Auch wenn die Pandemie-Restriktionen nach und nach gelockert werden – zahlreiche Ausfahrten, Rallyes oder Messen wurden abgesagt oder verschoben und noch immer ist die Freude verhalten, unter viele Leute zu gehen. Auch unser Oldtimer-Experte Rainer Peukert erlebt das Frühjahr & den Sommer in diesem Jahr Corona-bedingt anders als geplant und in den vergangenen Jahren. Was für eine verrückte Zeit! Wie er das Beste daraus gemacht hat und noch macht, Tipps & Inspirationen vielleicht auch für Sie – das alles lesen Sie in diesem Blogbeitrag zur Oldtimerei in Corona-Zeiten.

Frühjahrsputz für Oldtimer-Fans in Corona-Zeiten

Tipps zur Oldtimer-Inbetriebnahme nach der WinterpauseIm März und April habe ich die unerwartete Chance genutzt, mich Dingen zu widmen, die sonst allzu häufig liegenbleiben. Bei mir sind das die folgenden: Die Recherche rund ums Fahrzeug, Technik-Check, Pflege, Versicherung usw. Deshalb hier meine Punkte als Inspiration für Sie:

1. Die Recherche zum Fahrzeug

Wie gut kennen Sie eigentlich Ihren Oldtimer? Ich habe mir im Frühjahr Zeit für Recherchen genommen und meine Fahrzeuge jetzt so gut kennen gelernt wie noch nie zuvor: Im Internet findet man so viele spannende Informationen über besondere Eigenschaften und Ausstattungsmerkmale sowie über Unterschiede zu Vorgängern und Nachfolgern. Ganz besonders in Online-Foren kann man sich super austauschen, fachsimpeln und dabei viel lernen. Besonders aufschlussreich finde ich persönlich die Lektüre der Handbücher, Betriebsanleitungen und Werkstatthandbücher, von denen man viele über eBay und Co. aufstöbern und erwerben kann oder in vielen Fällen auch die digitalisierten Varianten im Netz findet.

2. Die Technik-Wellness-Kur

Aufbauend auf Ihrem vertieften Wissen können Sie sich nun dran machen, Ihren Oldtimer in einen Top-Zustand zu bringen. Mir geht es jedenfalls so, dass ich in „normalen“ Jahren meist nur dazu komme, den Standard-Frühlingscheck durchzuführen, also den Check von Batterie, Flüssigkeiten, Reifendruck und so weiter.

Im Frühjahr habe ich die Zeit gehabt, über den alljährlichen Standard-Check hinauszugehen: Ich habe mich bei meinen Oldtimern etwa auch um versteckte Schmierstellen gekümmert, bei denen ich altes Fett entfernt und neues mit einer Fettpresse aufgetragen habe. Ich habe auch die Fahrzeugaufhängung überprüft – dank meines Handbuchs wusste ich, nun beispielsweise, dass das bei meinem Riley RME 2,5 D alle 10.000 km gemacht werden sollte.

So bringt die „Technik-Wellness-Kur“ jetzt im Sommer besonderen Fahrspaß. Was Ihrem Fahrzeug da am besten tut, hängt auch von dem Modell ab. Abgesehen vom technischen Check ist auch die Pflege wichtig: Kommt sie zu kurz, sind rissige Ledersitze bei Oldtimern ein typisches Phänomen. Deshalb braucht Leder Pflege – gründlich einfetten und lange einwirken lassen. Auch die Gummis und Dichtungen können jetzt richtig gründlich talkumiert werden und das Armaturenbrett mit dem geeigneten Kunststoffauffrischer wieder auf Hochglanz gebracht werden. Vergessen Sie auch nicht die intensive Lackpflege per Waschhandschuh und Mikrofasertuch und das abschließende Einwachsen, aber auch die Pflege der Felgen mit einem speziellen Reiniger. Auch all das erhält den Wert Ihres Klassikers und verlängert die Lebensdauer der Teile.

Übrigens: So hat die Oldtimer-Inbetriebnahme meines Ford Mustangs im Frühjahr ausgesehen:

Wenn Sie sehen möchten, wie ich in Corona-Zeiten auch einen Aston Martin in Top-Form gebracht habe, schauen Sie die weiteren Hiscox Classic Cars-Videos auf Facebook an!

