Oder? Ihre Meinung ist gefragt!

Was ist Ihre größte Sorge oder Angst im Zusammenhang mit der Selbstständigkeit? Nehmen Sie an unserer Umfrage teil – und mit etwas Glück flattert ein Amazon-Gutschein in Ihr Postfach. Mehr dazu und Teilnahmemöglichkeit unten!

Und wenn Sie möchten, dann lesen Sie zunächst ein paar persönliche Gedanken dazu – von einem, der – wie Sie, vielleicht – vor einigen Jahren gegründet hat:

Kaum zu fassen: In diesem Herbst wird meine GmbH fünf. Der Gründung im Jahr 2011 waren jahrelange Überlegungen vorausgegangen. Ganz oft hatte ich mich dagegen entschieden. Gegen das Gründen, gegen die damit verbundenen Chancen, aber auch gegen die Risiken, die es bedeutet, sein eigener Chef zu sein.

Rückblickend bin ich für meine eigene Skepsis sogar dankbar. Zum einen hatte ich in meiner Zeit als Angestellter eine unglaublich interessante Zeit und tolle Aufgaben. Zudem bin ich sicher: Nicht jede Idee, die mir während meiner um die 15 Jahre als Angestellter durch den Kopf ging, hätte auch funktioniert. Und dann ist da noch die Erinnerung an meine Zeit vor der Arbeitnehmerphase als Freiberufler. In den Neunzigern – als Freier Journalist und rasender Reporter. Das war krass. Ich komme in eine Stimmung zwischen Nostalgie und Abneigung, wenn ich daran denke. Ein hartes Brot war das. Der Job war zwar spannend – eigentlich mehr als ein Job – aber auch ungemein anstrengend. Keine Pausen, ständig von Termin zu Termin, am Wochenende, auch abends.

Wenn der Steuerberater meint: “Sie müssen verrückt sein”

Doch der Gipfel war dann das Gespräch mit dem damaligen Steuerberater. Denn der ließ seinen Blick mit hochgezogenen Augenbrauen zunächst auf meine Honorar-Abrechnungen schweifen. Dann, langsam, wieder zu mir. Mir in die Augen schauend konstatierte er: “Sie müssen verrückt sein, so viel, wie Sie für Ihr Geld arbeiten. Wann schlafen Sie eigentlich?”

Ich wusste nicht: Soll ich es lustig finden? Oder traurig? Nun ja. Lange darüber nachdenken konnte ich nicht – keine Zeit. Aber ich glaube, dass meine Situation als Freiberufler damals eigentlich traurig war.

Zwischen Tagelöhnertum und Scheinselbstständigkeit? Nie wieder!

Als ich dem Steuerberater die Anekdote zehn Jahre später erzählte, konnte er sich nicht mehr an den Dialog erinnern. Er war ganz amüsiert über meinen Rückblick. Ich aber hatte die Bemerkung niemals vergessen. Vielmehr fasste ich einen Vorsatz ganz fest: Wenn ich jemals selbstständig sein würde, dann richtig, dann nicht als jemand, der sich völlig unter Wert verkauft und am Ende ein Dasein zwischen Tagelöhnertum und Scheinselbstständigkeit fristet.

So hatte ich vor dem Thema Selbstständigkeit eine gehörige Portion Respekt, als ich 2011 gründete. Etwas einfacher machten es die staatlichen Zuschüsse, die zu dieser Zeit noch mehr als fair waren. Bei der Gelegenheit: Ich verstehe nicht, dass der Gründungszuschuss inzwischen rigoros zusammengestrichen wurde.

Bin ich noch innovativ genug?

Rückblickend muss ich sagen: Ich habe das Gründen nicht bereut. Ja, es gab sehr schwere Zeiten und sehr gute. Phasen mit weniger Aufträgen und Zeiten mit kaum zu bewältigender Arbeitsbelastung gaben sich mitunter die Klinke in die Hand. Beides ist nicht immer leicht. Es ist wichtig, dabei auf sich zu achten, sich Pausen zu gönnen, sich immer wieder neu darüber klar zu werden, wohin man eigentlich will – beruflich und persönlich.

Hinzu kommt der regelmäßige Selbst-Check, gern im Gespräch mit Vertrauten:

  • Bin ich eigentlich noch richtig positioniert?
  • Bin ich noch innovativ genug?
  • Kümmere ich mich genug um die Vermarktung meines eigenen Unternehmens und die Reputation meiner Personenmarke?
  • Widme ich meiner persönlichen Weiterentwicklung die nötige Aufmerksamkeit?
  • Erschließe ich mir neue Geschäftsfelder?

Angst AchterbahnDas alles geht im Alltagsstress viel zu schnell unter.

Unternehmertum liefert jedem, der sich voll auf das Risiko der Selbstständigkeit einlässt, auch eine ganze Reihe von Sorgen und Ängsten frei Haus. So regelmäßig wie die Pflicht zur Umsatzsteuer-Voranmeldung.

  • Die Sorge, seine wichtigsten Kunden zu verlieren.
  • Die Befürchtung, dass ein schwerwiegender menschlicher oder auch technischer Fehler zu Schadenersatzansprüchen führt, die existenzielle Ausmaße annehmen. Deshalb habe ich auch eine Berufshaftplicht abgeschlossen.
  • Die Sorge, aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten zu können und folglich kein Geld mehr zu verdienen.
  • Zweifel, ob die bei Selbstständigen besonders schwierige und wichtige Altersvorsorge ausreichend gesichert ist.
  • Manchmal ist es auch einfach die Angst, es nicht gebacken zu kriegen. Termine nicht zu halten, Kunden zu verärgern – und so weiter.

