Die Digitalisierung der industriellen Arbeitswelt schreitet voran. Besonders der Begriff „Industrie 4.0“, der für intelligente Systeme, Datenverfügbarkeit, die Vernetzung in der Produktion und Interaktion zwischen Mensch und Maschine steht, ist rund um das Thema nicht mehr wegzudenken. Der digitale Wandel eröffnet für Unternehmen zahlreiche Chancen, wie beispielsweise intelligente Produktionsverfahren oder neue Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitswelt 4.0 durch bedarfsgerechte Informationsnutzung. Doch die veränderten Geschäftsprozesse bringen gleichzeitig auch neue Gefahren mit sich, denen sich viele Firmen aktuell gar nicht bewusst sind.

 

 

Marc Thamm – unser Experte für die Absicherung von Unternehmen der IT-Branche – beschreibt die Risiken der Digitalisierung, die mit den industriellen Veränderungen einhergehen und erklärt, wie Sie sich davor schützen können.

 

1. Welche Risiken bringt die Digitalisierung?

Thamm: Beim Stichwort „digital“ denken viele an Cyber-Risiken wie Verschlüsselungstrojaner oder Virenschäden. Das sind sehr präsente Risiken. Im Geschäftsalltag lauern im Zusammenhang mit der Digitalisierung aber zahlreiche weitere Risiken, wie zum Beispiel verspätet geleistete vertragliche Pflichten und damit einhergehende Schadenersatzforderungen, eine fehlerhafte Programmierung, die zu Produktionsausfällen oder Datenverlust beim Kunden führt, oder Abmahnungen wegen unberechtigter Nutzung von Bildmaterial. Diese Schäden können bei Unternehmen immens hohe Schäden produzieren und sich einschneidend im Budget bemerkbar machen. Im schlimmsten Fall können sie sogar die Existenz bedrohen.

 

2.  Wie können derartige Risiken abgesichert werden?

Thamm: IT-Unternehmen werden von vielen unterschiedlich gelagerten Gefahren bedroht, daher empfiehlt sich ein spezieller modularer IT-Haftpflichtschutz, der Risiken der digitalen Welt deckt und Unternehmen vor finanziellen Schäden schützt. Der Basisschutz sollte bei jedem IT-Unternehmen aus einer Berufshaftpflichtversicherung bestehen, die Vermögensschäden abfängt. Dieser Schutz sollte je nach Risikosituation des Unternehmens zum Beispiel um eine Betriebshaftpflicht, eine Deckung für Cyber & Datenrisiken sowie einen Elektronik- und Büroinhaltsschutz erweitert werden.

 

3. Für welche Unternehmen ist ein spezieller IT-Haftpflichtschutz empfehlenswert?

Thamm: Grundsätzlich empfiehlt sich die IT-Haftpflichtversicherung für jedes Unternehmen der IT- und Kommunikationsbranche. Aber auch Dienstleister, die ihr klassisches Portfolio im Zuge der Digitalisierung erweitern und nun beispielsweise IT-Beratung bieten, sollten ihren Versicherungsschutz an die neuen Risiken anpassen.

 

4. Worauf sollten Unternehmen beim Abschluss einer solchen Versicherung achten?

Thamm: Eine Allgefahrendeckung, denn damit sind alle typischen Tätigkeitsbereiche und Nebenrisiken automatisch mitversichert. Sollte das Unternehmen sein IT-Leistungsangebot ausweiten, sind auch die neu hinzukommenden Tätigkeiten automatisch mitversichert. Und ein  weiteres, entscheidendes Kriterium, an das man schon bei Vertragsabschluss denken sollte: Eine schnelle und unkomplizierte Schadenbearbeitung.

 

Vielen Dank für das Interview!

Larissa Brandl, seit April 2017 bei Hiscox, unterstützt das Marketing-Team und interessiert sich für Themen rund um die Cyber-Welt.