Fußball-WM 2026: Phishing & Betrug – worauf Unternehmen achten müssen

Die Fußball-WM 2026 wird Millionen Menschen weltweit begeistern. Werbeagenturen, Fotografen, Influencer, Eventdienstleister und Online-Händler profitieren häufig von der erhöhten Aufmerksamkeit und Nachfrage rund um das Turnier.

Solche Sportgroßereignisse, Konzerte, Festivals und andere publikumsstarke Veranstaltungen nutzen jedoch auch Cyberkriminelle und Betrüger gezielt aus. Sie versuchen, Unternehmen mit gefälschten Anfragen, betrügerischen Rechnungen, Phishing-Nachrichten oder vermeintlich lukrativen Aufträgen in die Falle zu locken.

In diesem Beitrag zeigen wir anhand typischer Praxisbeispiele, mit welchen Betrugsmaschen Unternehmen rechnen sollten, welche finanziellen und rechtlichen Folgen daraus entstehen können und wie sich hohe Schäden vermeiden lassen.

Von Klemens Lemke

14 Min. Lesezeit15.06.2026
Fußball liegt auf grünem Rasen in einem vollen Fußballstadion mit Zuschauern bei Sonnenschein

Warum die Fußball-WM 2026 Cyberkriminelle anzieht

Großereignisse schaffen Chancen für Unternehmen. Gleichzeitig erhöhen sie die Angriffsfläche für Betrüger und Cyberkriminelle.

Hohe Aufmerksamkeit schafft attraktive Angriffsmöglichkeiten

Große Sportereignisse wie die Fußball-WM 2026 erzeugen weltweit enorme Aufmerksamkeit. Unternehmen nutzen diese Reichweite für Marketingaktionen, Kooperationen, Veranstaltungen und neue Geschäftsmöglichkeiten. Wo hohe Reichweiten, große Budgets und viele Beteiligte zusammenkommen, entstehen jedoch auch attraktive Angriffsmöglichkeiten für Kriminelle.

Zeitdruck und neue Geschäftskontakte erhöhen die Risiken

Rund um Großereignisse entstehen häufig neue Kontakte, kurzfristige Anfragen und zusätzliche Projekte. Viele Unternehmen müssen Entscheidungen schneller treffen als im normalen Geschäftsalltag. Dadurch steigt das Risiko, gefälschte Anfragen, betrügerische Rechnungen oder andere Betrugsversuche nicht rechtzeitig zu erkennen.

Solche Betrugsversuche sind kein Phänomen der Fußball-WM 2026. Auch rund um Konzerte, Festivals, Messen und andere Großveranstaltungen nutzen Kriminelle die erhöhte Aufmerksamkeit gezielt aus.

Schon gewusst?

  • Rechtliche Risiken bei WM-Marketing vermeiden

    Marketingaktionen rund um die Fußball‑WM können schnell rechtliche Fallstricke mit sich bringen – insbesondere bei der Nutzung von Marken, Begriffen und Bildmaterial. Wer diese Risiken frühzeitig kennt, kann Kampagnen rechtssicher planen und teure Konsequenzen vermeiden.

Phishing und gefälschte Anfragen: Wenn Werbeagenturen ins Visier geraten

Phishing gehört zu den häufigsten Betrugsmaschen im digitalen Geschäftsalltag. Cyberkriminelle nutzen gefälschte E-Mails, Links und Dateianhänge, um Zugangsdaten zu stehlen oder Schadsoftware in Unternehmensnetzwerke einzuschleusen.

Was hinter Phishing steckt

Beim Phishing versuchen Betrüger, über gefälschte E-Mails, Nachrichten oder Websites an sensible Informationen zu gelangen. Dazu gehören beispielsweise Zugangsdaten, Kundendaten oder interne Unternehmensinformationen. Die Nachrichten wirken häufig professionell gestaltet und greifen aktuelle Themen oder bekannte Marken auf, um Vertrauen zu schaffen.

Schon gewusst? Laut der Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz 2024 berichten 26 Prozent der betroffenen Unternehmen von Schäden durch Phishing-Attacken. Damit zählt Phishing weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Cyber-Schäden in Unternehmen.

Praxisbeispiel: Die vermeintliche WM-Kampagne

Eine Werbeagentur erhält eine Anfrage zur Umsetzung einer digitalen Werbekampagne für einen internationalen Sportartikelhersteller im Vorfeld der Fußball-WM 2026. Im Anhang befinden sich angebliche Briefing-Unterlagen, Mediendaten und Projektinformationen.

