Experten, Spezialisten, Führungskräfte – sie sind die Schlüsselkräfte für Ihr Unternehmen. Ohne sie läuft nichts. Doch auch sie sind Menschen und vor Krankheiten nicht gefeit. Was, wenn sie als Schlüsselkraft ausfallen? Müssen Sie auf den Einsatz und das Know-how Ihrer wichtigsten Mitarbeiter verzichten, kann das Ihre ganze Firma bedrohen. Erfahren Sie hier mehr über das Schlüsselpersonenrisiko, auch als „Key Man Risk“ bezeichnet: Warum sich das Risiko durch die Corona-Krise noch verschärft und wie Sie es mit einer Keyman-Police absichern können!

Key Man – wer bist Du?

Schlüsselpersonenrisiko managen: Mehr über die Keyman-Police und Co.!Ein Key Man ist vor allem eine Führungskraft, ein Spezialist oder Experte, ohne den Sie aufgeschmissen wären. Sein Know-how und seine Kontakte bringen Ihr Unternehmen tagtäglich voran. Ein Key Man ist eine Schlüsselkraft / Schlüsselperson. Schon der Gedanke daran, auf diese verzichten zu müssen, jagt Ihnen einen Schauer über den Rücken. Doch so abwegig ist dies nicht: Nicht nur Covid-19 macht deutlich, wie verwundbar unsere Gesellschaft ist. Die Statistik zeigt: Unabhängig von Covid-19 wird jeder Vierte zwischen 25 und 65 Jahren schwer krank, jeder Fünfte stirbt sogar.

Fallen Führungskräfte, Spezialisten oder Experten in Schlüsselpositionen aus, können Ihrem Unternehmen erhebliche Kosten entstehen, insbesondere für:

  • die Personalsuche nach einer qualifizierten Vertretung;
  • das Gehalt eines neuen Mitarbeiters und den Aufwand, diesen einzuarbeiten (Stichwort: Onboarding);
  • begonnene Projekte, die weitergeführt werden müssen;
  • für Schadenersatzansprüche Ihrer Kunden, falls Sie Ihre Verträge nicht mehr einhalten können.

Keyman-Police – wie COVID-19 das Schlüsselpersonenrisiko intensiviert

COVID-19 hat jedes Unternehmen getroffen. Einige Unternehmen haben es geschafft, sich verhältnismäßig gut durch die Krise zu bewegen (Stichwort Digitalisierung). Andere Unternehmen stellt die Corona-Krise vor die Existenzfrage. Fest steht, dass das Virus die Welt als Ganzes und die Wirtschaft im Speziellen verändert hat – von der Umstellung auf Remote-Arbeit bis hin zur Kreierung einer völlig neuen Priorisierung von Geschäftsabläufen und Projekten.

Die Geschäftswelt erfährt durch die COVID-19-Pandemie ein weiteres Änderungsmoment: das Schlüsselpersonenrisiko. Auch als „Key Man Risk“ bezeichnet und zu Bekanntheit gelangt, ist das Schlüsselpersonenrisiko die Gefahr, die einem Unternehmen droht, wenn ein Leistungsträger aus irgendeinem Grund ausfällt.

I. Schlüsselpersonenrisiko: Die klassische Definition

Versicherungsfallauslösende Ereignisse im Rahmen des Schlüsselpersonenrisikos waren in der Vergangenheit neben Todesfällen primär von Volkserkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkten oder Krebsdiagnosen geprägt. Daneben ging es auch um berufliche Entwicklungen, wie beispielsweise den Verlust einer Schlüsselperson an einen Konkurrenten. Bei letzterem handelt es sich um ein immanentes Schlüsselpersonenrisiko. Das Risiko der Erkrankungsbreite und -intensität dehnt sich durch COVID-19 in teilweise noch unbekannte Sphären aus. Das Schlüsselpersonenrisiko wird in Folge dessen zu einem viel dringlicheren und unmittelbareren Anliegen.

