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Gründungskapital

Viele Angestellte haben schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. Auch Studenten oder Auszubildende, die nach der Abschlussarbeit oder der bestandenen Prüfung keine Festanstellung finden, haben oft eine gute Idee für ein eigenes Geschäft. Zur Unternehmensgründung ist jedoch viel Geld nötig, das der Existenzgründer aufbringen muss. Daher erfolgt zunächst ein Kassensturz und der zukünftige Unternehmer muss überlegen, wie er das Gründungskapital für seine Firma aufbringen kann. Auch Selbstständige, die schon seit einiger Zeit erfolgreich am Markt tätig sind, haben Finanzbedarf, sobald eine Geschäftserweiterung oder Neuanschaffungen anstehen.

Zu den möglichen Finanzierungsformen zählen:

Wozu wird Gründungskapital benötigt?

Je nach Rechtsform eines Unternehmens muss gegebenenfalls ein Stammkapital vorhanden sein. Handelt es sich um eine Offene Handelsgesellschaft (OHG), eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) oder um eine Kommanditgesellschaft (KG), muss der Gründer kein Gründungskapital nachweisen. Für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) hingegen muss ein Startkapital von 25.000,00 Euro vorhanden sein. Da es sich um einen hohen Betrag handelt, können Existenzgründer seit dem 1. November 2008 auch eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), abgekürzt UG (haftungsbeschränkt), mit einem Gründungskapital von mindestens 1,00 Euro eintragen lassen (Quelle: IHK). Da das benötigte Kapital für eine UG (haftungsbeschränkt) sehr gering ausfallen kann, muss der Unternehmer so lange 25 % seines Jahresüberschusses zurücklegen, bis sich aus dem Stammkapital und den Rücklagen ein Gesamtbetrag von 25.000,00 Euro ergibt.

Ein Businessplan hilft bei der Gründung

Wenn sich ein Gründer nach den Angeboten zur Unternehmensfinanzierung bei seiner Bank oder Sparkasse erkundigt, fragt der Bankberater zunächst nach einem Businessplan. Dabei handelt es sich um ein Papier, das die Existenzgründung genau beschreibt und die Wirtschaftlichkeit des Konzepts darlegt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein Handbuch zur Erstellung eines erfolgreichen Businessplans veröffentlicht. Außerdem finden sich auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums ein Onlinetool und der Link zu einer App, mit dem Geschäftsleute einen kostenlosen Businessplan erstellen können.
Ein Businessplan hilft dem Unternehmer in diesen Punkten:

  • Abwägung aller Vorteile und Nachteile der Gründung oder Geschäftserweiterung
  • Verhandlungsgrundlage für Gespräche mit Investoren und Banken
  • Ausgangspunkt für die Überprüfung und Kontrolle einzelner Schritte und des Gesamterfolgs

Eine detaillierte Beschreibung zum Erstellen eines Businessplans können sie uns unserem Blogartikel nachlesen.

Finanzierungsformen


Klassischer Bankkredit zur Unternehmensgründung

Viele Banken und Sparkassen bieten Darlehen zur Existenzgründung an. Auch FörderbankenMikrofinanzinstitute und Onlinebanken haben spezielle Finanzierungen für Gründer im Angebot. Der Antragsteller sollte das Gespräch mit dem Bankberater gut vorbereiten, damit der Kredit gewährt wird. Auch hier gibt das Wirtschaftsministerium unter wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Gesprächsverlauf. Wichtig ist vor allem eine gute Vorbereitung der Argumente für die Geschäftsgründung oder den Ausbau des Unternehmens. Der Antragsteller sollte selbstbewusst auftreten und sich gut mit den Zahlen und Zielen seiner Firma auskennen. Die meisten Banken geben leichter einen Kredit, wenn ein zweiter Kreditnehmer den Antrag mit unterschreibt oder wenn eine dritte Person für den Unternehmer bürgt.