Da die Anfrage professionell wirkt und zeitlich dringend erscheint, öffnet ein Mitarbeiter die Datei. Tatsächlich enthält der Anhang jedoch Schadsoftware. Innerhalb kurzer Zeit verschaffen sich die Angreifer Zugriff auf interne Systeme und gespeicherte Zugangsdaten.

Welche Folgen drohen

Ein erfolgreicher Phishing-Angriff kann weitreichende Folgen für Unternehmen haben. Je nach Art des Angriffs drohen unter anderem:

  • Verlust sensibler Unternehmens- und Kundendaten 
  • Betriebsunterbrechungen und Projektverzögerungen 
  • Kosten für IT-Forensik, Datenwiederherstellung und Krisenmanagement 
  • Haftungsansprüche durch betroffene Kunden oder Geschäftspartner 
  • Reputationsschäden und Vertrauensverlust
Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, trägt eine Brille und einen Anzug und lächelt in die Kamera
Seien Sie bei unerwarteten Anfragen, Dateianhängen und Links besonders aufmerksam. Prüfen Sie neue Geschäftskontakte sorgfältig, bevor Sie Dokumente öffnen oder sensible Informationen weitergeben. Im Zweifel kann bereits ein kurzer Rückruf helfen, Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen.
Klemens LemkeUnderwriting Manager Cyber
 Zwei übereinanderliegende Blätter Papier. Das obere Blatt zeigt eine Checkliste mit dem Titel „PHISHING: CHECKLISTE FÜR DEN ERNSTFALL“ in roter und schwarzer Schrift sowie das Hiscox-Logo.

Phishing-Angriffe richtig erkennen und handeln

Phishing gehört zu den häufigsten Cyberbedrohungen und kann erhebliche Schäden verursachen, wenn nicht schnell reagiert wird. Wer typische Anzeichen frühzeitig erkennt und weiß, wie im Ernstfall zu handeln ist, kann Risiken deutlich reduzieren.
Unsere Phishing‑Checkliste für Unternehmen zeigt konkrete Sofortmaßnahmen nach einem Vorfall und gibt praktische Tipps, wie sich Betrugsversuche künftig besser erkennen lassen.

Phishing und Datendiebstahl: Wenn der WM-Auftrag zur Cyberfalle wird

Vermeintlich attraktive Aufträge gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Cyberkriminelle. Besonders rund um große Sportereignisse nutzen Betrüger die hohe Nachfrage nach exklusiven Projekten gezielt aus.

Was hinter Phishing und Datendiebstahl steckt

Bei dieser Betrugsmasche geben sich Kriminelle als Unternehmen, Veranstalter, Sponsoren oder Agenturen aus und kontaktieren potenzielle Auftragnehmer mit einem vermeintlich attraktiven Projektangebot. Sie locken mit exklusiven Veranstaltungen und attraktiven Honoraren.

Betroffene werden im Zuge der Kooperation aufgefordert, sich auf einer angeblichen Event-, Medien- oder Akkreditierungsplattform anzumelden. Die Websites wirken professionell und echt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Phishing-Seiten, die speziell dafür gebait wurden, Zugangsdaten für beispielsweise E-Mail-Konten oder Cloud-Dienste abzugreifen.

Praxisbeispiel: Der gefälschte Akkreditierungszugang

Ein Fotograf erhält eine Anfrage für die Begleitung mehrerer Sponsorenevents im Umfeld der Fußball-WM 2026. Der Auftraggeber verfügt über eine überzeugende Website und verspricht ein hohes Honorar.

Zur Vorbereitung des Projekts soll sich der Fotograf auf einer Akkreditierungsplattform registrieren und mit seinem geschäftlichen E-Mail-Konto anmelden. Nachdem der Fotograf seine Zugangsdaten eingegeben hat, verschaffen sich Hacker Zugriff auf sein E-Mail-Konto. Über das kompromittierte Postfach lesen sie vertrauliche Kundenkorrespondenz mit, versenden Nachrichten im Namen des Fotografen und nutzen vorhandene Rechnungsinformationen für weitere Betrugsversuche.

Es entstehen Kosten für die Wiederherstellung der IT-Sicherheit, die Aufklärung des Vorfalls und die Information betroffener Kunden.

