Durch die Corona-Krise müssen aktuell viele Geschäfte geschlossen bleiben. Der zweite Lockdown bewegt wie der erste immer mehr Händler dazu, von ihrem ursprünglichen Verkaufsmodell abzuweichen und ins E-Commerce Business einzusteigen. Doch wie funktioniert der Online-Handel? Welche neuen Chancen und Risiken birgt der Sprung in die digitale Welt?

Corona-bedingter Boom: Der Sprung der Einzelhändler ins E-Commerce

Vom Laden zum E-Commerce? So funktioniert der Online-Handel

Der örtliche Buchhandel, die kleine Boutique ums Eck oder der Blumenladen an der Dorfstraße: Als die Geschäfte ab März 2020 aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise erstmals schließen mussten, galt es, digitale Angebote zu schaffen – so auch jetzt im zweiten Lockdown.

Die Kunden sind dafür aufgeschlossen, positive Markttrends sind da: Online-Shopping boomt und ist für viele Käufer mittlerweile so alltäglich wie der Gang zum örtlichen Laden. Laut einer E-Commerce Studie des Branchenverbands Bitkom kaufen 94 Prozent aller Internetnutzer ab 16 Jahren im Netz ein – das entspricht 55 Millionen Bundesbürgern. Und: Mehr als jeder zweite Online-Shopper (52 Prozent) kauft mit seinem Smartphone ein.

Im Corona-Jahr 2020 erzielte der Online-Handel Rekordzahlen: Laut dem Branchenreport Onlinehandel des IFH Köln summiert sich das Onlinevolumen in Deutschland auf zwischen 80 und 88 Milliarden Euro. Betrachtet man den Umsatzindex von statista von November 2019 bis 2020 sind die Wellen im April und November des steigenden E-Commerce Umsatzes deutlich sichtbar.

Wie funktioniert der Online-Handel? Trends & Tipps:

Eines vorweg: Was ist E-Commerce? Der Begriff E-Commerce ist eine Abkürzung von Electronic Commerce, auf Deutsch elektronischer Handel. So wird der gesamte Handelsverkehr im Internet, unter anderem den digitale Kauf und Verkauf von Waren, als E-Commerce bezeichnet. Über das Online-Shopping hinaus kann der Begriff auch weitere Bereiche des E-Business, wie Kundenservice oder Online-Banking meinen.

Für Händler, die ein E-Commerce-Business starten oder ihren Einzelhandel in die digitale Welt verlagern möchten, steht zunächst eine grundsätzliche Entscheidung an: Eigener Onlineshop oder Online-Marktplatz?

  • Mit einem eigenen Onlineshop können Sie Ihre Produkte unter Ihrer eigenen Marke präsentieren und alle Ent- und Abwicklungsschritte Ihres Shops überblicken und organisieren. Es fällt keine Provision für Dritte an, wie das der Fall beim Marktplatz-Vertrieb ist. Die Pflege des eigenen Webshops bedeutet aber auch – dauerhaft – einen zeitlichen und finanziellen Aufwand.
  • Über einen Online-Marktplatz wie Amazon und Ebay haben Sie Shop-Giganten mit hohen Marktanteilen im Rücken. Verkaufen Sie als Amazon- oder Ebay-Seller profitieren Sie von deren Kundenstamm und Shopsysteme. Sie können so die bestehende Infrastruktur mit wenig Aufwand nutzen – treten allerdings auch mit jedem verkauften Produkt eine Provision ab.

Entscheiden Sie sich für einen eigenen Onlineshop, der ein neues Standbein werden soll, finden Sie hier noch mehr Tipps und Anregungen:

Vorteile des Online-Handels für Unternehmen und ihre Kunden

Auch wenn die Verlagerung vom Einzelhandel in den Online-Handel für viele Unternehmen derzeit eine Notlösung sind, um in der Corona-Krise überleben zu können: Die generellen Vorteile eines Online-Handels sind groß, unter anderem:

  • Immer geöffnet: Kunden können rund um die Uhr in Ihrem Shop einkaufen.
  • Bequem: Kunden können von zu Hause aus shoppen und erhalten die Produkte geliefert.
  • Ortsunabhängig: Ihr Kundenkreis beschränkt sich nicht räumlich auf eine Region – sondern die Produkte können deutschlandweit oder sogar darüber hinaus online verkauft werden.
  • Effizient: Kassen-, Warenbestands- und Shopsysteme überwachen den Lagerbestand und Geldfluss automatisch, ggf. ist wenig(er) Personal für den Vertrieb Ihrer Produkte nötig.

 Deshalb kann auch unabhängig vom Momentum der Corona-Krise der E-Commerce-Zweig interessant für Sie sein. Zugleich sei gesagt, dass der Aufbau eines neuen E-Commerce Business aber auch aufwendig und risikobehaftet ist.

Herausforderungen & Risiken im E-Commerce

Vor allem kleinere Anbieter stellt die Digitalisierung des Unternehmens und des Verkaufs ihrer Produkte vor Herausforderungen, zum Beispiel:

  • Personell: Schwierigkeiten, Mitarbeiter mit digitalen Fachkenntnissen zu finden
  • Logistisch & technisch: Kassen-, Warenbestands-, Shopsysteme und Prozesse zur Bestellung müssen zunächst aufgebaut werden
  • Rechtlich: Gesetzliche Bestimmungen müssen bei der Erstellung und Führung des Shops beachtet werden, wie konkret eine Anbieterkennzeichnung und Datenschutzerklärung etc.

Zusätzlich zu diesem Anfangs-Invest sind Sie als Shop-Betreiber bestimmten beruflichen Risiken ausgesetzt – wie dem Risiko als „Quasi-Hersteller“ / „EU-Importeur”. Das bedeutet, dass Sie nach dem Produkthaftungsgesetz haften, wenn Sie Waren aus Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes verkaufen und Produkte auf Ihre Marke umlabeln.

Auch sind Cyber-Risiken für Online-Händler ein großes Thema: So müssen Zahlungs- und Kontaktdaten der Kunden geschützt werden, ebenso wie die eigenen IT-Systeme. Was früher die Diebstahlversicherung des Ladengeschäfts war, ist heute die Absicherung des Onlineshops vor Cyber-Angriffen. Wenn Sie als Onlinehändler Opfer einer gezielten DDoS-Attacke werden und der Webshop für mehrere Tage offline bleibt, kann der Schaden immens sein. Tipps, wie sich Online-Händler mit einer Cyber-Versicherung schützen können, gibt Hiscox Cyber Experte Tobias Tessartz im Gastbeitrag im e-Commerce-Magazin.

Hiscox bietet eine Rundum-Versicherungslösung sowohl für E-Commerce als auch für den stationären Handel: Hier können Sie die Versicherung aus vier Modulen frei zusammenstellen – die Betriebshaftpflichtversicherung (inklusive einer Produkthaftpflichtversicherung) sowie weitere Module für den Schutz bei Vermögensschäden, Schäden an der Ware im Lager oder Büro- und Ladeneinrichtung sowie durch Cyber-Vorfälle.

Sie möchten Ihren Shop versichern?Ob Onlineshop, Ladengeschäft oder beides:

Peter Pillath

ist seit 2018 verantwortlich für die gewerblichen Sach- und Betriebshaftpflicht-Versicherungslösungen bei Hiscox – wie auch für die Onlineshop-Versicherung und Einzelhandel-Versicherung. Für den Business Blog schreibt er unter anderem über die digitalen Risiken von Unternehmen in klassischen Berufszweigen.