Fördermittel und Zuschüsse senken den Kreditbedarf

Der Bund und die einzelnen Bundesländer bieten verschiedene Förderprogramme für die Unternehmensfinanzierung an. Die Antragsteller können einen Zuschuss, einen günstigen Kredit oder eine Bürgschaft erhalten. Für jedes Förderprogramm gibt es unterschiedliche Richtlinien für die Antragstellung und die Genehmigung der Förderung. Zuschüsse müssen meist nicht zurückgezahlt werden, während der Geschäftsinhaber für einen Kredit zwar niedrige Zinsen erhält, die Schulden aber trotzdem mit regelmäßigen Raten tilgen muss.

Spezielle Bürgschaftsbanken der deutschen Bundesländer übernehmen Ausfallbürgschaften für ein Darlehen zur Existenzgründung oder Geschäftserweiterung. Gründer können die Bürgschaft über ihre Hausbank oder direkt bei einer Bürgschaftsbank beantragen, die im Verband deutscher Bürgschaftsbanken zusammengeschlossen sind. Banken und Sparkassen vergeben Kredite an gewerbliche Unternehmen oder an einen Freiberufler nur dann, wenn sie Sicherheiten erhalten. Eine Ausfallbürgschaft stellt eine vollwertige Kreditsicherheit dar, deckt aber nur 80 % der Kreditsumme ab. Für die restlichen 20 % geht die Bank das Risiko ein, das Geld nicht zurückzuerhalten. Daher ist der Zinssatz für ein Darlehen mit einer Ausfallbürgschaft höher als für einen komplett abgesicherten Kredit.

Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig macht, kann über die Arbeitsagentur einen Gründungszuschuss für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder Einstiegsgeld für Empfänger von Arbeitslosengeld II beantragen. Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen über maximal 15 Monate ausgezahlt. In den ersten sechs Monaten erfolgt die Überweisung eines höheren Betrages, der sich nach dem bisherigen Arbeitslosengeld richtet. In den folgenden neun Monaten erhält der Existenzgründer durch die Zahlung eines Pauschalbetrages nur noch die Absicherung der Sozialversicherung. Die Gewährung des Gründungszuschusses ist Ermessenssache der Arbeitsagentur und erfolgt nur unter bestimmten Voraussetzungen. So muss unter anderem die selbstständige Tätigkeit als Hauptberuf ausgeübt werden. Es ist wichtig, dass der Gründungszuschuss vor der Geschäftsgründung beantragt wird, ansonsten lehnt das Arbeitsamt den Antrag ab. Der Zuschuss ist steuerfrei und muss nicht zurückgezahlt werden (Quelle: Arbeitsagentur.de Gründungszuschuss).

Das Einstiegsgeld wird für maximal 24 Monate gezahlt. Die Grundlage zur Berechnung der Höhe ist der monatliche Regelbedarf des Antragstellers. Außerdem kann das Arbeitsamt persönliche Umstände und die Haushaltsgröße des Gründers bei der Ermittlung des Förderbetrages berücksichtigen (Quelle: Arbeitsagentur.de Einstiegsgeld). Auch das Einstiegsgeld muss nicht zurückgezahlt werden.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat verschiedene Förderprodukte für Existenzgründer im Angebot. Auf der Homepage können sich Interessenten über die Angebote informieren oder über einen kostenfreien Produktfinder das passende Förderprogramm finden. Es handelt sich um zinsgünstige Kredite, die der Unternehmer in Raten zurückzahlen muss. Die Beantragung der Darlehen erfolgt über die Hausbank des Kreditnehmers, die kostenlos bei der Abwicklung behilflich ist.

