Website-Fehler: Klassische Fehler und Tipps, wie man sie vermeidetViele Firmen haben eine Website, weil „man eben eine Website haben muss“. Doch was ist besser – eine schlechte Corporate Website zu haben oder lieber keine? Aus Ihrer eigenen Nutzererfahrung kennen Sie es bestimmt auch, dass Sie plötzlich denken: Für diese Firma wäre die Entscheidung „lieber keine Website“ besser gewesen… Was ist wichtig bei einer Corporate Website? Und was sind typische Website-Fehler?

Website-Fehler verzeihen? Die Erwartungshaltung der Nutzer ist hoch!

Es kommt darauf an, zu welchem Zweck eine Website in die Welt gesetzt wurde. Ein geneigter Besucher verzeiht einer Hobby Website oder einem kleinen Verein viele Fehler. Doch wenn es um eine Business Website geht, können Fehler oder mangelhafte Informationen eine Anfrage oder einen Geschäftsabschluss verhindern. Websites können daher sogar geschäftsschädigend wirken!

Eine Website hat nicht den Zweck, dass man sich als Firma besonders toll und perfekt darstellt. Das wirkt manchmal eher abschreckend, falls Superlative benutzt werden oder nicht aussagekräftige, austauschbare Phrasen verwendet werden.

Versetzen Sie sich immer in den Nutzer hinein. Was erwarten sie? Die Nutzer Ihrer Corporate Website sollten Ihnen wichtig sein! Ihnen muss die Website gefallen und sie müssen Spaß daran haben zu stöbern, zu entdecken und passende Informationen in kürzester Zeit zu bekommen.

Schnell-Check: Haben Sie alle relavanten Infos auf Ihrer Corporate Website?

Schlüpfen Sie in die Nutzerrolle: Gehen Sie kurz auf Ihre eigene Corporate Website in einem Browser am Rechner. Tun Sie mal so, als ob Sie schnell und ungeduldig eine Information benötigen. Finden Sie alles sofort? Wenn Sie das Experiment ausweiten möchten, fragen Sie eine Person, die Ihre Website nicht kennt und geben Sie ihr folgende Aufgaben:

  1. Rufen Sie die Startseite auf und finden Sie das Impressum nach einem Klick.
  2. Finden Sie die Geschäftszeiten.
  3. Nehmen Sie Kontakt auf – per E-Mail, Kontaktformular und Telefon.
  4. Rufen Sie die Website mit dem Smartphone auf, wiederholen Sie die ersten drei Punkte.

Was fällt Ihnen auf? Besteht Ihre Website den Schnell-Check? Wenn nicht, dann sorgen Sie am besten für Abhilfe. Wenn Ja, dann können wir jetzt ein wenig in die Tiefe zum Thema Website-Fehler gehen:

Weitere klassische Website-Fehler

Die folgenden Fehler findet man sehr häufig bei Corporate Websites. Nehmen Sie sich die Zeit (nach Lesen dieses Artikels), die eigene Website einmal genauer zu überprüfen!

Unkonkretes Thema und Angebot der Website

Bei manchen Websites versteht ein neuer Nutzer nicht, was genau die Intention der Website ist. Welchen Geschäftszweck hat die Website? Kann ich hier etwas kaufen und was ist es? Bekomme ich hier Informationen, bin ich hier richtig?

Versetzen Sie sich wiederum in einen potentiellen Besucher. Er kennt sie nicht und ist aufgrund seiner Recherche (Suchmaschine, Linktipp) zu Ihnen gekommen. Nun möchte der Besucher wissen, ob er Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen kann oder Ihre Produkte kaufen.


Ein Beispiel: Wenn sich ein Fotograf „Lichtbildkünstler“ nennt, dann kann der Nutzer nicht abschätzen, ob er ihn als Fotografen engagieren kann. Wenn er nicht sofort sehen kann, was das Portfolio des Fotografens beinhaltet, dann wird der Nutzer weiter klicken – bis er eine Website findet, auf der er gezielt das Angebot findet, das er gesucht hat. Beispielsweise einen Fotografen, der seine Produktfotografie auf der Corporate Website vorstellt.


