Haben Sie gerade Stress? Würden Sie Ihr Befinden gegenüber Kunden und Kollegen offen kommunizieren? Oder gehören Sie eher zu denjenigen, die im stillen Bürokämmerlein unter Stress leiden und es nicht zugeben mögen? Stress ist nicht gleich Stress! Stress in IT-BerufenMeistens verursachen Erwartungen und Konflikte den Stress. Das kennt man aus vielen Lebenslagen: In der Partnerschaft, Freundschaft und in unterschiedlichen freiwilligen oder vorgegebenen Gemeinschaften. Es menschelt, dann wird es eben öfter mal stressig.

Mit dem Job verheiratet sein? Das ist mehr als nur eine Worthülse. Wenn es sich um Erwartungen, Konflikte, Fehler und Vorwürfe dreht, sind die meisten Personen sofort gestresst. Insofern spielt sich im Büro zwischenmenschlich Ähnliches ab wie in einer Ehe! Wie nah jemand solche stressigen Dinge an sich ranlässt, ist typabhängig. Vor allen Dingen hängt es zusätzlich vom Arbeitsstil ab. Auch die eigene Reaktion auf das Feedback anderer ist ein wichtiger Punkt, wie sehr man sich stressen lässt. Je enger man zusammen arbeitet, desto empfindlicher und durchdringlicher wird das Anti-Stress-Kostüm. Das merken Startups und Gründer enorm, je länger sie zusammen arbeiten.

Positiv-Stress oder Negativ-Stress

Ohne Stress geht es nicht. Doch ist es positiver oder negativer Stress? Das liegt nah beieinander. Wann immer etwas los ist, dann bleibt man am Ball. Ausbalancierter Stress kann auch beflügeln. Der Leerlauf hingegen ist der absolute Produktivitätskiller. Ebenso schafft die Überforderung mit schnell zu erledigenden Aufgaben eine stressige Stimmung. Wenn es zu lange andauert, dass wir uns negativ gestresst fühlen, dann strecken wir irgendwann alle Viere von uns und geben auf, weil wir es sowieso nicht schaffen können. Resignation, Demotivation, vielleicht droht sogar ein Burn-out.

Man erkennt unterschiedliche Stresstypen, wenn man sich im Berufsleben umschaut. Darum gibt es auch nicht „das Patentrezept“, wie jemand mit welchem Stress am besten umgehen sollte.

Stress hoch fünf – die Stresstypen

  • Der Pionier
    Stresserprobt und dabei am wenigsten stressanfällig ist der Pionier. Ein typischer Gründer, denn er treibt gern Entwicklungen voran, ist energiegeladen. Dabei ist er bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, wie es in einem Startup üblich ist. Für den Pionier zählt die eigene Überzeugung am meisten. Darum schert er sich auch wenig um die Meinung und das Urteil anderer Leute.
    Tipp: Sich weiterhin nicht stressen lassen, denn das ist gut für die Motivation und das Durchhaltevermögen. Dabei sollte der Pionier jedoch lernen, mehr auf die Meinung anderer Rücksicht zu nehmen und sie mit einzubeziehen.
  • Der Macher
    Fokussiert auf seine Ziele, so wird es gemacht! Der Macher steuert zwar gradlinig auf seine Ziele zu, ist aber dabei gelegentlich zu detailverliebt. Alles soll schnell perfekt sein. Schließlich ist es sein Ziel! Wenn es mal nicht geradeaus geht, dann kommt der Macher ganz schön unter Stress. Besonders, wenn sich Probleme in den Weg stellen oder es nicht alles so läuft, wie der Macher sich das vorstellt.
    Tipp: Als Macher weitermachen, jedoch auch mal Fünfe gerade sein lassen. Ziele und Wege mit anderen besprechen, sich gegebenenfalls neu ausrichten und auch Dinge geduldiger abwarten können oder delegieren. 
  • Der Kommunikator
    Er hält – so denkt er – alle Fäden in der Hand, kommuniziert viel und ausführlich mit allen Beteiligten. Meetings sind sein Metier. Er sorgt sich um ein gutes Miteinander, die Integration aller Beteiligten und weiß zudem viele Interna. Vor lauter Kommunikation vergisst er manchmal die eigentlichen Ziele seiner Firma.
    Tipp: Eine Balance finden zwischen Kommunikation und Erledigung der eigenen Aufgaben. Zuviel Kommunikation kann auch sehr stressig werden. Der Kommunikator sollte das Unternehmensziel mehr im Blick behalten, weniger träumen und sich lösungsorientierter innerhalb eines Teams verhalten.
  • Der Aufpasser
    Nichts entgeht ihm. Der Aufpasser ist fleißig und es hat nichts aus dem Ruder zu laufen. Sonst ist er gestresst. Meistens passiert das aufgrund der unprofessionell verrichteten Arbeit der Kollegen. Wer seine Auffassung nicht teilt, kann sich auf Stress mit ihm gefasst machen, das stresst ihn um so mehr.
    Tipp: Die (Fehler-) Toleranz gegenüber anderen Personen erhöhen. Nicht jeder kann dauerhaft perfekt funktionieren. Das menschliche Miteinander sollte der Aufpasser mehr in den Vordergrund stellen als allein die Arbeitsleistung.
  • Der Faulpelz
    Ihn kann nichts stressen, er hat ein dickes Fell. Aller Stress perlt von ihm ab wie ein Wassertropfen von einem Lotusblatt. Der negative Aspekt dabei: Er hat keine exorbitant hoch gesetzten Ziele und laviert sich gerade so durchs Leben.
    Tipp: Mit ein klein wenig mehr Engagement macht die Arbeit mehr Spaß. So vermeidet man als Faulpelz auch Stress mit Pionieren, Machern, Kommunikatoren und Aufpassern. Wobei: Das stresst ihn ja eigentlich gar nicht!

Wer braucht schon Stress? Fast alle!

Stress oder Motivation "Do more"Wir haben festgestellt, dass es unterschiedliche Stresstypen gibt und dass jeder mit Stress anders umgeht. Also ist – per Definition – der Begriff „Stress“ relativ. Was für den einen eine Stress-Situation bedeutet, ist für den anderen Normalzustand oder sogar Unterforderung.

Dauerstress ist auf jeden Fall für keinen ein erstrebenswerter Zustand. Ein bisschen mehr Action als sonst, ein paar dringende Deadlines und machbare Herausforderungen motivieren jedoch jedes Startup. Man muss demnach ein Typ dafür sein und etwas mehr Turbulenz mögen.

Zu jedem Startup gehört demnach ein bisschen Stress dazu. Darauf sollte man sich einrichten, wenn man den Weg in die Selbstständigkeit mit einer Geschäftsgründung gehen möchte. Pioniere und Macher liefern am besten gute Arbeit ab, wenn sie mittelstark oder stark gestresst sind. Auch die Kommunikatoren und Aufpasser beurteilen Stress-Situationen positiv – bezogen auf ihre Leistung, die sie dann erbringen.

Am wenigsten Stress mögen und brauchen die extrem teamfähigen und sensiblen Menschen – die Empathen. Dazu kommt, dass sie sich im Stress-Zustand meistens stark zurück ziehen und damit quasi unsichtbar werden. Darauf sollten alle anderen Stresstypen, die besser mit Stress umgehen können, achten. Denn erst die Mischung aus verschiedenen Typen macht ein Startup oder ein Unternehmen so interessant, bunt und vielfältig. Es ist wie das Salz in der Suppe: Zu viel oder zu wenig, es schmeckt beides nicht!

Es ist nicht alles Stress

Die Botschaft lautet also: Erhöhtes Arbeitsaufkommen, enge Deadlines oder ungewohnte Situationen sollten nicht als „Stress“ bezeichnet werden. Damit vermeidet man eine negative Einstellung gegenüber den Aufgaben. Das wiederum bedeutet automatisch gefühlt weniger echten Stress. Man darf Herausforderungen gern positiv begegnen. Alles ist gut, solange es Spaß macht und solange man nicht der (absichtlich selbst herbeigeführten oder fremdbestimmten) ständigen Überforderung schutzlos ausgesetzt ist.

Stressige Jobs der IT-Branche

Programmierer und Software-Entwickler sind gefragt, es werden hohe und stressende Anforderungen an sie gestellt. Ebenso stehen der IT-Service-Techniker sowie der Netzwerk-Administrator oft unter Zeitstress bei der Erledigung ihrer Arbeit. Analysten von Daten oder IT-Systemen sind äußerst gefragt und müssen sich ständig up-to-date halten – sehr stressig. Viel zu tun haben ebenso technische Redakteure, sie müssen nämlich eng mit den Entwicklern zusammen arbeiten. Die Nachfrage nach Web-Entwicklern lässt nicht nach – es gibt viel zu tun!

Weniger stressig wird es für Startups und IT-Freiberufler, wenn sie sich gegen berufsbedingte Risiken richtig absichern. Ein Stressfaktor weniger ist schließlich viel wert! Mehr Informationen über die Hiscox Versicherungen finden Sie hier:

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.