Typische Schäden in Ferienhäusern und ihre oft teuren Folgen

Das Wichtigste vorweg: Kleine Defekte können in Ferienhäusern schnell hohe Schäden verursachen, wenn sie während eines Leerstandes und Abwesenheit unbemerkt bleiben.

Ein geplatztes Rohr hinter der Badezimmerwand. Eine beschädigte Terrassentür nach einem Einbruch. Eine ausgefallene Heizung während einer Frostperiode oder ein Kurzschluss in der Garage. In dauerhaft bewohnten Häusern würden viele dieser Schäden schnell entdeckt. In Ferienhäusern bleiben solche Schäden dagegen oft zunächst unbemerkt und können dadurch in der Folge deutlich höhere Schäden verursachen.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie typische Schadenketten entstehen, warum Leerstand viele Risiken verschärft und welche Schäden bei Ferienimmobilien besonders häufig hohe Kosten verursachen.

Über einem ruhigen Meer scheint strahlender Sonnenschein, betrachtet von einer gefliesten Terrasse mit weißer Wand und grünen Hecken, eingerahmt von Palmen unter einem wolkigen blauen Himmel.

Wie aus kleinen Problemen große Ferienhausschäden entstehen

Gemeinsam mit unserer Schadenabteilung haben wir echte Schadenfälle aus Ferienhäusern und Ferienwohnungen ausgewertet. 

Echte Schadenfälle aus der Praxis

Die Beispiele zeigen, wie sich kleine Defekte durch Leerstand, Wetter oder verspätete Entdeckung zu umfangreichen Folgeschäden entwickeln können und worauf Eigentümer besonders achten sollten.

Wie typische Schadenketten entstehen

Im Mittelpunkt stehen typische Schadenmechaniken: vom ursprünglichen Auslöser über die unbemerkte Ausbreitung bis hin zu den oft kostspieligen Folgen für Gebäude, Einrichtung oder Technik. In Ferienimmobilien entstehen hohe Schäden häufig nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch die Schadenkette, die sich daraus entwickelt.

Warum kleine Defekte häufig unterschätzt werden

Die folgenden Beispiele zeigen, welche Schäden in Ferienhäusern besonders häufig auftreten, wie typische Folgeschäden entstehen und welche Maßnahmen helfen können, Risiken frühzeitig zu erkennen, um größere Schäden zu vermeiden.

Eine Frau mit braunen Haaren in einem Business-Outfit lächelt, Alina Sucker, Product Head Art & Private Clients.
Mit diesen realen Schadenfällen möchten wir Ihnen zeigen, welche Schäden bei Ferienhäusern tatsächlich auftreten können und worauf Eigentümer in der Praxis besonders achten sollten. So können Sie die Erfahrungen anderer Ferienhausbesitzer nutzen und Ihre Ferienimmobilie langfristig sichern und erhalten.
Alina SuckerProduct Head Art & Private Clients, Property & Events

Ihre Ferienimmobilie verdient besonderen Schutz

Ob Rückzugsort am Meer, Chalet in den Bergen oder Finca im Süden - jede Ferienimmobilie ist einzigartig. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Ferienhaus oder Ihre Ferienwohnung umfassend absichern und so langfristig den Wert Ihrer Investition schützen können.

Beispiel 1: Wie ein Rohrbruch das gesamte Ferienhaus durchfeuchtet

Das Ferienhaus einer Familie bleibt nach den deutschen Herbstferien mehrere Wochen unbewohnt. Das Haus liegt außerhalb eines kleinen Ortes und wird nur zu Ferienzeiten genutzt. Während der Abwesenheit kommt es im Badezimmer im ersten Stock zu einem Rohrbruch an einer Wasserleitung hinter der Wand.

Ein kleiner Defekt bleibt zunächst unbemerkt

Der Defekt entsteht zunächst unbemerkt. Über mehrere Tage tritt kontinuierlich Wasser aus der beschädigten Leitung aus und sammelt sich hinter der Badezimmerwand sowie unter dem Bodenaufbau.

Feuchtigkeit breitet sich im Gebäude aus

Da sich niemand im Ferienhaus aufhält, breitet sich die Feuchtigkeit zunehmend im Gebäude aus. Das Wasser dringt vom Badezimmer im ersten Stock in die Decke des Erdgeschosses ein und verteilt sich weiter in Dämmungen, Wandbereiche und Holzelemente. Weil das Ferienhaus währenddessen leer steht, bleibt der Rohrbruch zunächst unbemerkt. 