Damit ist klar: Die Begrifflichkeiten und die „Message“ in Text und Bild sollen sich an der Zielgruppe Ihrer Corporate Website ausrichten. Sie darf den Nutzer nicht verwirren, sondern deutlich das Angebot zeigen. So muss sofort erkennbar sein, ob sich das Angebot (auch) an Endverbraucher (B2C) richtet oder ob es nur B2B-Geschäfte sind.

Eine klare und übersichtliche Website mit Fokus auf bestimmte Schlüsselwörter (Suchwörter) ist auch einfacher für die Suchmaschinen zu verarbeiten und einzuordnen. Das wirkt sich positiv bei den Suchergebnissen aus.

Schlechte Benutzerführung bei Websites

Achten Sie bei Ihrer Website auf eine klare Navigation. Überfrachten Sie Menüs nicht, lassen Sie aber auch nichts weg, was auf den ersten Blick sichtbar sein sollte.

Hängen Sie auf der Website „Wegweiser und Hinweisschilder“ auf, auch Call-to-actions genannt. Das heißt nicht, dass Sie Ihren Nutzer ständig mit aufploppenden Fenstern nerven sollen, damit er endlich Ihren Newsletter abonniert. Unaufdringliche Call-to-actions (kurz CTA) an der richtigen Stelle sind wichtig. Halten Sie unbedingt die Balance zwischen zu viel und zu wenig.

Geben Sie Kontaktmöglichkeiten an, da wo es Sinn macht. Sobald Sie schreiben: „Nehmen Sie mit uns Kontakt auf“, sollten Sie das Wort „Kontakt“ verlinken mit Ihrem Kontaktformular (die Seite, auf der es sich befindet). Bieten Sie neben diesem Formular auch eine E-Mail-Adresse an. Manchmal möchte ein Nutzer lieber eine E-Mail schreiben als ein Formular ausfüllen.

Keine für die mobile Ansicht optimierte Websites (Responsive)

Mittlerweile gilt die “Mobile-First-Indexierung”. Das heißt, Google durchsucht (crawlt) und indexiert Ihre Webseiten mit dem “Smartphone-Agent”. Überprüfen können Sie die “Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten” im gleichnamigen Menüpunkt in der Google Search Console.

Haben Sie gut an den mobilen Nutzer gedacht? Schauen Sie in Ihre Website-Statistiken und Sie werden sehen, dass in vielen Fällen der Anteil an mobilen Zugriffen zugenommen hat. Welche Informationen erwartet ein mobiler Nutzer? Bestimmt keine kunstvollen Slideshows oder sonstige Dinge, die mobil die Schnelligkeit der Website behindern oder einfach unnötig sind, weil man sie mobil nicht nutzen kann.

Vermeiden Sie mobil unbedingt auch die “Störer” (Interstitials), die sich über das gesamte Display des Smartphones legen  und manchmal sogar die weitere Navigation unmöglich machen. Das wirkt sich nicht nur negativ beim Besucher aus, sondern auch Google könnte das beim Crawlen negativ bewerten, da es zu Indexierungsproblemen führen kann. App-Downloads sollten als Link oder integrierte Komponente (Inline-Banner) angeboten werden und nicht als Interstitial.

Jedoch gilt immer: Desktop und Mobile Version sollten sinngemäß dieselben Inhalte sowie Meta-Daten haben. Bieten Sie mobil keine inhaltlich abgespeckte Version an.

Ist Ihre Telefonnummer klickbar? Testen Sie bitte in unterschiedlichen mobilen Browsern! Den HTML-Code für technisch Versierte gibt es hier: <a href=“tel:+4989545801700″>+49 89 545 801 700</a> Hier als Beispiel der Link zur Telefonnummer von Hiscox: +49 89 545 801 700. Der sichtbare Teil kann gestaltet sein, wie Sie möchten (Abstände etc.), aber verzichten Sie auf eine führende Null in der Vorwahl. Da hilft im Zweifel nur ein Test!

