Was ist der Unterschied zwischen IT-Berufshaftpflichtversicherung und Cyber-Versicherung?

Ein einziger Vorfall kann Ihr Unternehmen doppelt treffen: Im eigenen Betrieb kommt es zu IT-Ausfällen oder Datenproblemen, und beim Kunden entstehen daraus finanzielle Schäden. Häufig ist unklar, wann welche Versicherung greift. Wir zeigen Ihnen, worin die Unterschiede liegen und wie Sie Ihre Risiken gezielt absichern.

Kurz gesagt: Die IT-Berufshaftpflicht greift bei Schäden beim Kunden durch eigene Fehler. Die Cyber-Versicherung schützt Ihr Unternehmen bei Cyber- und Datenschutzvorfällen.

Von Klemens Lemke

15 Min. Lesezeit20.04.2026

Aktualisiert am 23.04.2026

Was ist der Unterschied zwischen IT-Berufshaftpflichtversicherung und Cyber-Versicherung?

Was deckt eine IT-Berufshaftpflicht ab?

Die IT-Berufshaftpflichtversicherung schützt Sie, wenn Ihnen im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit ein Fehler passiert und dadurch ein finanzieller Schaden bei Ihrem Kunden entsteht. 

Im Fokus stehen sogenannte Vermögensschäden. Das sind Schäden, die nicht auf Personen- oder Sachschäden zurückgehen, sondern unmittelbar Geld kosten. Typisch ist: Sie erbringen eine Leistung, diese enthält einen Fehler und Ihr Kunde fordert Schadenersatz.

Welche Schäden sind konkret abgedeckt?

Die IT-Berufshaftpflicht greift bei einer Vielzahl typischer Risiken im IT-Alltag. Dazu zählen unter anderem:

FehlerartWas passiert konkret?
ProgrammierfehlerEine fehlerhafte Anwendung funktioniert nicht wie vorgesehen und führt beim Kunden zu Datenverlust, Systemausfällen oder Umsatzeinbußen
ProjektverzugVereinbarte Deadlines werden nicht eingehalten, etwa durch Krankheit, Ressourcenengpässe oder Fehleinschätzungen im Projektverlauf
FehlberatungEine falsche IT-Strategie oder ungeeignete Systemarchitektur führt dazu, dass Projekte nicht wie geplant umgesetzt werden können und wirtschaftliche Nachteile entstehen
UrheberrechtsverletzungBilder, Codes oder Softwarebestandteile werden genutzt, ohne die erforderlichen Nutzungsrechte zu besitzen
DatenschutzverstoßVertrauliche Daten werden falsch verarbeitet, weitergegeben oder nicht ausreichend geschützt und es kommt zu Verstößen gegen Datenschutz oder Geheimhaltungsvereinbarungen
FristversäumnisWichtige Fristen werden nicht eingehalten, zum Beispiel durch fehlerhafte Systeme, unvollständige Prozesse oder automatisierte Abläufe

Entscheidend ist: Der Schaden entsteht beim Kunden und Sie werden dafür haftbar gemacht.

Wie funktioniert der Schutz im Schadenfall?

Kommt es zu einem Fehler und einem daraus resultierenden Schaden, läuft der Prozess in der Regel so ab:

  1. Ein Schaden entsteht: Zum Beispiel durch einen Programmierfehler, eine verpasste Frist oder eine fehlerhafte Beratung entsteht Ihrem Kunden ein finanzieller Schaden. 
  2. Ihr Kunde fordert Schadenersatz: Der Kunde wendet sich an Sie und verlangt eine finanzielle Kompensation. 
  3. Sie melden den Schaden: Sie informieren Ihre Versicherung und schildern den Vorfall. 
  4. Die Forderung wird geprüft: Ihre Versicherung klärt, ob und in welcher Höhe die Ansprüche berechtigt sind. 
  5. Die Versicherung übernimmt die nächsten Schritte: 
  • Unberechtigte Forderungen werden für Sie abgewehrt 
  • Berechtigte Schäden werden im Rahmen der Versicherung übernommen 

Welche Besonderheiten sind im IT-Bereich wichtig?

