Was muss, das muss: Versicherungen braucht jeder – für die unterschiedlichsten Bereiche. Als erstes fällt einem ja das Auto ein. Die Haftpflicht ist Pflicht. Zur Kür gehören Teil- oder Vollkasko. Weiterhin: Nicht jeder hat eine private Haftpflichtversicherung, wobei das – meiner Meinung nach – Pflicht sein müsste. Doch damit ist noch lange nicht Schluss. Wer nicht angestellt ist, sondern als Freiberufler und Selbstständiger arbeitet, sollte sich auch absichern. Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht und bei Bedarf auch mit weiteren Modulen wie Cyber und Sachversicherungen für den Betrieb.

So viele Versicherungen, da braucht man doch persönliche Beratung, oder? Kann man alles einfach online abschließen? Wir haben einen Einblick (durch eine Zahlenstudie) bekommen, wo die meisten ihre Verträge unterschreiben.

Wo werden Versicherungsabschlüsse von Verbrauchern unterschrieben?

Damals, man stellt sich das ja immer so schön klassisch vor: Es klingelt an der Haustür, der seriöse Herr im Anzug mit Aktenköfferchen und zurückgegelter Frisur steht auf dem Fußabtreter und schwenkt den Hut. Der versicherungsabschlusswillige Verbraucher lässt den Versicherungsmakler herein in die gute Stube. Auf dem Sofa wird ein Käffchen getrunken und der Makler erzählt, erzählt, erzählt. Nachdem 1000 Fragen beantwortet sind, werden viele Fragebögen und Vertragsunterlagen ausgefüllt und dann kommt die Unterschrift. Geschafft! Der Makler packt sein Köfferchen wieder zusammen und schwenkt erneut den Hut, als er das Haus wieder verlässt.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wo Verbraucher am liebsten Versicherungen abschließen. Es hat herausgefunden: Vor elf Jahren lag der Anteil der sogenannten „Sofa-Geschäfte“ noch bei über 50 Prozent. Selbst drei Jahre später (2008) ließen immer noch 46 Prozent für Neuabschlüsse der Versicherungen die Verbraucher die Makler auf ihr Sofa.

Versicherungsabschlüsse 2015

Wo werden Versicherungen abgeschlossen?
Versicherungsabschlüsse in 2015 (Auswahl) Quelle: YouGov, Kundenmonitor E-Assekuranz

 

Im Zeitraum 2014-2015 wurden immer noch drei Viertel der Abschlüsse bei einem Face-to-Face-Kontakt besiegelt. Dabei spielt jedoch das eigene Büro als Abschlussort mittlerweile eine größere Rolle. Fast ein Drittel (29%) bevorzugen die geschäftliche Umgebung. Zu Hause empfangen fast ebenso viele Abschlusswillige ihren Makler: 27%. Die Zahl ist jedoch im Vergleich zu früher gesunken. Zum Makler ins Büro gehen 10% für einen Versicherungsvertrag und beim Bankbesuch erledigen 5% den Abschluss der gewünschten Versicherung. Andere Abschlusswege (nicht in der Grafik enthalten) sind: über den Arbeitgeber, mit anderen Dienstleistern, schriftlich oder telefonisch.

Online-Abschluss auf dem Vormarsch für Versicherungen

In den letzten fünf Jahren hat sich der Abschluss von Versicherungen über das Internet fast verdoppelt. 2015 sind 19% der Versicherungsverträge vor dem heimischen oder Büro-Computer abgeschlossenen worden.

Meine persönliche Interpretation zur Entwicklung der Online-Abschluss-Zahlen: Es kann ja auch nur etwas online abgeschlossen werden, wenn die Möglichkeiten bei den Versicherern bestehen. Dazu gehören ein Online-Rechner auf der Website und Formulare. Damit meine ich natürlich nicht die PDF-Verträge zum Ausdrucken, die mit einem Stift ausgefüllt werden, um sie dann zu faxen. „Früher“ musste man sehr lange suchen, bis man überhaupt etwas komplett online abschließen konnte, das man nicht extra ausdrucken und von Hand ausfüllen musste.

Entscheidend bei der Wahl des Abschlussweges ist natürlich auch, wie komplex und beratungsintensiv eine Versicherung ist. So sind beispielsweise Kfz-, private Krankenzusatz- und Privathaftpflichtversicherungen prädestiniert für einen Online-Abschluss. Sicherlich muss man die Angebote und Leistungen vorher vergleichen. Doch wenn man die geeigneten Eckdaten (Versicherungssumme, Laufzeit, abgedeckte Risiken und so weiter) herausgefunden hat, dann möchte man sich verständlicherweise den Zeitaufwand sparen, noch extra zu einer Agentur zu gehen oder den Makler im Haus oder Büro zu empfangen.

Versicherungen beim Makler abschließen

Die Beratungsleistung eines Maklers nehmen aktuell 10 Prozent der Verbraucher in Anspruch. Nachvollziehbar, wenn es etwa um die Berufsunfähigkeits- und privaten Pflegeversicherungen geht. Sobald die Verträge komplexer werden, sollte man auf jeden Fall kompetenten Rat einholen, damit man keine wichtigen Dinge vergisst oder doppelt und dreifach dasselbe Risiko versichert hat.

Die Bereitschaft, sich von Maklern helfen zu lassen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: Früher, um die Jahrtausendwende, lag der Anteil für Makler offener Versicherungsinteressenten bei lediglich einem Drittel. Heute sind mehr als die Hälfte der befragten Personen aufgeschlossen, wenn es um die Beratung durch einen Makler geht und würden auch dort abschließen.

Akzeptanz für den Online-Abschluss von Versicherungen

Generationensache oder liegt es am wachsenden Angebot? Die Bereitschaft, einen Vertrag online abzuschließen, hat sich seit der Jahrtausendwende vervierfacht. Damals waren es nur acht Prozent, heutzutage sprechen wir von einem Drittel der befragten Personen jeden Alters. In der Altersgruppe bis 30 Jahre sind es sogar 57%, die gern online eine Versicherung abschließen möchten.

Versicherungen online abschließen? Ihre Meinung ist gefragt!

Wie würden Sie gern eine Versicherung abschließen? Ärgern Sie sich über fehlende oder verwirrende Informationen auf den Websites von Versicherern? Was können die Versicherer tun, um den Abschluss möglichst einfach und kundenfreundlich zu gestalten? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare unter diesem Beitrag.

Diese Versicherungen sind bei Hiscox direkt online abschließbar: