Händler werden vom E-Commerce Sektor vor besonderen Herausforderungen gestellt. Wenn ein Markt  gesättigt ist und über eine große Auswahl an Waren verfügt, hängt eine erfolgreiche Kundenansprache stärker von einer gelungenen Nutzererfahrung ab, als vom Produkt selbst.

Mit folgenden 6 Regeln können Sie Ihren Online Shop und Ihre Nutzererfahrung optimieren:

1. Bilder Optimierung

Besonders im Header Bereich wirkt kreatives  Bildmaterial ansprechend. Je weiter ein Nutzer im Sales Prozess vordringt – von der Entdeckung bis hin zum Bezahlen – umso weniger werden Bilder genutzt und als Störfaktor empfunden. Indem Sie verschiedene Bildelemente ausprobieren, finden Sie heraus welche verkaufsfördernd sind.

2. Email Adressen – Newsletter Marketing

Mit der Erfassung von Email Adressen können Sie die Daten für ein gezieltes Dialogmarketing nutzen.  Viele Onlineshops und Websiten nutzen Popup-Fenster und Lightboxes, in denen Besucher aufgefordert werden, ihre Email Daten anzugeben, oft gegen einmaligen Rabatt.

Sie können mittels A/B-Testing herausfinden, welche Methode die meisten Newsletter Eintragungen bringt. Überprüfen Sie, wann, wo und wie – mit welcher Aufforderung also – Sie am besten nach diesen persönlichen Daten fragen können. Dabei sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass zu frühe Email Abfragen normalerweise ignoriert werden, etwa bei der ersten Kontaktaufnahme. Gewähren Sie Ihren Kunden Zeit, sich auf Ihrem Onlineshop zurechtzufinden. Wer zum ersten Mal auf Ihrem Onlineshop ist, wird für gewöhnlich Popups ungelesen wieder schließen, deswegen sollten Sie diese nur Kunden aus dem Bestand anzeigen. Platzieren Sie Abfragefelder für Newsletter Eintragungen direkt im Footer oder im Seitenbereich des Onlineshops. Beides sind Methoden, die als weniger aufdringlich empfunden werden im Vergleich zu Popup-Fenstern.

3. Attraktive Angebote neben dem Call To Action

Bieten Sie Ihren Kunden bei Bestellungen mit größeren Warenwert einen kostenlosen Versand? Wie steht es mit einem kostenlosen Umtausch Service oder mit einer Geld Zurück-Garantie? Besondere Angebote sollten Sie auch offensiv vermarkten, es besteht kein Grund sie geheim zu halten.

Experimentieren Sie mit Serviceangeboten zu, wie einem 90 Tage-Rückgaberecht oder kostenlosem Versand. Platzieren Sie diese Angebote unmittelbar neben dem Call to Action Button. Dabei braucht man sich keine Sorgen zu machen, falls das jeweilige Angebot bereits an anderer Stelle auftaucht. Es ist absolut zulässig, Schlüsselaussagen zu wiederholen, solange Sie dabei helfen, die Kaufbereitschaft des Kunden zu erhöhen.

4. Warenkorb Bestätigung

Machen Sie dem Nutzer klar, was er als nächstes tun sollte und unterstützen Sie ihn dabei, den Bestellprozess abzuschließen. Dies ist eine sinnvolle Methode, um den Nutzer von der Produktseite zum Bezahlvorgang zu führen. Wenn Sie in unmittelbarer Nähe zum Checkout eine Vorschau auf den Warenkorb platzieren, macht dies Ihrem Kunden den Weg zur Kasse leichter.

5. Der beste Zeitpunkt zum Abfragen der Email

Wie bereits erwähnt, ist eine Email Adresse unabdingbar für den Aufbau einer nachhaltigen Kundenbeziehung. Damit lassen sich unter anderem Nutzer kontaktieren, die zwar Waren in ihrem Warenkorb gelegt, diese aber letztlich nicht gekauft haben. Sogenanntes Remarketing oder Sonderangebote sind geeignet, Kunden zu weiteren Besuchen Ihrers Onlineshops zu animieren.

Auch Experten sind sich nicht einig darüber, wann der beste Zeitpunkt für die Anforderung einer Email Adresse ist. Sollte man bereits dann ein Anmeldeformular einblenden, wenn ein Produkt in den Warenkorb gelegt wird oder erst vor dem Checkout?

Für mobile Onlineshops gelten noch mal ganz eigene Regeln. Das hängt vor allem mit der geringeren Bildschirmgröße zusammen, aber auch mit der Tendenz der Nutzer, sich auf dem Smartphone oder Tablet zwar zu informieren, aber keine Käufe zu tätigen.

Im E-Commerce geht die Entwicklung dahin, die Email Adressen in mehreren Phasen abzufragen, auch kurz vor dem Checkout. Dann werden die Email Daten benötigt, um ein Kundenkonto zu erstellen, ohne das keine Käufe möglich sind.

Auf mobilen Onlineshops kommt es darauf an, die Nutzererfahrung nicht mit mehr Schritten als unbedingt nötig oder mit zu vielen modalen Fenstern zu überfrachten. Stattdessen sollten Sie Besucher auf eine Seite weiterleiten, die ausschließlich der Anmeldung dient.

6. Mobile Commerce – so wenig Eingabefelder wie möglich

Bei mobilen Onlineshops muss man sich die Frage stellen, was der Conversion mehr dient: dem Kunden frühzeitig einen Überblick über den Prozess der Bestellung anzubieten oder pro Seite möglichst wenig Felder anzuzeigen? Auch dieses Problem lässt sich nur dadurch klären, dass man die Nutzererfahrung auf der eigenen Seite testet und auswertet.

Auch auf mobilen Onlineshops funktionieren Eingabefelder tadellos, allerdings müssen diese in kürzere Abschnitte unterteilt werden, damit die Nutzer den Checkout schnell passieren können. Es bietet es sich außerdem an, die Nutzer mittels einer Fortschrittsanzeige am oberen oder unteren Bildrand darüber zu informieren, wie weit der Kaufvorgang bereits fortgeschritten ist. Unter Umständen könnte das unentschlossene Kunden überzeugen, mit dem Checkout bis zum Schluss fortzufahren.

Fazit

Nur mit iterativem Testing, also dem Durchspielen verschiedener Varianten, können Sie den perfekten Onlineshop Ihren Kunden bieten. Berücksichtigen Sie dabei das Know-how erfahrener Profis sowie das Feedback Ihrer Nutzer bei Ihrem Brainstorming-Prozess. Ihre Hypothesen sollten stets auf Daten und Design-Best-Practices beruhen, denn nur auf diese Weise können Sie Ihren Kunden eine bessere Nutzererfahrung bieten und außerdem Ihre eigenen Geschäftsziele erreichen.

 

 

Autor: Felix Schulz, Elbflorenz Marketing