Häufige Cyber-Schadenfälle: 7 reale Beispiele aus der Praxis

Cyber-Angriffe gehören heute zu den größten Geschäftsrisiken für Unternehmen. Doch wie sieht ein Cyber-Schadenfall in der Praxis tatsächlich aus? Welche Angriffe kommen am häufigsten vor, welche Schäden entstehen dabei und welche Kosten können Unternehmen erwarten? Um diese Fragen zu klären, werfen wir einen Blick in die Schadenpraxis.

Anhand realer Cyber-Schadenfälle zeigen wir, wie Cyber-Angriffe in Unternehmen tatsächlich ablaufen, welche Schäden und damit welche Kosten entstehen können. Die Beispiele reichen vom Zahlungsumleitungsbetrug über DDoS-Attacken bis hin zu Ransomware und machen deutlich, welche Rolle eine Cyber-Versicherung im Ernstfall spielt.

Unsere Roadmap für Sie: Angriff → Schaden → Wiederherstellung → Absicherung.

Von Klemens Lemke

18 Min. Lesezeit30.03.2026

Aktualisiert am 30.06.2026

Eine Person mit einem Smartphone sitzt vor einem Laptop, auf dessen Bildschirm Symbole zur Betrugswarnung und eine Meldung mit dem Versprechen von 50.000 Dollar zu sehen sind, die auf die Risiken von Online-Betrug hinweisen.

Was ist ein typischer Cyber-Schaden?

Cyber-Vorfälle treffen jede Branche

Cyber-Vorfälle bedrohen nicht nur große Unternehmen. In der Schadenpraxis zeigt sich, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen wie Dienstleister, Agenturen, Beratungen, Onlineshops oder Handwerksbetriebe betroffen sind. Entscheidend ist nicht die Branche, sondern die digitale Arbeitsweise eines Unternehmens.

Cyber-Schäden beginnen oft unspektakulär

Häufig beginnt ein Cyber-Schaden mit einer E-Mail, einem gestohlenen Passwort, einer manipulierten Website oder einer unbemerkten Schadsoftware im System. Der eigentliche Angriff dauert dabei manchmal nur wenige Minuten. Die finanziellen, betrieblichen und reputativen Folgen können für Unternehmen jedoch erheblich sein.

Cyber-Schäden folgen oft einem ähnlichen Muster

In der Praxis verlaufen viele Cyber-Schäden nach einem ähnlichen Ablauf. Meist gibt es zunächst ein Einfallstor (z.B. eine E-Mail, ein gestohlenes Passwort oder eine Schwachstelle im System). Danach folgt der eigentliche Angriff, der je nach Fall zu Datendiebstahl, Systemausfällen, Betriebsunterbrechungen, Fehlüberweisungen oder Erpressung führen kann. Anschließend beginnt die eigentliche Schadenbewältigung: Der Vorfall muss gemeldet, eingegrenzt, die IT stabilisiert und der Betrieb wiederhergestellt werden.

Die eigentlichen Kosten entstehen oft erst in der Folge des Angriffs

Nicht nur der erste sichtbare Schaden verursacht Kosten. Häufig folgt eine Reihe weiterer finanzieller Belastungen. Dazu zählen zum Beispiel IT-Forensik, die Absicherung betroffener Systeme, die Wiederherstellung von Daten, Spezialisten zur Schadenbegrenzung oder finanzielle Folgen durch einen Cyber-Betriebsausfall. Deshalb unterschätzen viele Unternehmen, wie schnell aus einem einzelnen Vorfall ein größerer wirtschaftlicher Schaden werden kann.

Cyber-Vorfälle betreffen oft nicht nur die IT

Ein Cyber-Vorfall bleibt selten auf die IT beschränkt. Häufig geraten auch Geschäftsprozesse, Kundenbeziehungen und interne Abläufe unter Druck. Wenn Systeme ausfallen, Daten fehlen oder wichtige Informationen nicht mehr verfügbar sind, kann das den gesamten Betrieb beeinträchtigen.

Die folgenden Beispiele zeigen, was Unternehmen erwartet

Anhand der folgenden Beispiele möchten wir Ihnen zeigen, wie unterschiedlich Cyber-Schadenfälle im Unternehmensalltag aussehen können, welche Kosten dabei entstehen und wie die Cyber-Versicherung im Ernstfall unterstützt.