IT-Risiken gehen oft über klassische Haftpflichtfälle hinaus. Deshalb umfasst eine spezialisierte IT-Berufshaftpflicht zusätzliche Leistungen, wie zum Beispiel:

  • Absicherung von KI-Risiken, etwa bei fehlerhaften Algorithmen oder automatisierten Entscheidungen 
  • Vertragliche Haftung, z. B. bei garantierten Leistungskennzahlen (SLAs) 
  • Reputationsschutz, etwa durch Übernahme von PR-Kosten 
  • Key-Man-Cover, wenn Schlüsselpersonen ausfallen 
  • Domainschutz, z. B. bei Ausfall oder Missbrauch 

Diese Erweiterungen tragen dem Umstand Rechnung, dass IT-Projekte häufig komplex, vertraglich eng geregelt und geschäftskritisch sind.

Was ist nicht abgedeckt?

Die IT-Berufshaftpflicht deckt z.B. keine Schäden ab, die durch wissentliche Pflichtverletzungen entstehen. Außerdem sind in der Regel Vertragserfüllung und Gewährleistung sowie Geldstrafen und mehr nicht versichert.

Tipp: Schauen Sie in die Versicherungsbedingungen und erkundigen Sie sich gezielt nach Versicherungsausschlüsse.

Beispiel:
Sie entwickeln eine individuellen Software für ein Logistikunternehmen, liefert diese jedoch nicht rechtzeitig und nicht funktionsfähig.

Dadurch kann der Logistiker das neue System nicht wie geplant zum Auftakt einer neuen Kooperation nutzen. Das Unternehmen erleidet wirtschaftliche Schäden und macht bei Ihnen Schadenersatz wegen Nichterfüllung des Vertrags geltend.

Kurz zusammengefasst

Die IT-Berufshaftpflicht schützt Sie vor den finanziellen Folgen eigener Fehler in Ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie greift, wenn Ihrem Kunden dadurch ein wirtschaftlicher Schaden entsteht und Sie dafür haftbar gemacht werden.

Welche Cyber‑Risiken Unternehmen tatsächlich treffen, zeigt der Blick auf typische Angriffsmuster aus dem Unternehmensalltag. In unserem Beitrag erfahren Sie, welche Cyberangriffe KMU wirklich betreffen und worauf Sie besonders achten sollten.

Was deckt eine Cyber-Versicherung ab?

Die Cyber-Versicherung schützt Ihr Unternehmen, wenn durch einen Cyber-Vorfall ein Schaden entsteht. Dazu zählen zum Beispiel Hackerangriffe, Phishing oder Bedienfehler, die zu Datenverlusten oder Systemausfällen führen. Wichtig: Es muss eine Netzwerksicherheitsverletzung vorliegen.

Im Unterschied zur IT-Berufshaftpflicht geht es bei der Cyber-Versicherung in erster Linie um Eigenschäden. Das bedeutet: Der Schaden entsteht in Ihrem eigenen Unternehmen, etwa weil Ihre IT-Systeme nicht mehr funktionieren oder Daten kompromittiert wurden. Cyber-Angriffe oder Fehler im Umgang mit IT-Systemen führen dabei häufig zu Störungen im Geschäftsbetrieb und zusätzlichen Kosten.

Welche Schäden sind konkret abgedeckt?

Die Cyber-Versicherung greift bei typischen Cyber- und Datenvorfällen. Dazu zählen unter anderem:

RisikoWas passiert konkret?
HackerangriffUnbefugte verschaffen sich Zugriff auf Ihre Systeme und stehlen, verschlüsseln oder manipulieren Daten
Phishing oder Social EngineeringMitarbeitende werden getäuscht und geben Zugangsdaten weiter oder lösen ungewollt Zahlungen aus
SchadsoftwareViren oder Trojaner infizieren Systeme und führen zu Ausfällen oder Datenverlust
BedienfehlerSysteme werden falsch bedient, wodurch Daten gelöscht oder Prozesse gestört werden
DatenverlustWichtige Unternehmensdaten gehen verloren oder sind nicht mehr zugänglich
DDoS-AngriffIhre Systeme oder Website werden gezielt überlastet und sind nicht mehr erreichbar

Was wichtig ist: Der Schaden entsteht in Ihrem eigenen Unternehmen, zum Beispiel durch den Ausfall Ihrer IT oder den Verlust sensibler Daten.

Wie funktioniert der Schutz im Schadenfall?