Wenn Zugangsdaten in die falschen Hände geraten

Ein derartiger Phishing-Angriff kann erhebliche Folgen mit sich bringen:

  • Kompromittierung von E-Mail-Konten und Cloud-Diensten
  • Missbrauch vertraulicher Kunden- und Projektdaten
  • Versand betrügerischer Nachrichten im Namen des Fotografen
  • Kosten für IT-Forensik und Wiederherstellungsmaßnahmen
  • Betriebsunterbrechungen durch kompromittierte Systeme
  • Reputationsschäden und Vertrauensverlust bei Kunden
  • Entgangene Einnahmen durch verzögerte oder abgesagte Aufträge

Für Selbstständige und kleine Unternehmen können solche Vorfälle die Existenz bedrohen.

Outlook-E-Mail-Oberfläche mit einer E-Mail zur Akkreditierung für Fotografen bei den Sponsorenveranstaltungen der WM 2026. Enthält ein Stadionbild und einen Link zur Anmeldung.

Gefälschte Gewinnspiele und Markenmissbrauch: Wenn Influencer Teil einer Betrugsmasche werden

Gefälschte Gewinnspiele gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen im Umfeld von Großveranstaltungen. Ticketaktionen, Verlosungen und exklusive Angebote werden dabei genutzt, um Vertrauen aufzubauen und persönliche Daten von Nutzern zu sammeln.

Was hinter gefälschten Gewinnspielen steckt

Kriminelle nutzen die Reichweite bekannter Persönlichkeiten, Marken oder Veranstaltungen, um Vertrauen aufzubauen. Dazu erstellen sie beispielsweise gefälschte Gewinnspiele, kopieren bestehende Aktionen oder geben sich als Veranstalter, Sponsoren oder Kooperationspartner aus. Ziel ist häufig, persönliche Daten von Teilnehmern zu sammeln, Nutzer auf gefälschte Websites zu locken oder kostenpflichtige Angebote zu bewerben.

Praxisbeispiel: Die angebliche Ticketverlosung

Ein Influencer erhält kurz vor der Fußball-WM 2026 eine Anfrage für eine exklusive Ticketverlosung. Der vermeintliche Kooperationspartner tritt professionell auf, verweist auf bekannte Sponsoren und stellt fertige Social-Media-Inhalte zur Verfügung.

Nach Veröffentlichung der Aktion melden zahlreiche Follower Probleme bei der Teilnahme. Die hinterlegte Website sammelt persönliche Daten und leitet Nutzer auf betrügerische Angebote weiter. Erst zu diesem Zeitpunkt stellt sich heraus, dass die Kooperation auf falschen Angaben beruhte.

Wenn die Community das Vertrauen verliert

Die finanziellen und organisatorischen Auswirkungen können erheblich sein. Mögliche Folgen sind:

  • Vertrauensverlust bei Followern und Kunden 
  • Reputationsschäden in sozialen Netzwerken 
  • Erhöhter Aufwand für die Aufklärung des Vorfalls und die Kommunikation mit der Community
  • Beschwerden betroffener Teilnehmer 
  • Mögliche rechtliche Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder Betroffenen 

Für Influencer, Blogger und Content Creator gehört Vertrauen zu den wichtigsten Grundlagen ihres Geschäftsmodells. Entsprechend groß können die negativen Auswirkungen sein, wenn die eigene Reichweite unbeabsichtigt für betrügerische Zwecke genutzt wird.

Schadenrisiken im Influencer‑Alltag besser verstehen

Fehler bei Veröffentlichungen sowie Verletzungen von Marken‑ oder Urheberrechten können im Arbeitsalltag von Influencern und Content Creatorn schnell zu erheblichen finanziellen Schäden führen. Wer typische Szenarien kennt, kann Risiken besser einschätzen und gezielt vorbeugen.
Reale Schadenbeispiele zeigen, wie solche Fälle in der Praxis entstehen und welche Kosten und Konsequenzen daraus resultieren.
 

Kompromittierte E-Mail-Konten und Zahlungsumleitung: Wenn Kriminelle in der Buchhaltung mitlesen

Rechnungsbetrug und Zahlungsumleitungsbetrug gehören ebenfalls zu häufigen Cyberangriffen auf Unternehmen. Kriminelle verschaffen sich dabei Zugriff auf geschäftliche E-Mail-Konten, beobachten und analysieren die Kommunikation und nutzen vertrauliche Informationen, um Zahlungen auf eigene Konten umzuleiten.

