Oldtimer-Import aus EU-Ländern: Regelungen & Tipps

Die britischen Marken Morris, Rover, Triumph oder Austin verließen selten die britischen Inseln und sind heute interessant für Oldtimer-Käufer. Welche Hürden für Oldtimer aus der UK gibt es? Und was ist für den Oldtimer-Import aus EU-Ländern generell zu beachten?

Von Barbara Schinko

10 Min. Lesezeit05.03.2026

Aktualisiert am 25.03.2026

oldtimer import aus eu jaaEin klassischer Jaguar Mark X mit langer Motorhaube, Chromakzenten und runden Scheinwerfern, geparkt auf einer Auffahrt mit Grünfläche im Hintergrund.guar grossbritannien hiscox hochformat

Warum im Ausland nach Oldtimer-Angeboten suchen?

Die Suche nach Oldtimern im europäischen Ausland kann sich als äußerst lohnenswert erweisen. Durch die Erweiterung des Suchradius gibt es eine größere Vielfalt an Angeboten, insbesondere in den Herkunftsländern der Marken. Mit etwas Glück findet man echte Raritäten, Fahrzeuge in Top-Zustand oder zu besonders günstigen Preisen. Ein weiterer Vorteil ist der Besichtigungstermin, der sich hervorragend mit einem Urlaub kombinieren lässt. Eine persönliche Besichtigung, idealerweise zu zweit, ist absolut sinnvoll. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag 5 Tipps zum Oldtimer-Kauf.

Ich selbst habe bereits in Ländern wie Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Polen und Schweden nach Oldtimern gesucht. Im Jahr 2009 führte mich eine Reise nach Tynygraig in Wales, nur um einen wunderschönen Jaguar zu besichtigen.

Oldtimer-Import aus EU-Ländern

Haben Sie Ihren Traum‑Oldtimer im EU‑Ausland gefunden, ist der Import nach Deutschland in vielen Fällen wesentlich unkomplizierter als bei Fahrzeugen aus Drittländern. Mit dem Kaufvertrag und den Originalpapieren des Oldtimers sind die formalen Voraussetzungen für die Überführung in der Regel erfüllt. Technische Dokumente wie Fahrzeugdaten, Historie oder frühere Gutachten erleichtern den Zulassungsprozess in Deutschland zusätzlich.

Für den Import von Oldtimern aus EU‑Mitgliedstaaten fallen seit dem Europäischen Binnenmarkt weiterhin keine Zölle oder zusätzliche Importsteuern bei der Einfuhr nach Deutschland an. Das gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug aus Ländern wie Österreich, Italien, Frankreich oder den Niederlanden stammt. Die bürokratischen Hürden sind überschaubar.

Ein Certificate of Conformity (COC) kann den Import und die Zulassung erleichtern, denn dieses Dokument bestätigt, dass ein Fahrzeug den technischen Vorschriften und umweltbezogenen Anforderungen der Europäischen Union entspricht. Für Oldtimer, die vor 1996 hergestellt wurden, ist ein COC häufig nicht verfügbar. In solchen Fällen dienen technische Gutachten, zusätzliche Fahrzeugpapiere oder historische Dokumente als Nachweis für die technischen Daten und die Verkehrstauglichkeit bei der Zulassung in Deutschland.

Überführung und Transport von Oldtimern

Für die Überführung eines Oldtimers aus einem EU‑Land nach Deutschland stehen Ihnen auch 2026 mehrere praktikable Optionen offen, je nach Aufwand, Kosten und organisatorischer Präferenz.

Eine der einfachsten und kostengünstigsten Methoden ist der Transport auf einem Anhänger oder Transporter. Dabei ist weder eine eigene Zulassung noch eine Versicherung für das überführte Fahrzeug notwendig, da es beim Transport selbst nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt. Diese Variante ist besonders geeignet, wenn Sie das Fahrzeug sicher verpackt überführen möchten.

Alternativ können Sie den Oldtimer direkt mit einem Ausfuhr‑ oder Kurzzeitkennzeichen des Kauflandes nach Deutschland fahren. Diese Kennzeichen ermöglichen eine zeitlich begrenzte, legitime Teilnahme am Straßenverkehr und beinhalten in der Regel auch eine Versicherungsdeckung. Die Beantragung eines Ausfuhr‑ oder Kurzzeitkennzeichens kann jedoch bürokratisch aufwändiger und mit Kosten verbunden sein, weshalb viele Käufer den Transportdienstleister damit beauftragen.