Website-Fehler und Tipps rund um Datenschutz

Keine Datenschutzerklärung? Dieser Website-Fehler ist mit der Einführung der DSGVO von den meisten Seiten verschwunden. Darüber hinaus sollten Sie sich generell auch an das halten, was Sie in Ihrer Datenschutzerklärung versprechen.

Denken Sie bei Google Analytics an die Vereinbarung zur Auftragsdatenspeicherung und an den Zusatz im Tracking Code (_anonymizelp). Ebenso müssen Sie in der Datenschutzerklärung einen Opt-out Link anbieten. Inwieweit Sie erst die Erlaubnis des Besuchers zum Tracking benötigen, wird die e-Privacy-Verordnung regeln, die noch nicht verabschiedet ist (geplant ab Mitte 2019 bis zur Anwendbarkeit in 2022).

Wenn Sie einen Cookie-Hinweis brauchen, dann achten Sie darauf, dass dieser Hinweis keine wichtigen Links verdeckt. Das Impressum und die Datenschutzerklärung müssen jederzeit erreichbar sein! Prüfen Sie, ob Sie auch einen Cookie-Hinweis benötigen (siehe im vorherigen Absatz: ePrivacy). Nutzen Sie zum Beispiel Google AdSense, DoubleClick for Publishers oder DoubleClick Ad Exchange? Wenn Sie diese Dienste nicht nutzen, prüfen Sie Ihre Einbindungen von Drittanbietern (Plug-ins / Embedding)!

Stellen Sie Ihre Website auf SSL um! Die Internetadresse sollte mit „https://“ beginnen. Warum Sie das machen sollten und warum jede Website – sobald nur ein Formularfeld vorhanden ist – mittlerweile dazu verpflichtet ist, lesen Sie in unserem Blogbeitrag: Datenübertragungen auf der eigenen Website
– das müssen Sie wissen!

YouTube erweiterter DatenschutzNutzen Sie YouTube-Videos? Auch hier sollten Sie beim Einbinden auf der Website den erweiterten Datenschutzmodus aktivieren.

Das richtige Häkchen setzen Sie auf der Videoseite von YouTube, wenn Sie die erweiterten Einstellungen unter „Einbetten“ aufrufen (siehe Screenshot von YouTube). Dann werden von YouTube keine Informationen über die Nutzer auf der Website gespeichert, es sei denn, diese sehen sich das Video an.

Pflichtangaben für Websites im Überblick

Zusammengefasst sind folgende Pflichtangaben und -inhalte wichtig:

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Für Onlineshops der Link zur Online Streitbeilegung gemäß Art. 14 Abs. 1 ODR-VO und gegebenenfalls die Widerrufserklärung. Das gilt auch für angebotene virtuelle Güter wie Webinare oder andere Dienstleistungen.

Die Kür für Websites, die eigentlich auch Pflicht ist

Ein Tipp zum Abschluss: Achten Sie auf Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und verletzen Sie diese nicht. Legen Sie immer Back-ups an und vergessen Sie die regelmäßigen Updates nicht. Besonders bei weit verbreiteten Content Management Systemen gibt es häufiger Attacken. Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch: Warum WordPress-Sicherheit so wichtig ist.

Rückendeckung gibt Ihnen als Selbständiger oder Freiberufler in der digitalen Welt eine Hiscox Berufshaftpflicht ab. Die Versicherung lässt sich speziell auf Ihr Business anpassen – so gibt es für Shopbetreiber eine Onlineshop-Versicherung. Eine Cyber Versicherung rundet den Schutz vor Ansprüchen aus Datenklau und Hacker-Angriffen ab.

Gibt es weitere Dinge, die Sie noch bei Websites stört? Oder haben Sie kürzlich Website-Fehler auf Ihrer eigenen Seite entdeckt und ausgemerzt? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!