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Online Art Trade Report 2019: Wachstum des Online-Kunstmarkts bleibt hinter den Erwartungen zurück

Volumen des globalen Online-Kunstmarkts wächst um 9,8% auf 4,64 Mrd. US-Dollar / Wachstum flacht im dritten Jahr in Folge ab / Vertrauen der Kunden und langsame, schleppende Digitalisierung kleinerer Anbieter bremsen Geschäftspotentiale / Millenial-Zielgruppe mit wachsendem Interesse an Online-Kunstkäufen und offen für neue Geschäftsmodelle wie Asset Tokenization von Kunstwerken

München (02. April 2019) – 2018 flachte das Wachstum des Online-Kunstmarkts weiter ab, so das zentrale Ergebnis des neuen Hiscox Online Art Trade Reports: Im vergangenen Jahr legte der Online-Kunstmarkt um 9,8% (2017: 12%; 2016: 15%) zu und erreichte damit ein Marktvolumen von 4,64 Mrd. US-Dollar. Die von Experten prognostizierte Zuwachsrate von 15% wurde somit nicht erreicht und das Wachstum des Online-Kunstmarkts ging im dritten Jahr in Folge leicht zurück. Die Euphorie unter den Online-Kunstplattformen ist rückläufig: Während 2017 noch 96% positiv auf das kommende Geschäftsjahr blickten, waren es 2018 bereits nur noch 77%. 71% der Befragten rechnen zudem mit einer Konsolidierung innerhalb der nächsten 12 Monate. Im Rahmen des Online Art Trade Reports werden jährlich internationale Galerien, Kunsthändler sowie Kunstkäufer befragt. Nach dem Boomjahr 2015 hat sich der Online-Kunstmarkt deutlich beruhigt. Die Gründe für diese Entwicklung liegen zum einen in der aktuell schlechteren konjunkturellen Lage, die insbesondere Käufer mit begrenztem Budget zögern lässt. Zum anderen verlangsamt sich die Digitalisierung des Marktes selbst. Nach dem Online-Markteintritt der großen Player haben gerade kleinere Galerien und Händler Schwierigkeiten, einen eigenen Zugang zum digitalen Geschäft zu finden und haben in den vergangenen Jahren entsprechend nur wenige Digitalinitiativen in die Tat umgesetzt.

Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox, kommentiert: „Der Online-Kunstmarkt wächst zwar konstant, aber 2018 war kein einschneidendes Jahr in der Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, wo die Konsolidierungsbewegungen hinführen und wer diesen unbestreitbar überlaufenen Marktplatz als Verlierer verlassen wird. Vielleicht erkennen die Online-Plattformen jetzt, dass Handlungsbedarf besteht, nachdem ihr Optimismus für das laufende Geschäftsjahr gesunken ist. Viele sind wohl davon ausgegangen, dass der Online-Kunstmarkt schneller an Zugkraft gewinnt und seinen Marktanteil ausbaut, als das nun der Fall ist.“

Vertrauen ist kritisches Element am Online-Kunstmarkt

Die befragten Kunstplattformen sehen insbesondere in der schwierigen Vertrauensbildung und der mangelnden Markenbekanntheit (64%) sowie in logistischen Problemen beim Kunstversand (50%) die größten Wachstumshemmnisse. Auch aus Kundensicht blieb das Vertrauen ein zentrales Kaufhindernis. Die Sorge, online Fälschungen zu kaufen, stieg 2018 sogar auf 62% an (2017: 52%).

Trotz des geringeren Wachstums ist der Online-Kunstmarkt als digitaler Marktplatz nicht mehr wegzudenken. Das bestätigen auch die Aussagen der Kunstliebhaber: 44% der im Rahmen des Online Art Trade Reports befragten Kunstkäufer gaben an, in den vergangenen 12 Monaten Kunstwerke online erworben zu haben (2017: 43%). Von den Online-Kunstkäufern planten 55%, in den kommenden 12 Monaten mehr Kunst im Netz zu kaufen als im Jahr zuvor (2017: 52%). Für die nahe Zukunft gehen Experten daher weiterhin von einem durchschnittlichen Wachstum des Online-Kunstmarkts um 15% pro Jahr aus.

„Die Anbieter sind stärker denn je gefragt, eine Vertrauensbasis zu den potentiellen Kunden aufzubauen, denn das Interesse am Online-Kunstmarkt besteht nach wie vor. Daneben müssen insbesondere kleinere Kunsthändler durchdachte Online-Angebote entwickeln, um die neuen Bedürfnisse jüngerer, digitaler Zielgruppen zu erfüllen. Neben dem reinen E-Shop sollten hier auch gänzlich neue Verkaufskonzepte angedacht werden. Insbesondere in der Rolle als Plattformen für die Werke von Nachwuchskünstlern stehen auch Kleinstanbietern Online-Potentiale offen“, kommentiert Robert Read.

Die Zielgruppe der Millenials zeigte sich in der Befragung besonders digitalaffin. Bereits 29% der jungen Käufer bevorzugten es, Kunst online zu erwerben (2017: 14%) und 23% von ihnen haben noch nie offline Kunst gekauft. 51% der Käufer unter 30 Jahren äußerten zudem Interesse daran, über Blockchain-basierte Asset Tokenization nur einen Teil eines Kunstwerks als Investment zu erwerben. Bislang planen jedoch 85% der befragten Kunsthändler keine entsprechenden Angebote.

Der komplette Hiscox Online Art Trade Report steht hier zum Download zur Verfügung.

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