From London to Brighton! Diese spektakuläre (Zeit-)Reise an die Küste Südenglands treten wir mit einem Oldsmobile aus dem Jahr 1903 an. Mit im Gepäck sind Werkzeuge, Ersatzteile – und unsere Hoffnung, dass das Fahrzeug die rund 100 Kilometer Fahrt schadenfrei durchhält!

Start London, Hyde Park: Der Beginn unserer Zeitreise

Der Anlass ist der berühmte „From London to Brighton Veteran Car Run“, eines der ältesten, immer noch stattfindenden Autorennen der Welt: Die Veranstaltung geht zurück auf die Triumphfahrt einiger Automobil-Fans im Jahr 1896, die die Abschaffung des Red Flag Acts feierten. Dadurch entfiel die Pflicht, dass eine Person mit roter Warnflagge jedem Gefährt ohne Pferd oder Automobil vorausgehen musste. Auch durften Fahrzeuge nun bis zu 16 mph (rund 10 km/h) fahren – nicht mehr nur höchstens 4 mph (circa 6 km/h).

Um diese spektakuläre Oldtimer-Veranstaltung, die Hiscox GB co-sponsert, hautnah mitzuerleben, reisen wir extra nach London: Wir nehmen mit einem Oldsmobile aus dem Jahr 1903 an der Fahrt von London zu Brighton am 6. November teil.

Veteran Car Run 2016Veteran Car Run 2016

Unser Fahrer-Team versammelt sich vor dem Start um das Oldsmobile. Gabriela Filipek (r.) und ich wechseln uns mit Jacqueline Peukert (li.) und Isa Braun (2. v. li.) ab – ein Duo steuert das Oldsmobile, während das andere Duo das Begleitfahrzeug fährt. Und im Hyde Park steigt der Rauch auf: Die Veteranen, größtenteils vor 1904 gebaut und zugelassen, erinnern an motorisierte Kutschen. Treffend, dass sie auch Straßenlokomotiven genannt werden.
beide Fotos: © Hiscox

Das Oldsmobile ist in einem Top-Zustand und trotzdem haben wir Bedenken, ob wir die 100 Kilometer Wegstrecke pannenfrei überstehen. Denn ein altes Auto wie dieses ist nicht für den Stop-and-go-Verkehr gemacht, dem es durch die rund 450 weiteren Teilnehmer-Fahrzeuge sowie dem normalen Straßenverkehr in London ausgesetzt ist. Aber wir haben Glück:

Das britische Wetter ist auf unserer Seite

Es hat an diesem 6. November morgens 1 Grad plus. Wir frieren zwar, aber für das Oldsmobile sind die niedrigen Temperaturen ein Segen. Die kalte Luft kühlt den Motor herunter. Außerdem bleiben wir regelmäßig stehen und überprüfen, ob an dem Fahrzeug alles in Ordnung ist. Und für den Fall, dass wir liegenbleiben, sind in unserem Begleitfahrzeug Werkzeuge, Ersatzteile, Öl und Benzin.

Wir genießen eine reibungslose und stimmungsvolle Fahrt und steuern schneller als gedacht (kaum fünf Stunden Fahrzeit bisher) auf die letzten fünf Kilometer vor dem Ziel zu. Mehr und mehr sind wir davon überzeugt, dass wir pannenfrei ankommen:

Ziel Brighton, Madeira Drive: Gut angekommen

Auf die letzten Kilometer ist die Straße leicht abschüssig. Das Oldsmobile läuft rund, der kühlen Luft sei Dank! In uns steigt die Euphorie – wie auch bei den anderen Fahrern, die auf der Zielgeraden unterwegs sind. Unser Fazit: der diesjährige Veteran Car Run ist eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der wir auch nächstes Jahr zum 19. Mal gerne wieder dabei sind!

Veteran Car Run 2016Veteran Car Run 2016

Jacqueline Peukert und Isa Braun kommen mit dem Oldsmobile an und treffen die anderen Fahrer wieder. Auf dem Madeira Drive in Brighton werden wir von einer kalte salzige Meeresbrise begrüßt.
beide Fotos: © Hiscox

Autor: Rainer Peukert