Kurz erklärt

  • Netzwerksicherheitsverletzung

    Von einer Netzwerksicherheitsverletzung spricht man, wenn Unbefugte Zugriff auf IT-Systeme, Netzwerke oder Daten eines Unternehmens erhalten oder diese beeinträchtigen. Ursache können zum Beispiel gehackte Benutzerkonten, Schadsoftware, Sicherheitslücken in Systemen oder gezielte Cyber-Angriffe sein. Typische Folgen einer Netzwerksicherheitsverletzung sind etwa Datendiebstahl, Systemausfälle, Datenverschlüsselung oder Manipulation von IT-Systemen. In der Cyber-Versicherung ist eine Netzwerksicherheitsverletzung häufig eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Versicherungsschutz besteht.

Eine Person in einem schwarzen Anzug hält eine weiße Maske hinter ihrem Rücken. Die Maske ist teilweise verdeckt und die Person ist von hinten zu sehen.

1. Schadenfall: Zahlungsumleitungsbetrug

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: gehackter E-Mail-Account des Geschäftsführers 
  • Schaden: 91.200 Euro durch Fehlüberweisung und Folgekosten 
  • Risiko: Social Engineering durch Zeitdruck und Vertrauen 

Wie kam es zum Schaden?

Eine Buchhalterin in einer Unternehmensberatung erhält eine E-Mail von ihrem Geschäftsführer. In der Nachricht bittet er sie, dringend eine Überweisung über 90.000 Euro auf ein Konto in der Schweiz durchzuführen. Die E-Mail wirkt authentisch: Absender, Signatur und Schreibstil entsprechen dem üblichen Kommunikationsstil des Geschäftsführers. Aufgrund des Zeitdrucks führt die Buchhalterin die Überweisung unmittelbar aus. Erst kurze Zeit später stellt sich heraus, dass es sich um einen Betrugsfall handelt. Kriminelle hatten den E-Mail-Account des Geschäftsführers gehackt und die Zahlungsanweisung über sein echtes Postfach verschickt. Das überwiesene Geld wurde anschließend über mehrere Konten weitergeleitet und lässt sich nicht mehr zurückholen.

Der Vorfall belastet die Buchhalterin emotional stark. Sie macht sich große Vorwürfe, entwickelt infolge des Ereignisses einen Burnout und benötigt psychologische Hilfe. 

Welche Kosten sind entstanden? 

  • Fehlüberweisung durch Zahlungsumleitungsbetrug: 90.000 Euro
  • Psychologische Betreuung: 8 Sitzungen à 150 Euro
  • Gesamtschaden: 91.200 Euro

Der Gesamtschaden betrug 91.200 Euro.

Was übernimmt die Cyber-Versicherung? 

Der Schaden fällt unter die Cyber-Versicherung, da eine Netzwerksicherheitsverletzung vorlag. Diese ist gegeben, wenn ein IT-System oder Account des Unternehmens gehackt wurde (in diesem Fall der E-Mail-Account des Geschäftsführers).

Versichert waren:

  • Eigenschaden durch Zahlungsumleitungsbetrug
  • Organisation geeigneter Unterstützungsmaßnahmen im Schadenfall
  • Psychologische Unterstützung durch Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung

Was können Unternehmen daraus lernen

Zahlungsumleitungsbetrug (häufig auch CEO-Fraud oder Social Engineering genannt) gehört zu den häufigsten Cyber-Schadenfällen in Unternehmen. Die Hiscox-Schadenpraxis zeigt, dass Angreifer dabei gezielt Vertrauen, Hierarchien und Zeitdruck nutzen, um Mitarbeitende zu schnellen Überweisungen zu bewegen. Ein einzelner gehackter E-Mail-Account kann so zu hohen finanziellen Schäden führen. Im vorliegenden Fall wurde der Schaden über die Hiscox Cyber-Versicherung reguliert.

Solche Schäden lassen sich nicht immer vermeiden. Eine Cyber-Versicherung kann die finanziellen Folgen abfedern und im Ernstfall schnelle Unterstützung organisieren.

Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, trägt eine Brille und einen Anzug und lächelt in die Kamera
Beim sogenannten E-Mail-Spoofing manipulieren Betrüger die Absenderadresse so, dass eine Nachricht scheinbar von einer vertrauenswürdigen Person oder Organisation stammt. Gerade bei Phishing oder Zahlungsumleitungsbetrug spielt diese Technik häufig eine Rolle. Typische Warnsignale sind unerwartete Nachrichten mit hohem Zeitdruck, Aufforderungen zum schnellen Klick auf Links sowie Anfragen nach sensiblen Daten wie PIN, TAN oder Passwort. Auch angebliche Anrufe von Banken oder Geschäftspartnern ohne konkreten Anlass sollten kritisch hinterfragt werden.
Klemens LemkeUnderwriting Manager Cyber Hiscox
Eine Reihe von Server-Racks in einem Rechenzentrum, in denen blaue und orangefarbene Lichtspuren den Datenfluss darstellen. Die Szene wirkt futuristisch und technikorientiert.

