Kennen Sie Interstitials? Wenn Sie im Web unterwegs sind, ist Ihnen garantiert schon ein Interstitial begegnet. Auf Nachrichtenseiten, auf Corporate Blogs und dort vor allen Dingen bei Leuten, die Ihnen ihren Newsletter andrehen wollen. Oder etwas verkaufen wollen. Gerade, wenn Sie die Seite verlassen wollen und die Maus Richtung „Schließen des Tabs“ bewegen, dann geht es los. Plöpp, ein Interstitial taucht auf – wie Kai aus der Kiste.

Interstitials Demo von icegram

Welche Reaktion zeigen Sie? Sie denken bestimmt nicht: „Oh, wie nett, dass mich der Seitenbetreiber nochmal daran erinnert, dass ich auch den Newsletter abonnieren kann / mir ein E-Book herunterladen darf“ und so weiter. Zumindest meistens nicht. Denn Sie wollen ja weg von der Seite. Sie hatten etwas anderes vor, eine andere Erwartung. Es ist ein „Störer“, etwas, das aufdringlich auf sich aufmerksam macht und sie stört.

Es gibt aber nicht nur die Pop-ups, die sich offensichtlich (mit dem Kreuz oben rechts in der Ecke) wieder schnell schließen lassen. Es gibt auch hartnäckige Overlays, die sofort beim Seitenaufruf auftauchen und erst nach einer Zeit wieder weggehen. Oder Bezahlschranken, die einfach den ganzen Content bedecken. All diese Störer (so fasse ich die Gattung mal zusammen) nerven uns – die Leser.

Interstitials IcegramAm Desktop im Browser kann man meistens einigermaßen gut „flüchten“. Doch mobil, mit dem Smartphone, sieht das schon ganz anders aus. Man trifft das Kreuzchen zum Schließen nicht richtig und ruft aus Versehen eine andere dort verlinkte Seite auf oder die Seite wird anderweitig unbenutzbar. Schlimm, wenn die Usability einer Seite so leidet. Dagegen muss man etwas tun. So oder so ähnlich muss Google das auch sehen, denn ich darf eine frohe Botschaft verbreiten:

Seiten mit Interstitials ranken bei Google ab sofort niedriger

Seit dem 10. Januar 2017 ist das Google Ranking niedriger für Seiten mit Interstitials. Weil Interstitials vor allen Dingen die mobile Nutzung beeinträchtigen. Für Google rückt die mobile Nutzung von Webseiten immer weiter in den Vordergrund und bekommt seit circa zwei Jahren kontinuierlich mit allerlei Maßnahmen immer mehr Gewicht.

Was mag Google bei Webseiten?

Alles in allem wichtige Dinge, um den Mobile-Friendly-Test zu bestehen.

Was mag Google nicht und was zieht das Ranking herunter?

  • App-Hinweise werden bestraft (Aufforderung: Laden Sie sich die App herunter)
  • Interstituals werden bestraft (Stichworte: Full Page Ads, Full Page Banner, Interstitial Ads, Pop-up Ads, Overlay)

Google möchte einfach weniger nervige Webseiten-Elemente sehen und zeigt den Unternehmen auf, dass das nicht der richtige Weg ist – durch Rankingverluste. Übrigens kann man – nach eingehender Analyse der eigenen Website – bei den Overlays bleiben, wenn diese einem eine sehr gute Conversion versprechen. Sollten die Suchmaschinenergebnisse für die Seite nicht relevant sein, das Overlay oder Interstitial für den Nutzer mehrwertig und wertvoll wirken, dann kann es (meiner Meinung) ruhig bleiben. Wenn man sich der Konsequenzen bewusst ist und das Risiko eines Rankingverlusts in Kauf nehmen kann. Oder man startet einen A/B-Test – die Ergebnisse sind sicherlich interessant und können bei der Entscheidungsfindung helfen.

Interstitials IcegramAber alle „Störer“, die nichts bringen, sollte man unbedingt sofort abschalten. Und nach einiger Zeit schauen, ob sich – neben der besseren Auffindbarkeit in Google – die Besuchszeit (Time on page) ebenso verbessert. Es gibt keine Pauschalempfehlung, aber wenn mich ein Kunde heute fragt, ob er ein Interstitial einbinden soll, wäre meine Antwort deutlich „Nein“. Es gibt andere Möglichkeiten auf sich, ein Angebot, eine Dienstleistung und ähnliches aufmerksam zu machen.

Bei Webseiten, die werbefinanziert sind, sollte bei allen Beteiligten (Auftraggeber der Werbung, Agentur, Auftragnehmer) ein Umdenken stattfinden. Wie kann man für alle Seiten bessere Werbemöglichkeiten durchführen und Werbung wirklich attraktiv und mehrwertig gestalten? Überdeckende Werbeformate bringen ein niedriges Ranking für die Website – ab sofort.

Seit wann bestraft Google Interstitials?

Konkret äußerte sich Google, dass das entsprechende Suchmaschinen-Update am 10. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Es betrifft die Webseiten, die über die Suchmaschine gefunden und angeklickt werden. Negativ bewertet werden Pop-ups, die nach dem Aufruf einer Website sofort oder auch später, während des Lesens aufpoppen und den eigentlichen Content verdecken. Abwertend beurteilt werden ebenso Interstitials, die der Nutzer wegklicken muss, um den Webseiteninhalt überhaupt zu erreichen. Oder wenn ein Interstitial den Inhalt plötzlich unterbricht.

Interstitials, Overlays und Pop-ups bitte prüfen

Tun Sie sich und vor allen Dingen Ihren Besuchern einen Gefallen: Schalten Sie unnötige Störer-Elemente ab. Kleiner Tipp zur Hinterfragung des Nutzens: Gehen Sie mal wieder als Besucher auf Ihre eigene Seite! Das, was Sie bei anderen Seiten nervt, sollten Sie nicht auf Ihrer eigenen Seite einsetzen. Nicht nur wegen des eigenen besseren Google Rankings – aber auch, schließlich ist das in den meisten Fällen ein wichtiges Argument.

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.

 

Screenshots Quelle: Icegram Demo Seite