II. Schlüsselpersonenrisiko: Die neue Definition

Die alte Definition des Schlüsselpersonenrisikos bleibt dem Grunde nach bestehen. Die COVID-19-Pandemie führt jedoch dazu, dass die Welt einem neuartigen, bisher weitestgehend unbekannten Virus begegnet. Schätzungen zufolge werden bis zu 70% der Weltbevölkerung dem Coronavirus ausgesetzt sein. Infolgedessen intensiviert sich das Gefahrenpotential der Unternehmen, da durch die unmittelbarere Bedrohung des Coronavirus die Planung des Schlüsselpersonenrisikos in den Vordergrund gerückt. Das Schlüsselpersonenrisiko wird damit zu klaren und gegenwärtigen Gefahr für alle Unternehmen.

Keyman-Deckung: Wie lässt sich das Schlüsselpersonenrisiko managen?

Mit den angesprochenen Risiken stellen sich folgende Fragen: Wie haben Sie Ihr Krisen-, respektive Notfallmanagement konzipiert, wenn Sie als geschäftsführender Gesellschafter an dem Coronavirus erkranken? Haben Sie Vorsorge für den Fall getroffen, dass Teile Ihrer C-Level-Ebene positiv getestet werden oder Ihr Vertriebsleiter mit starken Symptomen monatelang ausfällt? Ist der Rest Ihres Mitarbeiterstabs stark genug, um den Ausfall zu kompensieren oder ist die Entscheidungsgewalt auf eine bzw. einige wenige Personen begrenzt?

In guten Berufshaftpflicht-/ Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen – zum Beispiel in der Hiscox IT-Haftpflicht oder der Unternehmensberater-Haftpflichtversicherung – halten Eigenschadenkomponenten wie die des „Key Man Cover“ Einzug. Sichern Sie die finanziellen Folgen deshalb mit einer Versicherung inklusive Keyman-Police ab, die das Schlüsselpersonenrisiko berücksichtigt. Hier erfahren Sie mehr!

Weiterhin helfen diese Maßnahmen und Tipps, das Schlüsselpersonenrisiko zu managen:

Wissensmanagement zur Reduzierung des Schlüsselpersonenrisikos

Naturgemäß stellt sich die Frage, wie sich Unternehmen strukturieren sollten, um dem Schlüsselpersonenrisiko begegnen zu können.  Um ein unternehmensformspezifisches Beispiel zu geben: Die mitunter größte praktische Herausforderung für Familienunternehmen darin begründet, die vorhandene Wissensbasis zu schützen. Das spezifisch vorhandene und zugleich erfolgsrelevante Wissen von einzelnen Mitarbeitern sollte in ein organisationales Wissen umgewandelt werden.

Um ein branchenspezifisches Beispiel anzuführen, sei exemplarisch hervorgehoben, dass Unternehmen des produzierenden Gewerbes trotz enormer Anstrengungen es bisweilen zum Großteil nicht schaffen, ausreichendes Wissensmanagement zu betreiben. Dieser Mangel manifestiert sich in einem Zuwachs an Nachahmungen ihrer Produkte. Die durchaus stark verbreitete Einbindung in Wertschöpfungsnetzwerke mit Stakeholdern wie zum Beispiel Kunden, Zulieferern, staatlichen Stellen und auch Wettbewerbern verursacht diverse schwer zu kontrollierende Wissenstransfersituationen. Insoweit wird gewinnbringendes Wissen entgegen der Interessenslage der Unternehmen für marktteilnehmende Akteure verfügbar, die es zum Schaden des Wissensgebers einsetzen.

In allen Fällen manifestiert sich eine zentrale Herausforderung für alle Unternehmen: in kürzester Zeit muss passgenauer Ersatz verfügbar sein.

