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1. Rechtliche Grundlagen für Existenzgründer -Rechtsform, Steuern und Co.

Existenzgründer müssen sich vor dem Start ihres Unternehmens mit der geeigneten Rechtsform beschäftigen und zudem wissen, welche zusätzlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Existenzgründung zu erfüllen sind. Gründer können zwischen mehr als 15 verschiedenen Rechtsformen wählen, zudem unterliegen einige Berufe zusätzlichen Zugangsbeschränkungen.

2. Welche Rechtsformen für Unternehmen gibt es?

In Deutschland wird zwischen Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften unterschieden. Abhängig von Ihrem Unternehmen eignen sich bestimmte Gesellschaftsformen besser als andere. Im folgenden werden sie genauer erläutert.

2.1. Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die einfachste Form, um schnell ein Unternehmen zu gründen und den Gewerbebetrieb aufzunehmen. Die Gründungsformalitäten sind denkbar einfach: Sie beantragen einen Gewerbeschein beim Gewerbeamt und können danach starten. Gegebenenfalls lassen Sie sich zusätzlich im Handelsregister eintragen. Einzelunternehmer haften mit ihrem kompletten Vermögen für alle Verbindlichkeiten. Wenn Sie sich im Handelsregister eintragen lassen, gelten erweiterte Buchführungsvorschriften. Eine Ausnahme gilt für Freiberufler. Diese benötigen keine Gewerbeanmeldung, sondern lediglich eine Steuernummer vom Finanzamt. Nicht jeder kann Freiberufler werden. Eine Liste von Berufen, bei denen eine Anerkennung als Freiberufler möglich ist, haben wir hier zusammengestellt.

2.2. Personengesellschaften

Drei Gesellschaftsformen sind für Gründer interessant: die GbR, die KG und die oHG. Die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) ist die einfachste Form und findet Anwendung, wenn sich mehrere Gründer zusammenschließen und einen Geschäftsbetrieb aufnehmen. Es sind kaum Formvorschriften einzuhalten, alle Gesellschafter haften persönlich für die Verbindlichkeiten der GbR. Erweiterte Buchführungspflichten gelten erst ab einem Umsatz von 260.000 € oder einem Gewinn von mehr als 25.000 €. Die zweite Variante ist die oHG (offene Handelsgesellschaft). Sie ähnelt der GbR, sie wird aber im Handelsregister eingetragen und gilt als kaufmännisch ausgelegter Betrieb. Alle Gesellschafter haften gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen. Die Kommanditgesellschaft (KG) ist die dritte Variante. Sie unterscheidet sich zur oHG durch die Aufspaltung des Risikos. Bei jeder KG gibt es mindestens einen Komplementär und mindestens einen Kommanditisten. Der Komplementär haftet mit seinem gesamten Vermögen, der Kommanditist nur in Höhe seiner Einlage in die Gesellschaft. Die Geschäftsführung der KG obliegt grundsätzlich den Komplementären, die Kommanditisten haben nur in wenigen Fällen ein Mitspracherecht.

2.3 Kapitalgesellschaften

Bei den Kapitalgesellschaften sind vor allem zwei Modelle für Existenzgründer interessant: die UG (haftungsbeschränkt) und die GmbH. Beide gelten als eigenständige juristische Personen und die Haftung beschränkt sich auf das Gesellschaftsvermögen. Die UG (haftungsbeschränkt) ist dabei praktisch eine Mini-GmbH. Die minimale Stammeinlage für eine UG liegt bei einem Euro und darf maximal 24.999,00 € betragen. 25 % des Gewinns eines Geschäftsjahres müssen in das Stammkapital fließen, bis 25.000 € erreicht sind. Danach wird die UG in eine GmbH umgewandelt. Bei einer UG sind nur Bareinlagen möglich. Mit entsprechendem Kapital können Existenzgründer auch direkt eine GmbH gründen, die Mindesteinlage beträgt 25.000 €, wovon aber nur die Hälfte direkt eingezahlt werden muss. Dabei dürfen die Gesellschafter entscheiden, ob das Kapital als Bar- oder Sacheinlage eingezahlt wird. Daneben gibt es noch weitere Kapitalgesellschaften, die bei den meisten Existenzgründern aber eine eher untergeordnete Rolle spielen. Am bekanntesten ist die Aktiengesellschaft (AG), die ein Mindestkapital von 50.000 € erfordert.

2.4 Sonderfall ausländische Gesellschaftsform

Aufgrund der Niederlassungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union dürfen deutsche Existenzgründer Unternehmen in anderen europäischen Ländern gründen. Als besonders beliebt galt bisher die englische Limited Company (Ltd.). Sie kann unkompliziert gegründet werden und benötigt ein Stammkapital von nur einem Pfund. Die Verbreitung dieser Rechtsform hat abgenommen, seitdem der deutsche Gesetzgeber die Gründung von Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) ermöglicht hat. In den meisten Fällen ist eine deutsche Gesellschaft für Existenzgründer sinnvoller. Lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Fachmann beraten, wenn Sie eine ausländische Gesellschaftsform wählen wollen.