Durch Crowdfunding viele Investoren finden

Der englische Begriff Crowdfunding wird auf Deutsch auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Aus der Übersetzung ergibt sich, dass es sich um Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen handelt, bei denen viele Investoren das benötigte Kapital für ein Projekt aufbringen. Stiftung Warentest stellt auf dieser Seite die Idee des Crowdfunding vor und erklärt, welche Arten der Schwarmfinanzierung es gibt. Existenzgründer und Geldgeber finden über das Internet zueinander, indem der Gründer seine Geschäftsidee auf einer Crowdfunding-Plattform vorstellt. Sowohl Privatpersonen als auch institutionelle Investoren können sich an einem Projekt beteiligen. Der Gründer gibt an, wie viel Kapital er benötigt und welche Sicherheiten er für die ordnungsgemäße Rückzahlung bieten kann.

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Crowdfunding-Plattformen, von denen mehrere auch aus der Fernsehwerbung bekannt sind:

Einige Plattformen konzentrieren sich auf bestimmte Berufszweige, sodass Filmemacher, Musiker, Autoren, Spieleentwickler, Forscher oder Sportvereine schnell interessierte Investoren finden können. Die Nutzung einer Crowdfunding-Plattform ist einfach. Der Antragsteller muss sich nur kostenlos registrieren und seine Anfrage stellen. Damit sich viele Geldgeber für ein Projekt interessieren, sind das Einstellen von Fotos und eine ausführliche Beschreibung der eigenen Person und der Geschäftsidee sehr hilfreich. Je höher der Zinssatz ist, den der Kreditnehmer den Investoren bietet, umso schneller finden sich genügend Interessenten, um die volle Kreditsumme aufzubringen. Für die Auszahlung des Darlehens muss sich der Antragsteller legitimieren und einen Kreditvertrag unterschreiben. Die Kreditabwicklung erfolgt über eine Bank, mit der die Plattform zusammenarbeitet. Der Darlehensnehmer zahlt eine monatliche Rate an die Bank, die die Verteilung der Einzelbeträge an die verschiedenen Gläubiger übernimmt.

Sonderformen von Unternehmensfinanzierungen

Beim Crowdfunding bringen viele Investoren das Gründungskapital für ein neues Unternehmen auf. Dagegen sind Investoren, die Business Angels genannt werden oder die Venture Capital beziehungsweise Private Equity bereitstellen, entweder Einzelpersonen oder eine kleine Gruppe von Kapitalgebern.

Ein Business Angel verfügt über genügend Geld, um einem neuen Betrieb die Gründung zu ermöglichen. Die Geldgeber nennen diese Form der Finanzierung von Unternehmen auch Anschubfinanzierung. Der Investor hat häufig selbst vor einigen Jahren eine Firma gegründet, die er mit Erfolg wieder verkauft hat. Auch leitende Angestellte oder alt eingesessene Betriebsinhaber geben Geld und ihre Erfahrungen an Existenzgründer weiter. Business Angels verfügen über gute Kontakte zu anderen Unternehmern und sind oft in einem Netzwerk organisiert. Über Seminare und Wettbewerbe dieser Netzwerke können sich Gründer um einen Business Angel bewerben, der ihnen den Aufbau einer eigenen Firma ermöglicht.

Außerbörsliches Eigenkapital heißt auf Englisch Private Equity. Die Investoren sind entweder Beteiligungsgesellschaften oder Privatpersonen. Die Anteile, die die Geldgeber für ihre finanzielle Beteiligung erhalten, werden nicht an der Börse gehandelt. Die Beteiligungsgesellschaften investieren häufig in mittelständische Unternehmen oder auch in Großkonzerne. Dabei übernimmt der Investor die Mehrheit einer Firma, sodass sich der Inhaber darauf einstellen muss, nicht mehr Chef in seinem Unternehmen zu sein. Sobald ein gewünschter Gewinn erzielt werden kann, verkauft der Investor seine Anteile wieder. Der Gründer kann sie zurückkaufen, sodass ihm die Firma wieder selbst gehört. In der Zwischenzeit profitiert der Unternehmer von dem Geld, den geschäftlichen Beziehungen und dem Wissen der Investoren. Existenzgründer müssen gute Argumente vorbringen und einen schlüssigen Businessplan vorlegen, um Private Equity zu erhalten. Für risikoreiche Neugründungen ist Venture Capital besser geeignet.

