Die Ennstal Classic ist nicht nur eine bekannte Oldtimer-Rallye, sondern lockt zudem prominente Teilnehmer und Besucher an. Auch Anneliese Abarth, die Frau des berühmten Motorradrennfahrers und Autokonstrukteurs Carlo Abarth, kommt nach Gröbming. Wir haben die Gelegenheit für eine Plauderei mit ihr.

Wie oft waren Sie bereits auf der Ennstal Classic?

Anneliese Abarth: Bei der Ennstal Classic war ich von Anfang an dabei – also solange es sie schon gibt. Das sind jetzt bereits 25 Jahre! Weil ich die Idee toll fand, dass man so eine Veranstaltung in den Bergen macht. Und was Helmut Zwickl auf die Beine gestellt hat, ist ganz großartig. Wie man auch heute sieht, ist die Ennstal Classic immer wieder ein Erfolg.

Wie ist Ihre Verbindung zur Ennstal Classic entstanden?

Anneliese Abarth: Durch Helmut Zwickl. Er war ein bekannter Journalist und mit Carlo befreundet. So haben wir uns gut gekannt. Als er die Idee für diese Veranstaltung hatte, fand ich das toll: Es sollte kein Blumencorso sein, sondern gefahren werden – sozusagen eine Mille Miglia in den Alpen. So ist es auch geworden.

Welches Erlebnis bei der Ennstal Classic hat sich besonders gut bei Ihnen eingeprägt?

Anneliese Abarth: Ich bin selbst auch mitgefahren – das erste Mal mit einem Abarth Allemano. Da habe ich Schrecksekunden erlebt! Es hat geregnet, die Fahrbahn war rutschig. An einer Stelle den Berg hinunter war Öl auf der Straße und ich bin mit dem Abarth um die Kurve gedriftet. In diesem Moment habe ich mir gedacht:

„Lieber Gott, lass uns heil hinunterkommen.“

Dabei habe ich aber mehr an den Abarth als an mich gedacht (schmunzelt). Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Abarth Allemano – ein sehr schweres Fahrzeug – nicht optimal für die Ennstal Classic war.

Mittlerweile fahre ich entweder mit jemandem mit oder schaue zu. Am Sonntag bin ich Beifahrerin von Jacqueline in diesem Auto (deutet auf den Abarth Mono Mille) und das wird ein neues tolles Erlebnis für mich. Überhaupt freut es mich besonders, dass heuer wieder viele Abarth am Start sind.

Sie sind sehr aktiv in der Oldtimer-Szene, vor allem in der Carlo Abarth Foundation. Was beschäftigt Sie aktuell?

Anneliese Abarth: Ich habe die Carlo Abarth Foundation gegründet, um den Mythos von Carlo zu erhalten und weiterzugeben, was dieser Mann geleistet und welche genialen Autos er gemacht hat. Wir treffen uns einmal im Jahr, die Member bringen ihre Abarth mit. Wir sind wie eine kleine Familie, die sich in verschiedenen Rennszenen bewegt.

Zur Ennstal Classic habe ich ein neues Mitglied mitgebracht – Andrea, die auch aus der Motorsport-Szene kommt. Ihr Mann war Motorradrennfahrer Gerhard Heukerott und unter anderem 1968 DM-Titelgewinner auf einer Honda CR77 in der 350ccm-Klasse.

Apropos Abarth-Szene. Wie hat sie sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten aus Ihrer Sicht verändert?

Anneliese Abarth: In den letzten Jahren hat Fiat mit dem neuen Abarth 595 große Erfolge gefeiert. Ich selbst habe natürlich auch einen und wahnsinnig viel Spaß damit (schmunzelt). Das Auto pickt auf der Straße und man kann richtig Gas geben – man bleibt auf dem Boden, fühlt sich aber wie ein Rennfahrer.

An welchen Abarth hängt Ihr Herz – an den historischen oder den neuen?

Anneliese Abarth: Mein Herz hängt natürlich an den alten Abarth, denn sie zeigen die Geschichte, die ich weitergeben möchte. Zugleich haben die neuen Abarth ihren Reiz, man kann viel Spaß damit haben. Ich finde es toll, dass Fiat wieder diese schönen Autos macht – auch für die jungen Leute. Wenn ich also einen Abarth auf der Straße sehe – ob einen neuen oder historischen – freue ich mich immer!

Zurück zur Ennstal Classic: Sie fahren am Sonntag mit Jacqueline Peukert vom Hiscox Team mit einem Abarth Mono Mille mit. Sind Sie schon aufgeregt?

Anneliese Abarth: Nein, aufgeregt bin ich nicht. Ich fahre häufiger in einem Abarth mit. Aber es ist natürlich etwas Besonderes. Jacqueline ist nicht nur hübsch, sondern fährt auch gut.

Frau Abarth, danke für das Interview und viel Vergnügen bei der Ennstal Classic und Ihrer Fahrt im Abarth Mono Mille!

Autorin Barbara SchweigertDas Interview mit Anneliese Abarth bei der Ennstal Classic führte

Barbara Schweigert

am Hiscox Renntransporter in Gröbming. Sie selbst ist als Beifahrerin bei Jacqueline Peukert im Abarth Mono Mille bei der Ennstal Classic dabei. Am Sonntag überlässt sie für den Grand Prix Anneliese Abarth den Beifahrersitz.