Hausverwaltung gründen: Voraussetzungen, Kosten, Verdienst und Tipps

Kurz gesagt: Wer eine Hausverwaltung gründen möchte, benötigt in Deutschland in der Regel eine Gewerbeerlaubnis nach §34c GewO, fachliche und organisatorische Kenntnisse sowie eine gesetzlich vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung. Durch die hohe Nachfrage nach professioneller Immobilien- und WEG-Verwaltung bietet die Branche derzeit attraktive Marktchancen für Gründer.

Viele Eigentümergemeinschaften suchen heute monatelang nach einer neuen Hausverwaltung. Zahlreiche Verwaltungen sind ausgelastet oder nehmen keine neuen Objekte mehr an. Gerade moderne und professionell organisierte Hausverwaltungen können sich deshalb erfolgreich am Markt positionieren.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Voraussetzungen für die Gründung wichtig sind, wie Sie Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit starten und welche Risiken sowie Versicherungen Hausverwalter kennen sollten.

Von Franz Kupfer

17 Min. Lesezeit26.05.2026
Eine Hand, die Schlüssel an einem hausförmigen Schlüsselanhänger hält, als Symbol für Wohneigentum. Im Hintergrund ist ein verschwommener Innenraum zu sehen, der eine einladende Atmosphäre vermittelt.

Warum lohnt sich aktuell die Gründung einer Hausverwaltung?

Kurz gesagt: Der Markt für Hausverwaltungen ist groß, kleinteilig und in vielen Regionen angespannt. Für Gründer entstehen große Marktchancen, wenn sie professionelle Prozesse, digitale Abläufe und persönliche Betreuung verbinden.

Hohe Nachfrage nach professioneller Verwaltung

Die Nachfrage nach professioneller Immobilienverwaltung wächst seit Jahren. Aktuell gibt es rund 30.000 Hausverwaltungen in Deutschland. Gleichzeitig berichten viele Eigentümergemeinschaften bereits heute davon, nur schwer eine neue Verwaltung zu finden. Zahlreiche Hausverwaltungen sind ausgelastet oder nehmen keine neuen Objekte mehr an.

Karte von Deutschland, auf der die Bundesländer je nach Anzahl der Immobilienverwaltungsgesellschaften in Gelb- bis Grüntönen schattiert sind. Gelbe Bundesländer weisen eine geringere Anzahl auf, grüne eine höhere.

Die Branche verwaltet dabei enorme Werte: Laut Statistischem Bundesamt beschäftigen Hausverwaltungen in Deutschland über 143.000 Mitarbeitende und erwirtschaften jährlich mehr als 15 Milliarden Euro Umsatz. Gleichzeitig leben über 23 Millionen Menschen in Wohnanlagen, die professionell verwaltet werden.

Besonders stark vertreten sind Hausverwaltungen in bevölkerungsreichen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Allein in Bayern gibt es aktuell rund 4.900 Hausverwaltungen, in Nordrhein-Westfalen mehr als 7.000.

Quelle: Listflix (2026), Statistik Hausverwaltungen in Deutschland, https://listflix.de/statistik/hausverwaltungen/

Balkendiagramm der Immobilienverwaltungsunternehmen in Deutschland nach Größe. „Kleinstunternehmen“ hat den längsten Balken, gefolgt von „Kleinunternehmen“.

Warum sich die Immobilienverwaltung auch für Gründer lohnt

Rund 87 Prozent aller Hausverwaltungen gelten als Kleinstunternehmen. Viele davon bestehen aus kleinen Teams oder werden als Einzelunternehmen geführt.

Quelle: Listflix (2026), Statistik Hausverwaltungen in Deutschland, https://listflix.de/statistik/hausverwaltungen/

Diese Marktstruktur zeigt, dass der Einstieg in die Hausverwaltung grundsätzlich auch für Gründer und kleine Unternehmen möglich ist. Die Branche wird nicht von wenigen Großkonzernen dominiert, sondern vor allem von regionalen Klein- und Kleinstunternehmen geprägt. Daraus ergeben sich für Gründer mehrere Chancen:

  • Viele Hausverwaltungen starten als kleines Unternehmen 
  • Wachstum ist schrittweise mit dem Kundenbestand möglich 
  • Regionale Anbieter können sich erfolgreich positionieren 
  • Persönliche Betreuung und schnelle Kommunikation bleiben wichtige Wettbewerbsvorteile

Anforderungen und Verantwortung steigen deutlich

Die Arbeit von Hausverwaltungen wird immer komplexer: Themen wie WEG-Recht, Dokumentationspflichten, Datenschutz oder Instandhaltungsmanagement erhöhen die Verantwortung im Arbeitsalltag.