Venture Capital ist auch unter der deutschen Bezeichnung Wagniskapital oder Risikokapital bekannt. Aus der Übersetzung wird deutlich, dass der Kapitalgeber mit seiner Investition das Risiko eingeht, sein Geld ganz oder zum Teil zu verlieren. Gleichzeitig bietet Venture Capital aber auch die Möglichkeit, einen hohen Gewinn zu erzielen. Deshalb gibt es in Deutschland zahlreiche Venture-Capital-Gesellschaften, die sich vor allem an sogenannten Start-ups beteiligen. Dabei handelt es sich um junge Unternehmen, die im Technologiebereich tätig sind. Banken und Sparkassen ist ein Kredit an Start-ups zu risikoreich, weil die Unternehmer keine ausreichenden Sicherheiten für das Darlehen stellen können. Hier springen Geldgeber mit Venture Capital ein, deren Mitglieder neben dem Geld oft auch ihr Wissen und ihre Geschäftsbeziehungen zur Verfügung stellen. Junge Unternehmer erhalten Kapital in Höhe von 20 % bis 35 % ihrer Firmenanteile, die sie an den Investor abtreten. Venture-Capital-Gesellschaften erzielen ihren Gewinn durch den Verkauf der Anteile, sobald das Unternehmen gut läuft. Der Käufer kann auch hier der Gründer sein, der die Firma anschließend alleine weiterführt.

Unternehmer, die zwar Kapital erhalten wollen, aber den Geldgebern keine Anteile abtreten oder ihnen ein Mitspracherecht einräumen möchten, können sich für eine Mezzanine-Finanzierung entscheiden. Der Begriff stammt von der italienischen Vokabel mezzo, die halb bedeutet. Damit ist eine Finanzierungsform gemeint, die aus einer Mischung aus Eigenkapital und Fremdkapital besteht. Die Investoren geben Geld an eine Firma, das als Eigenkapital verbucht wird. Dadurch erhöht sich die Kreditlinie eines Unternehmens, wodurch sich die Möglichkeit weiterer günstiger Darlehen ergibt. Da eine Mezzanine-Finanzierung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist, wird diese Art der Unternehmensfinanzierung nur bei einem größeren Investitionsbedarf angewandt.

Wenn sich ein Betrieb bereits einen Kundenstamm aufgebaut hat, erfolgen einige Warenlieferungen oder Dienstleistungen auf Rechnung mit Zahlungsziel. Der Unternehmer muss in diesem Fall einige Zeit warten, bis er sein Geld erhält. Falls sich während der Wartezeit doch ein Finanzbedarf ergibt, können die offenen Forderungen verkauft werden. Diese Form der Finanzierung eines Unternehmens wird Factoring genannt. Für den Ankauf der Forderungen und das damit verbundene Risiko eines Zahlungsausfalls zieht der Factor, also die ankaufende Bank oder Gesellschaft, eine Gebühr ab.

Existenzgründung nach Erhalt einer Abfindung

Angestellte, die lange Zeit in einem Betrieb gearbeitet haben, können ihren Arbeitsplatz durch Schließung der Firma aus wirtschaftlichen Gründen oder durch Rationalisierung verlieren. Bei einer betriebsbedingten Kündigung sieht § 1a des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) die Zahlung einer Abfindung vor. Bei allen anderen Kündigungen ist die Abfindungszahlung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jedoch auch in diesen Fällen häufig auf eine Abfindung. Im Kündigungsschreiben oder in einem separaten Aufhebungsvertrag wird die Höhe der Abfindung vereinbart, die der Arbeitnehmer für den Verlust seines Arbeitsplatzes erhält. Je länger die Betriebszugehörigkeit angedauert hat, umso höher fällt in der Regel die Abfindungszahlung aus. Diesen Betrag kann ein Gründer nutzen, um ein eigenes Unternehmen aufzubauen, in das er sein berufliches Know-how und seine Geschäftsbeziehungen einbringt.

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