Startups sind nicht gleich Startups. Es gibt viele unterschiedliche Gründungstypen innerhalb der Startup-Szene. Das gängige Klischee, dass sich ein Startup im kleinen und dunklen Hinterzimmer entwickelt oder in der Garage erste Prototypen gebastelt werden, erfüllen viele Startups nicht (mehr). Größere Startups, die an den Erfolg glauben, gehen anders vor. Sie entwickeln knallharte Businesspläne, nehmen an Gründer-Wettbewerben teil und kennen sich mit dem Startup Pitch aus. Sie haben genügend Kapital oder suchen Investoren für die umfangreichen Aktivitäten, die sie planen und durchführen wollen. Weil so viel zu tun ist und damit das Startup gleich richtig loslegen kann, wird vom Start weg Personal benötigt. Dazu später mehr. Zuerst die Frage der Fragen:

Wie lange ist ein Startup eigentlich ein Startup?

Das kann man nicht ganz exakt festlegen. Das kommt auf das Startup an. Manchmal kommen Startups in den Genuss, sich für etwa zwei Jahre den Status „Innovativer Gründer“ zu geben. Denn nichts anderes heißt „Startup“: Vom Start weg durchstarten und das auf innovative Art und Weise. Das Startup befindet sich im ersten aktiven Lebenszyklus des Unternehmens. Da gibt es dann von vielen Seiten noch etwas „Welpenschutz“, damit das „Kleine“ erstmal in Ruhe richtig groß und stark werden kann. In Verträgen gibt es oftmals den Passus „die ersten 12 Monate Geschäftstätigkeit“ für alle Startups. Aber auch jedes andere Unternehmen, das die Frage „Besteht Ihr Unternehmen weniger als 12 Monate?“ beim Vertragsabschluss bei Hiscox mit Ja beantworten kann, bekommt den Gründer-Rabatt.

Neue Jobs durch neue Startups

Startups sind als Arbeitgeber viel bedeutender geworden. Eine Umfrage unter rund 150 Startups aus der Digitalbranche hat ergeben, dass durchschnittlich 15 Mitarbeiter im Jahr 2015 beschäftigt wurden. In 2014 waren es noch zwei weniger im Durchschnitt. Doch wie sieht es aus, wenn es um das „Hire and Fire“ geht? Glücklicherweise ist die Zahl gering: Nur 4 Prozent der Befragten mussten Personal abbauen. Die meisten haben eher zusätzliche Mitarbeiter rekrutiert. 72 Prozent der Startups wollen sogar in diesem Jahr noch weitere zusätzliche Jobs schaffen. Daran sieht man, dass Startups ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor sind.

Je größer das Startup, desto mehr Manpower wird gebraucht. Die Aufstockung des Personals findet im Verhältnis zu der jetzigen Größe statt. Sind bereits 20 oder mehr Mitarbeiter beschäftigt, wollen 89 Prozent neue Leute zusätzlich einstellen. Die magische Zahl ist die Drei. Hat man diese Mitarbeiterzahl überschritten, geht es schnell mit dem Personalbedarf voran. Zum Vergleich: Bei ein bis drei Mitarbeitern wird nur jedes dritte Startup eine Neueinstellung vornehmen.

Wenn das Startup wachsen soll

Gute Umsätze und mehr Nachfrage bedeuten, dass man mehr Personal benötigt. Schließlich sollen die Kunden des Startups glücklich und zufrieden gemacht werden. Mehr Kunden und mehr Aufträge bedeuten, dass man sich auf dem Arbeitsmarkt umschauen muss. Spitzenauslastungen oder Spezialaufträge sowie einmalig anfallende Arbeiten kann man sicherlich auch mit der Auftragsvergabe an Freiberufler abfedern. Doch jede Firma braucht ein verlässliches Kernteam. Und das muss mitwachsen.

Es ist gar nicht mal so einfach, die richtigen Leute zu finden, stellen viele Startups fest. Da sind zum einen die etablierten Firmen, die ganz andere Konditionen bieten können und einem die besten Leute wegschnappen. Andererseits gibt es viele Freiberufler, die sich nicht „einfangen“ lassen und nicht (mehr) als Angestellte/r arbeiten wollen. Der Fachkräfte-Mangel kann also zum Hemmschuh für das Wachstum der Startups sein. Top-Programmierer und Digital-Experten sind rar. Daher leidet jeder vierte Gründer unter dem Mangel an Fachkräften, wenn es um neue geeignete Kandidaten für die offenen Stellen geht.

Für Jobsuchende interessant zu wissen: Knapp zwei Drittel der Startups haben aktuell freie Stellen und sind aufgeschlossen für Bewerbungen. Im Durchschnitt sind 5 Stellen zu besetzen. Eine Initiativbewerbung könnte bei einigen Startups gut ankommen, denn der Prozess der Mitarbeitersuche bindet ja wiederum Ressourcen, die anderweitig nötig gebraucht werden.

Ein Startup braucht Vitamin B beim Recruiting

Startups PersonalDie persönlichen Kontakte bei der Mitarbeitersuche zu nutzen, ist eine gute Strategie, die oftmals aufgeht. Froh können die Gründer sein, die sich rechtzeitig ein spannendes Netzwerk aufgebaut haben. Ein Großteil der Stellenausschreibungen bei Startups sind nicht bei der Arbeitsagentur oder Personalvermittlern zu finden (dort nur 15 beziehungsweise 19 Prozent) und eine Print-Anzeige im Stellenanzeiger geben nur fünf Prozent auf. Jobangebote in Online-Stellenbörsen stellen etwa die Hälfte der Befragten ein.

Doch noch mehr Startups schreiben ihr Gesuch auf die eigene Website (73 Prozent). Das macht insofern Sinn, als dass in den Sozialen Netzwerken diese Internetadresse geteilt werden kann. Digitale Netzwerke im Bereich Business und Social nutzen nämlich 71 Prozent der Startups. Noch fünf Prozent mehr setzen auf das Weitersagen im persönlichen Bereich.

Das klingt erfolgsversprechend, denn wenn man von einem persönlichen Kontakt hört, dass eine Stelle im Startup frei ist, wird man viel aufgeschlossener sein, als wenn man es im Printbereich liest. Besonders, wenn es sich um die Digitalbranche handelt. Die meisten Jobs werden also über Vitamin B vermittelt. Die Schlussfolgerung heißt also, dass sich beide Seiten (Jobanbieter und Jobsuchende) gut vernetzen sollten, damit sie sich auch finden können.

 

 

Die Zahlen und Fakten stammen aus verschiedenen Studien der Bitkom.