2. Schadenfall: DDoS-Attacke

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: gezielte Überlastung der Server durch automatisierte Anfragen 
  • Schaden: 24.000 Euro durch Umsatzausfall und IT-Maßnahmen 
  • Risiko: Betriebsunterbrechung bei digitalen Geschäftsmodellen 

Wie kam es zum Schaden?

Ein Fashion-Onlineshop betreibt einen erfolgreichen Webshop und erzielt einen großen Teil seines Umsatzes über den digitalen Vertrieb. Kurz vor dem wichtigen Weihnachts-Verkaufszeitraum bricht der Zugriff auf die Website plötzlich zusammen. Kunden können den Shop nicht mehr aufrufen, Bestellungen sind nicht mehr möglich.

Die Ursache wird schnell klar: Der Onlineshop ist Ziel einer DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) geworden. Dabei überlasten Angreifer die Server mit einer enormen Anzahl automatisierter Anfragen. Die Infrastruktur kann die Anfrageflut nicht mehr verarbeiten, sodass die Website für echte Nutzer nicht mehr erreichbar ist. Der Shop ist über mehrere Stunden hinweg offline. Für das Unternehmen bedeutet das einen Cyber-Betriebsausfall, da der wichtigste Vertriebskanal vollständig stillsteht. Über die Cyber-Versicherung werden sofort Spezialisten eingeschaltet, um die Attacke zu analysieren und den Betrieb möglichst schnell wiederherzustellen.

Welche Kosten sind entstanden?

Unmittelbarer finanzieller Schaden:

  • Umsatzverlust durch Ausfall des Onlineshops: 15.000 Euro
  • IT-Forensik zur Analyse der Cyber-Attacke: 5.000 Euro
  • Technische Maßnahmen zur Stabilisierung und Absicherung der Server-Infrastruktur: 4.000 Euro
  • Gesamtschaden: 24.000 Euro

Der Gesamtschaden betrug 24.000 Euro.

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Es hat ein gezielter Cyber-Angriff auf die IT-Systeme des Unternehmens stattgefunden. Die DDoS-Attacke überlastete die Server des Onlineshops und machte die Website für Kunden unzugänglich. Der Onlineshop hatte eine Hiscox Cyber-Versicherung abgeschlossen. Diese hat den finanziellen Schaden und die Unterstützungsleistungen (IT-Forensik und Sicherungs-Maßnahmen) übernommen.

Versichert waren:

  • IT-forensische Analyse des Cyber-Angriffs
  • Technische Maßnahmen zur Wiederherstellung und Stabilisierung der Systeme
  • Cyber-Betriebsunterbrechung durch den Ausfall des Onlineshops

Was können Unternehmen daraus lernen?

Die Hiscox-Schadenabteilung hat zahlreiche konkrete Fälle ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass DDoS-Attacken zu den häufigsten Angriffen auf digitale Geschäftsmodelle zählen. Besonders betroffen sind Unternehmen, die einen großen Teil ihres Umsatzes über Onlinekanäle erzielen.

Zwei Personen in Geschäftskleidung betrachten ein digitales Sicherheitssymbol mit einem Vorhängeschloss auf einer transparenten Oberfläche.

3. Schadenfall: Ransomware

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Schadsoftware im Netzwerk und unzureichende Absicherung 
  • Schaden: 800.000 Euro durch Systemausfall und Datenwiederherstellung 
  • Risiko: vollständiger Stillstand von IT und Geschäftsprozessen 

Wie kam es zum Schaden?

Ein Unternehmen für Medienservices wird Opfer einer Ransomware-Attacke. Zunächst bemerken die Mitarbeiter nur einzelne technische Störungen in den Systemen. Kurz darauf stellt sich heraus, dass sich Schadsoftware im Netzwerk ausgebreitet hat. Die Angreifer haben zuvor Zugriff auf die Systeme erlangt und große Teile der Unternehmensdaten kopiert. Anschließend werden die Daten verschlüsselt. Zahlreiche Systeme sind nicht mehr nutzbar, Arbeitsprozesse kommen zum Stillstand. Die Angreifer drohen damit, die zuvor kopierten Daten im Internet zu veröffentlichen. Für das Unternehmen hätte das gravierende Folgen: vertrauliche Kundendaten könnten öffentlich werden, Geschäftsgeheimnisse in falsche Hände geraten und das Unternehmen müsste mit erheblichen Reputations- und Haftungsrisiken rechnen.