Ein weiterer gutes Modell ist die Überführung mit gültiger ausländischer Zulassung des Vorbesitzers. In diesem Fall müssen Sie sicherstellen, dass die Zulassung und die dazugehörige Versicherung noch gültig sind und Sie selbst oder ein beauftragter Fahrer für die Überführungsfahrt versichert ist. Genaues Nachfragen bei der Versicherung ist hierbei wichtig, da viele Policen nur bestimmte Fahrer einschließen bzw. zeitlich begrenzt gelten.

Beispielhafte Kostenaufschlüsselung für den Import eines Oldtimers von einem EU-Land nach Deutschland 2026:

Kostenart

Betrag (EUR)

Kaufpreis des Oldtimers25.000
Transportkostenca. 1.200 - 1.500
TÜV/DEKRA-Überprüfunca. 200 - 400
Technische Dokumentation300
Gesamtkostenca. 26.650 -26.900

Oldtimer Kauf und Verkauf in EU-Ländern

Beim Kauf eines Oldtimers innerhalb der EU ist es 2026 weiterhin unerlässlich, einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Dieser dient als Eigentumsnachweis, bis das Fahrzeug in Deutschland zugelassen ist. Im Vertrag sollten Preis, Ausstattung, Übergabetag sowie alle Besonderheiten des Fahrzeugs klar festgehalten werden.

Zusätzlich ist es wichtig, alle im Kaufland üblichen Fahrzeugpapiere im Original zu erhalten und historische Dokumente oder Nachweise zur Fahrzeughistorie mitzubringen. Dies erleichtert später die Zulassung und eventuelle Versicherung des Oldtimers in Deutschland.

Regelungen zur Mehrwertsteuer 2026:

  • Kauf von Privatperson zu Privatperson: Es fällt keine Mehrwertsteuer an – weder im Kaufland noch in Deutschland.
  • Kauf von Händler oder Auktion: Beim Kauf über einen Händler oder eine Auktion zahlen Sie den Bruttopreis inklusive der landesüblichen Mehrwertsteuer. In Deutschland fällt keine zusätzliche Mehrwertsteuer an. Eine Rückerstattung der ausländischen Mehrwertsteuer ist in der Regel nicht möglich.

Für Fahrzeuge, die bereits mindestens 6.000 km gefahren wurden und deren Erstzulassung mindestens sechs Monate zurückliegt, gelten diese Regelungen uneingeschränkt.

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Brexit und seine Auswirkungen auf die Oldtimer-Einfuhr

Der Brexit hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf den Import von Oldtimern aus Großbritannien nach Deutschland und in die EU. Seit dem offiziellen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gelten Fahrzeuge aus Großbritannien steuer- und zollrechtlich wie Importe aus anderen Drittländern.

Aktuelle Regelungen 2026:

  • Zollsatz: ca. 10 % des Fahrzeugwertes
  • Einfuhrumsatzsteuer: 19 % des Gesamtwertes (inklusive Kaufpreis und Transportkosten)
  • Reduzierter Steuersatz: Bei als Sammlungsstück anerkannten Oldtimern (mindestens 30 Jahre alt, weitgehend original, nicht mehr produziert) kann die Einfuhrumsatzsteuer auf 7 % gesenkt werden, während der Zoll entfällt.

Es wird weiterhin empfohlen, vor dem Kauf die aktuellen Zoll- und Einfuhrbestimmungen zu prüfen, da bürokratische Hürden und zusätzliche Kosten im Vergleich zu EU-Importen bestehen bleiben. Derzeit gibt es keine neuen Handelsabkommen, die diese Regelungen erleichtern; Importeuren ist daher 2026 weiterhin eine sorgfältige Planung und Kalkulation zu empfehlen.

Oldtimer importieren aus europäischen Ländern ohne EU-Zugehörigkeit

Beim Import eines Oldtimers aus europäischen Staaten ohne EU‑Mitgliedschaft, wie der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein oder Island, gelten besondere Zoll‑ und Steuerregeln, die 2026 weiterhin greifen. Diese Länder sind Teil des Europäischen Freihandelsverbands (EFTA) und haben mit der EU Handelsabkommen, die bestimmte Erleichterungen ermöglichen, jedoch nicht automatisch Zollfreiheit für alle Fahrzeuge.

