Nachdem endlich die Reiseauflagen nach Großbritannien gelockert wurden, nutzte ich nach sehr langer Zeit die Gelegenheit für eine Reise ins Vereinigte Königreich. Der Plan: Alte Freunde treffen, den Oldtimer-Markt vor Ort ansehen und natürlich die legendäre Oldtimer-Ausfahrt London to Brighton Veteran Car Run am 07. November 2021 zu besuchen.

Die Reisevorbereitungen waren komplexer als erwartet. Für die Einreise benötigte ich neben einem der 3Gs auch das s.g. Passenger Locator Form der britischen Regierung. Dies muss online innerhalb von 48 Stunden vor Reiseantritt übermittelt werden. Außerdem muss ein Antigentest (hier gibt es eine Liste mit einer bestimmten Auswahl) bestellt und an die Zieladresse in Großbritannien gesendet werden, wo ich dann den Test durchführen musste.

Um Ihnen bei einer Reise nach England meine vielschichtigen Probleme zu ersparen, hier ein paar wertvolle Tipps:

Für das Ausfüllen des Passenger Locator Forms sollten Sie neben den üblichen Daten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Passdaten auch folgende Daten bereithalten:

  • Reisedaten, einschließlich der Uhrzeiten
  • Die Adresse, an der Sie im Vereinigten Königreich wohnen werden (falls zutreffend)
  • Die Buchungsreferenznummern Ihres COVID-19-Tests, den Sie nach Ihrer Ankunft im Vereinigten Königreich durchführen müssen
  • die Rechnungsnummer für Ihre Quarantäne-Hotelbuchung, falls Sie eine benötigen (falls zutreffend)

Oldtimer_London_Dover

 

 

Geschafft! Nun kann der schöne Teil der Reise beginnen. Die Stimmung ist gut, die Straßen in Dover sind leer und die Vorfreude steigt.

 

 

 

London to Brighton Veteran Car Run

Noch im Dunklen versammelten sich fast 300 Klassiker – bekannterweise muss das Baujahr des Vehikels älter als von 1905 sein – ihre unerschrockenen Fahrer*innen und Beifahrer*innen sowie viele begeisterten Zuschauer im Hyde-Park (seit 1936 der traditionelle Startpunkt). Bei für London ungewöhnlich warmem Wetter warteten alle sehnsüchtig auf das Startsignal, um die knapp 100 km über Surrey und Sussex nach Brighton zu bewältigen: Den Tagesanbruch.

Start London BrightonInsgesamt waren unter den diesjährigen Fahrzeugen 87 verschiedene Hersteller-Marken vertreten: Von Albion und Alldays bis Winton und Wolseley. Es waren auch einige noch heute bekannte wie Cadillac, Renault, Vauxhall und Mercedes dabei. Überwiegend waren es jedoch Hersteller, die bereits in die Geschichte eingegangen sind.

 

 

Die rote Flagge

Für alle, die es noch nicht wussten: Nach dem Aufheben des „Red flag acts“ – der Verordnung, dass ein Fußgänger mit einer roten Flagge schwenkend vor jedem Fahrzeug vorausgehen musste, um Gefahr zu signalisieren – war der London to Brighton Veteran Car Run im Jahr 1886 das erste Autorennen der Welt. Mit dem Aufheben der roten Flagge wurde die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge unter 3 Tonnen Gewicht von 4 mph auf 14 mph erhöht.

Regent Street Oldtimer

Insgesamt schafften es in diesem Jahr 245 automobile Klassiker und 8 (Motor-)Räder über die Ziellinie.

Gute Stimmung im Classic Cars Lager

Ebenso, wie zuletzt in Salzburg und Padua, ist auch in England die Stimmung in der Classic Cars Szene sehr gut. Allerdings hat sich auch hier der Markt zwischenzeitlich wieder auf einem normalen Niveau stabilisiert. Wie auch im restlichen Europa, sind modernere Premiumfahrzeuge stark im Kommen und die Vorkriegs-Community schrumpft.

 

Classic Cars Blog Autor Rainer PeukertAutor dieses Beitrags:

Rainer Peukert hat sich schon in jungen Jahren in die Technik und das Design von Oldtimern verliebt – vor allem in die Schätze der Vorkriegszeit. Für Hiscox ist er auf vielen Events der Szene unterwegs!