Viele Angestellte haben schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. Auch Studenten oder Auszubildende, die nach der Abschlussarbeit oder der bestandenen Prüfung keine Festanstellung finden, haben oft eine gute Idee für ein eigenes Geschäft. Zur Unternehmensgründung ist jedoch Geld nötig, das Sie als Existenzgründer aufbringen müssen. Wie Sie die Finanzplanung angehen und welche Möglichkeiten es zur Unternehmensfinanzierung gibt, erfahren Sie hier!

Unternehmensfinanzierung: Wie sehen Ihre Pläne aus und wie hoch ist Ihr Kapitalbedarf?

Zunächst ein Kassensturz und Sie müssen sUnternehmensfinanzierung: So können Sie Ihr Start-up finanzierenich überlegen, wie Sie das Gründungskapital für Ihre Firma aufbringen können. Haben Sie den Start erfolgreich geschafft, haben Sie mitunter neuen Finanzbedarf, sobald eine Geschäftserweiterung oder Neuanschaffungen anstehen.

Um Ihre Idee für Ihre Existenzgründung in die Realität umzusetzen oder das Wachstum Ihres Start-ups voranzutreiben, benötigen Sie zunächst einen Businessplan. (Tipps und Planungshilfen finden Sie in unserem Blogbeitrag Wie erstellt man einen Businessplan?) Dieser beschreibt Ihr Vorhaben zur Existenzgründung und die Wirtschaftlichkeit des Konzepts genau. Er enthält auch eine Aufstellung des notwendigen Gründungskapitals für Ihr Unternehmen – inklusive eines Puffers.

Denn auch für die laufenden Kosten in der Gründungsphase, die gedeckt werden müssen, muss die Finanzplanung aufgehen. Im Zuge dessen machen Sie einen Kassensturz und überlegen sich, wie viel Sie selbst aufbringen können und wie viel Fremdkapital für die Unternehmensfinanzierung nötig ist. Mit diesen Unterlagen geben Sie potenziellen externen Kapitalgeber wichtige Einblicke und können Ihr Start-up pitchen, um eine Finanzierung zu erhalten.

Gut zu wissen: Gründungskapital & Rechtsformen

Je nach Rechtsform eines Unternehmens muss gegebenenfalls ein Stammkapital vorhanden sein. Handelt es sich um eine Offene Handelsgesellschaft (OHG), eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) oder um eine Kommanditgesellschaft (KG), muss der Gründer kein Gründungskapital nachweisen. Für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) hingegen muss ein Startkapital von 25.000 Euro vorhanden sein.

Formen der Unternehmensfinanzierung im Überblick

Klassischer Bankkredit zur Unternehmensgründung

Viele Banken und Sparkassen bieten Firmenkredite und Firmendarlehen zur Existenzgründung an. Auch FörderbankenMikrofinanzinstitute und Online-Banken haben spezielle Finanzierungen für Gründer im Angebot. Hier erhalten Sie einen festen Betrag, den der Darlehensgeber Ihrem Unternehmen für eine vereinbarte Laufzeit zur Verfügung stellt. In der Regel handelt es sich um höhere Geldsummen und mittel- bis langfristig angelegte Laufzeiten. Der Darlehensvertrag verpflichtet Sie zur vereinbarten Zins- und Darlehensrückzahlung.

Wichtig für ein erfolgreiches Bankgespräch ist vor allem eine gute Vorbereitung der Argumente für die Geschäftsgründung oder den Ausbau des Unternehmens. Treten Sie selbstbewusst auf und haben Sie die Zahlen und Ziele Ihrer Firma im Kopf. Die meisten Banken geben leichter einen Kredit, wenn ein zweiter Kreditnehmer den Antrag mit unterschreibt oder wenn eine dritte Person für den Unternehmer bürgt. Das Bundeswirtschaftsministerium gibt auf dessen Website wertvolle Tipps für das Bankgespräch.