Zoll und Steuer bei Import aus EFTA‑Staaten:

  • Fahrzeuge, die in einem EU‑Mitgliedstaat produziert wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen zollfrei nach Deutschland eingeführt werden, wenn ein geeigneter Ursprungsnachweis (z. B. Warenverkehrsbescheinigung „EUR.1“) vorliegt.
  • Für Fahrzeuge, die außerhalb der EU produziert wurden (z. B. in den USA oder Japan), fällt in der Regel ein Zollsatz von ca. 10 % auf den Fahrzeugwert an, bevor sie nach Deutschland eingeführt werden.

Schweiz‑Spezialfall:

Beim Import aus der Schweiz fällt in den meisten Fällen Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 % auf den Fahrzeugwert an. Diese Regelung gilt 2026 unverändert, es sei denn, das Fahrzeug wird als sogenanntes „Sammlungsstück“ anerkannt. Dann kann die Einfuhrumsatzsteuer auf 7 % reduziert werden, während der Zoll entfällt. Ein Sammlungsstück muss bestimmte Kriterien erfüllen, darunter ein Mindestalter von mindestens 30 Jahren, weitgehend originaler Zustand und Einstellung der Serienproduktion.

Zollbefreiung durch Ursprungsnachweis

Ein Ursprungsnachweis wie die Warenverkehrsbescheinigung „EUR.1“ bleibt 2026 ein wichtiger Schlüssel zur Zollbefreiung. Er bestätigt, dass der Oldtimer tatsächlich in einem bestimmten Ursprungsland produziert wurde und die Anforderungen erfüllt. Dieser Nachweis wird von einer anerkannten Stelle ausgestellt und hilft dabei, die sonst üblichen Zollkosten zu vermeiden. Das senkt nicht nur den finanziellen Aufwand, sondern reduziert auch bürokratische Hürden beim Import historischer Fahrzeuge und unterstützt Sammler darin, ihr Fahrzeug problemlos in Deutschland zulassen zu können.

„Sammlungsstück“ nutzen: Steuerliche Vorteile

Für echte Oldtimer‑Sammlungsstücke gelten weiterhin steuerliche Erleichterungen:

  • Zollfreiheit: Fahrzeuge, die als Sammlungsstücke anerkannt sind, sind 2026 zollfrei importierbar.
  • Reduzierter Steuersatz von 7 %: Statt der regulären Einfuhrumsatzsteuer von 19 % kann für Sammlungsstücke ein ermäßigter Satz von 7 % angewendet werden.

Damit ein Fahrzeug als Sammlungsstück anerkannt wird, muss es bestimmte Kriterien erfüllen, wie z. B.:

  • Originalzustand ohne wesentliche Änderungen an Technik oder Ausstattung
  • Mindestalter von 30 Jahren (Ausnahme bei historischer Bedeutung)
  • Herstellung nicht mehr laufend

Wichtig ist, dass ein Fahrzeug bereits bei der Zollanmeldung als Sammlungsstück deklariert wird, um von den steuerlichen Vorteilen zu profitieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zulassung eines importierten Oldtimers aus der EU in Deutschland

Schritt 1: Fahrzeugkauf und Dokumentation

  • Kaufvertrag abschließen: Stellen Sie sicher, dass Sie einen schriftlichen Kaufvertrag haben, der Preis, Ausstattung und Übergabetag enthält.
  • Originalpapiere erhalten: Sammeln Sie alle Fahrzeugpapiere im Original, einschließlich des Fahrzeugscheins und Fahrzeugbriefs.

Schritt 2: Vorbereitung der technischen Dokumentation

  • Certificate of Conformity (COC): Wenn verfügbar, beschaffen Sie das COC-Dokument. Dies erleichtert die Zulassung. Falls nicht verfügbar, bereiten Sie alternative Dokumente wie technische Gutachten vor.
  • Technische Dokumente: Stellen Sie sicher, dass alle technischen Spezifikationen und historische Dokumente vorliegen.

