Szenarienplanung: Risiken in realistischen Abläufen durchspielen
Die Szenarienplanung betrachtet Risiken in Form konkreter Ereignisabläufe. Dabei wird analysiert, wie sich typische Fehler oder Störungen zu Schadenfällen entwickeln können. Diese Methode hilft, Zusammenhänge zwischen Ursachen, Auslösern und Folgen besser zu verstehen und gezielte Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
Besonders geeignet für: Berufsgruppen, bei denen Risiken entlang konkreter Arbeits- und Entscheidungsprozesse entstehen. Durch das Durchspielen realistischer Abläufe lassen sich Fehlerquellen, Schnittstellenprobleme und Folgewirkungen besser erkennen. Dadurch werden Risiken sichtbar, die in einer rein theoretischen Betrachtung oft verborgen bleiben.
Haftpflichtrelevanz (Berufshaftpflicht): Die Szenarienplanung eignet sich besonders, um berufliche Haftungsrisiken entlang konkreter Abläufe, Schnittstellen und Eskalationsketten zu erkennen.
Special: Weitere Methoden der Risikoanalyse
Es gibt noch weitere Methoden, die zur Risikoanalyse eingesetzt werden können. Diese kommen vor allem bei komplexeren Organisationen oder technischen Risiken zum Einsatz:
Checklisten-Analyse
Standardisierte Checklisten helfen, typische Risiken systematisch abzufragen. Besonders geeignet als Einstieg oder zur Vollständigkeitskontrolle.
Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA)
Strukturierte Methode zur Identifikation möglicher Fehler, ihrer Ursachen und Auswirkungen. Häufig in technischen oder prozessorientierten Bereichen im Einsatz.
Bow-Tie-Analyse
Visualisiert Ursachen, Ereignisse und Folgen eines Risikos in einer Ursache-Wirkungs-Darstellung. Eignet sich gut zur Verdeutlichung von Präventions- und Schutzmaßnahmen.
Monte-Carlo-Simulation
Statistisches Verfahren zur Modellierung komplexer Risikoszenarien mit vielen Unsicherheitsfaktoren. Wird vor allem bei größeren Organisationen eingesetzt.
Schadenfallanalyse / Lessons Learned
Auswertung vergangener Schadenfälle im eigenen Unternehmen oder in der Branche. Liefert praxisnahe Erkenntnisse über reale Risikotreiber.
Experten-Workshops und Interviews
Strukturierte Befragung interner oder externer Fachpersonen zur systematischen Risikoerfassung.
Für die meisten beruflichen Haftungsrisiken reichen Worst-Case-Betrachtung, Risiko-Matrix und Szenarienplanung aus. Mit diesen Methoden verfügen Sie über praxiserprobte Werkzeuge, um Ihre Risiken systematisch zu analysieren und priorisieren. Im nächsten Schritt erfahren Sie, wie Sie aus diesen Erkenntnissen passende Deckungssummen für Ihren Versicherungsschutz ableiten.