Hausverwaltungen übernehmen heute nicht nur organisatorische Aufgaben, sondern tragen auch wirtschaftliche und rechtliche Verantwortung für Eigentümergemeinschaften und Immobilienbesitzer. Fehler bei Abrechnungen, Fristen, Beschlüssen oder Instandhaltungsmaßnahmen können schnell zu finanziellen Schäden Dritter und somit zu Haftungsfällen führen.

Wer eine Hausverwaltung gründen möchte, sollte deshalb bereits in der Gründungsphase auf professionelle Prozesse, klare Zuständigkeiten und eine passende Absicherung achten.

Franz Kupfer ist Head of Professional Indemnity, D&O & Events bei Hiscox
Mein Name ist Franz Kupfer und ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Haftungsrisiken und Versicherungslösungen für Dienstleistungsunternehmen wie Immobilienverwalter. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen die wichtigsten Voraussetzungen, Risiken und Schritte für die Gründung einer Hausverwaltung praxisnah aufzeigen, damit Sie Ihr Business erfolgreich und professionell aufbauen können.
Franz KupferHead of Professional Indemnity & D&O

Welche Voraussetzungen braucht man, um eine Hausverwaltung zu gründen?

Für die Gründung einer Hausverwaltung benötigt man in Deutschland in der Regel eine Gewerbeerlaubnis nach §34c GewO, geordnete Vermögensverhältnisse sowie eine gesetzlich vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung für Wohnimmobilienverwalter.

Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO

Wer gewerblich Wohnimmobilien oder Wohnungseigentum verwalten möchte, benötigt eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO). Diese wird vom zuständigen Gewerbeamt oder der zuständigen Behörde erteilt. Die Erlaubnis ist relevant für:

  • WEG-Verwaltung 
  • Mietverwaltung 
  • Verwaltung fremder Wohnimmobilien 

Persönliche Voraussetzungen für Hausverwalter

Für die Erteilung der §34c-Erlaubnis müssen bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllt sein.

Wichtige persönliche Voraussetzungen für die §34c-Erlaubnis

VoraussetzungBedeutung
Persönliche ZuverlässigkeitDie Behörde prüft, ob Sie als Gewerbetreibender zuverlässig auftreten und rechtliche Vorgaben einhalten.
Keine schweren VorstrafenRelevante Straftaten können die Erteilung der Erlaubnis verhindern.
Geordnete VermögensverhältnisseEs dürfen in der Regel keine erheblichen finanziellen Probleme oder ungeklärten Schulden bestehen.
Keine laufenden InsolvenzverfahrenGegen Antragsteller sollte kein aktuelles Insolvenzverfahren laufen.

Die zuständige Behörde kann diese Punkte anhand verschiedener Nachweise und Auskünfte prüfen (z.B. Führungszeugnis, Gewerbezentralregisterauszug, Auskunft vom Insolvenzgericht, SCHUFA bzw. Bonitätsnachweise, steuerliche Unbedenklichkeit).

Braucht man eine Ausbildung als Hausverwalter?

Eine klassische Ausbildung ist für die Gründung einer Hausverwaltung nicht zwingend vorgeschrieben. Fachliche Kenntnisse in Immobilienverwaltung, Buchhaltung, WEG-Recht und Organisation sind in der Praxis jedoch sehr wichtig.