Was hinter Zahlungsumleitungsbetrug steckt

Beim sogenannten Business E-Mail Compromise (BEC) verschaffen sich Kriminelle Zugriff auf E-Mail-Konten von Unternehmen oder Geschäftspartnern und beobachten dieses unbemerkt über einen teils langen Zeitraum. Sobald eine größere Zahlung ansteht, greifen die Kriminellen ein: sie ändern Bankverbindungen und versenden manipulierte Rechnungen.

Besonders rund um Veranstaltungen und Großereignisse steigt das Risiko. Viele Beteiligte, kurzfristige Änderungen und hohe Zahlungsvolumina erschweren die Kontrolle einzelner Vorgänge. 

Praxisbeispiel: Die manipulierte Sponsorenrechnung

Eine Eventagentur organisiert mehrere Kundenveranstaltungen im Umfeld der Fußball-WM 2026. Unbemerkt gelingt es Hackern, sich Zugriff auf das E-Mail-Konto der Buchhalterin zu verschaffen. Über mehrere Wochen verfolgen die Täter die Kommunikation mit Kunden, Sponsoren und Dienstleistern. Als die Agentur eine größere Rechnung an einen Geschäftspartner versendet, manipulieren die Kriminellen die darin enthaltene Bankverbindung und ersetzen diese durch ein eigenes Konto.

Da die E-Mail direkt aus dem echten Postfach der Eventagentur versendet wird, bemerkt der Empfänger den Betrug nicht und überweist den Betrag auf das angegebene Konto. Erst nach einer Zahlungserinnerung stellt sich heraus, dass die Eventagentur Opfer eines Hackangriffs geworden ist.

Wenn Kriminelle Zahlungen umleiten

Zahlungsumleitungsbetrug kann erhebliche finanzielle Schäden verursachen. Mögliche Folgen sind:

  • Direkte Vermögensschäden durch fehlgeleitete Zahlungen
  • Kosten für IT-Forensik und die Aufklärung des Angriffs
  • Aufwand für Kundenkommunikation und Wiederherstellung der Systeme
  • Betriebsunterbrechungen durch Sicherheitsmaßnahmen und Passwortwechsel
  • Reputationsschäden bei Kunden und Geschäftspartnern
  • Mögliche Haftungs- und Rechtsstreitigkeiten zwischen den Beteiligten

Lieferausfälle und Dienstleisterinsolvenzen: Wenn Bestellungen nicht beim Kunden ankommen

Großveranstaltungen wie die Fußball-WM 2026 sorgen für stark steigende Bestellzahlen bei Online-Händlern. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von Dienstleistern, wie z. B. im Bereich der Logistik. Fällt ein Versanddienstleister aus, kann dies erhebliche finanzielle Folgen für Händler haben.

Was hinter Dienstleisterausfällen steckt

Online-Händler sind bei der Abwicklung von Bestellungen auf verschiedene externe Dienstleister angewiesen. Dazu gehören unter anderem Versandunternehmen, Fulfillment-Dienstleister oder Lagerlogistiker. Kommt es bei diesen Partnern zu Schwierigkeiten wie technischen Problemen oder sogar einer Insolvenz, können Lieferketten kurzfristig abreißen. 

Besonders rund um Großereignisse führen hohe Bestellvolumina und enge Lieferfristen dazu, dass Ausfälle schnell zu Beschwerden und Haftungsthemen führen können.

Praxisbeispiel: Der insolvente Versanddienstleister

Ein Onlineshop verkauft Fanartikel und Sportzubehör zur Fußball-WM 2026. Kurz vor Turnierbeginn werden mehrere hundert Bestellungen verschickt. Nach einigen Tagen meldet sich der beauftragte Versanddienstleister überraschend mit der Nachricht, dass dieser Insolvenz angemeldet habe und den Auftrag nicht weiter ausführen kann. Zahlreiche Pakete befinden sich jedoch noch ein Verteilzentren und Lagern.

Die Konsequenz: Die Kunden warten vergeblich auf ihre Bestellungen. Es folgen Beschwerden und Forderungen nach Erstattung. Außerdem ist der gute Ruf des Onlineshops geschädigt.