Die Kriminellen fordern 1 Million Euro Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben und eine Veröffentlichung zu verhindern. Gemeinsam mit Cyber-Spezialisten wird entschieden, nicht auf die Lösegeldforderung einzugehen. Stattdessen werden die Systeme analysiert, bereinigt und die Daten aus vorhandenen Quellen wiederhergestellt.

Welche Kosten sind entstanden?

  • Wiederherstellung der Unternehmensdaten und Systeme: 800.000 Euro
  • Gesamtschaden: 800.000 Euro

Der Gesamtschaden betrug 800.000 Euro.

Unterstützungsleistungen im Schadenfall:

  • IT-Forensik zur Analyse der Ransomware-Attacke
  • Unterstützung durch Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung
  • Technische Maßnahmen zur Wiederherstellung der IT-Systeme 

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Die Schadsoftware verschaffte den Angreifern Zugriff auf die Systeme, kopierte Daten und legte anschließend Teile der IT-Infrastruktur durch Verschlüsselung lahm. Es kam zu einer Netzwerksicherheitsverletzung. Die Cyber-Versicherung greift in diesem Fall.

Versichert waren:

  • IT-forensische Analyse des Cyber-Angriffs
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme und Daten
  • Unterstützung durch Cyber-Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung
  • Unterstützung im Umgang mit der Erpressungssituation

Was können Unternehmen daraus lernen?

Ransomware gehört aus der Hiscox-Schadenpraxis zu den teuersten Cyber-Schadenfällen. Besonders hohe Kosten entstehen, wenn Daten wiederhergestellt, Systeme neu aufgebaut und Sicherheitslücken geschlossen werden müssen. Im vorliegenden Fall wurde bewusst entschieden, kein Lösegeld zu zahlen. Stattdessen wurden die Systeme und Daten mit Unterstützung von Cyber-Spezialisten wiederhergestellt. Die Kosten dieses Cyber-Schadenfalls wurden über die Hiscox Cyber-Versicherung übernommen.

Ein vollständiger Systemausfall kann schnell existenzbedrohend werden. Eine Cyber-Versicherung sorgt dafür, dass Unternehmen im Ernstfall schnell wieder arbeitsfähig werden und hohe Wiederherstellungskosten abgefedert werden.

Welche Cyber-Risiken Unternehmen tatsächlich treffen, zeigen typische Angriffsmuster im Unternehmensalltag. Einen Überblick über die häufigsten Angriffstypen finden Sie in unserem Beitrag Welche Cyber-Angriffe treffen KMU wirklich?

Eine Frau, die von hinten zu sehen ist, blickt auf einen Bildschirm, auf dem ein Schloss-Symbol angezeigt wird

4. Schadenfall: Trojaner über Personalanzeige

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Trojaner in E-Mail-Anhang  
  • Schaden: 22.700 Euro durch IT-Forensik und Systembereinigung  
  • Risiko: unbemerkter Zugriff auf interne Daten 

Wie kam es zum Schaden?

Ein mittelständisches IT-Dienstleister ist auf Personalsuche und veröffentlicht eine Stellenanzeige. Kurz darauf geht per E-Mail eine Bewerbung ein. Im Anhang befinden sich scheinbar normale Bewerbungsunterlagen. Ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung öffnet die Dateien, um die Bewerbung zu prüfen. Was zunächst wie eine gewöhnliche Bewerbung wirkt, entpuppt sich als Cyber-Angriff. In den Anhängen befindet sich ein Trojaner, der beim Öffnen unbemerkt Schadsoftware auf dem Unternehmensrechner installiert. Über diese Schadsoftware erhalten die Angreifer Zugriff auf das interne Netzwerk.

In den folgenden Stunden werden Kundendaten und Bankdaten aus dem Unternehmenssystem abgegriffen. Der Angriff bleibt zunächst unbemerkt. Erst später fallen ungewöhnliche Systemaktivitäten auf. Das Unternehmen schaltet daraufhin über seine Cyber-Versicherung Spezialisten ein, um den Vorfall zu untersuchen und weitere Schäden zu verhindern.

Welche Kosten sind entstanden?

  • IT-Forensik zur Analyse des Angriffs und der betroffenen Systeme: 9.200 Euro
  • Sicherung und Bereinigung der betroffenen IT-Systeme: 7.500 Euro
  • Unterstützung durch Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung: 6.000 Euro
  • Gesamtschaden: 22.700 Euro

Der Gesamtschaden betrug 22.700 Euro.