Fördermittel und Zuschüsse senken den Kreditbedarf

Der Bund und die einzelnen Bundesländer bieten verschiedene Förderprogramme für die Unternehmensfinanzierung an. Die Antragsteller können einen Zuschuss, einen günstigen Kredit oder eine Bürgschaft erhalten. Für jedes Förderprogramm gibt es unterschiedliche Richtlinien für die Antragstellung und die Genehmigung der Förderung. Zuschüsse müssen meist nicht zurückgezahlt werden, während der Geschäftsinhaber für einen Kredit zwar niedrige Zinsen erhält, die Schulden aber trotzdem mit regelmäßigen Raten tilgen muss. Zum Beispiel gibt es Förderprogramme für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus. In unserem Blogbeitrag erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten staatlicher Förderprogramme für Existenzgründer.

Durch Crowdfunding Investoren finden

Der englische Begriff Crowdfunding wird auf Deutsch auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Aus der Übersetzung ergibt sich, dass es sich um Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen handelt, bei denen viele Investoren das benötigte Kapital für ein Projekt aufbringen. Existenzgründer und Geldgeber finden über das Internet zueinander, indem der Gründer seine Geschäftsidee auf einer Crowdfunding-Plattform vorstellt. Sowohl Privatpersonen als auch institutionelle Investoren können sich an einem Projekt beteiligen. Der Gründer gibt an, wie viel Kapital er benötigt und welche Sicherheiten er für die ordnungsgemäße Rückzahlung bieten kann.

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Crowdfunding-Plattformen, etwa AuxmoneyKickstarterStartnext oder VisionBakery.

Einige Plattformen konzentrieren sich auf bestimmte Berufszweige, sodass Filmemacher, Musiker, Autoren, Spieleentwickler, Forscher oder Sportvereine schnell interessierte Investoren finden können. Die Nutzung einer Crowdfunding-Plattform ist einfach. Der Antragsteller muss sich nur kostenlos registrieren und seine Anfrage stellen. Damit sich viele Geldgeber für ein Projekt interessieren, sind das Einstellen von Fotos und eine ausführliche Beschreibung der eigenen Person und der Geschäftsidee sehr hilfreich. Je höher der Zinssatz ist, den der Kreditnehmer den Investoren bietet, umso schneller finden sich genügend Interessenten, um die volle Kreditsumme aufzubringen. Für die Auszahlung des Darlehens muss sich der Antragsteller legitimieren und einen Kreditvertrag unterschreiben. Die Kreditabwicklung erfolgt über eine Bank, mit der die Plattform zusammenarbeitet. Der Darlehensnehmer zahlt eine monatliche Rate an die Bank, die die Verteilung der Einzelbeträge an die verschiedenen Gläubiger übernimmt.

Sonderformen der Unternehmensfinanzierung

Beim Crowdfunding bringen viele Investoren das Gründungskapital für ein neues Unternehmen auf. Dagegen sind Investoren, die Business Angels genannt werden oder die Venture Capital beziehungsweise Private Equity bereitstellen, entweder Einzelpersonen oder eine kleine Gruppe von Kapitalgebern.

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Business Angels

Ein Business Angel verfügt über genügend Geld, um einem neuen Betrieb die Gründung zu ermöglichen. Die Geldgeber nennen diese Form der Finanzierung von Unternehmen auch Anschubfinanzierung. Der Investor hat häufig selbst vor einigen Jahren eine Firma gegründet, die er mit Erfolg wieder verkauft hat. Auch leitende Angestellte oder alt eingesessene Betriebsinhaber geben Geld und ihre Erfahrungen an Existenzgründer weiter. Business Angels verfügen über gute Kontakte zu anderen Unternehmern und sind oft in einem Netzwerk organisiert. Über Seminare und Wettbewerbe dieser Netzwerke können sich Gründer um einen Business Angel bewerben, der ihnen die Unternehmensfinanzierung ermöglicht.