Kommt es zu einem Cyber-Vorfall, läuft der Prozess in der Regel so ab:

  1. Ein Angriff oder Fehler tritt auf: Zum Beispiel wird Ihr Unternehmen Opfer eines Hackerangriffs oder wichtige Systeme fallen aus. 
  2. Der Geschäftsbetrieb ist betroffen: Systeme funktionieren nicht mehr, Daten fehlen oder Prozesse kommen zum Stillstand. 
  3. Sie melden den Vorfall: Sie informieren Ihre Versicherung und schildern die Situation. Wenn Kundendaten abgeflossen sind, müssen Sie dies innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde melden.
  4. Sofortige Unterstützung startet: IT-Spezialisten, Forensiker oder Krisenexperten der Versicherung unterstützen Sie dabei, den Schaden zu analysieren und einzudämmen. 
  5. Kosten und Schäden werden übernommen: 
    • Kosten für die Wiederherstellung von Systemen und Daten 
    • Aufwendungen für IT-Forensik und Krisenmanagement 
    • Kosten für rechtliche Beratung und Informationspflichten 
    • Optional: finanzielle Verluste durch Betriebsunterbrechung 

Welche Besonderheiten sind im Cyber-Bereich wichtig?

Cyber-Vorfälle entwickeln sich oft sehr schnell und können den gesamten Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Deshalb umfasst eine Cyber-Versicherung neben der finanziellen Absicherung auch umfangreiche Unterstützungsleistungen:

  • Soforthilfe im Ernstfall, z. B. durch IT-Sicherheitsexperten und Krisenberater 
  • Unterstützung bei der Wiederherstellung von Systemen und Daten
  • Begleitung bei rechtlichen Anforderungen, etwa bei Datenschutzverletzungen 
  • Unterstützung bei der Kommunikation, z. B. durch PR-Maßnahmen 
  • Präventive Maßnahmen, wie Trainings, Simulationen oder Sicherheitsanalysen 

Diese Leistungen sind entscheidend, weil es im Cyber-Fall oft nicht nur um Geld geht, sondern darum, den Geschäftsbetrieb schnell wiederherzustellen.

Was ist nicht abgedeckt?

Nicht versichert sind Schäden, die vorsätzlich verursacht werden. Außerdem greift die Cyber-Versicherung nur dann, wenn ein konkreter Cyber-Vorfall vorliegt. Das bedeutet: Es muss zum Beispiel ein Hackerangriff, ein IT-Ausfall, ein Datenverlust oder ein ähnliches Ereignis eingetreten sein. Schäden, die unabhängig davon entstehen (beispielsweise durch allgemeine betriebliche Probleme, Fehlkalkulationen oder organisatorische Fehler) sind nicht versichert.

Kurz zusammengefasst

Die Cyber-Versicherung schützt Ihr Unternehmen vor den finanziellen Folgen von Cyber-Angriffen und Datenschutzvorfällen. Sie greift, wenn durch solche Ereignisse Schäden im eigenen Unternehmen entstehen und Kosten für Wiederherstellung, Krisenmanagement oder Betriebsunterbrechung anfallen.

Schon gewusst?

  • Hiscox Cyber Readiness Report 2025

    Cyber-Risiken betreffen heute die Mehrheit der Unternehmen. Der Hiscox Cyber Readiness Report 2025 zeigt: • 67 % der deutschen KMU wurden in den letzten 12 Monaten angegriffen • 60 % sind nicht ausreichend abgesichert • 34 % planen höhere Investitionen in Cyber-Sicherheit • 77 % sehen KI als Chance – bei gleichzeitig neuen Risiken

IT-Fehler oder Cyber-Angriff: Wer zahlt im Schadenfall?

Ob eine IT-Berufshaftpflicht oder eine Cyber-Versicherung greift, hängt vor allem von einer Frage ab: Wo entsteht der Schaden? Bei Ihrem Kunden oder in Ihrem eigenen Unternehmen?