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Die Cyber-Versicherung springt in diesem Fall ein, da durch den Trojaner eine Netzwerksicherheitsverletzung ausgelöst wurde. Schadsoftware verschaffte den Angreifern unbefugten Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk und ermöglichte den Datendiebstahl.

Versichert waren:

  • IT-forensische Analyse des Cyber-Vorfalls
  • Unterstützung durch Incident-Response-Spezialisten
  • Maßnahmen zur Eindämmung und Aufklärung des Cyber-Angriffs

Was können Unternehmen daraus lernen?

Cyber-Angriffe beginnen häufig mit scheinbar harmlosen E-Mails. Besonders Bewerbungen mit Anhängen sind ein typischer Angriffsweg, weil Unternehmen diese regelmäßig öffnen müssen. Die Hiscox-Schadenpraxis zeigt, dass Schadsoftware über E-Mail-Anhänge zu den häufigsten Eintrittspunkten für Cyber-Angriffe gehört. Durch schnelle Unterstützung von IT-Forensikern und Cyber-Spezialisten können solche Vorfälle jedoch frühzeitig analysiert und weitere Schäden begrenzt werden.

Schon ein einziger Klick kann ausreichen, um ein Unternehmen zu gefährden. Eine Cyber-Versicherung stellt sicher, dass solche Vorfälle schnell erkannt und professionell abgewickelt werden.

Die Hände einer Person tippen auf einem Laptop. Das Bild ist braun-gräulich gefärbt.

5. Schadenfall: Brute-Force-Attacke

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: schwache oder ungeschützte Zugangsdaten 
  • Schaden: 65.000 Euro durch Datenverlust und Wiederherstellung 
  • Risiko: Zugriff auf zentrale Systeme 

Wie kam es zum Schaden?

Eine Anwaltskanzlei betreibt ihre Fall- und Fristenverwaltung über ein zentrales digitales System. Über dieses System werden alle wichtigen Termine, Fristen und Mandatsinformationen organisiert. Unbemerkt von der Kanzlei starten Angreifer eine Brute-Force-Attacke auf den Server. Dabei probieren automatisierte Programme systematisch unzählige Kombinationen von Benutzernamen und Passwörtern aus, bis der Zugang gelingt.

Den Angreifern gelingt schließlich der Zugriff auf das System. Anschließend löschen sie zentrale Daten im Fristenmanagement der Kanzlei. Als die Mitarbeiter den Angriff bemerken, fehlen zahlreiche Einträge im System. Die Kanzlei steht plötzlich vor einem erheblichen organisatorischen Problem: Wichtige Verteidigungsfristen könnten versäumt werden. Um das Risiko weiterer Schäden zu vermeiden, müssen sämtliche Mandatsakten einzeln geprüft werden. Die Fristen werden in mehreren Nachtschichten mit Überstunden neu recherchiert und wieder in das zentrale System eingetragen.

Welche Kosten sind entstanden?

  • Prüfung sämtlicher Mandatsakten zur Rekonstruktion der Fristen: 30.000 Euro
  • IT-forensische Analyse der Cyber-Attacke: 20.000 Euro
  • Wiederherstellung und Absicherung der IT-Systeme: 15.000 Euro
  • Gesamtschaden: 65.000 Euro

Der Gesamtschaden betrug 65.000 Euro.

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Durch die erfolgreiche Brute-Force-Attacke konnten Angreifer auf interne Daten zugreifen und diese löschen. Der Schaden ist durch die Cyber-Versicherung gedeckt.

Versichert waren:

  • IT-forensische Analyse des Cyber-Angriffs
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der betroffenen Systeme
  • Unterstützung bei der Analyse und Bewältigung des Cyber-Vorfalls 

Was können Unternehmen daraus lernen?

Brute-Force-Angriffe sind eine konkrete Bedrohung im Unternehmensalltag. Aus den von Hiscox untersuchten Schadenfällen zeigt sich, dass ein erfolgreicher Zugriff auf zentrale Systeme schnell erhebliche Folgeschäden auslösen kann. In Anwaltskanzleien wie in anderen daten- und fristenkritischen Bereichen gefährdet ein solcher Angriff nicht nur die IT, sondern auch laufende Arbeitsprozesse und Mandatsabläufe. In diesem Fall griff die Hiscox Cyber-Versicherung.

Wenn zentrale Systeme betroffen sind, entstehen schnell hohe Kosten durch Stillstand und Nacharbeit. Eine Cyber-Versicherung hilft, den Schaden zu begrenzen und schnell wieder handlungsfähig zu werden.

