Fehler beim BloggenFehler beim Bloggen – gibt es das überhaupt, ein „Richtig“ und ein „Falsch“ beim Bloggen? Fest steht: Bloggen hat viele Facetten: Es gibt Einsteiger, Profis und die Bloggerwelt dazwischen. Einige Blogger schreiben locker fünf Artikel mit je 1000 Zeichen pro Tag herunter, die anderen brauchen schon für kurze Texte viel länger. Es gibt keine allgemein gültigen Regeln. Aber eins haben Blogartikel gemeinsam: Man kann einige Fehler beim Bloggen machen. Hier eine Zusammenstellung von 10 Punkten, die ich als wichtig empfinde:

1. Fehler: Einfach drauf los schreiben

Beim Bloggen hat jeder die Freiheit, das zu tun, was er möchte – solange es nicht „ungesetzlich“ wird und legal bleibt. Das betrifft selbstverständlich auch die Art und Weise des Bloggens. Wie bloggt man? Nur wenige Blogger können einfach drauf los schreiben, einfach aus dem Bauch heraus. Bei manchen Themen geht das zwar ganz gut, bei anderen Blogartikeln funktioniert das jedoch gar nicht.

Ein Konzept muss her. Das beginnt gar nicht mal unbedingt bei der Überschrift. Die verfeinere ich meistens erst zum Schluss. Ein Arbeitstitel mit einem bestimmten Fokus hilft schon mal sehr zu Beginn. Dann überlege ich mir, was ich den Lesern mitteilen möchte, was ich ihnen geben möchte, welchen Mehrwert der Artikel haben soll. Wie sieht der Abschluss des Artikels aus, worauf möchte ich hinaus? Wenn ich das habe, dann starte ich inhaltlich mit ein paar Spiegelstrichen zu den einzelnen Punkten, die ich unbedingt behandeln möchte. Mit diesem Grundaufbau fange ich an zu bloggen.

2. Fehler: Leser nicht abholen, zu wenig Information

Wie hole ich einen Leser ab? Indem ich ihn neugierig mache, indem ich ihm etwas verspreche oder einen hilfreichen Text verfasse. Dazu gehören Informationen. Journalisten kennen aus ihrer Ausbildung die sogenannten „7-W-Fragen“. Auch für Blogger sind diese Fragen hilfreich beim Erstellen eines Blogartikels.

Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Woher? – Diese W-Fragen kann man als Schablone für einen Artikel immer mal wieder anlegen. Bei sehr persönlich und emotional geschriebenen Artikeln kann man andererseits gut darauf verzichten. Die Leser sollten jedoch immer die Geschichte nachvollziehen können. Bei informativen Themen und Ratgebern sollte möglichst keine Frage offen bleiben.

3. Fehler: Keine Ahnung, wer die Leser und die Zielgruppe sind

Für wen schreibe ich? Wenn man als Blogger die Frage beantwortet, dass man nur für sich selber schreibt, ist das auch okay. Blogger, die sich professionalisieren möchten, mehr Reichweite und Leser bekommen möchten, sollten regelmäßig darüber nachdenken.

Stellen Sie sich auch die Frage, wie ausführlich Sie einen Text schreiben möchten oder müssen. Entscheiden Sie bewusst, ob Sie bestimmte Dinge erklären müssen, weil es Fremdwörter oder Fachwörter sind, oder ob Sie davon ausgehen können, dass auch Abkürzungen sofort verstanden werden.

Schönes Beispiel: die Abkürzung „USV“. Für die Tech-Blogger und -leser ist es die „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“, für den Leser mit Fachwissen über Versicherungen die „Umweltschadenversicherung“, für den handwerklich orientierten Menschen ein „Umschaltventil“ aus dem Heizungsbau. Erstaunlich, oder?

4. Fehler: Zu selten, zu unregelmäßig bloggen

Nur wer regelmäßig bloggt, kommt nicht so schnell aus dem Rhythmus. Schreibblockaden können ansonsten entstehen. Die beste Motivation für mich ist ein Redaktionsplan. Für Corporate Blogs unumgänglich, aber auch jeder private Blogger kann sich etwas vornehmen. Mindestens eine Sammlung an potentiellen Themen sollte jeder Blogger parat haben.

Dann ist nur noch der Faktor Zeit im Spiel. Auch für das Bloggen sollte man nicht zu wenig oder zu großzügig Zeit einplanen. Mein Tipp: Beim Bloggen eine Zeiterfassung laufen lassen, um besser einschätzen zu können, wie lange man braucht, um Artikel fertig zu stellen.

5. Fehler: Rechtschreibung, Grammatik, Korrekturlesen vergessen

Nobody is perfect. Jedem passieren Tippfehler, ein Komma kann schon mal im Eifer des Schreibens übersehen werden. Doch wer seinen Leserinnen und Lesern ständig vor Fehlern strotzende Artikel (oder Postings auf Social-Media-Plattformen) serviert, der braucht sich nicht zu wundern, dass die Leser ausbleiben. Es ist sehr anstrengend, wenn man einen Satz zwei- bis dreimal lesen muss, um den Sinn zu verstehen. Der Lesefluss ist gestört, der Lesegenuss ist weg. Im schlimmsten Fall sinkt das wahrgenomme Kompetenz-Level.