3. Welche Grundlagen gelten bei welcher Rechtsform?

Wenn Sie sich für einen Unternehmensnamen und ein Logo entschieden haben, können Sie Namen, Logo oder eine Kombination von beidem als Marke beim DPMA registrieren lassen. Die Eintragung wird zunächst für zehn Jahre vorgenommen und kann nach Ablauf des Zeitraums jeweils um zehn weitere Jahre verlängert werden. Das Marken- und Patentamt prüft bei Antragsstellung nicht, ob es bereits bestehende Marken gibt, die durch Ihre Anmeldung verletzt werden. Recherchieren Sie daher genau, ob es vielleicht einen Markenschutz für den von Ihnen gewählten Namen gibt.

4. Zugangsvoraussetzungen für die Existenzgründung

Abhängig von Ihrer Geschäftsidee sind unter Umständen weitere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Existenzgründung zu erfüllen. Dies trifft insbesondere bei Freiberuflern zu, die einen der Kammerberufe ausüben möchten. Dazu gehören Anwälte, Steuerberater, Ärzte und Apotheker. Ohne eine entsprechende Zulassung dürfen Sie Ihr Unternehmen nicht betreiben. Daneben gibt es auch für viele weitere Berufe Zugangsvoraussetzungen. Selbstständige Versicherungs- oder Finanzberater dürfen ohne eine Registrierung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer nicht tätig werden. Klären Sie vorher ab, ob Ihr Unternehmen besondere Voraussetzungen erfüllen muss, damit es tätig werden kann. Informationen dazu finden Sie bei den jeweils zuständigen Kammern.

4.1. Zwangsmitgliedschaften bei Handels- oder Handwerkskammern

Wenn Sie ein Unternehmen gründen, werden Sie in den meisten Fällen automatisch Mitglied in einer der Kammern. Für handwerkliche und handwerksähnliche Tätigkeiten werden Sie Mitglied in der regional zuständigen Handwerkskammer, bei den meisten anderen Berufen werden Sie Mitglied in der entsprechenden Industrie- und Handelskammer. Diese Mitgliedschaft ist nicht optional. Sie zahlen dafür Beiträge in unterschiedlicher Höhe. Neben einem Grundbeitrag ist in der Regel auch noch ein Zusatzbeitrag zu zahlen, der abhängig vom Umsatz Ihres Unternehmens ist. Existenzgründer zahlen in den ersten Jahren nach der Gründung des Unternehmens meist keine Beiträge. Berücksichtigen Sie aber in Ihrer langfristigen Planung, dass irgendwann Beiträge für die jeweiligen Kammern anfallen werden. Ausgenommen von der Zwangsmitgliedschaft bei einer Kammer sind nur Freiberufler, die eine Tätigkeit ausüben, für die es keine separate Kammer gibt. Dazu gehören zum Beispiel Grafiker, Journalisten und Musiker.

5. Welche Steuern müssen Selbstständige bezahlen?

Bevor Sie sich für die Anmeldung von Schutzrechten entscheiden, müssen Sie prüfen, ob eventuell schon Schutzrechte für Ihre Produkte, Ihr Unternehmen oder Ihre Marke angemeldet sind. Eine einfache Recherche stellt das Deutsche Marken- und Patentamt zur Verfügung. Hier erreichen Sie das DPMAregister. Dort können Sie Marken, Patente, Gebrauchsmuster und Designs recherchieren.

Diese Suche ist besonders wichtig bei Marken, Gebrauchsmustern und Designs, da das Marken- und Patentamt bei diesen Schutzrechten keine sachliche Prüfung vornimmt. Bei Patenten ist die Prüfung durch das Amt umfangreicher, aber auch dort macht eine Recherche Sinn.

5.1 Umsatzsteuer

Grundsätzlich zahlt jedes Unternehmen Umsatzsteuer. Der Satz für die Umsatzsteuer liegt in Deutschland aktuell bei 19 %. Für die meisten Unternehmen ist die Umsatzsteuer aber ein durchlaufender Posten, der nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Die Feinheiten und Unterschiede bei der Umsatzsteuer haben wir in einem separaten Artikel für Sie zusammengefasst.

5.2. Einkommenssteuer

Jeder Selbstständige zahlt auf das Einkommen aus seiner selbstständigen Tätigkeit Einkommenssteuer. Die Höhe des Steuersatzes berechnet sich aus dem Gesamteinkommen aus allen Einkommensarten und wird mit der jährlichen Steuererklärung ermittelt.

5.3. Gewerbesteuer

Fast alle Selbstständigen in Deutschland zahlen Gewerbesteuern. Ausgenommen sind nur Freiberufler. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gilt ein Freibetrag von 24.500 € Gewinn pro Jahr, für Kapitalgesellschaften gibt es keinen Freibetrag, hier ist der Gewinn ab dem ersten Euro zu versteuern. Der Steuersatz liegt in Deutschland mindestens bei sieben Prozent und wird durch die jeweiligen Gemeinden, in denen das Unternehmen angesiedelt ist, individuell festgelegt.

5.4. Körperschaftsteuer

Körperschaftsteuer zahlen nur Kapitalgesellschaften. Sie wird auf den Gewinn des Unternehmens erhoben und beträgt in Deutschland derzeit 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag. Wenn Sie sich als Gesellschafter Ihres Unternehmens den Gewinn auszahlen lassen, fallen für Sie erneut Steuern in einer maximalen Höhe von 25 % Abgeltungssteuer zuzüglich gegebenenfalls Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag an.

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