Häufige berufliche Hintergründe von Hausverwaltern

Viele Hausverwalter verfügen über eine Ausbildung oder Berufserfahrung in der Immobilienwirtschaft, im kaufmännischen Bereich oder im Gebäudemanagement. Häufige berufliche Hintergründe sind beispielsweise:

  • Immobilienkaufleute 
  • Kaufleute der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft 
  • Immobilienfachwirte 
  • Betriebswirte mit Immobilienbezug 
  • Quereinsteiger mit Erfahrung in Verwaltung, Buchhaltung oder Immobilienbetreuung

Weiterbildung und Qualifikation

Als Gründer können Sie sich über Weiterbildungen, IHK-Lehrgänge oder berufsbegleitende Fernkurse weiterbilden. Besonders relevant sind beispielsweise:

  • Immobilienverwalter/in (IHK) 
  • Geprüfte/r Immobilienfachwirt/in (IHK) 
  • Vorbereitungskurse zum zertifizierten Verwalter 

Gerade im Bereich der WEG-Verwaltung gewinnen fachliche Qualifikationen und kontinuierliche Weiterbildung zunehmend an Bedeutung.

WEG-Verwaltung: Braucht man einen zertifizierten Verwalter?

Seit dem 1. Dezember 2023 gehört die Bestellung eines zertifizierten Verwalters nach § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG grundsätzlich zur ordnungsgemäßen Verwaltung von Wohnungseigentümergemeinschaften.

Als zertifizierter Verwalter darf sich nur bezeichnen, wer eine entsprechende Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt hat. Dabei werden rechtliche, kaufmännische und technische Kenntnisse geprüft. Die Regelung betrifft insbesondere die WEG-Verwaltung. Für Gründer bedeutet das: Wer Wohnungseigentümergemeinschaften professionell verwalten möchte, sollte sich frühzeitig mit den Anforderungen an den zertifizierten Verwalter beschäftigen.

Schon gewusst?

  • Prüfungspflicht bei IHK

    Von der Prüfungspflicht vor einer IHK sind ausgenommen bzw. gleichgestellt: Immobilienkaufleute, Kaufleute der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, geprüfte Immobilienfachwirte, Personen mit immobilienwirtschaftlichem Hochschulabschluss, Volljuristen mit Befähigung zum Richteramt.

Welche Aufgaben übernimmt eine Hausverwaltung in der WEG- und Mietverwaltung?

Hausverwaltungen übernehmen kaufmännische, technische, rechtliche und organisatorische Aufgaben rund um Immobilien und Eigentümergemeinschaften. Dazu gehören unter anderem Abrechnungen, Instandhaltungen, Eigentümerversammlungen und die Kommunikation mit Eigentümern und Mietern.

Welche Arten von Hausverwaltungen gibt es?

WEG-Verwaltung

  • Verwaltung des Gemeinschaftseigentums 
  • Vertretung der Eigentümergemeinschaft 
  • rechtliche Grundlage WEG 

Mietverwaltung

  • Verwaltung vermieteter Immobilien 
  • Vertretung des Eigentümers gegenüber Mietern
  • Fokus auf Mietverhältnisse 

Gewerbeverwaltung

  • Verwaltung gewerblich genutzter Immobilien 
  • z. B. Büros, Einkaufszentren, Ärztehäuser 

Kaufmännische Aufgaben einer Hausverwaltung

Zu den wichtigsten Tätigkeiten einer Hausverwaltung gehören kaufmännische Aufgaben rund um Abrechnungen, Zahlungsströme und die finanzielle Organisation von Immobilien und Eigentümergemeinschaften.

AufgabenbereichTätigkeiten
Wirtschaftspläne und BudgetplanungErstellung und Prüfung von Wirtschaftsplänen sowie Liquiditätsplanung
AbrechnungenHausgeld-, Betriebs- und Heizkostenabrechnungen erstellen und prüfen
ZahlungsverkehrVerwaltung von Konten sowie Überwachung von Geldeingängen und Geldausgängen
MahnwesenOffene Forderungen überwachen und Zahlungsverzüge bearbeiten
BetriebskostenmanagementPrüfung, Verteilung und Optimierung laufender Betriebskosten
HausgeldverwaltungVerwaltung von Hausgeldern und Sonderumlagen innerhalb der WEG

Technische Aufgaben einer Hausverwaltung

Technische Aufgaben einer Hausverwaltung umfassen vor allem die Instandhaltung, Überwachung und Organisation aller Maßnahmen rund um den laufenden Betrieb und den Werterhalt einer Immobilie.

