Fast jeder mag die Neuauflage des Fiat 500. Als Abarth ist der Verkaufsschlager ein zuverlässiger, nicht so niedlicher und selten werdender Minirennwagen mit absoluter Tendenz zum Kult.
Abarth 500 – das wird ein Klassiker

Was genau ist Abarth?
Der aus Österreich stammende Motorradrennfahrer Karl Abarth gründete 1949 als Carlo Abarth in Bologna ein Tuningunternehmen und spezialisierte sich auf den Bau von Sportwagen mit geringem Hubraum. Mit den Hauptkunden Simca, Alfa Romeo und Fiat wurde seinerzeit im Motorsport höchst erfolgreich gezeigt, wo es mit den kleinen Autos langging. 1971 gingen die Firma und die Namensrechte an Fiat über, und es war lange eher still um die schnellen Autos. Ab 2008 standen zweite echte „neue“ Abarth in den exklusiven Verkaufsräumen einiger weniger Händler, die diese Fahrzeuge unter einer kostenpflichtigen Lizenz vertreiben durften: Der Grande Punto Abarth und der Abarth 500.
Ist es ein Abarth? Oder ein Fiat 500 Abarth? Oder ist es ein Fiat Abarth 500? Das Grundmodell des ab 2007 gebauten Fiat 500 wurde in diesem Fall härter und schneller gemacht. Abarth mit seinem Scorpion als Markenzeichen ist für Fiat so etwas wie AMG für Mercedes-Benz, wie S für Audi oder wie M für BMW. Wir sitzen also in einem Abarth 500 (eigentlich ohne „Fiat“). Aber das Fiat kann man auch davor sagen, dann wissen alle wenigstens, was gemeint ist.
Dieser Abarth ist ein Fest für alle Freunde des sportlichen Purismus. Der Kleinstwagen wirkt plötzlich erwachsen, bereit für die Straße… und doch irgendwie charmant. Die rundliche Form guckt mit der Doppellippe vorn nicht mehr so unbeholfen freundlich, die Schweller drücken die Karosserie zwischen den 195er 16-Zoll-Reifen optisch auf die Straße. Für einen Aufpreis von 300 € bekam man beeindruckende 205er Reifen auf 17 Zoll Felgen. Am Heck kratzen die beiden Endrohre über den Asphalt, gedeckelt weiter oben von einem kleinen Dachspoiler. Und es entsteht beim Durchtreten des Gaspedals akustisch der Eindruck, als würde diese Plastiklippe tatsächlich gebraucht.
Wie viel PS hat der Fiat Abarth 500?
Ein Abarth 500 wiegt lediglich 1,1 Tonnen, und seine 135 PS werden damit spielend fertig. Auf dem 1,4 Liter Vierzylinder sitzt ein Turbolader, der fast ohne Leistungslöcher nach vorn drückt. Fünf handgeschaltete Gänge sind das Maß der Dinge, die Sechsgang-Box war zu groß und passte nicht unter die Karosserie. Wem das nicht kraftvoll genug ist, drückt die „Sport“ Taste auf dem Armaturenbrett und weckt damit die Special Forces im Steuergerät auf. Mit einem Drehmoment von plötzlich 206 statt nur 180 Newtonmeter ist der Wagen in weniger als 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit 160 PS noch sportlicher ist der „Abarth 500 esseesse“, der lässt in seiner Performance dann wirklich gar keine Wünsche mehr offen!
Was verbraucht der Fiat Abarth 500?
Ob geschlossen oder als optionales Cabriolet, mit 5 Gängen oder Automatik, alle Abarth 500 gehen über die 200 km/h Marke und trinken im Schnitt 7-8 Liter Super. Die Schadstoffklasse ab Werk ist Euro 5.