3. Komplexe Arbeiten an Zündung, Instrumente & Co.

Je nach Kenntnisstand und der privaten Werkstatt-Ausstattung lässt sich natürlich nicht alles in Eigenregie erledigen. Komplexere Arbeiten wie das Revidieren des Vergasers, der Zündung oder der Instrumente wie z.B. der Benzinuhr sind eine Sache für Spezialisten. Hier vertraue ich auf Experten und mein Netzwerk.

Wenden auch Sie sich dafür an spezialisierte Werkstätten – der finanzielle Aufwand ist überschaubar, und gerade auch diese Profi-Schrauber sollten in der aktuellen Zeit unterstützt werden.

Sommer-Fahrspaß und Urlaub mit dem Oldtimer in Corona-Zeiten

Schon mit den ersten Sonnenstrahlen und vom Streusalz befreiten Straßen hat es mir auch in diesem Frühjahr unter den Fingern gejuckt, endlich wieder mit einem Oldtimer auszufahren oder an einer Rallye teilzunehmen. Mein Terminkalender hat sich dann Corona-bedingt plötzlich jäh geleert, die geplanten Ausfahrten und Rallyes sind verschoben worden. So richtig habe ich erst mit der Espresso Rallye im Juli meinen Saison-Start nachgeholt. Auch sind wir im Sommer wieder ins Büro zurückgekehrt und ich habe mich riesig über das Wiedersehen mit den Hiscox Kollegen in München gefreut. Obwohl ich ja hier in München meinen Schreibtisch meist nur kurz besuche und jetzt auch wieder mehr unterwegs bin für Kundengespräche und Sammlungs-Besichtigungen. Bei aller Liebe zum Job – was macht der Rainer eigentlich im Urlaub?

Dieses Jahr habe ich mich für Zypern entschieden; auch Corona-bedingt anders als geplant, aber wie sich herausgestellt hat, genau das Richtige. Ich habe nicht nur das Land kennengelernt und den Urlaub genossen, sondern auch etwas gestöbert und ein Oldtimer-Museum gefunden. Das Cyprus Historic & ClassicMotor Museum in Limassol. Bei meinem Besuch habe ich auch die Bekanntschaft mit dem Chefmechaniker Ashley gemacht.

Trotzdem die Corona-Zeit und die damit verbundenen Restriktionen Pläne durcheinander bringen: Oft tun sich dadurch auch neue spontane Chancen auf. Ich empfehle Ihnen hier: Seien Sie offen dafür. Viele der Rallyes sollen im Herbst oder nächstes Jahr nachgeholt werden, wenn das kein Grund zur Vorfreude ist!

Alle Jahre wieder im Herbst: Check der Versicherung

Mich erstaunt immer wieder, wie viele Oldtimer- oder Youngtimer-Besitzer eine normale Kfz-Versicherung für ihren Liebling abgeschlossen haben und damit viel Geld verschenken. In den allermeisten Fällen fährt man mit einer speziellen Oldtimer-Versicherung besser, da man weniger zahlt und doch eine noch besser passende Absicherung erhält, die z.B. auch wertvolle Ersatzteile sowie Wertsteigerungen durch Restaurierung automatisch mitversichert und nützliche Assistance-Leistungen mit anbietet.

Mein Tipp: Überprüfen Sie den Wert, zu dem Sie Ihr Fahrzeug aktuell versichert haben. Vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Versicherungen, hören Sie sich um, mit welcher Ihre Freunde und Bekannten zufrieden sind und entscheiden, welche am besten zu Ihrem Klassiker passt. Viele von Ihnen haben im Herbst die Chance, Ihre Alt-Versicherung zum 30. November zu kündigen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Pssst, überlegen Sie sich doch einen Wechsel zur Oldtimer-Versicherung von Hiscox.

Classic Cars Blog Autor Rainer PeukertAutor dieses Beitrags:

Rainer Peukert hat sich schon in jungen Jahren in die Technik und das Design von Oldtimern verliebt – vor allem in die Schätze der Vorkriegszeit. Er hat jetzt seinen Ford Mustang erfolgreich frühlingsfit gemacht!