Vermeintlich attraktive Aufträge gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Cyberkriminelle. Besonders rund um große Sportereignisse nutzen Betrüger die hohe Nachfrage nach exklusiven Projekten gezielt aus.
Was hinter Phishing und Datendiebstahl steckt
Bei dieser Betrugsmasche geben sich Kriminelle als Unternehmen, Veranstalter, Sponsoren oder Agenturen aus und kontaktieren potenzielle Auftragnehmer mit einem vermeintlich attraktiven Projektangebot. Sie locken mit exklusiven Veranstaltungen und attraktiven Honoraren.
Betroffene werden im Zuge der Kooperation aufgefordert, sich auf einer angeblichen Event-, Medien- oder Akkreditierungsplattform anzumelden. Die Websites wirken professionell und echt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Phishing-Seiten, die speziell dafür gebait wurden, Zugangsdaten für beispielsweise E-Mail-Konten oder Cloud-Dienste abzugreifen.
Praxisbeispiel: Der gefälschte Akkreditierungszugang
Ein Fotograf erhält eine Anfrage für die Begleitung mehrerer Sponsorenevents im Umfeld der Fußball-WM 2026. Der Auftraggeber verfügt über eine überzeugende Website und verspricht ein hohes Honorar.
Zur Vorbereitung des Projekts soll sich der Fotograf auf einer Akkreditierungsplattform registrieren und mit seinem geschäftlichen E-Mail-Konto anmelden. Nachdem der Fotograf seine Zugangsdaten eingegeben hat, verschaffen sich Hacker Zugriff auf sein E-Mail-Konto. Über das kompromittierte Postfach lesen sie vertrauliche Kundenkorrespondenz mit, versenden Nachrichten im Namen des Fotografen und nutzen vorhandene Rechnungsinformationen für weitere Betrugsversuche.
Es entstehen Kosten für die Wiederherstellung der IT-Sicherheit, die Aufklärung des Vorfalls und die Information betroffener Kunden.
Wenn Zugangsdaten in die falschen Hände geraten
Ein derartiger Phishing-Angriff kann erhebliche Folgen mit sich bringen:
- Kompromittierung von E-Mail-Konten und Cloud-Diensten
- Missbrauch vertraulicher Kunden- und Projektdaten
- Versand betrügerischer Nachrichten im Namen des Fotografen
- Kosten für IT-Forensik und Wiederherstellungsmaßnahmen
- Betriebsunterbrechungen durch kompromittierte Systeme
- Reputationsschäden und Vertrauensverlust bei Kunden
- Entgangene Einnahmen durch verzögerte oder abgesagte Aufträge
Für Selbstständige und kleine Unternehmen können solche Vorfälle die Existenz bedrohen.