  • Entsteht der Schaden beim Kunden durch einen Fehler in Ihrer Leistung, greift die IT-Berufshaftpflicht 
  • Entsteht der Schaden in Ihrem eigenen Unternehmen durch einen Cyber-Vorfall, greift die Cyber-Versicherung 

Typische Abgrenzung auf einen Blick

SituationWelche Versicherung greift?Warum?
Sie verursachen durch einen Programmierfehler einen finanziellen Schaden beim KundenIT-BerufshaftpflichtDer Schaden entsteht beim Kunden durch einen Fehler in Ihrer Leistung
Ihr Unternehmen wird Opfer eines Hackerangriffs und Systeme fallen ausCyber-VersicherungDer Schaden entsteht in Ihrem eigenen Unternehmen durch einen Cyber-Vorfall
Durch Ihre fehlerhafte Software entstehen Umsatzausfälle beim KundenIT-BerufshaftpflichtDie Ursache ist ein Fehler in Ihrer Arbeit, der beim Kunden zu einem finanziellen Schaden führt
Nach einem Cyber-Angriff entstehen Kosten für IT-Forensik und WiederherstellungCyber-VersicherungEs handelt sich um eigene Kosten infolge eines Cyber-Vorfalls
Sie verletzen Urheberrechte und Ihr Kunde fordert SchadenersatzIT-BerufshaftpflichtEs liegt eine Pflichtverletzung vor, für die Sie gegenüber Dritten haften
Daten werden durch einen Hacker-Angriff verschlüsselt und sind nicht mehr verfügbarCyber-VersicherungDer Schaden entsteht durch einen Angriff auf Ihre IT-Systeme

Was passiert in Grenzfällen?

Ein Cyber-Vorfall kann mehrere Auswirkungen gleichzeitig haben:

Das eigene Unternehmen ist betroffen, zum Beispiel durch unbefugten Zugriff auf Systeme, Datenverlust oder Ausfälle im laufenden Betrieb. Die daraus entstehenden eigenen Kosten und Schäden fallen in den Bereich der Cyber-Versicherung.

Gleichzeitig kann sich dieser Vorfall auch auf Dritte auswirken. Wenn über kompromittierte Systeme Schäden bei Kunden oder Partnern entstehen, etwa durch Ausfälle oder Datenprobleme, können daraus Schadenersatzforderungen resultieren. Solche Schäden beim Kunden fallen in den Bereich der IT-Berufshaftpflicht.

Kurz gesagt:
Ein einzelner Vorfall kann sowohl eigene Schäden im Unternehmen als auch Schäden bei Dritten verursachen und damit beide Versicherungsarten (Cyber-Versicherung + IT-Berufshaftpflicht) betreffen.

Warum ist die Abgrenzung von Cyber-Versicherung zu IT-Berufshaftpflicht so wichtig?

Die IT-Berufshaftpflicht greift bei Fehlern, die beim Kunden einen finanziellen Schaden verursachen. Die Cyber-Versicherung schützt hingegen bei Schäden im eigenen Unternehmen durch Cyber-Vorfälle.

Die klare Trennung hilft Ihnen:

  • Schadenfälle richtig einzuordnen 
  • Zuständigkeiten besser zu verstehen

Kurz zusammengefasst

Ob die IT-Berufshaftpflicht oder die Cyber-Versicherung greift, hängt davon ab, wo der Schaden entsteht. Schäden beim Kunden durch eigene Fehler fallen unter die IT-Berufshaftpflicht. Schäden im eigenen Unternehmen durch Cyber-Vorfälle fallen unter die Cyber-Versicherung.

Wie Unternehmen berufliche Haftungsrisiken systematisch erkennen, bewerten und wirksam minimieren können, bevor sie zu einem konkreten Schadensfall werden, zeigen wir Ihnen in unserem Beitrag zum Zusammenspiel von Berufshaftpflicht und Risikomanagement im Arbeitsalltag.

Typische Schadenfälle: IT-Berufshaftpflicht vs. Cyber-Versicherung im Vergleich

Aus der Praxis und unserer Erfahrung zeigt sich, wie IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung greifen. Die folgenden Schadenfälle basieren auf typischen Szenarien und verdeutlichen, wann welcher Schutz relevant ist und welche finanziellen Folgen entstehen können.

Schadenfall 1: Fehlerhafte Schnittstellenintegration

Ausgangssituation
Sie integrieren für ein Unternehmen ein Warenwirtschaftssystem und einen Onlineshop über Schnittstellen, damit Daten automatisiert übertragen werden.

Was passiert konkret?
Durch einen Konfigurationsfehler werden Bestellungen falsch verarbeitet und Abrechnungen fehlerhaft erstellt. Geschäftsprozesse beim Kunden laufen nicht mehr korrekt.