 Private Equity

Außerbörsliches Eigenkapital heißt auf Englisch Private Equity. Die Investoren sind entweder Beteiligungsgesellschaften oder Privatpersonen. Die Anteile, die die Geldgeber für ihre finanzielle Beteiligung erhalten, werden nicht an der Börse gehandelt. Die Beteiligungsgesellschaften investieren häufig in mittelständische Unternehmen oder auch in Großkonzerne. Dabei übernimmt der Investor die Mehrheit einer Firma, sodass sich der Inhaber darauf einstellen muss, nicht mehr Chef in seinem Unternehmen zu sein. Sobald ein gewünschter Gewinn erzielt werden kann, verkauft der Investor seine Anteile wieder. Der Gründer kann sie zurückkaufen, sodass ihm die Firma wieder selbst gehört. In der Zwischenzeit profitiert der Unternehmer von dem Geld, den geschäftlichen Beziehungen und dem Wissen der Investoren. Existenzgründer müssen gute Argumente vorbringen und einen schlüssigen Businessplan vorlegen, um Private Equity zu erhalten. Für risikoreiche Neugründungen ist Venture Capital besser geeignet.

Venture Capital

Venture Capital ist auch unter der deutschen Bezeichnung Wagniskapital oder Risikokapital bekannt. Aus der Übersetzung wird deutlich, dass der Kapitalgeber mit seiner Investition das Risiko eingeht, sein Geld ganz oder zum Teil zu verlieren. Gleichzeitig bietet Venture Capital aber auch die Möglichkeit, einen hohen Gewinn zu erzielen. Deshalb gibt es in Deutschland zahlreiche Venture-Capital-Gesellschaften, die sich vor allem an sogenannten Start-ups beteiligen. Dabei handelt es sich um junge Unternehmen, die im Technologiebereich tätig sind. Banken und Sparkassen ist ein Kredit an Start-ups zu risikoreich, weil die Unternehmer keine ausreichenden Sicherheiten für das Darlehen stellen können. Hier springen Geldgeber mit Venture Capital ein, deren Mitglieder neben dem Geld oft auch ihr Wissen und ihre Geschäftsbeziehungen zur Verfügung stellen. Junge Unternehmer erhalten Kapital in Höhe von 20 % bis 35 % ihrer Firmenanteile, die sie an den Investor abtreten. Venture-Capital-Gesellschaften erzielen ihren Gewinn durch den Verkauf der Anteile, sobald das Unternehmen gut läuft. Der Käufer kann auch hier der Gründer sein, der die Firma anschließend alleine weiterführt.

Mezzanine-Finanzierung

Unternehmer, die zwar Kapital erhalten wollen, aber den Geldgebern keine Anteile abtreten oder ihnen ein Mitspracherecht einräumen möchten, können sich für eine Mezzanine-Finanzierung entscheiden. Der Begriff stammt von der italienischen Vokabel mezzo, die halb bedeutet. Damit ist eine Finanzierungsform gemeint, die aus einer Mischung aus Eigenkapital und Fremdkapital besteht. Die Investoren geben Geld an eine Firma, das als Eigenkapital verbucht wird. Dadurch erhöht sich die Kreditlinie eines Unternehmens, wodurch sich die Möglichkeit weiterer günstiger Darlehen ergibt. Da eine Mezzanine-Finanzierung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist, wird diese Art der Unternehmensfinanzierung nur bei einem größeren Investitionsbedarf angewandt.

Factoring

Wenn sich ein Betrieb bereits einen Kundenstamm aufgebaut hat, erfolgen einige Warenlieferungen oder Dienstleistungen auf Rechnung mit Zahlungsziel. Der Unternehmer muss in diesem Fall einige Zeit warten, bis er sein Geld erhält. Falls sich während der Wartezeit doch ein Finanzbedarf ergibt, können die offenen Forderungen verkauft werden. Diese Form der Finanzierung eines Unternehmens wird Factoring genannt. Für den Ankauf der Forderungen und das damit verbundene Risiko eines Zahlungsausfalls zieht der Factor, also die ankaufende Bank oder Gesellschaft, eine Gebühr ab.