Was macht ein Unternehmerland aus und welches Land unterstützt die Kleinstunternehmer am stärksten? Bereits zum siebten Mal haben wir über 4000 Gründer und Geschäftsführer aus Deutschland, Frankreich, Niederlanden, Spanien, UK und den USA zu ihrer Lage, Erwartungen und Sorgen befragt. Die Ergebnisse des „Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2015“ spiegeln die Stimmung der Kleinsunternehmer wider.

Deutsche Kleinunternehmer sehen der Zukunft optimistisch entgegen, stagnieren aber auf hohem Niveau

Das prägnanteste Ergebnis der Hiscox DNA of an Entrepreneur Studie ist die gefühlte Stagnation der deutschen Kleinunternehmer, wenn es um den optimistischen Blick in die Zukunft geht. Zwar immernoch auf dem hohen Niveau aber ohne große Veränderung, sind 61 Prozent der Befragten optimistisch gestimmt (2014: 60%; 2013: 59%). Zum Vergleich: In den USA sind es 69 Prozent, in den Niederlanden und Spanien jeweils 65 Prozent, in Großbritannien 64 Prozent und Frankreich bildet mit 43 Prozent das Schlusslicht.

Das jährliche Optimismus-Ranking des „Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2015“ zeigt: Deutschland ist innerhalb von nur zwei Jahren von Platz 1 auf den fünften Rang abgerutscht. Tobias Wenhart, Manager Products & Underwriting bei Hiscox, kommentiert die Ergebnisse als “Skepsis auf eine weiterhin ansteigende Wirtschaftleistung“. So planen lediglich 18 Prozent der Befragten, in den kommenden 12 Monaten ihre Investitionen zu steigern. Ähnlich negativ ist die Erkenntnis, dass nur 48 Prozent ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt bringen wollen.

Politik und Verwaltung bilden keine Unterstützung

Neben der Sorge, dass es wirtschaftlich für deutsche Gründer nicht weiter bergauf gehen wird, bemängeln auch viele der befragten Unternehmer die politischen Regulationen.

Nicht einmal ein Drittel (32 Prozent) fühlt sich durch die Regierungspolitik unterstützt. 83 Prozent würden eine geringere direkte Unternehmensbesteuerung begrüßen, 74 Prozent vereinfachte Rechnungslegungsvorschriften, und 71 Prozent stärkere Anreize für Investitionen von Banken.

Wann verdient ein Land die Bezeichnung „Unternehmerland“?

66 Prozent der deutschen Befragten halten die Fähigkeit, hart zu arbeiten für einen wichtigen Treiber des erfolgreichen, innovativen Unternehmertums. Bei der Frage, welches der sechs teilnehmenden Nationen international als Unternehmerland gilt, platzierten vier Länder Deutschland auf dem dritten Rang, die beiden anderen auf dem zweiten. Außer den Niederlanden sehen alle Nationen die USA als Spitzenreiter an.

Realistisch bleiben und Gefahren erkennen

Die Chancen der Digitalisierung sind den meisten Kleinunternehmern bekannt. Die befragten Unternehmer sind sich jedoch der Gefahren bewusst: So nennen 19 Prozent Hacking und Cyberkriminalität und 18 Prozent den Verlust geistigen Eigentums unter den Top 5 der unversicherten Hauptrisiken. „Es ist ein gutes Zeichen, dass viele Unternehmen ihre Versicherungslücken erkennen“, kommentiert Hiscox-Experte Tobias Wenhart, „Doch diese müssen dann natürlich auch geschlossen werden.