Sie können erkennen, dass Fehler entstehen, wenn Ihre Anforderungen, Erwartungen und die Umsetzung im Alltag nicht vollständig übereinstimmen. Kleine Unklarheiten und Abweichungen führen dazu, dass Inhalte anders umgesetzt werden als geplant. Die folgenden vier Fehler treten besonders häufig auf:
1. Fehler bei der Kennzeichnung von Werbung
Die Kennzeichnung von Werbung gehört zu den zentralen Anforderungen in der Zusammenarbeit zwischen Marken und Influencern. Im Arbeitsalltag zeigt sich, dass hier häufig Unsicherheiten bestehen. Unklar ist oft:
- wann Inhalte als Werbung gelten
- wie deutlich die Kennzeichnung erfolgen muss
- wie sich redaktionelle Inhalte von bezahlten Kooperationen abgrenzen lassen
Besonders bei gemischten Formaten entstehen schnell Unklarheiten, zum Beispiel:
- bei Produktempfehlungen
- bei Affiliate-Links
- bei längerfristigen Kooperationen
Fehler entstehen in diesen Situationen häufig, wenn Inhalte nicht eindeutig gekennzeichnet sind oder die Kennzeichnung nicht ausreichend sichtbar erfolgt. Für Auftraggeber kann das dazu führen, dass Kampagnen nicht wie geplant funktionieren oder nachträglich angepasst werden müssen.
Beispiel
Der Auftraggeber plant eine Instagram-Story wie folgt: Vorstellung eines neuen Beauty-Produkts im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit klarer Kennzeichnung als „Werbung“.
Die Influencerin setzt die Story jedoch so um: Sie zeigt das Produkt in ihrer Morgenroutine, empfiehlt es persönlich und verzichtet auf eine klare Kennzeichnung als Werbung.
Fehler: Die bezahlte Kooperation wird nicht eindeutig als Werbung gekennzeichnet.
Folge: Für Nutzer wirkt die Empfehlung wie eine persönliche Erfahrung, die Werbeabsicht ist nicht transparent und Inhalte müssen nachträglich angepasst werden.
2. Fehler in der Umsetzung von Kampagnen
Auch bei klaren Vorgaben entstehen in der Umsetzung regelmäßig Fehler. Inhalte werden anders gestaltet als vorgesehen, Details werden übersehen oder Vorgaben werden unterschiedlich interpretiert. Fehler entstehen auch bei der Ausarbeitung von Inhalten. Ungenaue Recherchen, missverständlich formulierte Aussagen oder falsch eingeordnete Informationen führen dazu, dass Inhalte angepasst oder korrigiert werden müssen. Gerade unter Zeitdruck oder bei parallelen Projekten wirken sich solche Abweichungen direkt auf die Qualität und Wirkung der Inhalte aus.
Beispiel
Ein Post ist vom Auftraggeber geplant als: hochwertig, vertrauenswürdig, informativ.
Dieser wird vom Content Creator aber umgesetzt als: zu werblich oder unklar.
Fehler: Die geplante Tonalität und Darstellung werden nicht eingehalten.
Folge: Inhalte wirken weniger glaubwürdig, Nutzer reagieren zurückhaltender und die Kampagne erreicht ihre Ziele nicht wie geplant.
3. Unklare Erwartungen in der Zusammenarbeit
Fehler entstehen häufig, wenn Auftraggeber und Content Creator unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie Inhalte aussehen sollen. Solche Abweichungen fallen oft erst nach der Veröffentlichung oder kurz davor auf. Inhalte entsprechen dann nicht den Erwartungen oder weichen in Tonalität, Bildsprache oder Aussage vom ursprünglichen Ziel ab. Dadurch entstehen:
- zusätzlicher Abstimmungsaufwand
- notwendige Anpassungen der Inhalte (Korrekturschleifen)
- Verzögerungen im Ablauf.
- im Einzelfall Konflikte in der Zusammenarbeit
Beispiel
Der Auftraggeber stellt sich das Video wie folgt vor: klare Produktdemo mit Fokus auf Anwendung und Vorteilen.
Dieses wird vom Influencer aber umgesetzt als: unterhaltsames Storytelling-Video, in dem das Produkt nur kurz eingebunden ist.
Fehler: Die vereinbarte inhaltliche Ausrichtung und der Fokus auf das Produkt werden nicht eingehalten.
Folge: Die Kernbotschaft geht verloren, Inhalte müssen angepasst werden, der Abstimmungsaufwand steigt und Konflikte in der Zusammenarbeit entstehen.
4. Zeitliche und organisatorische Unstimmigkeiten
Kooperationen sind oft an feste Zeitpläne gebunden. Veröffentlichungen müssen abgestimmt erfolgen, Kampagnen starten zu bestimmten Zeitpunkten und Inhalte sollen parallel zu anderen Maßnahmen erscheinen. In diesem Umfeld führen bereits kleine Verzögerungen oder Missverständnisse zu Problemen im Ablauf. Inhalte werden zu früh oder zu spät veröffentlicht, Abstimmungen erfolgen nicht rechtzeitig oder Änderungen werden zu spät berücksichtigt. Die mögliche Folge ist, dass Kampagnen an Wirkung verlieren oder kurzfristig angepasst werden müssen.
Beispiel
Der Auftraggeber plant einen Fachbeitrag im Blog wie folgt: Beitrag über die Einführung eines neuen Software-Tools mit Veröffentlichung zum offiziellen Produktlaunch.
Der Beitrag wird vom Blogger jedoch: verspätet fertiggestellt und erst nach dem geplanten Kampagnenstart veröffentlicht.
Fehler: Der vereinbarte Veröffentlichungszeitpunkt wird nicht eingehalten.
Folge: Der Beitrag erscheint zeitlich versetzt zur Kampagne, die Aufmerksamkeit zum Launch wird verpasst und Inhalte müssen angepasst oder neu eingeplant werden.
Typisches Muster: Fehler entstehen im Zusammenspiel
Ein zentrales Merkmal vieler Kooperationen ist, dass Fehler selten isoliert auftreten. Häufig entstehen sie im Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Erwartungen, Umsetzung und Timing greifen ineinander. Unklarheiten verstärken sich im Verlauf der Zusammenarbeit und führen dazu, dass Inhalte Schritt für Schritt von der ursprünglichen Planung abweichen. Dieses Zusammenspiel macht Kooperationen besonders fehleranfällig und ist ein typischer Ausgangspunkt für Influencer Marketing Fehler.