Das Abenteuer Selbständigkeit hat seine Sonnen- und Schattenseiten. Selbstbestimmtes Arbeiten, Flexibilität und Abwechslung sind die drei häufigsten Gründe für den Entschluss es als Jungunternehmer zu wagen. Doch im Schnitt sind weniger als 50 Prozent der Gründer nach fünf Jahren noch im Business. Mehr als die Hälfte müssen vor allem aus finanziellen Gründen das Vorhaben „Selbständigkeit“ wieder aufgeben.

Die häufigsten Gründe für das Scheitern und wie Sie sich davor schützen können:

Schlechte Zahlungsmoral
Hauptgrund Nummer 1 für die Pleite von Selbständigen sind verspätete Zahlungen von Kunden. Denn in der Regel reicht das finanzielle Polster nicht aus, um große Zahlungsausfälle auszugleichen. Und schon gar nicht, wenn Fremdleistungen oder Materialeinsatz im Auftrag inbegriffen sind. Daher ist es wichtig, klare Zahlungsziele einzuräumen, Mahnwesen zu betreiben und im Falle des Verzuges einen Rechtsanwalt einzuschalten. Auch ist es sinnvoll, eine Anzahlung zu vereinbaren und bei größeren Aufträgen nach Projektphasen abzurechnen.

Schlechte Auftragslage
Vor allem in der Marketingbranche fliegen einem die Aufträge nicht einfach so zu. Neben Mundpropaganda und der klassischen Werbung ist die Akquise das wichtigste Mittel zur Neukundengewinnung. Ein Coaching kann dafür sehr hilfreich sein. Und auch wenn die Auftragslage gerade gut ist, sollte Zeit für Eigenwerbung und Akquise eingeplant werden. Denn ein bestehender Kunde ist schneller verloren als ein Neuer gewonnen.

Rücklagen für die Steuer bilden
Um zum Jahresende die fällige Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und evtl. ausstehende Krankenkassenbeiträge zahlen zu können, ist es wichtig Rücklagen zu bilden. So ist es sinnvoll, von jeder gestellten Rechnung einen Teil auf ein separates Konto zu überweisen. Die Höhe der Rücklage klären Sie am besten mit einem Steuerberater. Und auch die abzuführende Umsatzsteuer sollte auf diesem Konto „geparkt“ werden. So läuft man nicht Gefahr das Geld für andere Zwecke zu verwenden.

Versicherungszahlungen für externe Dienstleister
Sollten Sie Projekte mit externen Dienstleistern durchführen – also z.B. mit Freiberuflern – müssen Sie prüfen, ob eine Scheinselbständigkeit vorliegt. Sie sind hier in der Pflicht! Und klären Sie auch, ob er Mitglied in der Künstlersozialkasse (KSK) ist. Denn in diesem Fall müssen Sie als Auftraggeber einen Anteil an die KSK abführen.

Regresszahlung
Wer arbeitet, dem passieren auch mal Fehler. Schnell hat sich einer in den Druckunterlagen eingeschlichen oder es werden z.B. Persönlichkeitsrechte verletzt. Zahlungsansprüche daraus können vor allem Einzelunternehmer ruinieren. Davor schützen kann man sich mit einer Berufshaftpflichtversicherung.

Marktentwicklung und Trends verpasst
Wenn die Auftragslage sehr gut ist, findet man kaum Zeit sich über die Marktentwicklung der eigenen Branche auf dem laufenden zu halten. Doch das kann schnell nach hinten losgehen. Gerade in der Marketingbranche gibt es viele Entwicklungen und Trends, die man als Fachkraft kennen sollte. Ansonsten wird man schnell vom Wettbewerber überholt. Besuchen Sie Fachmessen und ab und zu ein Seminar. Und planen Sie gezielt Zeit ein, in der Sie Fachzeitschriften oder themenbezogene Blogs lesen.

Welche Erfahrung haben Sie gemacht? Und welche Tipps können Sie Jungunternehmern geben? Wir freuen uns auf einen regen Austausch.

 

 

Dieser Artikel bietet keine Unternehmens- oder Rechtsberatung. Im Zweifelsfall sollten Sie sich bei rechtlichen Fragen stets von einem Fachanwalt beraten lassen.