Wenn externe Dienstleister zum Geschäftsrisiko werden

Ausfälle wichtiger Geschäftspartner können erhebliche finanzielle Folgen verursachen. Dazu zählen unter anderem:

  • Kosten für Ersatzlieferungen und Rückerstattungen
  • Erhöhter Aufwand für Kundenservice und Reklamationsbearbeitung
  • Umsatzverluste durch Stornierungen und Rückabwicklungen
  • Reputationsschäden durch verspätete oder ausbleibende Lieferungen
  • Vertrags- und Haftungsstreitigkeiten mit Kunden oder Dienstleistern
  • Zusätzliche Kosten für die kurzfristige Umstellung auf alternative Versandlösungen

Experten-Tipp von Klemens Lemke: „Verlassen Sie sich nicht blind auf einen Versand- oder Fulfillment-Dienstleister. Etablieren Sie klare Notfallprozesse, die dabei helfen, Lieferausfälle aufzufangen und wirtschaftliche Folgeschäden zu begrenzen.“

Was Unternehmen nach einem Betrugsfall tun sollten

Nach Phishing, Rechnungsbetrug, Datendiebstahl oder anderen Betrugsfällen ist schnelles Handeln entscheidend. So lassen sich finanzielle Schäden, Betriebsunterbrechungen und weitere Folgekosten häufig begrenzen.

  1. Beweise sichern

    Speichern Sie E-Mails, Nachrichten, Rechnungen, Screenshots und andere relevante Informationen. Diese Unterlagen können später für Behörden, Banken, Versicherer oder interne Untersuchungen wichtig sein.

  2. Systeme und Zugangsdaten absichern

    Ändern Sie betroffene Passwörter umgehend und prüfen Sie, ob weitere Konten oder Systeme kompromittiert wurden. Bei Verdacht auf Schadsoftware sollten IT-Sicherheitsexperten hinzugezogen werden.

  3. Banken und Geschäftspartner informieren

    Informieren Sie bei verdächtigen Zahlungen oder kompromittierten Konten möglichst schnell Banken, Zahlungsdienstleister und betroffene Geschäftspartner. In manchen Fällen lassen sich Schäden dadurch noch begrenzen.

  4. Vorfall melden

    Erstatten Sie Anzeige bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden und prüfen Sie, ob Datenschutzverletzungen oder andere Meldepflichten bestehen.

  5. Experten hinzuziehen

    Je nach Vorfall können IT-Forensiker, Datenschutzexperten, Rechtsanwälte oder Spezialisten für Krisenkommunikation helfen, den Schaden zu begrenzen und die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Wie Unternehmen sich gegen Betrugsfälle, Vermögensschäden und Cyberrisiken absichern können

Phishing, Fake-Aufträge, gefälschte Gewinnspiele oder Rechnungsbetrug können erhebliche finanzielle Folgen nach sich ziehen. Deshalb sollten Unternehmen mögliche Bedrohungen bei ihrer Absicherung berücksichtigen.

Berufshaftpflichtversicherung schützt vor finanziellen Haftungsrisiken

Je nach Betrugsfall können neben eigenen Kosten auch finanzielle Schäden bei Kunden, Auftraggebern oder Geschäftspartnern entstehen. Daraus können Haftungsansprüche gegen das Unternehmen resultieren.

Eine Berufshaftpflichtversicherung (auch Vermögensschaden­haftpflicht­versicherung genannt) kann Unternehmen und Selbstständige vor den finanziellen Folgen solcher Vermögensschäden schützen und unberechtigte Ansprüche abwehren.

Cyber-Versicherung schützt bei eigenen Cyber-Schäden

Cyberangriffe, Phishing oder Datendiebstahl können erhebliche Eigenschäden verursachen. Dazu zählen beispielsweise Kosten für IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Krisenkommunikation oder Betriebsunterbrechungen.

Eine Cyber-Versicherung unterstützt Unternehmen dabei, solche Schäden zu bewältigen und im Ernstfall schnell auf spezialisierte Experten zurückzugreifen.

Welche Versicherung bei welchem Risiko helfen kann

Risiko

Berufshaftpflichtversicherung

Cyber-Versicherung

Schadenersatzansprüche von Kunden oder Auftraggebern 
Vermögensschäden durch berufliche Fehler 
Abwehr unberechtigter Ansprüche (passiver Rechtsschutz) 
Projektverzug oder Fehlberatung 
Verletzung von Urheber- oder Markenrechten 
Phishing-Angriffe auf das Unternehmen 
Datenverlust und Datenwiederherstellung 
Cyberangriffe und Hackerangriffe 
IT-Forensik und Krisenmanagement 
Betriebsunterbrechungen nach Cybervorfällen 
Unterstützung durch Cyber-Spezialisten im Ernstfall 

Der richtige Schutz hängt vom individuellen Risiko ab

Je nach Branche, Geschäftsmodell und digitaler Abhängigkeit können unterschiedliche Risiken im Vordergrund stehen. Wer mit Kundendaten arbeitet, digitale Dienstleistungen anbietet oder regelmäßig mit neuen Geschäftskontakten und Online-Plattformen interagiert, sollte prüfen, ob Berufs- und Cyber-Risiken ausreichend abgesichert sind.