AufgabenbereichTätigkeiten
ObjektüberwachungRegelmäßige Kontrolle und Begehung der Immobilie
Instandhaltung und ReparaturenPlanung, Beauftragung und Überwachung von Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen
HandwerkerkoordinationAbstimmung und Einweisung von Handwerksbetrieben und Dienstleistern
VerkehrssicherungspflichtenOrganisation von Prüfungen, Wartungen sowie Maßnahmen zu Brandschutz und Sicherheit
SchadensmanagementMeldung und Koordination von Schäden gegenüber Handwerkern und Versicherungen
Technische DokumentationÜberwachung technischer Anlagen und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben

Rechtliche und organisatorische Aufgaben

Rechtliche und organisatorische Aufgaben sorgen dafür, dass Eigentümergemeinschaften, Mietverhältnisse und Verwaltungsprozesse rechtssicher, transparent und strukturiert organisiert werden.

AufgabenbereichTätigkeiten
EigentümerversammlungenOrganisation, Durchführung und Protokollierung von Eigentümerversammlungen
VertragsmanagementPrüfung und Verwaltung von Wartungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsverträgen
Rechtliche VorgabenEinhaltung von WEG, BGB, Datenschutz- und weiteren gesetzlichen Vorschriften
KommunikationKorrespondenz mit Eigentümern, Mietern, Behörden und Dienstleistern
BeschwerdemanagementBearbeitung von Konflikten, Beschwerden und organisatorischen Anliegen
Fristen und BeschlüsseÜberwachung von Fristen sowie Umsetzung von Beschlüssen und Maßnahmen

Wer eine Hausverwaltung gründen möchte, sollte den organisatorischen und rechtlichen Umfang der Tätigkeit nicht unterschätzen. Professionelle Abläufe und klare Verantwortlichkeiten sind entscheidend für eine erfolgreiche Immobilienverwaltung.

Schadenfälle besser verstehen und vermeiden

In vielen Berufen können Fehler schnell zu konkreten Schadenfällen führen mit ganz unterschiedlichen Ursachen und Konsequenzen. Wer typische Schäden und Abläufe kennt, kann Risiken besser einschätzen und gezielt vorbeugen.
Die häufigsten Schadenfälle in der Berufswelt von Schadensarten über Schadenhergang bis hin zu Regress und Fehlberatung beleuchtet unser Beitrag.

Hausverwaltung gründen: Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit

Zusammenfassend: Wer eine Hausverwaltung gründen möchte, sollte die Selbstständigkeit strukturiert vorbereiten. Neben Gewerbeanmeldung und Versicherungen spielen Rechtsform, Software, Prozesse und Marktpositionierung eine zentrale Rolle.

Schritt 1: Geschäftsfeld und Positionierung festlegen

Zu Beginn sollten Sie festlegen, welche Art von Immobilienverwaltung Sie anbieten möchten. Viele Gründer spezialisieren sich zunächst auf die WEG-Verwaltung, Mietverwaltung oder die Verwaltung kleinerer Wohnimmobilien im regionalen Umfeld. Gerade kleinere und spezialisierte Hausverwaltungen können sich dadurch erfolgreich am Markt etablieren.

Wichtig für Sie ist eine klare Positionierung am Markt. Eigentümergemeinschaften und Immobilieneigentümer achten zunehmend auf digitale Prozesse, transparente Kommunikation und schnelle Erreichbarkeit. 

Schritt 2: Rechtsform und Gewerbeanmeldung wählen

Im nächsten Schritt wählen Sie die passende Rechtsform für Ihre Hausverwaltung. Viele Gründer starten zunächst als Einzelunternehmen oder entscheiden sich für eine UG oder GmbH, um die Haftung zu begrenzen.

Anschließend erfolgt die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt. Für die gewerbliche Verwaltung fremder Wohnimmobilien benötigen Sie außerdem eine Erlaubnis nach § 34c GewO. Zusätzlich sollten Sie frühzeitig:

  • Den steuerlichen Fragebogen über ELSTER beim Finanzamt einreichen
  • Ein Geschäftskonto bei Ihrer Bank eröffnen 
  • Die Mitgliedschaft bei der IHK berücksichtigen 
  • Interne Abläufe für Kommunikation, Dokumentation und Abrechnungen aufbauen
Eine Tabelle zeigt die häufigsten Rechtsformen bei Hausverwaltern in Anzahl: Kapitalgesellschaften 12.670, Einzelunternehmen 9.538, Personengesellschaften 7.291 und sonstige 987.

