Haben wir nicht alle gute Erinnerungen an unser erstes Auto? Obwohl ich kein einziges Foto mehr von meinem Mirafiori 131 habe, sehe ich lebhaft vor mir, wie mein Opa als Beifahrer neben mir sitzt oder wie ich meinen ersten Unfall gebaut habe… Daher würde ich den Mittlerweile-Oldtimer in dem besonderen Grün jetzt vom Fleck weg kaufen.

Fahren mit meinem ersten Auto – unter Aufsicht

Rainers erstes AutoBegleitetes Autofahren – das kenne ich aus den 1980er Jahren. Erst habe ich meinen 80-jährigen Großvater als Beifahrer begleitet, um aufzupassen, dass er mit seinem Fiat Mirafiori 131 nicht ständig zu weit auf der Gegenfahrbahn fährt („Weiter rechts, Opa!“).

Als mir mein Großvater den Fiat 1982 zu meinem 18. Geburtstag schenkt, bin ich von nun an der Chauffeur und er ist mein Beifahrer: Ich fahre ihn zum Einkaufen, zu Veranstaltungen. Nur selten leiht sich mein Großvater noch den Wagen aus und der Fiat Mirafiori 131 ist mein.

Rallye-Training mit meinem ersten Auto: leider nicht filmreif

Eine amüsante Anekdote fällt mir immer ein, wenn ich an meine Zeit mit dem Fiat Mirafiori zurückdenke: Die Walter Röhrl-Begeisterung für Rallyes springt auf mich über und ich nutze den nahegelegenen Truppenübungsplatz für meine erste Trainingsfahrt. Die Schotterpiste mit etwa drei Kilometer langem Rundkurs ist dafür optimal. Also ich drehe Runde für Runde, hole alles aus den rund 70 PS meines Fiats heraus.

Doch dann wird mir ein flacher Schotterhaufen auf der Straße zum Verhängnis: Ich habe zu viel Schwung und das Auto hebt ab – es wirkt vermutlich wie eine Stunt-Filmszene, nur das Ende ist nicht perfekt. Denn der schwere Motorblock vorne verlagert die Last auf die Vorderachse und das Auto neigt sich nach vorne.

Mein Fiat schlägt mit den Vorderrädern auf und meine Hände rutschen vom Lenkrad ab. Deshalb verliere ich die Kontrolle und lande in dichtem Gebüsch. Zwar komme ich mit dem Schrecken davon und das Fahrzeug ist kein Totalschaden: Es raucht und ich fahre rückwärts wieder aus dem Dickicht.
Doch sind die Unfallspuren deutlich zu sehen. Vorne im Kühler stecken zwei Äste, die Antenne ist umgeknickt und der Fiat ist wesentlich lauter als vorher. Ich beseitige die Äste, fahre zurück und stelle mein Auto heimlich zurück in die Garage. Einige Tage später erwähne ich meinem Vater gegenüber beiläufig, dass mein Fiat seltsam laut ist.

Meine Unfall-Fahrt – bis heute ein Geheimnis

Mein Vater ist leidenschaftlicher Schrauber. Er schaut sich meinen Fiat an, repariert die Schäden und wundert sich darüber, woher sie stammen. „Der Opa ist ein Schlawiner. Er muss dein Auto genommen haben und wieder im Acker rumgefahren sein“, sagt er kopfschüttelnd beim Abendessen. Um Ärger zu vermeiden (typisch jugendlich…), stelle ich die Sache nicht richtig.

Das Ende: Ganz Fiat-typisch zu der Zeit, ist mein Auto binnen kurzer Zeit verrostet. Ich habe ihn auch sommers wie winters gefahren. Der TÜV hat uns nach sechs Jahren geschieden. Manchmal schwelge ich in den Erinnerungen an mein erstes Auto und die Erlebnisse damit. Deshalb würde ich ihn unbedingt haben wollen, wenn ich einen Fiat Mirafiori 131 in dem besonderen Grün zum Verkauf finde.

Autor: Rainer Peukert

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