Eine Frau mit Locken und eine Brille blickt lächelnd auf den Bildschirm Ihres Laptops

6. Schadenfall: Phishing

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: Eingabe von Zugangsdaten auf gefälschter Website 
  • Schaden: 8.000 Euro durch Sicherheitsmaßnahmen 
  • Risiko: Zugriff auf interne Systeme 

Wie kam es zum Schaden?

Ein Mitarbeiter einer mittelständischen Marketing-Agentur erhält eine E-Mail, die scheinbar von einem bekannten Geschäftspartner stammt. In der Nachricht wird er aufgefordert, sich über einen beigefügten Link in ein angeblich aktualisiertes Kundenportal einzuloggen. Die E-Mail wirkt glaubwürdig: Logo, Absenderadresse und Tonalität entsprechen dem üblichen Schriftverkehr. Der Mitarbeiter klickt auf den Link und gibt seine Zugangsdaten ein. Kurz darauf kommen ihm Zweifel und er meldet den Vorfall intern.

Über das Netzwerk der Hiscox Cyber-Versicherung werden umgehend Spezialisten eingeschaltet. Sie prüfen die Systeme, sichern mögliche Spuren des Angriffs und sorgen dafür, dass gehackte Zugangsdaten sofort zurückgesetzt werden. Dadurch kann verhindert werden, dass sich der Angriff weiter im Netzwerk ausbreitet und weitere Schäden entstehen.

Welche Kosten sind entstanden?

  • IT-forensische Analyse des möglichen Cyber-Angriffs: 8.000 Euro
  • Gesamtschaden: 8.000 Euro

Der Gesamtschaden betrug 8.000 Euro.

Unterstützungsleistungen im Schadenfall:

  • Soforthilfe durch Incident-Response-Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung
  • Prüfung der IT-Systeme und Absicherung betroffener Zugänge

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Es lag ein eindeutiger Cyber-Angriff durch Phishing und damit einer Netzwerksicherheitsverletzung vor. Spezialisten wurden zur Aufklärung und Eindämmung des Vorfalls eingesetzt wurden. Da die Marketing-Agentur versichert war, hat die Versicherung die finanziellen Schäden übernommen und Soforthilfe organisiert.

Versichert waren:

  • IT-forensische Analyse des Cyber-Vorfalls
  • Soforthilfe durch Cyber-Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung
  • Maßnahmen zur Sicherung der betroffenen IT-Systeme 

Was können Unternehmen daraus lernen?

Die Hiscox-interne Auswertung von konkreten Schadenfällen zeigt: Phishing-Angriffe zählen zu den regelmäßig auftretenden Cyber-Schadenfällen. Der Fall zeigt, wie wichtig der schnelle Zugriff auf spezialisierte Partner ist, um Cyber-Vorfälle früh einzugrenzen und Folgeschäden zu verhindern. Die Kosten dieses Cyber-Schadenfalls wurden von der Hiscox Cyber-Versicherung übernommen.

Phishing-Angriffe lassen sich trotz Vorsicht nicht vollständig vermeiden. Eine Cyber-Versicherung sorgt dafür, dass betroffene Systeme schnell abgesichert und Schäden frühzeitig begrenzt werden.

IT-Sicherheitslücken frühzeitig erkennen

Cyberangriffe nutzen oft Schwachstellen aus, die im Alltag unbemerkt bleiben. Wer seine Systeme regelmäßig überprüft, kann Risiken frühzeitig identifizieren und gezielt beheben.
Mit unserem Cyber‑Security‑Scan prüfen Sie Ihre IT auf potenzielle Sicherheitslücken und erhalten einen individuellen Report mit konkreten Hinweisen für Ihr Unternehmen.

Eine Nahaufnahme einer Hand, die auf einer Computermaus ruht. Die Hand ist in Position, um die linke Maustaste zu klicken, und ein Kabel ist an der Vorderseite der Maus sichtbar.

7. Schadenfall: Verdachtsfall

Kurz zusammengefasst:

  • Ursache: verdächtiger E-Mail-Anhang ohne eindeutige Einordnung  
  • Kosten: 1.000 Euro für technische Prüfung durch Spezialisten  
  • Risiko: Unsicherheit bei möglichen Cyber-Vorfällen  

Wie kam es zum Schaden?