Entstandene Schäden

Als die Familie einige Wochen später zurückkehrt, sind bereits große Teile des Ferienhauses betroffen. Die Decke im Erdgeschoss weist starke Feuchtigkeitsschäden auf, Wandbereiche sind durchweicht und mehrere Bodenbeläge haben sich verformt. Im Wohnbereich sind durch die Feuchtigkeit Stühle, ein Tisch und Kommoden beschädigt.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig

Um weitere Schäden zu verhindern, müssen große Teile der betroffenen Wand- und Bodenbereiche geöffnet und technisch getrocknet werden. Die betroffenen Möbelstücke müssen ersetzt und Teile der Badezimmer- sowie Deckenkonstruktion erneuert werden. Zusätzlich entstehen Kosten für Trocknung, Sanierung und Wiederherstellung der Innenräume.

Für die Organisation der Instandsetzungsarbeiten müssen die Eigentümer mehrfach zum Ferienhaus reisen.

Versicherungsfall Gebäude und Hausrat

Der Eigentümer hat für das Ferienhaus eine Ferienhausversicherung mit Gebäude- und Hausratabsicherung abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt den Schaden, da Leitungswasserschäden sowie daraus entstehende Folgeschäden am Gebäude und an der Einrichtung im versicherten Umfang abgesichert sind. Zusätzlich übernimmt die Versicherung notwendige Kosten für Reisen zur Ferienimmobilie sowie vorübergehende Übernachtungen vor Ort im Hotel, da das Ferienhaus während der Sanierungsarbeiten zeitweise nicht nutzbar ist.

Rohrbrüche und Wasserschäden zählen zu den Risiken, die in Ferienhäusern oft lange unentdeckt bleiben. Erfahren Sie, welche Folgeschäden entstehen können und wie Sie sich besser schützen können: Risiken bei Ferienhäusern und Ferienwohnungen.

Beispiel 2: Einbruch, Diebstahl und Vandalismus während längerer Abwesenheit

Ein Ehepaar besitzt eine Ferienwohnung in einer beliebten Urlaubsregion in Frankreich. Die Wohnung wird mehrmals im Jahr selbst genutzt und steht außerhalb der Ferienzeiten häufig mehrere Wochen leer. Die Eigentümerin sammelt moderne Malerei und bewahrt mehrere Werke internationaler Künstler in der Ferienwohnung auf. Während einer längeren Abwesenheit verschaffen sich Einbrecher nachts Zugang zur Immobilie.

Die Täter nutzen den Leerstand aus

Offenbar wussten die Täter von den hochwertigen Kunstgegenständen in der Ferienwohnung und nutzten die längere Abwesenheit der Familie gezielt aus. Die Einbrecher hebeln eine Terrassentür auf und gelangen so in die Ferienwohnung. Ziel waren vor allem die leicht transportierbaren Gemälde aus der Sammlung.

Gravierende Folgen während des Leerstands

Trotz angemessener Sicherheits- und Wartungsstandards gelingt es den Tätern, sich Zugang zur Ferienwohnung zu verschaffen. Da sich die Eigentümer zu diesem Zeitpunkt in Deutschland befinden, bleibt der Einbruch zunächst unentdeckt. Erst am nächsten Tag entdeckt die Putzfrau der Familie den Einbruch. 

Entstandene Schäden

Neben den Einbruchschäden an der Terrassentür sind mehrere Schränke und Einbauten beschädigt, offenbar bei der Suche nach weiteren Wertgegenständen und Kunstwerken. Insgesamt werden mehrere gerahmte Werke aus der Kunstsammlung der Eigentümerin entwendet.

Finanzielle Folgen

Nach der Rückkehr müssen zunächst Türen und Schließanlagen ersetzt sowie die Wohnung wieder gesichert werden. Zusätzlich entstehen Kosten für Reparaturen an Möbeln, der Terrassentüre und Einbauten. Die beschädigten und entwendeten Kunstwerke bleiben zunächst verschwunden.