Die richtige Rechtsform frühzeitig wählen

Wer eine Hausverwaltung gründen möchte, sollte sich frühzeitig mit der passenden Rechtsform beschäftigen. Denn die Wahl zwischen Einzelunternehmen, UG oder GmbH hat direkten Einfluss auf Haftung, Steuern und organisatorische Anforderungen.

Schritt 3: Finanzierung und Absicherung der Hausverwaltung planen

Bereits in der Gründungsphase sollten Sie die Finanzierung und Absicherung Ihrer Hausverwaltung sorgfältig planen. Neben rechtlichen Anforderungen spielen auch laufende Kosten, Liquiditätsreserven und Versicherungen eine wichtige Rolle.

Laufende Kosten und Finanzierung realistisch planen

Für Hausverwaltungen entstehen früh laufende Kosten für:

  • Büroausstattung 
  • Verwaltungssoftware 
  • Marketing und Webseite 
  • Weiterbildungen 
  • Firmenfahrzeuge 
  • Personal oder externe Dienstleister 

Finanzplan und Förderungen

Ein strukturierter Finanzplan hilft dabei, Einnahmen, Ausgaben und notwendige Rücklagen realistisch einzuschätzen. Gerade in der Anfangsphase sollten ausreichend Liquiditätsreserven vorhanden sein, um unerwartete Ausgaben oder verzögerte Zahlungseingänge abzufangen.

Zusätzlich können Förderprogramme, Gründerkredite oder Finanzierungsmöglichkeiten hilfreich sein. Unterstützung bieten unter anderem Hausbanken, Landesförderbanken oder die Agentur für Arbeit.

Versicherungen für Hausverwaltungen frühzeitig einplanen

Neben der Finanzierung spielt auch die finanzielle Absicherung eine wichtige Rolle. Für Wohnimmobilienverwalter ist eine Berufshaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Sie schützt vor Vermögensschäden Dritter, die beispielsweise durch Fristversäumnisse, Abrechnungsfehler oder organisatorische Fehler entstehen können.

Finanzielle Organisation aufbauen

Ebenso wichtig ist eine professionelle finanzielle Organisation. Geschäftliche Konten und Fremdgelder sollten klar voneinander getrennt werden, um Verwaltungsprozesse transparent und rechtssicher aufzubauen.

Viele Hausverwaltungen arbeiten zusätzlich mit separaten Treuhand- oder Objektkonten, um Hausgelder, Rücklagen und laufende Zahlungen sauber zu verwalten.

Schritt 4: Verwaltungssoftware und Prozesse aufbauen

Moderne Hausverwaltungen arbeiten heute zunehmend digital. Eine professionelle Verwaltungssoftware hilft dabei, Buchhaltung, Dokumente, Kommunikation und Termine effizient zu organisieren. Wichtige Bereiche sind:

  • Digitale Objektverwaltung 
  • Buchhaltung und Abrechnungen 
  • Dokumentenmanagement 
  • Kommunikation mit Eigentümern und Mietern 
  • Fristen- und Aufgabenverwaltung 

Schritt 5: Die ersten Kunden für Ihre Hausverwaltung gewinnen

Der Aufbau eines stabilen Kundenbestands gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Startphase. Viele Hausverwaltungen gewinnen ihre ersten Kunden über regionale Netzwerke, Empfehlungen oder persönliche Kontakte.

Unsere Tipps für eine erfolgreiche Kundengewinnung

Gerade in der Anfangsphase entscheiden Vertrauen, Sichtbarkeit und persönliche Empfehlungen häufig darüber, ob Eigentümergemeinschaften einer neuen Hausverwaltung den Zuschlag geben. Besonders wichtig sind deshalb:

  • Professioneller Internetauftritt mit klaren Leistungen und Ansprechpartnern 
  • Lokale Sichtbarkeit bei Google und in Branchenverzeichnissen 
  • Kooperationen mit Maklern, Handwerksbetrieben und Dienstleistern 
  • Positive Online-Bewertungen und persönliche Empfehlungen 

Regionale Netzwerke und Kontakte in der Immobilienbranche

Wie viel kann man mit einer Hausverwaltung verdienen?