Ein Handwerksbetrieb arbeitet täglich mit digitalen Kundendaten, Angeboten und Rechnungen. Eines Tages öffnet ein Mitarbeiter einen E-Mail-Anhang, der auf den ersten Blick wie ein normales Dokument aussieht. Kurz nachdem die Datei geöffnet wurde, kommen dem Mitarbeiter Zweifel: Der Absender wirkt ungewöhnlich und der Inhalt der Nachricht passt nicht zum bisherigen Schriftverkehr. Aus Sorge, dass sich möglicherweise Schadsoftware im System befinden könnte, meldet der Mitarbeiter den Vorfall intern. Der Betrieb entscheidet sich, kein Risiko einzugehen, und kontaktiert die Krisenhotline der Cyber-Versicherung.

Über das Netzwerk der Cyber-Versicherung werden Spezialisten eingeschaltet, die sich direkt auf den Server des Unternehmens aufschalten. Die Experten prüfen die Systeme, analysieren mögliche Spuren eines Angriffs und kontrollieren, ob Daten abgeflossen oder Schadprogramme installiert worden sind.

Die Untersuchung zeigt schließlich: Es liegt kein Cyber-Angriff vor. Dennoch war die schnelle Prüfung wichtig, um mögliche Risiken auszuschließen und Sicherheit im Unternehmen wiederherzustellen.

Welche Kosten sind entstanden?

Unmittelbarer finanzieller Schaden:

  • IT-forensische Prüfung der Systeme durch Cyber-Spezialisten: 1.000 Euro
  • Gesamtschaden: 1.000 Euro

Der Gesamtschaden betrug 1.000 Euro. Auch ohne bestätigten Angriff können Kosten entstehen.

Unterstützungsleistungen im Schadenfall:

  • Analyse möglicher Angriffsspuren auf dem Server

Was übernimmt die Cyber-Versicherung?

Auch ein Cyber-Verdachtsfall kann über die Cyber-Versicherung abgedeckt sein. In diesem Fall wurden Spezialisten eingeschaltet, um zu prüfen, ob ein Cyber-Angriff vorliegt und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Versichert waren:

  • IT-forensische Prüfung der IT-Systeme
  • Unterstützung durch Cyber-Spezialisten aus dem Netzwerk der Cyber-Versicherung
  • schnelle Erstbewertung eines möglichen Cyber-Vorfalls

Was können Unternehmen daraus lernen?

Bei verdächtigen Aktivitäten lässt sich anfangs oft nicht sofort erkennen, ob tatsächlich ein Cyber-Angriff vorliegt. Deshalb ist es entscheidend, solche Hinweise schnell prüfen zu lassen. Das kann helfen, Risiken auszuschließen oder einen echten Angriff rechtzeitig zu erkennen. Auch in diesem Fall übernahm die Hiscox Cyber-Versicherung die Kosten für die Untersuchung. Da es sich um einen reinen Verdachtsfall handelte, fiel für den Handwerks-Betrieb kein Selbstbehalt an.

Unsicherheit ist im Ernstfall oft das größte Risiko. Eine Cyber-Versicherung hilft Unternehmen, auch unklare Situationen schnell bewerten zu lassen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Welche Maßnahmen helfen, Cyber-Angriffe frühzeitig zu erkennen oder ganz zu verhindern, erfahren Sie im Beitrag Prävention und Cyber-Resilienz.

Was Unternehmen aus realen Cyber-Schadenfällen lernen können

Die Auswertung realer Cyber-Schadenfälle zeigt: Es ist wichtig, typische Risiken zu kennen und frühzeitig geeignete Schutzmaßnahmen zu etablieren. Wichtige Erkenntnisse aus der Schadenpraxis sind:

  • E-Mail bleibt das häufigste Einfallstor. Phishing, manipulierte Anhänge oder Zahlungsumleitungsbetrug gehören zu den typischen Ausgangspunkten von Cyber-Angriffen.
  • Gestohlene Zugangsdaten sind ein großes Risiko. Unsichere Passwörter oder fehlende Mehrfaktor-Authentifizierung erleichtern Angreifern den Zugriff auf Systeme.
  • Digitale Geschäftsmodelle sind besonders anfällig für Ausfälle. Fällt ein Webshop oder ein zentraler Server aus, kann der Geschäftsbetrieb schnell erheblich beeinträchtigt werden.
  • Die eigentlichen Schäden entstehen oft erst nach dem Angriff. Kosten für IT-Forensik, Wiederherstellung von Systemen oder Betriebsunterbrechungen können den ursprünglichen Vorfall deutlich verteuern.
  • Schnelles Handeln reduziert Schäden. Je früher ein Cyber-Vorfall erkannt und Spezialisten eingeschaltet werden, desto besser lassen sich Folgeschäden begrenzen.