Ich glaube, dass Unternehmer, die keinerlei Sorgen – und Ängste – haben, keine richtigen Unternehmer (mehr) sind. Nicht in meinem Sinne. Wer keine Angst hat, der braucht auch keinen Mut. Wer keinen Mut hat, kann sich die Angst ebenfalls sparen. Kann morgens gleich im Bett bleiben.

Zwar bin ich ein überzeugter Anhänger der These, dass Scheitern zum Unternehmertum gehört. Mit Respekt lese ich Geschichten von Unternehmern, die gescheitert sind und wieder von vorne angefangen haben, beispielsweise in der sehr inspirierenden Zeitschrift “brand eins”.

Also: Scheitern ist okay, das darf auch sein – und: Da sollte man sich keinen zu großen Kopf machen. Aber das hat nichts mit der wohldosierten, berechtigten Angst zu tun, die ich meine. Ich meine Angst, die mit Verantwortung zu tun hat und mit der Vorsicht, die sich daraus ableitet.

Wenn Gründern das Scheitern zu egal ist

Ganz ehrlich: Manchmal merkt man es schon an den leichtfertig bis überheblich klingenden Namen gewisser Start-ups. Namen, die Selbstüberschätzung nahelegen. Die ein Indiz dafür sind, dass es den Gründern sowas von total egal ist, wenn sie scheitern – und damit ganze Arbeitnehmerkarrieren oder Familien mit in den Abgrund reißen. “Macht doch nichts, dann gründe ich halt das nächste Start-up.“ Kann man so machen, aber dann ist es halt – nicht so schön.

Ich finde ehrlich gesagt: Ein bisschen Angst gehört dazu. Und sie gehört sich. Sie trägt dazu bei, dass Unternehmer sorgfältiger abwägen, ob Entscheidungen richtig sind. Und ja: Man darf auch Angst davor haben, wie es ein Insolvenzverwalter später fände, wenn man sich trotz schlechten Betriebsergebnisses einen brandneuen Sportwagen aus dem Unternehmensvermögen anschaffte.

Wir haben uns gedacht, dass wir von Ihnen, den Lesern des Hiscox Business Blog und darunter den Unternehmern, Gründern, Selbstständigen und Freiberuflern, einmal gern erfahren würden:

Was ist Ihre größte Sorge oder Angst im Zusammenhang mit der Selbständigkeit?

Wir möchten nichts vorgeben – sondern würden uns freuen, wenn Sie völlig frei und vom Fleck weg Ihre größte Angst im Zusammenhang mit der Selbstständigkeit oder dem Unternehmertum formulieren würden.

Sollten ausreichend viele und aussagekräftige Antworten eingehen, so werden wir an dieser Stelle über die Ergebnisse berichten. Via Twitter oder Facebook erfahren Sie dann davon.

Als kleine Motivation – denn Sie sollen ja über Ihren Schatten springen – verlosen wir fünf Amazon-Gutscheine über je 20 EUR. Bei mehr als fünf Teilnehmern entscheidet das Los. Natürlich können wir Sie nur erreichen, wenn Sie eine E-Mail-Adresse angeben.

Die Aktion läuft bis zum 06.05.2016

Meine größte Sorge oder Angst in Verbindung mit der Selbstständigkeit ist:

Freiwillige Angaben, erforderlich zur Teilnahme am Gewinnspiel.

Beginn des Gewinnspiels: 27.04.2016, Teilnahmeschluss: 06.05.2016, 23:59 Uhr, Auslosung der Gewinne im Anschluss.

Die Angabe der E-Mail-Adresse ist freiwillig. Die Adresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und nach Ablauf der Aktion dauerhaft gelöscht. Jeder Teilnehmer bekommt eine geheime Losnummer, die Gewinne werden im Losverfahren gezogen. Die Teilnahme ist nur einmal möglich. Teilnahme ab 18 (volljährige Person), mit Wohnort Deutschland. Mitarbeiter von Hiscox Deutschland, beteiligte Kooperationspartner sowie jeweils deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Die Gewinn-Gutscheine werden per E-Mail versendet. Die Gewinnspielteilnehmer (auch die Nichtgewinner) stimmen der Nutzung der Daten zu diesem Werbezweck ausdrücklich zu. Im Anschluss an den Versand der Gewinngutscheine werden die erhobenen E-Mail-Adressen dauerhaft gelöscht. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Gewinn kann nicht abgetreten werden. Es gilt der Vorbehalt, dass jederzeit und ohne Vorankündigung das Gewinnspiel beendet werden kann. Dazu ist keine Nennung von Gründen nötig. Teilnehmer, die sich durch Skripte o. ä. einen Vorteil verschaffen wollen, werden in der Auslosung nicht berücksichtigt. Eine temporäre und kurzzeitige Nichtverfügbarkeit des Gewinnspiels durch Überlastung / Serverprobleme o. ä. ist nicht ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Teilnahmebedingungen können jederzeit geändert werden. Dazu ist keine explizite Benachrichtigung nötig. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Sollten einzelne Punkte der Teilnahmebedingungen ungültig sein, so bleibt der Rest davon unberührt. Datenschutzunterrichtung

 

Und noch etwas: Wenn Sie mehr zum Thema zu sagen haben, dann zögern Sie nicht, die Kommentarfunktion hier unten zu nutzen.

Bernhard Jodeleit

Autor dieses Beitrags:
Bernhard Jodeleit berät Unternehmen in Sachen Digitalstrategie, Content Marketing und Krisenkommunikation.