Fazit: Betrugsrisiken früh erkennen, Schäden wirksam begrenzen

Die Fußball-WM 2026 zeigt, wie gezielt Cyberkriminelle und Betrüger die Aufmerksamkeit rund um Großereignisse ausnutzen. Die Risiken reichen von Phishing über Rechnungsbetrug bis hin zu gefälschten Gewinnspielen und können erhebliche finanzielle Folgen haben. 

Deshalb sollten Unternehmen ihre Mitarbeitenden sensibilisieren, klare Sicherheitsprozesse etablieren und auf einen Versicherungsschutz achten, der mögliche Vermögens- und Cyber-Risiken berücksichtigt.

FAQ: Häufige Fragen zu Betrugsmaschen rund um die Fußball-WM 2026

Wie erkenne ich Phishing-Nachrichten?

Phishing-Nachrichten enthalten häufig verdächtige Links, Dateianhänge oder Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten. Unternehmen sollten Absender, Links und Inhalte sorgfältig prüfen, bevor sie auf Nachrichten reagieren.

Woran erkenne ich einen Fake-Auftrag?

Warnsignale sind ungewöhnlich hohe Budgets, kurzfristiger Zeitdruck, Vorauszahlungen für angebliche Gebühren oder unvollständige Unternehmensangaben. Neue Auftraggeber sollten im Zweifel zusätzlich telefonisch überprüft werden.

Wie erkenne ich Ticketbetrug oder gefälschte Ticketaktionen?

Betrüger nutzen häufig gefälschte Gewinnspiele, Ticketverlosungen oder Sonderaktionen, um persönliche Daten zu sammeln oder Nutzer auf betrügerische Websites zu locken. Vorsicht ist insbesondere bei unbekannten Veranstaltern und Partnern geboten.

Wie funktioniert Rechnungsbetrug?

Beim Rechnungsbetrug versenden Kriminelle gefälschte Rechnungen oder nutzen geänderte Bankverbindungen, um Unternehmen zu Fehlüberweisungen zu verleiten. Besonders rund um Veranstaltungen und größere Projekte steigt das Risiko.

Was tun nach Phishing, Rechnungsbetrug oder Datendiebstahl?

Unternehmen sollten Beweise sichern, Zugangsdaten ändern, betroffene Geschäftspartner informieren und prüfen, ob rechtliche oder datenschutzrechtliche Meldepflichten bestehen.

Warum sind Großveranstaltungen für Betrüger attraktiv?

Großveranstaltungen wie die Fußball-WM 2026 erzeugen hohe Aufmerksamkeit, viele neue Geschäftskontakte und häufig auch Zeitdruck. Diese Faktoren nutzen Cyberkriminelle gezielt für Betrugsversuche aus.

Welche Unternehmen sind besonders gefährdet?

Besonders betroffen sind häufig Werbeagenturen, Fotografen, Influencer, Eventdienstleister, Online-Händler und andere Unternehmen, die mit vielen externen Kontakten, Online-Plattformen oder Marketingaktionen arbeiten.

Welche Versicherung kann bei Betrugsfällen und Cyberangriffen helfen?

Je nach Schadenbild können eine Berufshaftpflichtversicherung oder eine Cyber-Versicherung relevant sein. Während die Berufshaftpflicht finanzielle Haftungsrisiken absichern kann, unterstützt eine Cyber-Versicherung insbesondere bei den Folgen von Cyberangriffen, Phishing oder Datenverlusten.

Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, trägt eine Brille und einen Anzug und lächelt in die Kamera

Autor: Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber

Experte für Cyber-Risiken & Cyber-Versicherungslösungen

Klemens Lemke ist als Underwriting Manager Cyber im Bereich Underwriting & Pricing tätig und am Standort Hamburg angesiedelt. In seiner Rolle befasst er sich intensiv mit der Bewertung komplexer Cyber-Risiken sowie der Entwicklung und Platzierung passgenauer Versicherungslösungen für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen. 

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