Und dieses Auto gibt einem jenseits der technischen Daten vor allem das Gefühl, in einem kleinen Rennwagen zu sitzen. Kuppeln, am kurzen Schalthebel ziehen, Kupplung kommen lassen und geräuschvoll geht’s flott voran. Beim Abarth 500 vermittelt das straffe Fahrwerk vor allem dann eine Art Go-Kart-Feeling, wenn man die unscheinbare TTC Taste auf der Mittelkonsole drückt. „Torque Transfer Control“ bremst in Kurven das innere Rad etwas an und lässt das äußere frei drehen – das ermöglicht auch bei hohen Geschwindigkeiten ein nahezu rechtwinkliges Abbiegen! Die 284mm Scheiben vorn verzögern bei Bedarf gut. Die Sitze sind tief und straff und haben einen guten Seitenhalt.
Was kostet der Fiat Abarth 500?
Es gibt aktuell rund 80 Stück auf dem Markt, und sie kosten zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Weiter oben rangieren nur die sehr begehrten, limitierten Modelle „Assetto Corse“ und „Tributo Ferrari“, aber das sind absolute Exoten.
Welche Schwachstellen hat ein Abarth 500?
Die erste Serie des Abarth 500 wurde von Zweit- oder Drittbesitzern gern verbastelt und individualisiert. Wer also Purist ist und auf Originalität steht, sollte genau hingucken. Aber so richtige Macken oder Schwachstellen sind ansonsten tatsächlich noch keine zu verbuchen, obwohl die ersten Exemplare langsam ins Youngtimeralter kommen. Der Kabelbaum der elektrisch verriegelten Heckklappe bricht gern oben am Scharnier, dann geht die nicht mehr auf. Querlenker und Auspufftöpfe werden etwas schneller fällig als sonst.
Aber wen das nicht stört, und wer sprichwörtlich keinen Rücksitz und keinen Kofferraum braucht (der normale 500 hat das beides ebenfalls nicht in ausreichendem Maße) kann hier sehr exklusiv und trotzdem seriennah unterwegs sein. Alle anderen kleinen Macken sind die gleichen wie beim Serienmodell, und da sind es die gleichen Wehwehchen wie bei allen Autos, die etwas älter sind.
Die meisten Sammler greifen heute zum ab 2012 angebotenen Abarth 595. Warum? Weil sie ihn „fresher“ finden, weil er „neuer“ ist. Aber dieser Ur-Abarth macht schon ab Auslieferung so viel richtig, dass man bedenkenlos zugreifen kann.
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Fahrzeugdaten und technische Spezifikationen: Abarth 500
| Motor: | Vierzylinder Reihenmotor; Turbolader |
|---|---|
| Hubraum: | 1368 ccm |
| Leistung: | 135 PS bei 5.500 U/min |
| Drehmoment: | 180 (206) Nm bei 4.500 (3.000) U/min (mit „Sport“) |
| Maße (L x B x H in mm): | 3.600 x 1.627 x 1.485 |
| Leergewicht: | 1.100 kg |
| Vmax: | 205 km/h |
| Normverbrauch: | 6,5 l |
| Baujahre: | 2008-2012 |
Abarth 500 Bildergalerie
Gelungene Silhouette
Beim Abarth 500 ist auch die Silhouette absolut gelungen!
Scorpion als Markenzeichen
Wenn der Scorpion draufklebt – ist Fahrspaß garantiert.
Knüppeldicke
Ob original oder individualisiert, jeder darf tun was Spaß macht.
Bilder: © Jens Tanz, Sandmanns Welt

Gastautor: Jens Tanz
Motorjournalist & Oldtimer-Enthusiast
📍Beiträge in:
Jens Tanz ist Motorjournalist, Social Media Manager und ein echter Geschichtenerzähler auf Rädern. Als leidenschaftlicher Oldtimer-Fan liebt er besonders die Fahrzeuge der 70er-Jahre – jene Autos, die einst das Straßenbild seiner Kindheit prägten und heute zu rollenden Zeitzeugen geworden sind.
Unter dem Pseudonym „Sandmann“ teilt Jens seine Erfahrungen als Schrauber, Fahrer und Beobachter auf seinem Blog Sandmanns Welt. Dort wie auch in seinen Gastbeiträgen bei Hiscox schreibt er mit einem besonderen Blick für die emotionalen Seiten des Oldtimer-Lebens – immer nah am Menschen, tief in der Materie und mit viel Herz für blecherne Charakterköpfe.
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Rainer Peukert
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