Kunst und Hausrat waren versichert

Die entwendeten Kunstwerke werden trotz polizeilicher Ermittlungen nicht gefunden. Das Ehepaar hat für die Ferienwohnung eine Ferienhausversicherung mit Hausrat- und Gebäudeabsicherung abgeschlossen. Diese übernimmt im vereinbarten Versicherungsumfang den finanziellen Schaden für die entwendeten Kunstwerke und die entstandenen Einbruchschäden an der Ferienwohnung.

Beispiel 3: Frostschäden durch unbeheizte Ferienimmobilien

Eine Familie besitzt ein Ferienhaus in einer Bergregion in Österreich. Das Haus wird überwiegend in den Sommermonaten genutzt und bleibt über den Winter mehrere Monate leer. Während einer besonders kalten Frostperiode fällt die Heizungsanlage aufgrund eines technischen Defekts aus.

Heizungsausfall fällt niemandem auf

Da sich niemand im Ferienhaus aufhält, bleibt der Ausfall der Heizung zunächst unentdeckt. Die Temperaturen im Gebäude sinken über mehrere Tage deutlich unter den Gefrierpunkt.

Frost beschädigt Leitungen und Anschlüsse

Durch die anhaltende Kälte gefrieren mehrere Wasserleitungen im Haus. Besonders betroffen sind Leitungen im Badezimmer, in einem Abstellraum sowie einzelne Außenanschlüsse. Durch den Druck des gefrierenden Wassers entstehen Risse in den Leitungen.

Mit steigenden Temperaturen tritt Wasser aus

Als die Temperaturen einige Tage später wieder ansteigen, taut das gefrorene Wasser in den beschädigten Leitungen langsam auf. Dadurch tritt unbemerkt Wasser aus und verteilt sich in Wandbereichen, Böden und Teilen der Deckenkonstruktion.

Entstandene Schäden

Als die Familie das Ferienhaus Wochen später wieder betritt, sind bereits mehrere Räume betroffen. Wandbereiche sind durchfeuchtet, Holzböden haben sich verzogen und Teile der Dämmung müssen ersetzt werden. 

Umfangreiche Reparaturen werden notwendig

Zur Wiederherstellung des Ferienhauses müssen beschädigte Leitungen ersetzt, Wand- und Bodenbereiche geöffnet sowie mehrere Räume technisch getrocknet werden. Zusätzlich entstehen Kosten für Reparaturen an Böden, Einbauten und der Heizungsanlage.

Die Ferienhausversicherung übernimmt den Schaden

Die Eigentümer haben für das Ferienhaus eine Ferienhausversicherung mit Gebäude- und Hausratabsicherung abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt im vereinbarten Versicherungsumfang die Schäden durch den Frostschaden sowie die daraus entstandenen Folgeschäden am Gebäude und an der Einrichtung.

Gerade Frostschäden können in Ferienhäusern hohe Folgekosten verursachen, wenn sie aufgrund längerer Leerstände erst spät entdeckt werden. Welche Maßnahmen helfen können, Schäden frühzeitig zu vermeiden und Risiken zu reduzieren, erfahren Sie im Beitrag Schadenprävention bei Ferienhäusern und Ferienwohnungen.

Beispiel 4: Wie technische Defekte zu Brandschäden führen können

Ein Unternehmer besitzt gemeinsam mit seiner Familie ein hochwertig ausgestattetes Ferienhaus auf Sylt. Die Immobilie wird regelmäßig genutzt und verfügt über eine moderne Smart-Home-Steuerung, Klimaanlagen und mehrere fest installierte Unterhaltungssysteme. Während einer längeren Abwesenheit kommt es in einem Technikraum zu einem technischen Defekt an einer elektrischen Anlage.

Ein technischer Defekt als Brandursache

Durch einen Kurzschluss entsteht zunächst starke Hitzeentwicklung im Bereich eines Steuerungsmoduls. Da sich aktuell niemand im Ferienhaus aufhält, wird die Rauchentwicklung zunächst nicht bemerkt.

Das Feuer breitet sich im Gebäude aus

Innerhalb kurzer Zeit greifen Flammen auf Einbauten und Teile der Inneneinrichtung über. Zusätzlich verteilt sich Rauch in mehreren Räumen der Immobilie. Durch die Hitze werden hochwertige technische Geräte und elektrische Installationen beschädigt.

