Es war der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit, der mich auf die Idee brachte, mich selbständig zu machen. Aber auch die Chance, abwechslungsreiche Projekte mit interessanten Menschen umsetzen zu können.
Nach vielen Jahren als Angestellte in Werbeagenturgründete gründete ich also 2013 als Marketingberaterin und Projektmanagerin ein Unternehmen für Online- und Offlinemarketing.

Dass ich diesen Schritt gerade nach dem ersten Jahr meiner Elternzeit fasste, stößt häufig auf Verwunderung. Doch das hat einige Vorteile und mein Arbeitgeber stimmte meinem Vorhaben glücklicherweise zu. Damit war das erste Mosaiksteinchen gesetzt.

Auf Informationssuche

Die erste Zeit der Existenzgründung bestand für mich vor allem aus vielen großen Fragezeichen. Eine Unternehmer-Freundin empfahl mir, mich zu allererst beim Münchner Existenzgründerbüro (MEB) über die wichtigsten Fakten zu erkundigen.

Wenige Wochen später saß ich also mit anderen Interessenten in der Informationsveranstaltung des MEB. In einem einstündigen Vortrag erfuhr ich, welches die wesentlichen Kriterien und Schritte zum Gründen eines Unternehmens sind. Gründe ich als Einzelunternehmer oder besser als GmbH? Wo muss ich meine Existenzgründung anmelden? Welche Versicherung sind notwendig? Welche Fördermittel gibt es vom Staat? Und auch eine Anleitung zur Erstellung eines Businessplans wurde besprochen – welcher ausschlaggebend für das Erhalten des Existenzgründerzuschusses ist.

Auf diesem Vortrag erfuhr ich von GUIDE. Eine Initiative, die Frauen mit kostenfreier Beratung und günstigen Coachings bei der Existenzgründung unterstützen. Eine tolle Truppe mit guten Vorträgen und vielen Seminar-Angeboten. In meinem Beratungsgespräch sagte man mir, dass eine Möglichkeit auf den Existenzgründerzuschuss nur besteht, wenn man aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet. Für mich in Elternzeit also keine Chance. Zuschüsse zu Coachings und Seminaren seien aber möglich.

Der Termin motivierte mich trotzdem. Endlich eine Beraterin, die mir nicht das „Du-muss-dich-spezialisieren-Mantra“ aufsagte, sondern mich individuell nach meiner Situation und Erfahrung entsprechend beraten hat.

Austausch mit Gleichgesinnten

Eine gute Hilfe waren mir Freunde und Kollegen, die selbst Unternehmer sind. Von ihnen habe ich wertvolle Ratschläge, Empfehlungen und Unterstützung erhalten. Und – was für mich sehr wichtig war – diese Menschen haben mich motiviert. Doch nicht jeder hat das Glück, eingige Leute im privaten Umfeld zu kennen, die selbst bereits Erfahrung mit der Selbstständigkeit gemacht haben. Deshalb möchte ich helfen, all diesen Leuten ihren Traum von der erfolgreichen Selbstständigkeit zu erfüllen. Der Austausch mit „Gleichgesinnten“ ist für mich bis heute wichtig und hilfreich. Und deshalb freue ich mich auf einen regen Austausch, da man nie auslernt.

Steuerberater? Check!

Der letzte Schritt meiner Gründungsvorbereitung führte mich zu einem Steuerberater (auch eine Empfehlung meines Netzwerks). Denn ich wollte von Anfang an alles richtig machen. Die Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis lehrten mich, dass ein guter Steuerberater unabdingbar ist und hieran sparen zu wollen nach hinten los gehen kann. Er half mir bei den letzten Entscheidungen wie „Kleinunternehmerregelung oder nicht“, sagte mir, wie ich die Umsatzsteuervoranmeldungen vornehmen muss und welche Ausgaben ich von der Steuer absetzten kann.

Im August war es dann so weit: Ich stand im Münchner Kreisverwaltungsreferat und meldete mein Gewerbe an!


Wie seid Ihr beim Gründen vorgegangen? Was sind Eure Beweggründe, euer Antrieb und welche Erkenntnisse habt ihr gewonnen? Und welche Themen haben Euch vor der Gründung beschäftigt? Gemeinsam geht es leichter!