Welche Rolle spielt eine Cyber-Versicherung im Ernstfall?

Kommt es zu einem Cyber-Vorfall, zählt vor allem eines: schnelle und professionelle Hilfe.

Schnelle Hilfe und klare Abläufe

Eine Cyber-Versicherung hilft Unternehmen im Ernstfall zunächst organisatorisch. Sie sorgt dafür, dass schnell die richtigen Spezialisten eingebunden und erste Maßnahmen koordiniert werden. Außerdem plant sie mit dem betroffenen Unternehmen konkret die nächsten Schritte.

Technische Unterstützung

Kommt es zum Ernstfall, erhalten Unternehmen über die Cyber-Versicherung sofort Zugang zu spezialisierten Experten (beispielsweise für IT-Forensik, Incident Response oder Krisenmanagement). Diese Fachleute analysieren den Angriff, sichern die Systeme, begrenzen den Schaden und unterstützen bei der Wiederherstellung der IT-Infrastruktur.

Versicherte Kosten

Neben der technischen Unterstützung übernimmt die Cyber-Versicherung auch Kosten, die durch den Vorfall entstehen können. Dazu zählen je nach Schadenfall beispielsweise Kosten für IT-Forensik, die Wiederherstellung von Daten und Systemen, Spezialisten zur Schadenbegrenzung oder finanzielle Folgen durch einen Cyber-Betriebsausfall.

Die Schadenpraxis zeigt: Schnelles Handeln ist entscheidend. Je früher ein Vorfall erkannt und Spezialisten eingeschaltet werden, desto besser lassen sich Schäden begrenzen. Neben technischen Schutzmaßnahmen und geschulten Mitarbeitern kann eine Cyber-Versicherung Unternehmen dabei unterstützen, im Ernstfall schnell auf erfahrene Experten zuzugreifen und finanzielle Risiken abzufedern.

A-Z

Wie hoch die finanziellen Folgen solcher Angriffe sein können und welche Versicherungssummen sinnvoll sind, erklären wir im Beitrag Versicherungssummen und Risikoeinschätzung für Unternehmen.

FAQs: Häufige Fragen zu Cyber-Schadenfällen

Was kostet ein Cyber-Schadenfall für Unternehmen?

Die Kosten können stark variieren. Kleinere Vorfälle verursachen oft einige Tausend Euro, während schwere Cyber-Angriffe (beispielsweise durch Ransomware oder längere Systemausfälle) schnell Kosten im sechs- und siebenstelligen Bereich erreichen können.

Welche Cyber-Schadenfälle kommen in Unternehmen besonders häufig vor?

Typische Cyber-Schadenfälle sind Zahlungsumleitungsbetrug, Phishing, Ransomware, DDoS-Angriffe, Brute-Force-Attacken oder Schadsoftware über E-Mail-Anhänge. Viele Angriffe beginnen mit scheinbar harmlosen Nachrichten oder gestohlenen Zugangsdaten.

Was ist eine Netzwerksicherheitsverletzung?

Von einer Netzwerksicherheitsverletzung spricht man, wenn Unbefugte Zugriff auf IT-Systeme, Netzwerke oder Daten eines Unternehmens erhalten oder diese beeinträchtigen. Dies kann durch Schadsoftware, gehackte Accounts oder Sicherheitslücken passieren.

Wann hilft eine Cyber-Versicherung im Ernstfall?

Kommt es zu einem Cyber-Vorfall, erhalten Unternehmen über eine Cyber-Versicherung schnellen Zugang zu spezialisierten Experten wie IT-Forensikern oder Incident-Response-Teams. Zusätzlich übernimmt die Versicherung je nach Schadenfall versicherte Kosten, etwa für Systemwiederherstellung oder Betriebsunterbrechung.

Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, trägt eine Brille und einen Anzug und lächelt in die Kamera

Autor: Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber

Experte für Cyber-Risiken & Cyber-Versicherungslösungen

Klemens Lemke ist als Underwriting Manager Cyber im Bereich Underwriting & Pricing tätig und am Standort Hamburg angesiedelt. In seiner Rolle befasst er sich intensiv mit der Bewertung komplexer Cyber-Risiken sowie der Entwicklung und Platzierung passgenauer Versicherungslösungen für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen. 

Smartphone zeigt Hiscox-Webseite mit Formular zur Versicherungsanfrage; Text auf Deutsch, roter ‚Weiter‘-Button und Auswahlfelder für Unternehmensangaben sichtbar.

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