Bei Schnee, Matsch und Streusalz auf den Straßen holen viele Oldtimer-Besitzer ihre Schätze lieber in die Garage. Auch ist die kalte Jahreszeit eine gute Gelegenheit für einen technischen Rundum-Check und für mehr oder weniger aufwändige Ausbesserungsarbeiten. Gönnen auch Sie Ihrem Oldtimer eine Fahrpause und Ruhezeit? Worauf Sie hierbei in Sachen Versicherungsschutz achten sollten, erklärt unser Classic Cars Experte David Clegg.

Oldtimer-Standrisiko: Was kann passieren?

Sicher in der Winterpause: Oldtimer-Standrisiko versichernViele Oldtimer-Besitzer verzichten auf den Schutz einer Kaskoversicherung im Winter. In unserer Hiscox/ Kantar Classic Cars Umfrage nannten viele Teilnehmer, dass sie die Standrisiken als gering einschätzen bzw. sich die Prämie für die Kaskoversicherung sparen möchten.

Diese Rechnung geht aber leider schon bei einem geringen Standschaden nicht auf – beispielsweise durch Tierbiss, Mäusenester oder Kratzer. Einen Basisschutz für den Winter bietet zunächst die Teil-/ Vollkasko, in der benannte Schadenereignisse wie Brand, Vandalismus oder Diebstahl des Fahrzeugs versichert sind. Doch auch bei einer längeren Standzeit lohnt sich ein Allgefahren-Schutz, wie dieses Beispiel zeigt:

Mäuse zerbissen die Ledersitze eines Vorkriegsfahrzeugs von 1936. Zwar sind bereits in der Teilkasko Schäden durch Tierbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen versichert – allerdings nicht an Dächern, Sitzen oder Verkleidungen. Eine Allgefahren-Standrisiko-Deckung springt hingegen in einem solchen Fall wie den durch Mäusebiss beschädigten Ledersitzen ein.

Oldtimer-Standrisiko versichern: Wissenswertes zu den Möglichkeiten

Von den Schäden, die Oldtimer-Besitzer bereits verzeichnen mussten, sind gut die Hälfte in den Wintermonaten passiert – darunter auch Unwetterschäden, Mottenbefall und Diebstahl. Diese Zahlen aus der Hiscox/ Kantar Classic Cars Umfrage zeigen: Eine Absicherung für das Oldtimer-Standrisiko ist wichtig. Doch wie kann der Versicherungsschutz genau aussehen?

Praktisch – auch in der Standrisiko-Versicherung: Saisonzulassung

Falls Sie Ihren Oldtimer generell nur monatsweise – zum Beispiel im Sommer – fahren möchten, bietet das Saison-Kennzeichen den Vorteil, dass die An- und Abmeldung bei der Zulassungsbehörde und auch bei der Haftpflichtversicherung automatisch erledigt wird. Sie zahlen folglich nur für Ihre definierten Monate Steuern. Für die Versicherung gilt:

1. Haftpflichtversicherung während der Zeit der saisonalen Abmeldung

Eine laufende Haftpflichtversicherung geht für die Zeit der saisonalen Abmeldung, die länger als zwei Wochen dauert, in eine beitragsfreie Ruheversicherung über. Dies funktioniert automatisch, wenn die Zulassungsbehörde die Außerbetriebssetzung mitteilt.

2. Kaskoversicherung (Teilkasko-, Vollkasko- bzw. Allgefahrentarif) während der Standzeit

Während eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben und an die Zeit der Zulassung geknüpft ist, lässt sich eine Teil-, Vollkasko bzw. Allgefahrenversicherung freiwillig abschließen. Die Unterschiede zwischen den Deckungen liegen darin, wie weitreichend der Versicherungsschutz ist (Mehr lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag Oldtimerversicherung-Vergleich: Was ist was?).

Wenn Sie für Ihren Oldtimer mit Saisonzulassung eine Kasko-Deckung abschließen, der Versicherungsschutz auch bei einer Ruhephase automatisch bestehen. So ist Ihr Autoklassiker auch abgesichert, wenn sich Stand- beziehungsweise Winterschäden ereignen.

Standrisiko-Versicherung für frisch gebackene Oldtimer-Besitzer (ohne bestehenden Schutz)

Auch wenn Sie Ihren Oldtimer gerade erst gekauft haben und zunächst nicht anmelden möchten, empfiehlt sich mindestens ein Teilkasko-Schutz, der bestimmte Schäden an Ihrem Oldtimer abdeckt, wie Diebstahl, Brand oder Vandalismus.

Bei einer Allgefahren-Standrisiko-Versicherung ist hingegen keine Liste versicherter Schäden genannt sondern umgekehrt nur wenige Ausschlüsse. Auch ist Ihr Oldtimer falls vereinbart auch beim Be- und Entladen und während eines Transports versichert.

Oldtimer-Standrisiko reduzieren: Wichtiges zur Überwinterung bzw. Stilllegung

Mit dem Ende der Saison mit Saisonkennzeichen beziehungsweise längeren Phase einer Fahrzeug-Abmeldung dürfen Sie Ihren Oldtimer gemäß Paragraph 12 STVO nicht mehr auf einer öffentlichen Verkehrsfläche abstellen. Dies geht damit einher, dass Sie auch nicht mehr mit Ihrem Fahrzeug am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Somit müssen Sie Ihr stillgelegtes Fahrzeug auf einem umfriedeten privaten Grund abstellen – idealerweise untergebracht in einer Garage, die klimatisiert werden kann.

Mehr erfahren Sie auch in unseren Blogbeiträgen zu Oldtimer-Kennzeichen: Über Farben, Steuern und Vorteile und Überwinterung: Risiken & Tipps für den Winterschlaf.

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Autor dieses Beitrags:

David Clegg hat selbst eine große Leidenschaft für Oldtimer – als Brite liebt er vor allem die klassischen Jaguar-Modelle, wie den Jaguar Mark 2. Bereits 2013 startete er bei Hiscox UK und wechselte 2016 zu Hiscox Deutschland. Er ist Hiscox Produktverantwortlicher für die Classic Cars Versicherung und kennt die gängigen Versicherungsirrtümer.