Welche Kosten entstehen?

  • Korrektur fehlerhafter Daten und Prozesse: 25.000 € 
  • Umsatzausfälle durch falsche Abwicklung: 60.000 € 
  • Externe Unterstützung zur Fehleranalyse: 15.000 € 

Gesamtschaden: 100.000 €

Einordnung: Der Schaden entsteht beim Kunden durch einen Fehler in Ihrer Leistung. Die IT-Berufshaftpflicht springt ein.

Schadenfall 2: Ausfall eines Cloud-Dienstes

Ausgangssituation
Zentrale Anwendungen Ihres Unternehmens, wie Projektplanung, Kundenverwaltung oder Abrechnung, laufen über eine Cloud-Infrastruktur. Ein Hacker-Angriff führt dazu, dass diese Dienste vorübergehend nicht verfügbar sind.

Was passiert konkret?
Ihr Unternehmen kann mehrere Tage nicht auf zentrale Systeme zugreifen. Projekte verzögern sich, Mitarbeitende können nicht produktiv arbeiten.

Welche Kosten entstehen?

  • Produktivitätsausfälle: 30.000 €
  • Kosten für Wiederherstellung und IT-Analyse: 20.000 € 
  • Verzögerungskosten in Projekten: 15.000 € 

Gesamtschaden: 65.000 €

Einordnung: Der Schaden entsteht im eigenen Unternehmen durch eine Netzwerksicherheitsverletzung, ausgelöst durch den Hacker-Angriff. Das fällt unter die Cyber-Versicherung.

Schadenfall 3: Fehlkonfiguration mit externen Auswirkungen

Ausgangssituation
Sie betreiben eine Plattform, die direkt mit den Abrechnungssystemen Ihrer Kunden verbunden ist. Durch eine Fehlkonfiguration wird eine wichtige Sicherheitsfunktion deaktiviert.

Was passiert konkret?
Externe Angreifer greifen auf die Systeme bei Ihnen und Ihrem Kunden zu, sehen Daten ein und verändern diese. Dadurch kommt es zu Störungen in den Abläufen und Daten sind nicht mehr zuverlässig nutzbar.

Welche Kosten entstehen?

  • Im eigenen Unternehmen: 
    • IT-Forensik und Wiederherstellung: 35.000 € 
    • Interne Ausfälle: 20.000 € 
  • Beim Kunden: 
    • Betriebsunterbrechung und Datenprobleme: 90.000 € 

Gesamtschaden: 145.000 €

Einordnung: Der Schaden entsteht im eigenen Unternehmen durch den unbefugten Zugriff auf die Systeme. Das fällt unter die Cyber-Versicherung. Für die Schäden beim Kunden infolge des Vorfalls auf seine Systeme kommt die IT-Berufshaftpflicht auf.

Warum eine einzelne Versicherung nicht ausreicht und wo die Lücken liegen

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass eine einzige Versicherung ihre IT-Risiken vollständig abdeckt. In der Praxis ist das jedoch nicht der Fall.

Wo entstehen typische Lücken?

Wenn nur eine der beiden Versicherungen besteht, bleiben bestimmte Risiken ungeschützt. Entweder sind eigene Schäden im Unternehmen nicht abgesichert oder Schadenersatzforderungen von Kunden bleiben unberücksichtigt.

Ein Vorfall kann sowohl Ihr eigenes Unternehmen betreffen als auch Auswirkungen auf Ihre Kunden haben. In solchen Fällen ist oft nur ein Teil des Schadens abgedeckt, während der andere Teil von Ihnen selbst getragen werden muss.

Was bedeutet das für Sie?

Die Abgrenzung zeigt, dass IT-Risiken sich nicht mit einer einzigen Versicherung vollständig abdecken lassen. Entscheidend ist, beide Perspektiven zu berücksichtigen: eigene Schäden im Unternehmen und Schäden bei Kunden durch Ihre Leistung.

Kurz zusammengefasst

Eine einzelne Versicherung deckt immer nur einen Teil der IT-Risiken ab. Erst die Kombination aus IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung schützt sowohl vor eigenen Schäden als auch vor Schadenersatzforderungen Dritter.

Für wen ist welche Versicherung sinnvoll?