Die Einnahmen einer Hausverwaltung hängen von Region, Objektgröße, Verwaltungsart und Anzahl der betreuten Wohneinheiten ab. Viele Hausverwaltungen erzielen wiederkehrende monatliche Einnahmen pro Einheit sowie zusätzliche Vergütungen für Sonderleistungen.

Laut VDIV-Branchenbarometer (Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V. (VDIV Deutschland) planten Hausverwaltungen für neue WEG-Objekte zuletzt durchschnittliche Preisanpassungen von über 10 Prozent. Bei kleineren Objekten mit bis zu zehn Einheiten lagen die geplanten Erhöhungen teilweise sogar bei mehr als 16 Prozent. In der Mietverwaltung lagen die durchschnittlichen Vergütungen zuletzt bei rund 27 Euro pro Einheit und Monat.

Beispiel: Was kann eine kleine Hausverwaltung (je Mehrfamilienhaus) verdienen?

Anzahl der Wohneinheiten20 Einheiten
Vergütung pro Einheit und Monat27 Euro
Laufender Monatsumsatz540 Euro
Laufender Jahresumsatz6.480 Euro

Mit wachsendem Kundenbestand steigen die wiederkehrenden Einnahmen entsprechend. Viele Hausverwaltungen starten zunächst mit wenigen Objekten und bauen ihr Verwaltungsportfolio Schritt für Schritt aus.

Lukrativer Trend: Sondervergütungen

Für Hausverwaltungen gewinnen Sondervergütungen zunehmend an Bedeutung, um zusätzliche Umsätze zu erzielen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Baubetreuung 
  • Abwicklung von Versicherungsschäden 
  • Organisation von Umlaufbeschlüssen 
  • Erstellung von Bescheinigungen für energetische Maßnahmen 

zusätzliche Verwaltungsleistungen außerhalb des Standardvertrags 

Was kostet die Gründung einer Hausverwaltung?

Für die Gründung einer Hausverwaltung fallen in der Regel folgenden Kosten an:

KostenpunktGrößenordnung
Gewerbeanmeldungca. 20–60 €
§34c-Erlaubnisca. 200–1.000 €
Berufshaftpflichtabhängig von Umsatz und Risiko
Verwaltungssoftwareca. 50–300 € monatlich
Webseite & Marketingindividuell
Weiterbildungindividuell

Welche Risiken und Haftungsfälle gibt es für Hausverwaltungen?

Hausverwaltungen haften unter anderem bei Fristversäumnissen, fehlerhaften Abrechnungen, organisatorischen Fehlern oder versäumten Instandhaltungsmaßnahmen, wenn dadurch finanzielle Schäden entstehen.

Warum Hausverwaltungen ein hohes Haftungsrisiko tragen

Hausverwaltungen koordinieren Zahlungsströme, Fristen, Instandhaltungen, Eigentümerversammlungen sowie die Kommunikation mit Eigentümern, Mietern, Versicherungen und Dienstleistern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Digitalisierung, gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten kontinuierlich.

Kommt es dabei zu Fehlern, können schnell:

  • Finanzielle Schäden entstehen 
  • Fristen versäumt werden 
  • Ansprüche verloren gehen 
  • Eigentümer oder Mieter Schadenersatz verlangen 

Typische Schaden- und Haftungsfälle in der Hausverwaltung

Die folgenden Beispiele zeigen typische Haftungsfälle, mit denen Hausverwaltungen in der Praxis konfrontiert werden können.

Fristversäumnis bei Mieterhöhungen

Situation:
Eine Hausverwaltung versäumt es, eine vereinbarte Staffelmiete rechtzeitig anzupassen.

Risiko:
Die Mieterhöhung kann nicht mehr rückwirkend durchgesetzt werden.

Schaden:
Dem Eigentümer entstehen Einnahmeverluste über mehrere Monate.

Haftungsfall:
Der Eigentümer macht die Hausverwaltung für den finanziellen Schaden verantwortlich und fordert Schadenersatz.

  • Schadenhöhe: 35.000 Euro

Übersehene Mängel bei der Wohnungsübergabe

Situation:
Bei einer Wohnungsübergabe übersieht die Hausverwaltung mangelhafte Renovierungsarbeiten und unterschreibt das Übergabeprotokoll.

