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Hiscox Online Art Trade Report – Teil 1: Corona-Krise wirkt als Katalysator für Online-Kunsthandel

Online-Verkäufe stiegen 2019 um 4%, während Wachstumsquote am Online-Kunstmarkt im vierten Jahr in Folge sinkt / Corona-Krise könnte jedoch den Wendepunkt für Online-Kunstplattformen bringen / 80% der Befragten geben eine positive Prognose für 2020 ab

München (07. Juli 2020) – Online-Verkäufe von Kunst- und Sammelobjekten sind 2019 um 4% gestiegen und generierten insgesamt geschätzte 4,82 Milliarden US-Dollar. Trotz dieses positiven Ergebnisses bedeutet dies im vierten Jahr in Folge ein rückgängiges Wachstum. 2018 betrug die Wachstumsrate noch 9,8%, so wichtige Erkenntnisse aus dem 1. Teil des diesjährigen Hiscox Online Art Trade Reports.

Nach einem Jahr des reduzierten Wachstums 2019 gehen die Autoren des Reports allerdings davon aus, dass das Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ein Wendepunkt für Online-Kunstverkäufe sein könnte. Zusätzliche Befragungen, die im Rahmen des Reports während der Corona-Zeit durchgeführt wurden, zeigen einen sehr großen Optimismus in Bezug auf die Zukunft des digitalen Kunsthandels. Die große Mehrheit (80%) der Online-Kunstplattformen erwartet einen Anstieg der Verkäufe in den kommenden 12 Monaten und 65% der Befragten gehen davon aus, dass diese Auswirkungen der Pandemie auf den Online-Markt sowohl dauerhaft als auch transformativ sein werden.

Robert Read, Head of Art and Private Clients bei Hiscox, kommentiert die Ergebnisse: „Im vergangenen Jahr war der Online-Markt vor dem Hintergrund eines sich abschwächenden globalen Kunstmarkts von einem gedämpften Wachstum gekennzeichnet. Während die traditionelle Kunstwelt zweifellos von den Ereignissen der letzten Monate betroffen sein wird, deuten erste Anzeichen darauf hin, dass die Corona-Krise der Katalysator sein könnte, der nun die Kaufaktivität im Internet ankurbelt. Die digitalen Verkäufe machen immer noch weniger als 10% des gesamten Kunstmarktes aus, daher warten wir gespannt ab, wie sich dies in den kommenden Monaten und Jahren ändern könnte.“

Betrachtet man speziell die Auktionshäuser, so wird geschätzt, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2020 die reinen Online-Versteigerungen von Christie‘s, Sotheby‘s und Phillips 370 Millionen US-Dollar eingebracht haben. Das wären 436% mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Die reinen Online-Verkäufe machten 28,3% der gesamten Auktionsverkäufe dieser drei Auktionshäuser in der ersten Hälfte des Jahres 2020 aus, 2019 waren es lediglich 1,2%. In diesen Zahlen jedoch noch nicht berücksichtigt ist die Online-Rekordauktion von vor einer Woche, bei der ein Werk von Francis Bacon für 84,6 Millionen US-Dollar ersteigert wurde – das war das teuerste Gemälde, das bisher in einer solchen Internet-Live-Auktion einen neuen Besitzer gefunden hat.

Diese Grafik finden Sie in druckfähiger Qualität hier zum Download.     

Bildende Kunst macht 32% der Online-Verkäufe aus, deutlich vor Uhren und Schmuck (23%), dekorativen Künsten (12%) und Möbeln (8%). Andere Sammlerstücke wie Briefmarken und Memorabilia entsprechen inzwischen einem Viertel (25%) aller Verkäufe. Da sich insbesondere traditionelle Auktionshäuser um jüngere Sammler bemühen, erwartet Hiscox, dass dieses Segment in Zukunft stärker in den Fokus rücken wird.

Eine Konsolidierung wird nach wie vor weithin erwartet, wobei 67% der befragten Vertreter von Kunsthandelsplattformen glauben, dass der Online-Markt in den nächsten fünf Jahren von einigen wenigen global agierenden Playern dominiert werden wird. Etwa 63% erwarten, dass sich bestehende Kunstmarktbetreiber wie Galerien zu den großen Online-Akteuren entwickeln werden, während 48% erwarten, dass ein „Outsider“ (z.B. ein Start-up oder ein Technikgigant) den Markt aufrütteln wird.
Mehr als die Hälfte (56%) der Vertreter von Online-Kunstplattformen (gegenüber 62% im Jahr 2019) glauben, dass der Online-Kunstmarkt sammlungsspezifisch bleiben wird. Wobei einzelne Plattformen bestimmte Segmente wie Fotografie, Drucke, Möbel oder Design dominieren werden.

Was die Situation in Deutschland betrifft, ergänzt Janna-Lena Baierle, Underwriter Art & Private Clients bei Hiscox in Hamburg: „Wir konnten beobachten, dass unsere Kunden verstärkt in den Monaten der Beschränkungen die Zeit genutzt haben, um ihre Kunstsammlungen zu aktualisieren. Um unsere Kunden dabei optimal zu unterstützen, haben wir vermehrt nicht nur Kunst-Schreibtischexpertisen, sondern auch Video-Meetings durchgeführt, wofür wir viel positives Feedback erhalten haben. Daher soll diese neue Möglichkeit der Kommunikation fester Bestandteil der gemeinsamen Zusammenarbeit mit unseren Kunden werden – auch in diesem Bereich findet damit eine Digitalisierung zum Nutzen beider Seiten statt.“

 

Über den Hiscox Online Art Trade Report

Der Hiscox Online Art Trade Report 2020 ist der achte Jahresbericht seiner Art. Die Untersuchung wurde vom spezialisierten Kunstmarktanalyse-Unternehmen ArtTactic im Februar und März 2020 anhand von Interviews mit Führungskräften und CEOs von 44 Online-Kunsthandelsplattformen durchgeführt. Der diesjährige Bericht enthält zusätzliche Untersuchungen, die zwischen März und Mai 2020 mittels Interviews mit 38 Online-Kunsthandelsplattformen mit Fokus auf die Auswirkungen von Covid-19 durchgeführt wurden. Der Untersuchungszeitraum war vom 1. Januar 2020 bis zum 28. Juni 2020. Die veröffentlichten Ergebnisse bilden den ersten Teil des Hiscox Online Art Trade Reports 2020 ab. Die Teile zwei (Online-Kunstkonsumtrends) und drei (Online-Kunsttechnologiedienste) werden noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

 

Weitere Informationen:

Der Report: Hiscox online art trade report 2020.pdf (PDF)

Die druckfähige Grafik: Grafik Hiscox Online Art Trade Report 2020.jpg (JPG, 0,82 MB)

Das druckfähige Bild des Zitatgebers Robert Read: Robert Read_@Hiscox.jpg (JPG, 2,7 MB)

Das druckfähige Bild der Zitatgeberin Janna-Lena Baierle: Janna-Lena Baierle_@Hiscox.jpg (JPG, 3,1 MB)