  • Handlungsempfehlung 1: Implementieren und betonen Sie weiterhin Strategien und Richtlinien, die die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter so gut wie möglich schützen und fördern wie Gesundheitsprogramme.
  • Handlungsempfehlung 2: Ziehen Sie professionellen Rat hinzu, so Sie qualitativ hochwertige Informationen benötigen, die auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sind; in der aktuellen Situation natürlich vor allem unter Einbezug von COVID-19. Die Informationslage rund um das Coronavirus ändert sich wöchentlich, wenn nicht sogar täglich. Sie benötigen umfassende Informationen und fundierten Rat, bevor Sie Entscheidungen darüber treffen können, wie Sie Ihre Belegschaft verwalten, Ihren Arbeitsplatz umgestalten und letztendlich das Risiko für Ihrer Schlüsselkräfte reduzieren.

Versicherungslösung: Lebensversicherung ist nicht gleich Lebensversicherung

Auch, wenn Ihre Mitarbeiter in Schlüsselpositionen unersetzlich sind: Mit einer Key Man Deckung (Stichwörter sind auch Key Man Versicherung / Schlüsselkraft-Versicherung) ist Ihnen zumindest finanziell geholfen.

Dabei schließen Sie nicht ausschließlich eine Versicherung auf Ihr Unternehmen, sondern auch auf das Leben eines Key Man ab – also auf die Schlüsselkräfte, Ihre wichtigsten Mitarbeiter. Diese können zum Beispiel sein:

  • Geschäftsführer und Vorstände (C-Level),
  • Inhaber,
  • Mitarbeiter in führenden Positionen,
  • Fachkräfte
  • Spezialisten

Wird ein Key Man in Ihrem Unternehmen schwer krank, fällt für lange Zeit aus oder verstirbt sogar, unterstützt Sie Ihr Versicherer dabei, einen neuen Key Man zu finden (Stichwort: Recruiting) und übernimmt die anfallenden Kosten. Unterstützung erhalten Sie aber nicht nur im Falle eines gesundheitlichen Fernbleibens. Sondern auch bei einer außerordentlichen Kündigung aufgrund eines massiven beruflichen Fehlverhaltens des Key Man können sie von einer entsprechenden Absicherung profitieren. So sichern Sie Ihr Unternehmen vor Umsatzeinbußen ab. Das Key Man Cover / die Keyman-Deckung ist somit wichtig für die Existenz Ihres Unternehmens.

Eine Schlüsselkraft-Versicherung lässt sich als eine Art Lebensversicherung sehen. Vielleicht denken Sie jetzt, weil Ihre Mitarbeiter möglicherweise bereits eine solche abgeschlossen haben, brauchen Sie dies nicht mehr zu tun. Ein trügerischer Irrglaube, denn innerhalb der Lebensversicherung gibt es verschiedene Produktarten mit unterschiedlichen Absicherungszwecken:

  • Eine Risikolebensversicherung sichert im Todesfall Ihren Mitarbeiter und dessen Familie finanziell ab. Dieses Geld ist somit allein für die gedacht!
  • Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung Ihres Key Man gibt Ihnen als Arbeitgeber keinen entscheidenden Vorteil, denn auch hier wandert die Versicherungssumme in die Tasche Ihres Mitarbeiters.
  • Einzig die Keyman-Deckung / Keyman-Police sichert im Krankheits- oder Todesfall Ihr Unternehmen – und nicht das private Umfeld Ihrer Schlüsselkräfte – ab. Weitere Vorteile in diesem Zusammenhang: Sie investieren frühzeitig in Ihre Zukunft und legen ein solides Fundament. Die steuerliche Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe ist inklusive.
Business Blog Autor Yannick Helf

Autor: Yannick Helf, LL.M.

ist seit 2009 in der Versicherungsbranche – seit 2016 mit Fokus auf das Underwriting von Vermögensschäden (Financial Lines). Er arbeitet seit 2019 bei Hiscox. Als Underwriter für gewerbliche Risiken ist er besonders auf Cyber-, Technology- und D&O-Risiken spezialisiert. Für den Business Blog schreibt er unter anderem über Haftungsszenarien in Bezug auf das Versicherungsrecht, Nischenrisiken sowie daraus resultierendem Versicherungsbedarf.