicherungsschutz und welche Versicherungssumme zu Ihrer Agentur passen? Informieren Sie sich jetzt über die Hiscox Media-Haftpflichtversicherung für Agenturen.

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Fazit: Die passende Versicherungssumme hängt vom individuellen Risiko ab

Die passende Versicherungssumme orientiert sich nicht an einer pauschalen Empfehlung, sondern am individuellen Risiko einer Agentur. Wer Kunden, Projekte und vertragliche Verantwortung regelmäßig überprüft, schafft die Grundlage für einen Versicherungsschutz, der auch im Ernstfall auch ausreicht.

Häufige Fragen zu Versicherungssummen & Risikoeinschätzung

Was ist der Unterschied zwischen Versicherungssumme und Deckungssumme?

In der Betriebshaftpflicht werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Gemeint ist jeweils der maximale Betrag, den der Versicherer im Schadenfall übernimmt.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme für Unternehmen mindestens sein?

Eine pauschale Mindesthöhe gibt es nicht. In der Praxis liegen viele Unternehmen bei 3 bis 5 Millionen Euro. Entscheidend ist jedoch das individuelle Schadenpotenzial – nicht der Umsatz allein.

Reicht der Jahresumsatz aus, um die Versicherungssumme festzulegen?

Nein. Der Jahresumsatz bietet eine erste Orientierung, bildet die tatsächlichen Haftungsrisiken einer Agentur aber nicht vollständig ab. Agenturen mit ähnlichem Umsatz können aufgrund ihrer Kunden und Projekte sehr unterschiedliche Schadenpotenziale haben.

Welche Versicherungssummen wählen Agenturen in der Praxis?

Die Analyse des Hiscox Versicherungsbestands zeigt, dass mit steigendem Jahresumsatz tendenziell höhere Versicherungssummen vereinbart werden. Gleichzeitig wählen Agenturen derselben Umsatzklasse teilweise unterschiedliche Summen.

Welche Projekte beeinflussen die notwendige Versicherungssumme?

Relevant sind vor allem Projekte mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung für den Kunden, umfangreichen Budgets oder Eingriffen in geschäftskritische Prozesse. Dazu können beispielsweise Website-Relaunches, Onlineshops oder die Steuerung großer Kampagnen gehören.

Können Auftraggeber eine bestimmte Versicherungssumme verlangen?

Ja. Vor allem größere Unternehmen und öffentliche Auftraggeber können eine Mindestversicherungssumme vertraglich vorgeben oder deren Nachweis zur Voraussetzung für die Auftragsvergabe machen.

Reicht eine niedrige Versicherungssumme für kleine Agenturen oder Freelancer?

Nicht automatisch. Auch kleine Agenturen und Freelancer können Leistungen für große Kunden oder wirtschaftlich bedeutende Projekte übernehmen. Entscheidend ist daher das mögliche Schadenpotenzial und nicht allein die Unternehmensgröße.

Was passiert, wenn der Schaden die Versicherungssumme übersteigt?

Der Versicherer leistet grundsätzlich nur bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Den nicht gedeckten Teil einer berechtigten Schadenersatzforderung muss die Agentur selbst tragen.

Gilt die Versicherungssumme für jeden einzelnen Schadenfall?

Das richtet sich nach dem Versicherungsvertrag. Neben der Leistung je Schadenfall sollten Agenturen prüfen, welche maximale Gesamtleistung für alle Schadenfälle innerhalb eines Versicherungsjahres vereinbart ist.

Wann sollten Agenturen ihre Versicherungssumme überprüfen?

Eine Überprüfung ist sinnvoll, wenn neue Tätigkeiten hinzukommen, größere Kunden oder Projekte übernommen werden oder Auftraggeber höhere Mindestversicherungssummen verlangen. Auch deutlich gestiegene Umsätze können Anlass für eine erneute Bewertung sein.

Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox

Autor: Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability

Experte für IT-Risiken & Versicherungslösungen für die Digitalwirtschaft

Marc Thamm ist seit 1992 in der Versicherungsbranche – seit 2004 mit Fokus auf IT-Risiken – tätig. Er arbeitet seit 2013 bei Hiscox. Als Product Head Technology & General Liability bei Hiscox entwickelt er Versicherungslösungen für die IT-, Media- und weitere Branchen der Digitalwirtschaft. Im Bereich Business Tipps & Insights schreibt er unter anderem über das spannende Thema Projekt-Risiken.

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