Risiko:
Die Kaution des Vormieters wird bereits ausgezahlt, bevor die Schäden erkannt werden.

Schaden:
Die Kosten für Nachbesserungen und Reparaturen bleiben beim Eigentümer hängen.

Haftungsfall:
Der Eigentümer fordert die entstandenen Kosten von der Hausverwaltung zurück.

  • Schadenhöhe: 4.000 Euro

Fehlerhafte Hausgeldabrechnung

Situation:
Bei der Erstellung der Hausgeldabrechnung verteilt der Hausverwalter aus Versehen einzelne Kostenpositionen falsch. Dadurch werden Rücklagen fehlerhaft berücksichtigt.

Risiko:
Die Eigentümergemeinschaft erhält eine fehlerhafte Abrechnung und fasst auf dieser Grundlage wirtschaftliche Entscheidungen.

Schaden:
Dadurch entstehen zusätzliche Kosten und organisatorischer Mehraufwand für die Eigentümergemeinschaft.

Haftungsfall:
Die Eigentümergemeinschaft macht die Hausverwaltung für die fehlerhafte Abrechnung und den entstandenen Vermögensschaden verantwortlich.

  • Schadenhöhe: 11.000 Euro

Welche Versicherungen brauchen Hausverwalter und Immobilienverwaltungen?

Kurz gesagt: Für Hausverwaltungen ist eine Berufshaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Abhängig vom Geschäftsmodell und den digitalen Risiken können weitere Versicherungen sinnvoll sein.

Berufshaftpflichtversicherung für Hausverwaltungen

Die wichtigste Absicherung für Hausverwaltungen ist die Berufshaftpflicht beziehungsweise Vermögensschadenhaftpflicht. Sie schützt bei finanziellen Schäden, die durch berufliche Fehler entstehen. Typische Beispiele sind:

  • Fristversäumnisse 
  • Fehler bei Abrechnungen 
  • organisatorische Fehler 
  • übersehene Mängel 
  • Dokumentationsfehler 

Für Wohnimmobilienverwalter ist diese Versicherung seit 2018 gesetzlich vorgeschrieben und Teil der Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO.

Bereits kleine Verwaltungsfehler können hohe Vermögensschäden verursachen. Eine speziell auf Hausverwaltungen zugeschnittene Berufshaftpflichtversicherung kann helfen, finanzielle Risiken abzusichern.

Welche Schäden deckt die Berufshaftpflicht ab?

Die Berufshaftpflichtversicherung greift typischerweise dann, wenn Eigentümern, Eigentümergemeinschaften oder anderen Dritten durch einen beruflichen Fehler ein finanzieller Schaden entsteht.

VersicherungsleistungBeispiel
SchadenersatzforderungenFinanzielle Ansprüche von Eigentümern oder Eigentümergemeinschaften
Vermögensschäden durch VerwaltungsfehlerSchäden durch Fristversäumnisse, Abrechnungsfehler oder organisatorische Fehler
Kosten zur Prüfung von AnsprüchenPrüfung, ob geltend gemachte Forderungen berechtigt sind
Abwehr unberechtigter ForderungenPassiver Rechtsschutz bei unberechtigten Ansprüchen gegen die Hausverwaltung

Welche weiteren Versicherungen können sinnvoll sein?

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Berufshaftpflicht können weitere Versicherungen sinnvoll sein.

Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt bei Personen- und Sachschäden im laufenden Geschäftsbetrieb.

Beispielsweise:

  • Schäden an fremdem Eigentum 
  • verletzte Personen 
  • Schäden bei Objektbegehungen oder Vor-Ort-Terminen 

Cyber-Versicherung

Hausverwaltungen arbeiten heute zunehmend digital und verwalten sensible Daten von Eigentümern, Mietern und Dienstleistern.

Eine Cyber-Versicherung hilft unter anderem bei folgenden Risiken:

  • Hackerangriffe, wie Phishing-Attacken 
  • Datenschutzvorfälle 
  • Betriebsunterbrechungen durch einen Cyber-Vorfall

Elektronik- und Büroinhaltsversicherung

Diese Versicherung schützt die Büroausstattung, Technik und elektronische Geräte (auch im homeoffice) beispielsweise bei:

  • Einbruch 
  • Diebstahl 
  • Brand 
  • Wasserschäden 

Warum eine passende Absicherung wichtig ist

Hausverwaltungen tragen täglich eine hohe organisatorische, rechtliche und finanzielle Verantwortung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Digitalisierung, gesetzliche Vorgaben und komplexe Verwaltungsprozesse kontinuierlich.