Schritt 3: Fahrzeugüberführung nach Deutschland

  • Transport organisieren: Wählen Sie eine Methode zur Überführung (Anhänger, Ausfuhrkennzeichen, ausländische Zulassung).
  • Versicherung: Stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug während der Überführung versichert ist.

Schritt 4: Technische Überprüfung und Gutachten

  • TÜV/DEKRA-Untersuchung: Lassen Sie das Fahrzeug bei einem anerkannten Prüfinstitut (TÜV, DEKRA) technisch überprüfen. Hierbei werden die Verkehrssicherheit und die Übereinstimmung mit den deutschen Vorschriften geprüft.
  • Oldtimergutachten: Für die Beantragung eines H-Kennzeichens (Historisches Kennzeichen) muss ein spezielles Oldtimergutachten erstellt werden.

Schritt 5: Steuerliche Erfassung und Zollformalitäten

  • Einfuhrumsatzsteuer: Prüfen Sie, ob Einfuhrumsatzsteuer anfällt und begleichen Sie diese gegebenenfalls.
  • Zollformalitäten: Bei Fahrzeugen aus EFTA-Staaten oder Nicht-EU-Ländern, klären Sie die Zollformalitäten ab.

Schritt 6: Zulassungsdokumente zusammenstellen

  • Fahrzeugpapiere: Original-Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief.
  • Kaufvertrag: Original oder beglaubigte Kopie.
  • Technische Gutachten: TÜV/DEKRA-Bericht und Oldtimergutachten.
  • COC oder alternative Dokumente: Falls verfügbar.
  • Personalausweis oder Reisepass: Zur Identifikation.
  • Versicherungsnachweis: Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer).

Schritt 7: Zulassung bei der Kfz-Zulassungsstelle

  • Termin vereinbaren: Vereinbaren Sie einen Termin bei der Kfz-Zulassungsstelle.
  • Dokumente einreichen: Reichen Sie alle gesammelten Dokumente bei der Zulassungsstelle ein.
  • Kennzeichen beantragen: Beantragen Sie das gewünschte Kennzeichen, idealerweise ein H-Kennzeichen für Oldtimer.

Schritt 8: Kennzeichen anbringen und Fahrzeug anmelden

  • Kennzeichen prägen lassen: Lassen Sie die Kennzeichen prägen und an das Fahrzeug anbringen.
  • Fahrzeug anmelden: Die Zulassungsstelle gibt Ihnen die neuen Fahrzeugpapiere und die Plaketten für die Kennzeichen.

Schritt 9: Versicherung aktivieren

  • Versicherung abschließen: Aktivieren Sie Ihre Kfz-Versicherung, damit das Fahrzeug vollständig versichert ist.

Viel Erfolg für Sie beim Oldtimer importieren in der EU! Wenn Sie selbst Erfahrungen gemacht und ergänzen möchten, schreiben Sie uns gern eine E-Mail an classiccarsblog@hiscox.com – wir freuen uns sehr!

Erstveröffentlichung am 09.06.2017 durch Barbara Schinko, Aktualisierung am 05.02.2026 durch Leonie Schlegel

Eine Frau in einem blau-weiß gestreiften Hemd - Barbara Schinko, SEO & Content Marketing Manager.

Autorin: Barbara Schinko, SEO & Senior Content Marketing Managerin

Expertin für Digitalisierung, Business-Themen & Oldtimer-Service

📍 Beiträge in:

Barbara Schinko ist seit 2016 Teil des Content-Teams bei Hiscox und als SEO- und Content Marketing Managerin für vielseitige Beiträge im Business Blog und Glossar verantwortlich. Ihre größte Stärke: komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und mit einem klaren Mehrwert für die Leserschaft zu verbinden.

Ob Digitalisierung, Selbstständigkeit oder Versicherungsthemen – Barbara recherchiert tiefgründig, lernt mit Begeisterung dazu und verwandelt neues Wissen in informative, praxisnahe Artikel. Besonders am Herzen liegen ihr Berichte von Rallyes und Messen, die sie mit viel Neugier besucht, sowie hilfreiche Service-Texte für Oldtimer-Liebhaberinnen und -Liebhaber.

Wenn ein sperriger Versicherungsbegriff ihren Weg kreuzt, landet er garantiert im Hiscox Glossar – präzise erklärt und verständlich formuliert.