Beratungsleistungen selbst führen selten unmittelbar zu Personen- oder Sachschäden. Das Haftungsrisiko entsteht vor allem durch die betriebliche Umgebung.
Typische Fehlerquellen:
- Präsentations- und Workshop-Setups (z. B. Flipcharts, Stative, Projektoren, Monitore, Lautsprecher)
- Ungesicherte Kabel, Mehrfachsteckdosen, Netzteile und provisorische Technik-Aufbauten
- Getränke am Präsentationsplatz (z. B. ein Wasserglas auf dem Technik-Tisch)
- Provisorisch platzierte Möbel (z. B. Stühle, Tische) und unklare Laufwege
Schadendynamik:
Während Workshops und Meetings stehen Teilnehmende auf, wechseln Plätze, holen Unterlagen oder gehen zur Präsentationsfläche. Wenn Kabel, Technik oder Möbel den Laufweg einschränken und Wege nicht klar geführt sind, werden Hindernisse leicht übersehen. Ein umgekipptes Stativ kann dabei schnell einen Monitor oder eine Kamera beschädigen. Ebenso kann ein verschüttetes Wasserglas auf dem Besprechungstisch beispielsweise einen Laptop oder ein Mikrofon beschädigen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Folgekosten, wenn ein Termin abgebrochen werden muss.
In Heil- & Wellness-Berufen wird täglich direkt am Menschen und mit technischen Geräten, Wasser sowie chemischen Produkten gearbeitet. Dadurch entstehen im Arbeitsalltag verschiedenste typische Haftungsrisiken. Personen- und Sachschäden entstehen dabei meist nicht durch einzelne Fehler, sondern durch die Kombination aus Behandlungssituation, Geräten, Flüssigkeiten und Kundenverkehr im Salon.
Typische Fehlerquellen:
- Wasser, Haarprodukte oder Pflegeöle auf dem Boden im Wasch- oder Behandlungsbereich
- Rollhocker, Beistelltische, Gerätewagen oder Lampen im Arbeitsbereich
- Elektrische Geräte wie Föhn, Glätteisen, Haarschneidemaschinen oder Kosmetikgeräte
- Chemische Produkte wie Haarfarben, Blondierungen, Entwickler, Säuren oder Peelings
- Getränke oder Pflegeprodukte auf Ablagen in der Nähe von Technik
Schadendynamik:
In der Kosmetiker-Branche bewegen sich Kundinnen und Kunden regelmäßig zwischen Empfang, Behandlungsstuhl und Kasse. Wenn Wasser, Haarprodukte oder Pflegeöle auf den Boden gelangen, werden diese Stellen leicht übersehen. Die Folge können Stolpern oder Ausrutschen sein, was zu Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Brüchen führen kann. Auch Sachschäden entstehen im Salonalltag schnell. Ein verschüttetes Getränk oder eine Flüssigkeit auf einer Arbeitsablage kann elektrische Geräte beschädigen.
Hinzu kommt das Risiko der Behandlungssituation selbst. Wenn Geräte verrutschen oder eine Kundin auf ein Produkt allergisch reagiert, können Verbrennungen und ernsthafte Hautreizungen.
Agenturen arbeiten oft in offenen Büros mit wechselnden Setups. Schäden entstehen häufig im Zusammenhang mit Umbauten, Shootings oder Veranstaltungen.
Typische Fehlerquellen:
- Präsentations- und Workshop-Setups (Flipcharts, Stative, Roll-Ups, Monitore, Beamer)
- Foto-/Video-Equipment (Kameras, Lichttechnik, Mikrofone, Kabel, Stromverteiler)
- Getränke und Arbeitsmaterialien auf Tischen mit Technik (z. B. Kaffee am Technikplatz)
- Unübersichtliche Laufwege durch provisorische Aufbauten, Möbel oder Kabel
- Mietlocations für Shootings, Events oder Kundentermine (z. B. Studios, Lofts, Veranstaltungsräume)
- Requisiten (z. B. Deko-Elemente, Möbel, Produktmuster, Ausstellungsstücke), oft geliehen oder gemietet
Schadendynamik:
Bei Umbauten, Shootings oder Kundenterminen verändern Mitarbeitende oder beauftragte Freelancer Setups oft kurzfristig. Gleichzeitig bewegen sich Kunden, Dienstleister oder Models durch Bereiche, die sie nicht kennen und nicht als Risikozone einschätzen. Wenn Renovierungszonen nicht abgesperrt sind, temporäre Aufbauten ohne Kennzeichnung stehen oder Material und Technik den Laufweg beeinträchtigen, werden Hindernisse schnell übersehen. Typische Folgen sind teure Sachschäden an Mietequipment und Stürze mit Verletzungen wie Prellungen oder Verstauchungen sowie Sachschäden an Kamera-Equipment, beschädigte Musterkoffer oder anderem persönlichem Eigentum der Besucher.
Handwerksbetriebe arbeiten täglich direkt an Gebäuden, Technik und Materialien. Häufig mit mehreren Gewerken gleichzeitig. Personen- und Sachschäden entstehen dabei durch typische Baustellensituationen, wie z.B. Bohren, Trennen, Montieren, Transport und provisorische Aufbauten.
Typische Fehlerquellen:
- Beschädigte Leitungen und Anschlüsse (Wasser, Abwasser, Elektrik, ggf. Heizung)
- Funkenflug/Hitzearbeiten (Trennen, Schleifen, Schweißen, Löten)
- Materialtransport und Montage in beengten Bereichen (Treppenhäuser, Flure, Aufzüge)
- Provisorische Baustelleneinrichtungen (Kabel, Schläuche, Mehrfachsteckdosen, Geräte)
- Unklare oder ungesicherte Laufwege und fehlende Absperrungen
- Baustellenverkehr und Logistik (Anlieferung, Rangieren, Ein-/Ausfahren, enge Zufahrten)
- Schnittstellen mit anderen Gewerken (Koordination, Übergaben, gegenseitige Behinderungen)
Schadendynamik:
Im Handwerk entstehen Schäden insbesondere durch Bewegung, provisorische Setups und Arbeiten direkt an der Bausubstanz. Es wird ständig getragen, montiert und umgebaut. Zusätzlich birgt der Baustellenverkehr große Risiken für Sachschäden an Gebäuden oder Fahrzeugen. Werden Laufwege durch Kabel, Schläuche oder Material eingeengt und Bereiche nicht sauber abgesperrt, steigt zudem das Risiko für Stolper- und Sturzunfälle mit Verletzungen bei Dritten.