Entstandene Schäden

Als ein Nachbar den Brandgeruch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, sind bereits Technikraum und weite Teile der Inneneinrichtung betroffen. Zusätzlich entstehen erhebliche Rauch- und Rußschäden im Wohnbereich, an Möbeln und an mehreren hochwertigen Einbauten.

Umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten werden notwendig

Nach dem Löscheinsatz müssen beschädigte Elektroinstallationen, Einbauten und Teile der technischen Ausstattung ersetzt werden. Zusätzlich werden umfangreiche Reinigungs-, Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erforderlich, um Rauch- und Rußschäden im gesamten Ferienhaus zu beseitigen.

Versicherungsschutz für Gebäude, Technik und Einrichtung

Die Eigentümer haben für das Ferienhaus eine Ferienhausversicherung mit Gebäude- und Hausratabsicherung abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt im vereinbarten Versicherungsumfang die Schäden durch Brand, Rauch und Löschwasser sowie die entstandenen Schäden an Einrichtung, Technik und Gebäude.

Beispiel 5: Sturm- und Wetterschäden an Haus und Pool

Eine Familie besitzt ein Ferienhaus in Italien. Zum Außenbereich der Immobilie gehören ein Pool, eine große Terrasse sowie eine fest installierte Pooltechnik. Während eines Herbststurms mit Starkregen wird die Region von schweren Unwettern getroffen.

Sturm und Starkregen treffen den Außenbereich

Innerhalb weniger Stunden beschädigen starke Sturmböen die Poolabdeckung und reißen mehrere Befestigungen aus der Verankerung. Gleichzeitig dringen Regenwasser und Schmutz in Teile des Technikbereichs ein.

Einige Tage später werden Schäden entdeckt

Da sich die Eigentümer zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort befinden, werden die Schäden erst einige Tage später von einem beauftragten lokalen Dienstleister entdeckt, der das Ferienhaus regelmäßig kontrolliert. Währenddessen dringt weiter Feuchtigkeit in die Pooltechnik ein und beschädigt Teile der Pumpen- und Steuerungsanlage.

Kostspielige Schäden an Pool und Terrasse

Neben der beschädigten Poolabdeckung entstehen erhebliche Schäden an der Pumpanlage sowie an elektrischen Steuerungselementen des Pools. Durch umherfliegende Äste und Sturmböen werden zusätzlich Teile der Terrasse, mehrere Gartenmöbel sowie das Dach der freistehenden Garage beschädigt.

Umfangreiche Reparaturen am Außenbereich werden notwendig

Nach dem Unwetter müssen die beschädigte Poolabdeckung, Teile der Technik sowie einzelne Außenanlagen und die Garage repariert oder ersetzt werden. Zusätzlich entstehen Kosten für Reinigung, Trocknung und Wiederherstellung des Poolbereichs. Zum Glück hat die Familie eine lokale Agentur engagiert, die das Ferienhaus regelmäßig kontrolliert. Dadurch werden die Schäden relativ früh entdeckt und größere Folgeschäden verhindert.

Pool, Außenanlagen und Garage waren versichert

Die Eigentümer hatten eine Ferienhausversicherung mit zusätzlicher Poolabsicherung und Nebengebäudeversicherung für die Garage abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt daher die Schäden am Pool, an der Pooltechnik, an den betroffenen Außenbereichen der Ferienimmobilie und der Garage.

Reicht Plattformschutz bei Ferienhaus-Schäden aus?

Viele Schäden lassen sich nicht eindeutig einem Gast oder einer Buchung zuordnen. Im Beitrag „Plattformschutz vs. Ferienhausversicherung: Wo liegen die Unterschiede?“ erfahren Sie, warum Schutzprogramme von Buchungsplattformen eine Ferienhausversicherung nicht automatisch ersetzen.

Beispiel 6: Schäden durch Gäste und Mieter an Einrichtung und Hausrat

Eine Eigentümerin vermietet ihre hochwertig ausgestattete Ferienwohnung während der Sommermonate gelegentlich an Urlaubsgäste. Zur Einrichtung gehören Designermöbel, hochwertige Teppichböden und maßgefertigte Einbauten im Wohnbereich. Nach einem Gästewechsel werden verschiedene Schäden in der Ferienwohnung festgestellt.

Schäden entstehen während des Aufenthalts

Während des Aufenthalts kommt es offenbar zu mehreren gröberen Missgeschicken in der Wohnung. Im Wohnbereich werden Flüssigkeiten auf dem Teppichboden und Möbeln verschüttet. Zusätzlich entstehen Kratzer und Beschädigungen an mehreren Einrichtungsgegenständen.