Wenn Sie in einem der folgenden Bereiche tätig sind, sollte Sie finanzielle Risiken, die Dritten durch Ihre Tätigkeit entstehen können, mit einer IT-Berufshaftpflicht abdecken:

  • Herstellung von und Handel mit Soft- und Hardware 
  • Reparatur, Wartung, Modifizierung, Implementierung von Soft- und Hardware 
  • IT-Beratung, -Schulung und -Analyse 
  • Einrichtung und Organisation von Netzwerken 
  • Internetproviding-Dienste
  • Webdesign und Webpflege 
  • Betrieb von Rechenzentren, einschließlich Hosting, Cloud-Computing, SaaS etc. 
  • Datenerfassung und Datenbearbeitung 
  • IT-Engineering

Eine Cyber-Versicherung sollten alle Unternehmen (egal aus welcher Branche) abschließen, die sich vor den finanziellen Folgen von Cyber- und Datenvorfällen schützen möchten.

Cyberangriffe lassen sich nicht immer vermeiden – aber oft frühzeitig erkennen und abwehren. Welche konkreten Maßnahmen die Cyber‑Resilienz Ihres Unternehmens stärken, zeigen wir im Beitrag zu Prävention und Cyber‑Resilienz.

Fazit: IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung sinnvoll kombinieren

IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung sichern unterschiedliche Risiken ab. Die IT-Berufshaftpflicht greift, wenn durch Ihre Leistung ein Schaden beim Kunden entsteht. Die Cyber-Versicherung schützt Ihr eigenes Unternehmen bei IT-Ausfällen und Cyber-Vorfällen.

In der Praxis treten beide Risiken häufig gemeinsam auf. Ein einzelner Vorfall kann sowohl Ihr eigenes Unternehmen betreffen als auch Auswirkungen auf Ihre Kunden haben. Wer beide Perspektiven berücksichtigt, vermeidet typische Lücken und schafft eine belastbare Absicherung für den Ernstfall.

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Der Vergleich hilft Ihnen, die Unterschiede schnell zu verstehen und eine fundierte Entscheidung für Ihr Unternehmen zu treffen.

FAQ: IT-Berufshaftpflicht vs. Cyber-Versicherung

Was ist der Unterschied zwischen IT-Berufshaftpflicht und Cyber-Versicherung?

Die IT-Berufshaftpflicht greift bei Schäden beim Kunden durch eigene Fehler. Die Cyber-Versicherung schützt Ihr Unternehmen bei IT-Ausfällen und Cyber-Vorfällen.

Brauche ich als IT-Unternehmen beide Versicherungen?

In vielen Fällen ja. Wenn Sie für Kunden arbeiten und gleichzeitig eigene IT-Systeme betreiben, bestehen Risiken in beiden Bereichen.

Deckt die Cyber-Versicherung auch Schäden beim Kunden ab?

Teilweise. Sie umfasst Haftpflichtansprüche bei Cyber-Vorfällen, nicht jedoch klassische Fehler in Ihrer Leistung.

Deckt die IT-Berufshaftpflicht auch eigene Schäden im Unternehmen ab?

Nein. Sie greift ausschließlich bei Schäden, die Sie bei Dritten verursachen, nicht bei eigenen IT-Ausfällen oder Cyber-Vorfällen.

Was passiert, wenn ich nur eine der beiden Versicherungen habe?

Dann entstehen Lücken. Entweder sind eigene Schäden oder Schadenersatzforderungen von Kunden nicht abgesichert.

Welche Versicherung ist für Online-Shops wichtig?

Die Cyber-Versicherung steht im Vordergrund, da der Betrieb vollständig von IT abhängt. Werden zusätzlich Leistungen für Dritte erbracht, kann auch eine IT-Berufshaftpflicht sinnvoll sein.

Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, trägt eine Brille und einen Anzug und lächelt in die Kamera

Autor: Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber

Experte für Cyber-Risiken & Cyber-Versicherungslösungen

Klemens Lemke ist als Underwriting Manager Cyber im Bereich Underwriting & Pricing tätig und am Standort Hamburg angesiedelt. In seiner Rolle befasst er sich intensiv mit der Bewertung komplexer Cyber-Risiken sowie der Entwicklung und Platzierung passgenauer Versicherungslösungen für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen. 

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