Wohl die wenigsten Gründer, können aus dem Stand heraus ihr Geschäft ans Laufen bringen. Häufig sind vor dem Start erst einmal Investitionen nötig oder aber das Ersparte reicht nicht, um ohne Einnahmen in den ersten Jahren über die Runden zu kommen. Zum Glück mangelt es in Deutschland nicht an entsprechenden Förderprogrammen. Wir stellen die wichtigsten Geldquellen vor.

Zur Zeit gibt es rund 2000 Förderprogramme für Existenzgründer. Angesichts dieser Zahl den Überblick zu behalten, ist alles andere als leicht. Grundsätzlich empfiehlt es sich deshalb, von Anfang an auf professionelle Unterstützung bei der Gründung zu setzen. So können Sie sich zielgerichtet um ihre eigentlichen Business-Themen kümmern. Schließlich ist das der beste Weg, damit Sie möglichst bald nicht mehr auf fremde finanzielle Hilfe angewiesen sind.

Gründerzuschuss vom Arbeitsamt

Der Gründerzuschuss vom Arbeitsamt ist Teil der Hartz-Gesetze. Er wurde eigentlich eingeführt, um Arbeitnehmern die Möglichkeit zu geben, durch Existenzgründung der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Häufig wird der jedoch von vielen auch genutzt, um den Sprung in die Selbständigkeit finanziell ein wenig abzufedern. Allerdings muss unbedingt ein Anspruch auf Arbeitslosengeld vorliegen. In den ersten 6 Monaten der Existenzgründung erhalten Sie monatlich Ihr Arbeitslosengeld I als Grundförderung. Hinzu kommen 300 Euro Gründerzuschuss. Die Arbeitsämter fördern die Existenzgründung durch einen Gründungszuschuss, der nach Ermessen vergeben werden kann. Es ist also in jedem Fall Überzeugungsarbeit zu leisten.

Um überhaupt für den Gründerzuschuss qualifiziert zu sein, müssen drei wichtige Bedingungen erfüllt sein:

  • Es muss Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Sie müssen innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens ein Jahr lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das ist bei einem Angestelltenverhältnis der Fall.
  • Dieser Anspruch muss noch mindestens 150 Tage lang gelten.
  • Der dritte Punkt zielt auf das Ermessen des Sachbearbeiters ab: Sie müssen diesen davon überzeugen, dass Ihr Konzept tragfähig ist und Sie davon auf Dauer leben können. Mit der richtigen Erfahrung auf Ihrem Gebiet – ihr Lebenslauf kann es beweisen – und einem tragfähigen Geschäftsplan dürfte diese Hürde in der Regel zu meistern sein.

Hilfe bei der Kreditaufnahme

In einigen Fällen, reicht ein einfacher Gründerzuschuss nicht aus, um das eigene Unternehmen zum Laufen zu bringen.

Da es für Gründer nicht unbedingt einfach ist, einen Kredit zu bekommen, springt auch hier der Staat ein. Über das Programm KfW-Startgeld stellt die KfW die Hausbank zu 80 Prozent von der Haftung frei. Dieses Programm gilt allerdings nur für Unternehmen, die nicht länger als drei Jahre am Markt sind.

Außerdem bieten viele Banken das Programm Bürgschaft ohne Bank (BoB). Dabei geben Bürgschaftsbanken eine Bürgschaftszusage, mit der die Hausbank leichter davon zu überzeugen ist, einen Kredit zu vergeben. Bürgschaftsbanken, die es in allen Bundesländern gibt, wurden dazu gegründet, um gewerbliche Unternehmen und freie Berufe bei der Kredit- oder Beteiligungsfinanzierung zu unterstützen.

Förderprogramme gezielt nutzen

Eine weitere wichtige Geldquelle sind Förderprogramme, mit denen in einer Region die Wirtschaft angekurbelt wird. Von besonderen Konditionen bei der Gewerbesteuer bis hin zur massiven finanziellen Förderung gibt es etliche Möglichkeiten, sich unter die Arme greifen zu lassen. Dabei kann es sich um Förderungen durch ein Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern handeln oder auch Programme von einzelnen Landkreisen jenseits der großen Metropolen. Nicht nur für Unternehmer, die Größeres vorhaben, also gleich mehrere Angestellte einstellen wollen, kann sich der Gang in die Provinz deshalb lohnen.

Gründliche Vorbereitung ist alles

An Geldquellen mangelt es auf dem Weg in die Selbständigkeit also nicht. Damit diese auch tatsächlich sprudeln, sollte das Geschäftskonzept solide sein und diejenigen überzeugen, die über die Vergabe entscheiden. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, rechtzeitig fachkundigen Rat einzuholen. Steuerberater und Business Coaches sind gute Ansprechpartner, wenn es darum geht einen Geschäftsplan auf Herz und Nieren zu überprüfen und die richtigen Tipps zu geben. Diese Sparring-Partner wissen auch, welche weiteren Punkte zusätzlich zu beachten sind, etwa beim Thema Berufshaftpflicht und anderen Themen, die in der Gründungseuphorie häufig zu kurz kommen.