StartupDer Gedanke daran, ein Startup zu gründen, ist bestimmt schon häufiger bei dem einen oder anderen Freiberufler aufgetaucht. Ob es jedoch zur Umsetzung kommt, ist fraglich. Beim Thema Gründung zeigen sich die Deutschen zögerlich. Sie sehen mehr Risiken als Chancen.

Das ist schade, denn Innovationen – speziell im Bereich der Digitalisierung – findet in großen Unternehmen zu wenig statt. Diese sind meistens viel zu träge. Außer sie gründen aus, schaffen Projekte, die von der Bürokratie des Mutterkonzerns nicht behäbig beeinflusst sind. Doch wir brauchen mehr Startups, die aus sich heraus gründen und erfolgreich sind.

Startup im HaifischbeckenKönnte es daran liegen, dass Deutschland bei den vorhandenen Talenten über einen zu kleinen Pool an IT-Fachleuten verfügt, die gründungswillig sind? Arbeiten diese Experten lieber in Sicherheit einer Festanstellung als sich in das Startup-Haifischbecken zu begeben? Die Gründe liegen wahrscheinlich in der allgemein skeptischen Haltung der Deutschen gegenüber dem Unternehmertum. Der Traum ist da, aber der eigene Schritt zum Startup liegt in weiter Ferne.

Die Gründung eines Startups ist erstmal keine attraktive Karriereoption in Deutschland. Das mag auch an der Mentalität liegen, denn die Investionen in Digitalisierungspotenziale und -lösungen fallen deutlich geringer aus als in den meisten anderen OECD-Staaten. Deutschland belegt im Bereich der Finanzierung durch Venture Capital einen der hinteren Plätze. Zum Vergleich: Die Gründungsintensität in Kanada ist um das Dreifache, in den USA um das Zweieinhalbfache höher.

Ein Startup hat es schwer – im Vergleich

Man fremdelt noch mit innovativen und digitalen Ideen, die ein Startup einbringen kann. Die Deloitte-Studie „Digitale Wettbewerbsfähigkeit – Wo steht der Standort Deutschland?“ macht Stärken und Schwächen in den Schlüsselbereichen Talente, Startup-Kultur sowie Investitionen deutlich.

Der Indikator für Digitale Wettbewerbsfähigkeit setzt sich so zusammen: Startups benötigen hoch qualifizierte Talente. Talente brauchen Möglichkeiten, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Dazu sind fortschrittliche Investitionen in die Digitalisierung nötig – also in Startups. Die Studie zeigt eine anschauliche Grafik dazu.

 

Deloitte-Studie, Abb. 1 Startup, Talente, Investition

Investitionslücke bei Startups

Bei digitalisierungsrelevanten Investitionen hat Deutschland großen Nachholbedarf. Investments in Informations- und Telekommunikationstechnologien (IKT) finden in einem zu geringen Ausmaß statt. Deutschland liegt weit hinter den Spitzenreitern Niederlande und Schweiz. Die IKT-Industrie zeigt daher noch großes Investitions- und Entwicklungspotenzial. Unternehmen sollten in der Lage sein, wichtige Trends möglichst frühzeitig zu erkennen und die entsprechenden Investitionen in die Zukunft zu tätigen.

In den gängigen Wettbewerbsfähigkeits-Rankings nimmt Deutschland Spitzenplätze ein, dies ist aber keine Garantie dafür, dass die deutschen Wettbewerbsvorteile auch künftig bestehen werden.

Der Index Digitale Wettbewerbsfähigkeit zeigt, dass die Performance des Standorts Deutschland in den untersuchten Dimensionen höchst unterschiedlich ist. Stärken im Talentbereich, Nachholbedarf bei Startups, der unternehmerischen Einstellungen und den erforderlichen Investitionen in digitale Technologien.

Somit ist die Basis für die digitale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stark, jedoch liegen die Herausforderungen in der Umsetzung von Ideen und ihrer Kommerzialisierung. Das kann entscheidend hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sein.

Die Herausforderungen betreffen sowohl Unternehmen als auch die Politik. Als politisch relevantes Stichwort nenne ich das Thema „Scheinselbstständigkeit“, das in der Studie nicht berücksichtigt wird. Diese Diskussion kann ängstlich machen und somit innovationsfeindlich und investionshemmend wirken.

Dabei sind kleinere Unternehmen in Deutschland – wenn sie erst einmal erfolgreich gegründet sind – durchaus erfolgreich und optimistisch: Der Hiscox DNA Entrepreneur Report 2016 zeigte deutlich, dass diese kleineren deutschen Unternehmen optimistisch wie nie in die Zukunft blicken. 65% der deutschen Kleinunternehmer erwarteten zum Zeitpunkt der Studie (Veröffentlichung im September 2016) eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage (2015: 61%; 2014: 60%; 2013: 57%). Im Ländervergleich kletterte Deutschland damit von Platz fünf auf den zweiten Platz hinter den USA (68%).

Umso wichtiger ist es, weiteren Gründerinnen und Gründern Mut zu machen. Wie bringen wir nachhaltig mehr Schwung in den Wirtschaftstandort Deutschland? Wie motivieren wir Talente dazu, ein Startup zu gründen? Das sind Fragen, die wir uns stellen müssen und sie schnellstmöglich beantworten sollten.

Startups und das finanzielle Risiko

Hiscox kümmert sich besonders um die Interessen und Absicherungsmöglichkeiten von Startups. Denn ein Startup hat andere Sorgen als ein Großkonzern oder ein langjährig etabliertes Unternehmen. Startups bekommen zudem besondere Nachlässe bei den Versicherungen von Hiscox. Außerdem profitieren Startups vom langjährigen Knowhow des Spezialversicherers und haben damit einen kompetenten Ansprechpartner für alle Fälle.

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.