Eigener Chef, Unabhängigkeit, Erfolg – als Gründer haben Sie im besten Fall eine rosige Zukunft vor sich. Dabei kommen Sie auch an einigen komplexen Herausforderungen nicht vorbei – unter anderem zählt dazu die Steuererklärung. Hier sollte Ihre Devise lauten: Steuern sparen. Selbstständige und Freiberufler können einiges absetzen! Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie als Selbstständiger Ihre Steuerlast senken können.

Steuerlich absetzbar: Selbstständige haben Betriebsausgaben

Nebenberuflich selbstständig: Das gilt es zu beachten!

Erzielen Sie als Selbstständiger einen Gewinn, müssen Sie Einkommensteuer zahlen. Die Höhe der Steuer richtet sich nach Ihrem Jahresgewinn und Ihrem persönlichen Steuersatz. Doch Sie haben als Selbstständiger einige Möglichkeiten, Geld zu sparen: Indem Sie alle notwendigen Betriebsausgaben (Stichwort: Werbungskosten Selbstständige) absetzen, verringern Sie Ihren Gewinn und somit auch Ihr zu versteuerndes Einkommen. Womöglich fragen Sie sich auch beim Anfertigen Ihrer Steuererklärung „Was kann ich alles absetzen als Selbstständiger?“. Im folgenden finden Sie einige Steuertipps für Selbstständige:

Geltend machen & Steuern sparen: Liste wichtiger steuerlich absetzbarer Positionen

Büroräume des Unternehmens

Arbeitszimmer absetzen: Selbstständig arbeiten bringt oft mit sich, ein eigenes Büro zu mieten. Diese Kosten sind Betriebsausgaben – inklusive der Nebenkosten. Laut Einkommensteuergesetz § 4, Absatz 6b können zudem auch Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer unter bestimmten Voraussetzungen abgesetzt werden: 1. Steht „für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung“, sind die „abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 Euro begrenzt“. Ist das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung, gilt keine Höchstgrenze.

Firmenwagen als Selbständiger von der Steuer absetzen

Auch Ihr Auto können Sie als Selbständiger absetzen – dafür gelten diese Richtlinien: Findet mehr als die Hälfte aller Fahrten aus betrieblichen Gründen statt, stellt der Firmenwagen einen Teil des Betriebsvermögens dar.

Fahren Sie nur in zehn Prozent aller Fahrten zu einem Kunden oder Lieferanten und nutzen Sie den Pkw ansonsten privat, sieht die Finanzbehörde das Fahrzeug als Privatvermögen an. Bei einer betrieblichen Nutzung zwischen 10 Prozent und 50 Prozent haben Sie die Wahl, ob Sie das Auto Ihrem Privatvermögen oder dem Firmenvermögen zuordnen.

Bei einer Zuordnung zum Betriebsvermögen können Sie den Wagen abschreiben und die Ausgaben für Benzin oder Reparaturen als Betriebsausgaben ansetzen. Dabei erhöht jedoch der Anteil der Privatnutzung den Betriebsgewinn und sollte daher so niedrig wie möglich gehalten werden. Zur Ermittlung des Privatanteils können Sie entweder ein Fahrtenbuch führen oder die sogenannte 1-Prozent-Regelung anwenden, sofern der Wagen zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. In diesem Fall wird der private Anteil mit 1 % des Bruttolistenpreises berechnet.

Fahrtkosten in der Steuererklärung angeben

In der Steuererklärung können Sie auch Fahrtkosten als Betriebsausgaben angeben – beispielsweise Fahrten für Kundenbesuche. Für Selbstständige ist unter bestimmten Umständen auch die Entfernungspauschale anzuwenden, wenn Sie eine Betriebsstätte regelmäßig aufsuchen.

Absichern & Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen

Auch sind die Beiträge für Ihre betrieblichen Versicherungen steuerlich absetzbar – etwa für eine Betriebshaftpflichtversicherung oder Berufshaftpflichtversicherung, die Sie gegen Schadenersatzansprüche absichert. Auch die Prämien für andere Versicherungen, wie eine Inhaltsversicherung oder Cyber-Versicherung, können Sie beim Finanzamt geltend machen.

Geschäftsessen absetzen

Wenn Sie Ihre Geschäftsfreunde zum Essen einladen, können Sie die Restaurantrechnung inklusive Trinkgeld und Garderobengebühr zu 70 Prozent als Betriebsausgabe angeben. Die Rechnung des Lokals muss bestimmte Angaben enthalten, damit das Finanzamt die Ausgaben anerkennt. Auch Geschenke an Kunden stellen bis zu einem Betrag von 35 Euro eine steuerlich anrechenbare Betriebsausgabe dar.

Internet- und Telefonkosten absetzen

Den beruflichen Anteil Ihrer Telefonkosten können Sie von der Steuer absetzen. Da das Finanzamt  davon ausgeht, dass ein gewisser Anteil auch privat genutzt wird, müssen Sie den privaten Anteil herausnehmen – entweder durch einen Einzelverbindungsnachweis oder durch eine Schätzung.

Steuern sparen: Selbstständige können Abschreibungen erklären

Auch Anschaffungen für Ihren Betrieb, wie Laptops, Handys, Werkzeuge, Maschinen oder Büroausstattung, können Sie von der Steuer absetzen. Durch Abschreibungen erkennt das Finanzamt an, dass Wirtschaftsgüter an Wert verlieren, wenn sie über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Anschaffungen über 800 Euro werden über mehrere Jahre abgeschrieben. Es handelt sich steuerrechtlich um eine Absetzung für Abnutzung, abgekürzt AfA.

Steuertipp: Das Finanzministerium hat AfA-Tabellen erstellt, die auf der Internetseite des Bundesfinanzministerium veröffentlicht sind. Hier können Sie die Nutzungsdauer der meisten genutzten Anlagegüter ablesen.

Sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter haben bei ihrer Anschaffung nicht mehr als 800 Euro gekostet. Sie können den Kaufpreis der geringwertigen Güter im Jahr des Kaufes in voller Höhe steuermindernd in der Steuererklärung ansetzen.

Mit den richtigen Steuertipps für Existenzgründer, Selbstständige und Freiberufler können Sie also clever einige Euro an Steuern sparen. Welche verschiedenen Steuerarten existieren, erfahren Sie in unserm Beitrag Steuern für Selbstständige: Welche Steuerarten gibt es?

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Business Blog Autorin Barbara Schinko, Hiscox

Autorin: Barbara Schinko

arbeitet seit 2016 bei Hiscox. Sie recherchiert gerne querbeet zu spannenden Themen wie Existenzgründung & Digitalisierungstrends, eignet sich neues Wissen an und schreibt dann darüber im Business Blog!