Die Schäden fallen erst nach der Abreise auf

Da die Ferienwohnung nach dem Gästewechsel zunächst leer steht, werden die Schäden erst einige Tage später bei der Vorbereitung für die nächsten Mieter entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt sind einzelne Flecken bereits tief in Teppich und Polster eingezogen.

Schäden an Einrichtung und Innenräumen

Betroffen sind unter anderem ein hochwertiges Sofa, der Teppich sowie maßgefertigte Einbauten im Wohnbereich. Einzelne Verschmutzungen lassen sich trotz professioneller Reinigung nicht vollständig entfernen. Der Teppichboden im Wohnbereich muss vollständig erneuert werden.

Finanzielle und organisatorische Folgen

Neben der Reinigung und Aufarbeitung mehrerer Möbelstücke werden umfangreiche Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen notwendig. Der Austausch des Teppichbodens sowie weitere Instandsetzungsarbeiten dauern insgesamt rund zwei Wochen. Während dieser Zeit kann die Ferienwohnung nicht vermietet werden, wodurch Einnahmeausfälle entstehen.

Hausrat und Mietausfall sind im Versicherungsschutz enthalten

Die Eigentümerin hat für die Ferienwohnung eine Versicherung mit Hausratabsicherung abgeschlossen. Die Versicherung übernimmt im vereinbarten Versicherungsumfang die Schäden an Möbeln, Einrichtung und weiteren Hausratgegenständen. Zusätzlich greift der vereinbarte Schutz gegen Mietausfall, da die Ferienwohnung während der Reparaturmaßnahmen vorübergehend nicht vermietet werden kann.

Wer eine Ferienimmobilie sowohl selbst nutzt als auch vermietet, sollte die Besonderheiten beider Nutzungsformen berücksichtigen. Dadurch können Risiken entstehen, die bei einer ausschließlichen Eigennutzung oder Vermietung nicht in gleicher Weise auftreten.

grafik 5 ferienimmobilien umfrage 2023 gross

Welche Versicherungen typische Ferienhausschäden absichern können

Die vorherigen Schadenbeispiele zeigen, wie unterschiedlich Schäden bei Ferienimmobilien ausfallen können. Während manche Schäden vor allem Einrichtung und Hausrat betreffen, entstehen andere direkt am Gebäude, an Nebengebäuden, technischen Anlagen oder Außenbereichen. Genau deshalb unterscheiden sich Absicherungsbedarf und Versicherungsumfang bei Ferienhäusern deutlich vom klassischen Hauptwohnsitz.

Viele Eigentümer unterschätzen außerdem, wie häufig bestimmte Schäden tatsächlich auftreten. Die folgende Grafik aus der Hiscox Ferienimmobilien-Umfrage 2025 zeigt die häufigsten Schadenursachen bei Ferienimmobilien sowie bestehende Versicherungslücken:

Je nach Nutzung, Lage und Ausstattung der Ferienimmobilie können unterschiedliche Versicherungsbausteine relevant sein. Gerade hochwertige Einrichtung, Kunstgegenstände, Pools, Garagen, Nebengebäude oder zeitweise Vermietung können zusätzliche Risiken mit sich bringen. Welche Schäden und Leistungen tatsächlich abgesichert sind, hängt vom jeweiligen Versicherungsumfang und den konkreten Versicherungsbedingungen ab.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung greift vor allem bei Schäden an Einrichtung, Möbeln, Kunstgegenständen oder elektronischen Geräten und deckt damit typische Sachschäden an der Ferienimmobilie ab.

Sie hat in unseren Fällen die Schäden übernommen bei:

  • Entwendeten Kunstwerken nach dem gezielten Einbruch in die Ferienwohnung 
  • Beschädigten Möbeln und Teppichen nach dem Aufenthalt von Feriengästen 
  • Rauch- und Feuchtigkeitsschäden an Möbeln und Einrichtung nach dem Rohrbruch 
  • Beschädigten elektronischen Geräten nach dem Kurzschluss in der Garage

Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst sowie fest verbaute Bestandteile der Ferienimmobilie.