Eine passende Absicherung hilft dabei, finanzielle Risiken besser zu kontrollieren und den Geschäftsbetrieb langfristig professionell aufzustellen.

Risiken realistisch bewerten

Eine fundierte Risikoanalyse hilft dabei, potenzielle Schadenfälle frühzeitig zu erkennen und richtig einzuschätzen. Wer Risiken systematisch bewertet, kann gezielt Maßnahmen ableiten und besser vorsorgen.
In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Sie berufliche Risiken realistisch bewerten und Schadenpotenziale ableiten, inklusive Methoden wie Worst‑Case‑Analyse, Risikomatrix und Szenarienplanung.

Fazit: So starten Sie erfolgreich in die Immobilienverwaltung

Die Gründung einer Hausverwaltung bietet gute Chancen für Gründer, die professionell, strukturiert und langfristig denken. Durch wiederkehrende Einnahmen, langfristige Kundenbeziehungen und zusätzliche Einnahmen durch Sonderleistungen kann sich die Immobilienverwaltung zu einem wirtschaftlich attraktiven Geschäftsmodell entwickeln.

Entscheidend sind dabei nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch klare Prozesse, digitale Abläufe und der professionelle Umgang mit Haftungsrisiken. Wer früh auf Organisation, Kommunikation und eine passende Absicherung setzt, schafft eine stabile Grundlage für den erfolgreichen Aufbau einer eigenen Hausverwaltung.

FAQ: Hausverwaltung gründen

Braucht man eine Ausbildung, um eine Hausverwaltung zu gründen?

Nein. Eine klassische Ausbildung ist für die Gründung einer Hausverwaltung nicht zwingend vorgeschrieben. Fachliche Kenntnisse in WEG-Recht, Buchhaltung, Immobilienverwaltung und Organisation sind in der Praxis jedoch sehr wichtig.

Welche Genehmigung braucht man für eine Hausverwaltung?

Für die gewerbliche Verwaltung von Wohnimmobilien ist eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (GewO) erforderlich. Zusätzlich gelten bestimmte Weiterbildungs- und Versicherungspflichten.

Ist eine Berufshaftpflicht für Hausverwalter Pflicht?

Ja. Für Wohnimmobilienverwalter ist eine Berufshaftpflichtversicherung beziehungsweise Vermögensschadenhaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wie viel kann man mit einer Hausverwaltung verdienen?

Die Einnahmen hängen unter anderem von der Anzahl der verwalteten Einheiten, dem Leistungsumfang und der Verwaltungsart ab. Viele Hausverwaltungen arbeiten mit wiederkehrenden monatlichen Einnahmen pro Wohneinheit sowie zusätzlichen Vergütungen für Sonderleistungen.

Kann man eine Hausverwaltung nebenberuflich gründen?

Grundsätzlich ist auch ein nebenberuflicher Start möglich. Aufgrund der hohen organisatorischen, rechtlichen und zeitlichen Anforderungen wird die Immobilienverwaltung langfristig jedoch häufig hauptberuflich betrieben.

Welche Aufgaben übernimmt eine Hausverwaltung?

Hausverwaltungen übernehmen kaufmännische, technische, rechtliche und organisatorische Aufgaben rund um Immobilien und Eigentümergemeinschaften. Dazu gehören unter anderem Abrechnungen, Instandhaltungen, Eigentümerversammlungen und die Kommunikation mit Eigentümern und Mietern.

Franz Kupfer ist Head of Professional Indemnity, D&O & Events bei Hiscox

Autor: Franz Kupfer, Product Head of Professional Indemnity, D&O, Property and Events

Experte für gewerbliche Haftpflicht-, Sach- und Event-Versicherungen

Franz Kupfer ist Product Head of Professional Indemnity, D&O, Property and Events bei Hiscox und bringt umfassendes Fachwissen rund um gewerbliche Haftpflicht-, Sach- und Event-Versicherungen mit. Seine Karriere begann er 2012 als Graduate Trainee bei Hiscox.