Bevor der „Veröffentlichen“-Knopf geklickt wird, bitte jeden Artikel noch einmal kritisch durchlesen. Das ist die Wertschätzung, die man dem Lesepublikum entgegen bringen sollte. Besonders bei Erwähnungen von Personen, Orten und Firmen muss der Name richtig geschrieben werden. Ich klicke auch zusätzlich jeden eingebundenen Link im Entwurfsstadium.

6. Fehler: Keine Struktur, keine Illustration, schlechte Lesbarkeit

Bloggen mit IllustrationenTextbrei, Bleiwüste oder wie man es sonst noch nennen mag. Ein Text sollte strukturiert sein. Das fängt bei sinnvollen Absätzen an. Ich habe auch schon Texte gesehen, bei denen nach jedem Satz ein Absatz gemacht wurde. Auch das ist zu vermeiden. Bandwurmsätze und Schachtelsätze sind ein Nogo.

Nicht nur aus Optimierungsgründen für die Suchmaschine gibt es eine Hierarchie von Überschriften. „H1“ ist die Hauptüberschrift, sie kommt nur einmal vor. „H2“ ist eine Unterüberschrift. Das Ganze geht verschachtelt bis herunter zur „H6“. Leser sind dankbar, wenn der Lesefluss durch Strukturen angenehmer wird. Abbildungen, Fotos, Bilder sind unterhaltsam, erklärend oder rufen Emotionen hervor. Sogar der gewählte Schrifttyp ist wichtig. Denn Texte mit einer Schnörkelschrift oder anderen ausgefallenen Fonts mag ich nicht gern lesen.

7. Fehler: Super Überschrift, mauer Text oder umgekehrt

Clickbaiting ist unbedingt zu vermeiden, aber neugierig machen darf man schon! Der Titel eines Artikels ist der Türöffner zum Leserherz. Doch bitte unbedingt daran denken, dass man das Versprochene auch hält. Überschrift und Artikel sollten harmonieren.

Übrigens ist es schwieriger, einen kurzen Text zu schreiben, in dem alles enthalten ist, als einen längeren. Bitte keinen Text länger schreiben als notwendig und bloß nicht die Leser langweilen.

8. Fehler: Zu viel oder zu wenig SEO

Auf was beim Bloggen achten?Ein buchfüllendes Thema: SEO, also die Suchmaschinenoptimierung. Die Wahrheit liegt für mich in der Mitte: SEO nicht vernachlässigen, aber dennoch primär gute Inhalte schreiben. Mein persönliches Vorgehen: Nachdem das Thema klar ist, schreibe ich erst den Text (siehe auch Fehler 1), dann optimiere ich den Titel und die Metaangaben. Mir – so wie über 1 Million anderen WordPress-Bloggern – hilft das Plugin Yoast SEO dabei.

9. Fehler: Technik, die nicht begeistert

Eine Servermeldung mit dem HTTP-Fehler 500, eine weiße Seite statt der Blog-Startseite oder des Artikels, Script-Fehler mitten in der Seite: So verscheucht man die Leser. Ein guter und zuverlässiger Webhoster ist Gold wert, damit aus der Downtime keine Blog-Auszeit wird. Doch manchmal spinnt auch die WordPress-Installation oder eines der Plugins. Viele Dinge kann man schnell selber reparieren, oder man fragt jemanden, der sich damit auskennt.

Sicherheit für WordPress ist ein weiterer lesenswerter Artikel im Hiscox-Blog, der viele Details zu sinnvollen Maßnahmen bietet.

10. Fehler: „Verbotene“ Inhalte, Schleichwerbung

Fotos von anderen Blogs oder Nachrichtenmedien zu „klauen“ ist kein Kavaliersdelikt. Hier drohen saftige Strafen. Bildrechte, Urheberrechte, Namensnennung, Quellenangabe: All das sind Begriffe, die einem als Blogger geläufig sein sollten.

Auch verdeckte Werbung, die sogenannte Schleichwerbung, kann unangenehme Folgen haben. Transparenz und Authentizität sind die Tugenden des Bloggens. Kennzeichnen Sie Werbung stets deutlich. Mehr zum Thema Fotos und Schleichwerbung erfahren Sie im Artikel „Erfolgreiche Blogger und ihr finanzielles Risiko„.

Weitere Fehler und Tipps für Blogger

Es gibt noch viele weitere kleine und größere Fehler. Kennen Sie welche? Über Kommentare freuen wir uns.

Kein Fehler ist, wenn man sich gegen mögliche Risiken und Gefahren absichert. Hiscox, der Spezialversicherer für Unternehmer, Freelancer und Selbstständige, hat eine Blogger-Versicherung aufgelegt, die viele Risiken abdeckt, die beim Bloggen auftreten. Der Online-Beitragsrechner auf der Seite gibt sofort eine Übersicht über mögliche Absicherungsmodule und die dazu angebotene Prämie.

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.