Gehen Sie aus einer Festanstellung heraus in die Elternzeit, können Sie diese Zeit nutzen, um eine selbständige Tätigkeit im Nebenerwerb zu starten. Sollte Ihr Arbeitsvertrag weiterhin bestehen, bieten sich Ihnen einige Vorteile. Aber Sie sollten auch wissen, was es zu beachten gibt.

  • Arbeitszeit: Die wöchentliche Arbeitszeit darf 30h nicht überschreiten
  • Zustimmung Arbeitgeber: Sie benötigen die schriftliche Zustimmung Ihres aktuellen Arbeitgebers
  • Anmeldung der Tätigkeit: Nach § 14 Gewerbeordnung (GewO) muss ein Gewerbe beim Gewerbeamt angemeldet werden. Hierrunter fällt jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird. Eine freiberufliche selbständige Tätigkeit wird dahingegen beim Finanzamt angemeldet. Klären Sie mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater, ob für Sie eine Kleinunternehmerregelung in Frage kommt und sinnvoll ist.

Versicherungen:

  • Krankenversicherung: Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu melden. Wenn Sie im Rahmen Ihrer Festanstellung bei der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, bleibt die Krankenversicherung während der Elternzeit bis zu einer gewissen Einkommensgrenze beitragsfrei. Details sollten frühzeitig mit Ihrer Krankenversicherung abgeklärt werden. Weitere Informationen erhalten sie auch über das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit unter 030 340 606 0601 in Berlin.
  • Rentenversicherung: Sofern eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht, werden die Rentenbeiträge während der Elternzeit bis zu einer gewissen Einkommensgrenze vom Staat bezahlt. Die Kindererziehungszeit wird vorerst automatisch der Mutter zugerechnet. Über den Rentenversicherungsträger kann diese aber auch dem Vater zugeschrieben werden. Und weitere Voraussetzungen erfahren Sie ebenfalls über das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit.
  • Berufshaftpflichtversicherung: Sie sollten ihr branchenspezifisches Risiko durch eine Berufshaftpflicht versichern lassen, damit Sie im Fall einer Schadensersatzklage nicht aus der Bahn geworfen werden
  • Unfallversicherung: Jede Unternehmensgründung muss dem Unfallversicherungsträger gemeldet werden. Dieser prüft dann, ob eine Beitragspflicht besteht. Informationen erhalten Sie über die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unter 0800 60 50 40 4.
  • Elterngeld: Das Elterngeld ist eine Ersatzleistung. Sollten Sie während des Bezuges von Elterngeld ein zusätzliches Einkommen haben, wird dieses vom Elterngeld abgezogen. Zudem wird Elterngeld zwar steuerfrei bezogen, bei der jährlichen Einkommenssteuer aber eingerechnet (Progressionsvorbehalt).
  • Zuschüsse: Wenn Sie nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, haben Sie keinen Anspruch auf Existenzgründungszuschuss. Es gibt aber andere Möglichkeiten der staatlichen Unterstützung. Nehmen Sie dafür ein kostenloses Beratungsgespräch bei einer der zahlreichen Existenzgründerberatungsstellen in Anspruch.
  • Beratung: Vor einer Existenzgründung empfehlen wir ein Beratungsgespräch beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter 030 221 911 003.