Läuft in der Geschäftsbeziehung einmal etwas nicht nach Plan, ist man als Selbstständiger in vielen Fällen haftbar. Freiberufler sollten daher schon bei der Unterzeichnung eines Vertrages sehr genau hinschauen – denn fehlende Absicherung kann enorm teuer werden.

Haftung für IT-SchädenEin Auftrag ist an Land gezogen und schon geht es mit der Arbeit los. Kurz vor der Deadline lahmt die Internetverbindung. Genau in diesem Moment schreibt der Kunde eine E-Mail, die der Freelancer nicht beantworten kann. Wurde vertraglich vereinbart, dass der Kunde mit einer Reaktion innerhalb kurzer Zeit rechnen kann, droht im schlimmsten Fall eine Schadenersatzklage. Lesen Sie hier, wie Sie sich als Freiberufler bei IT-Schäden vor möglicher Haftung schützen:

Gesetzliche und vertragliche Haftung:

Unterschieden wird immer zwischen gesetzlicher und vertraglicher Haftung. Bei ersterer muss der Anspruch auf Schadenersatz durch Gesetze begründet werden. Dabei wird finanziell auch genau der Schaden ersetzt, der erfolgt ist. Bei der vertraglichen Haftung vereinbart der Freelancer mit seinen Kunden genau, für welche Schäden er aufkommen muss. Hier gibt es viele Unterpunkte.

Haftungsverschärfung:

Mit einer Haftungsverschärfung erklärt sich der Freiberufler bereit, Schadenersatz zu bezahlen, wenn er die Pflichten, die er im Vertrag zugesichert hat, schlecht oder gar nicht erfüllt hat. Er muss auch dann zahlen, wenn es das Gesetz nicht dezidiert vorsieht – denn er selbst hat sich in der vertraglichen Haftung dazu verpflichtet.

Schuldlos, aber trotzdem haftbar:

Bestimmte Klauseln in Verträgen führen häufig dazu, dass Freelancer sich „schuldig“ machen. Selbst dann, wenn sie selbst keine direkte Mitschuld daran tragen, dass eine Leistung nicht erbracht wurde. Ein Beispiel dafür wäre der eingangs erwähnte Fall der Internetstörung.

Pauschaler Schadenersatz:

Schadenersatz wird – gesetzlich – immer in der Höhe des entstandenen IT-Schadens ausbezahlt. In einer vertraglichen Haftung kann jedoch auch ein pauschaler Schadenersatz festgelegt werden. In diesem Fall orientiert sich die Summe nicht nach dem wirklich entstandenen Schaden, sondern nach einer vorab von beiden Vertragsparteien festgelegten Summe.

Haftungsfreistellung:

Im IT-Bereich sind auch sogenannte Haftungsfreistellungen üblich. Diese kann man als enorme Verschärfung der gesetzlichen Haftung verstehen. Denn: Als Freelancer erklärt man damit im Vorfeld, dass man für alle Schadenfälle, die im Zusammenhang mit der Dienstleistung stehen, Verantwortung übernimmt. Fordert beispielsweise ein Dritter Schadenersatz vom Auftraggeber, dann gibt der sie an den Freelancer weiter und ist selbst „fein raus“.

Fazit: Eine Absicherung kann die Existenz retten

Sie sehen schon: Wer sich selbstständig macht, ist auch einem enormen Druck ausgesetzt, gar nicht erst in eine Haftungslage zu kommen. Um sich dennoch für den Notfall zu wappnen, lohnen sich beispielsweise Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherungen. Auch Hiscox als Spezialversicherer bietet eine individuelle IT-Haftpflichtversicherung an.

Generell sollte man sich als IT-Freelancer – bei aller Freude über einen erteilten Auftrag – die Vertragsbedingungen sehr genau durchlesen und sich nicht vom „Juristendeutsch“ abschrecken lassen. Im schlimmsten Fall unterzeichnet man damit nämlich das Ende der eigenen Existenz als Selbstständiger.

Autorin dieses Beitrag:

Larissa Brandl, seit April 2017 bei Hiscox, unterstützt das Marketing-Team und interessiert sich für Themen rund um die Cyber- und IT-Welt.