Abgesichert waren dabei unter anderem:

  • Durchfeuchtete Wänden und Deckenkonstruktionen nach dem Rohrbruch im Badezimmer 
  • Beschädigte Leitungen und Wandbereiche nach dem Heizungsausfall im Winter 
  • Brand- und Rauchschäden an Garage und Nebengebäude nach dem Kurzschluss an der Ladeeinheit 
  • Sturm- und Wetterschäden an Terrasse, Dach und Außenbereichen nach dem Herbststurm

Absicherung von Garage und Nebengebäuden

Garagen, Gartenhäuser, Carports oder weitere Nebengebäude können zusätzlich abgesichert werden.

Der Versicherungsschutz griff beispielsweise bei:

  • Brandschäden an der freistehenden Garage nach dem technischen Defekt 
  • Beschädigten Dachbereichen der Garage nach dem Sturm 
  • Rauch- und Rußschäden im angrenzenden Nebengebäude 
  • Beschädigten technischen Anlagen innerhalb der Nebengebäude 

Poolabsicherung

Die zusätzliche Poolabsicherung schützt Pools sowie die dazugehörige Pooltechnik.

Dabei waren abgesichert:

  • Beschädigten Poolabdeckungen nach dem Herbststurm 
  • Beschädigten Pumpen- und Steuerungsanlagen 
  • Eindringendes Wasser im Technikbereich des Pools

Fazit: Warum Prävention, Kontrolle und passender Versicherungsschutz entscheidend sind

Viele Schäden in Ferienhäusern entstehen während Abwesenheiten. Genau deshalb spielen regelmäßige Kontrollen, technische Wartung und passende Sicherheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle.

Ebenso entscheidend ist ein Versicherungsschutz, der zu Nutzung, Ausstattung und Besonderheiten der Ferienimmobilie (auch im Ausland) passt. Gerade hochwertige Einrichtung, Kunstgegenstände, Pools, Garagen, Nebengebäude oder zeitweise Vermietung bringen häufig zusätzliche Risiken mit sich. Diese sollten gezielt abgesichert werden.

Eine Frau mit braunen Haaren in einem Business-Outfit lächelt, Alina Sucker, Product Head Art & Private Clients.

Autorin: Alina Sucker, Head Art & Private Clients, Property & Event

Expertin für Kunst, Oldtimer & exklusive Versicherungslösungen

Alina Sucker ist Head Art & Private Clients, Property & Event bei Hiscox – und Versicherungsspezialistin für die schönen Dinge des Lebens: Oldtimer, Kunst, Sammlerstücke und individuelle Werte mit besonderem Schutzbedarf. 

 

 

Häufige Fragen zu Risiken bei Ferienhäusern

Welche Schäden treten bei Ferienhäusern am häufigsten auf?

Zu den häufigsten Schäden bei Ferienhäusern und Ferienwohnungen zählen Leitungswasserschäden, Sturm- und Wetterschäden, Einbruchdiebstahl, Frostschäden sowie Schäden durch Gäste oder Mieter.

Warum werden Schäden in Ferienhäusern oft spät entdeckt?

Ferienimmobilien bleiben häufig über längere Zeit unbewohnt. Dadurch bleiben Rohrbrüche, Feuchtigkeit, Sturm- oder Einbruchschäden oft zunächst unbemerkt und verursachen höhere Folgekosten.

Reicht eine normale Hausratversicherung für ein Ferienhaus aus?

Nicht immer. Ferienhäuser unterscheiden sich häufig vom klassischen Hauptwohnsitz, beispielsweise durch Leerstand, Vermietung, hochwertige Einrichtung oder zusätzliche Außenanlagen.

Sind Pool, Garage oder Nebengebäude automatisch mitversichert?

Das hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Pools, Pooltechnik, Garagen oder weitere Nebengebäude benötigen häufig zusätzliche Absicherungen.

Welche Versicherung ist bei vermieteten Ferienwohnungen wichtig?

Bei vermieteten Ferienimmobilien spielen Hausrat-, Gebäude- und Haftpflichtversicherung häufig eine wichtige Rolle. Zusätzlich kann ein Schutz gegen Mietausfall sinnvoll sein.

Warum sind regelmäßige Kontrollen bei Ferienhäusern wichtig?

Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Wasserschäden, Sturmfolgen oder technische Defekte frühzeitig zu erkennen und größere Folgeschäden zu vermeiden.

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